Die Tatsache, daß sich Gutverdiener mit Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze vollständig aus dem Solidargemeinschaft "Krankenversicherung" austreten ist in der Tat in manchen ein großes Problem, da für die (niedrigen) Beiträge der Schwächeren, die noch dazu öfters Krank werden einzig der Mittelstand aufkommen muß.
Da muß ich dann auch mal meinen Senf dazu geben.
Eins vorne weg. Ja, ich bin Privatversichert. Ich oute mich. Ja ich bin Selbständig und Mittelschicht. Nein ich habe weder Schwarz noch Gelb gewählt.
Der Einfachheit halber lass mach ich das mal etwas grob, 100% Zahlengenauigkeit lass ich mal weg.
In Deutschland sind 4 Mio. "Privatversichert" (PKV). AAABER, der Großteil sind Beamte, die den Hauptanteil der Versicherungskosten aus Steuergeldern (aka Beihilfe) bekommen. Je nach Beamtanstatus 50-70%, der Rest wird über eine Zusatzversicherung abgedeckt.
Im Gegensatz zu den "Gesetzlichen" (GKV) sind in der PKV alle Personen einzeln versichert, in der GKV muß nur der Arbeitnehmer im Haushalt beträge Leisten, die zu (fast) 50% der Arbeitgeber Trägt. Im Extremfall ist in einer Großfamilie (ich kenne da ne 11 köpfige Familie) nur einer Arbeitnehmer und zahlt.
Rechenbeispiel für diesen Fall: Vater arbeitet im Reiningungsgewerbe: ca. 2000 brutto ca. 1600 netto, er bezahlt 14,9% Krankenkasse = ca. 240€ (50%AG/50%AN) und alle 11 sind voll Krankenversichert...
Gegenbeispiel: ich zahle ca. 300 ind die PKV, meine Tochter kostet ca. 140€ und meine Frau ca. 450€ macj im Monat rund 900€ Krankenkasse. zzgl. Eigenbehalte nochmal ca. 3500€ im Jahr.
In der GKV hätte ich und meine Frau jeweils Höchstsatz, d.h. 560€ pro Monat pro Person.
Dann ist der GKV Beitrag im Alter gedeckelt und wird massiv quersubventioniert, während in der PKV nach oben alles offen ist, Monatsbeiträge von rund 1000€ sind ab 70 keine Seltenheit.
Weiter schießen die PKV ca. 4 Mrd. € in den Gesundheitsfonds, weiter werden erhebliche Steuergelder (auch der Besserverdienenden und Selbständigen) in die GKV abgeführt, ohne das denen daraus irgendein Nutzen entsteht.
Sooo unbeteiligt wie das immer dargestellt wird ist der PKV Versicherte dann auch nicht.
GKV und Rente (zzgl. zu 19,8 Rentenbeitrag noch 80Mrd. Steuren jährlich) sind eben nicht Kapitalgedeckt, sondern stellen laufende ausgaben dar, die aus dem laufenden Etat bezahlt werden. In den Fetten Jahren wurden die Überschüsse verteilt und komfortable Geschenke gemacht (BK Brandt hat in einem Jahr 3 Mal die Rente erhöht) anstatt eine sattes Kapitalpolster anzulegen. Nun wird die Zeche gezahlt.
Doch anstatt 39 Mrd Subventionen abzubauen (Weshalb bekommt Nestle Agragsubventionen von Bund und EU???) wird dort gekürzt wo kein Lobbyist einem das Frühstück bezahlt und eine Beraterposten nach der Politischenkarriere anbietet.
Die oben gelobte Flugzeugabgabe und Brennelementesteuer sind Luftbuchungen um schöne Zahlen zu Produzieren. Beide Abgabaen werden zu 100% 1:1 an die Bürger durchgereicht und besteuern mit Nichten die Konzerne.
In einem Land, wo der Spitzensteuersatz bei ca. 48000€ Jahreseinkommen (brutto) erreicht wird, die Armutsgrenze aber bei 27000€, das Durchschnittseinkommen bei ca 38500€ liegt, kann nicht mehr von Steuergerechtigkeit etc. gesprochen werden. Doch an diesem Thema möcht offensichtlich niemand was ändern, die Steuerprogression ist eine heilige Kuh, die nicht angepackt wird.
Nachtrag: Der Gebäudereiniger zahlt übrigens keine Steuern (Kinderfreibetrag für 9 Kinder), bekommt ca. 1500€ Kindergeld monatlich (steuerfrei) und Wohngeld etc. macht ein reales Monatseinkommen von ca. 4000€. Und das ist kein Einzelfall...