Man muss sparen und es ist völlig in Ordnung, dass dabei der Bürger auch dran glauben muss. Es kann aber nicht sein, dass man bei den Leuten spart, die eh schon nichts haben. Die werden nicht einfach plötzlich mit weniger auskommen. Die haben so schon nichts. Jeder der das nicht glaubt, der mache einfach mal eine Vollkostenrechnung und schaue sich dabei an was er an Hartz4 erhalten würde. Sorry, aber ich hätte keine Ahnung wie ich damit vernünftig über die Runden kommen sollte. Man muss einfach mal ein wenig vergleichen: Während die 2% weniger Elterngeld einem Paar, bei welchem beide Elternteile arbeiten sicher nicht so ein grosses Problem darstellen, stellt es für einen Hartz4-Empfänger sehr wohl ein Problem dar. 300 Euro sind dort verdammt viel Geld. Gut, man kann das jetzt so sehen, dass die Hartz4-Empfänger vielleicht nicht mehr ganz so viele Kinder in die Welt setzen und es somit dann auch nicht soviele Kinder gibt, die vielleicht gar nie aus der Hartz4-Spirale rauskommen. Allerdings wage ich dies dann doch sehr zu bezweifeln.
Allgemein bin ich der Meinung, dass man in der aktuellen Situation eher daran arbeiten sollte die Leute zu belasten, die dabei dann nicht gleich jeden Cent nun noch ein paar Mal mehr umdrehen müssen. Ich bin auch kein Freund von Steuererhöhungen. Aber lieber bezahle ich mal ein paar Euro mehr Steuern als sowas. Denn dabei bezahlt wenigstens jeder Bürger und nicht nur ein Teil. Vorallem wird dabei mehr oder weniger gerecht belastet. Wer ein geringeres Einkommen hat, bezahlt auch entsprechend etwas weniger als der, der mehr verdient.
Daneben wäre es in meinen Augen auch grundsätzlich sinnvoll erstmal die Einnahmen zu erhöhen und nicht Geld einfach anders zu verteilen. Und da muss man halt in der Tat vielleicht mal die Leute angehen, die jedes Jahr sechs- oder siebenstellige Summen einsacken. Klar habe ich Verständnis, dass diese Personen ebenfalls für ihr Geld arbeiten. Dort tut es aber garantiert nicht ganz so weh wie den Leuten, die jetzt dran glauben sollen.
Nun hat man aber auf der Einnahmenseite zusätzliche Abgaben für einige Wirtschaftszweige beschlossen. Jeder der ein wenig rechnen kann weiss, was dabei passieren wird und wer diese Abgaben schlussendlich wirklich bezahlt. So gesehen werde ich jetzt also als Flugreisender bestraft - nur deswegen wiel der Staat grade Schulden hat. Dass der Flugverkehr gut subventioniert ist, ist klar. Das ist aber andernorts genau so, sowohl bei der Bahn wie auch auf der Strasse.
Schlussendlich werden die nun angedachten Massnahmen höchstens dazu führen, dass in Zukunft einfach nicht mehr der Staat, sondern die Kommunen die finanziellen Probleme haben. Das nützt schlussendlich gar niemandem.
Und nein, ich bin weder Hartz4-Empfänger, noch verdiene ich so gering als dass ich über jeden ausgegebenen Euro zweimal nachdenken muss. Mir tut das ganze also nicht weg. Insofern könnte es mir ja eigentlich auch egal sein. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, dass man in diesem Land - und leider nicht nur hier in Deutschland - immer genau dort anfängt zu sparen wo es die Leute trifft, die kaum eine Chance haben sich zu wehren. Persönlich fände ich es schön, wenn man in der Politik mal von dem ewigen Lobbyismus wegkommen und wieder an das Volk denken würde. Und das Volk sind für mich definitiv nicht die Leute, die eine möglichst gute Ausbildung haben und ihre Lebensziele erreicht haben, sondern die Leute an der Basis.