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Steuerungen von Seilbahnen

Die meisten Prozessbilder, die ich bei verschiedensten Anlagen gesehen habe, waren eigentlich nicht sehr anwenderfreundlich und z.T. sogar total unlogisch vom Aufbau, Bedienphilosophie usw. Oft unkoheränt und unübersichtlich.

Wie erwähnt ist das Siemens Beispiel bei Seilbahner's Sesselbahn schon recht gut, schematisch, übersichtlich und funktionell.


Persönlich finde ich diese neueren 3D-Darstellungen total blödsinning, da wird nur das Bild mit unnützlichen graphischen Elemente überladen. Sieht zwar für den Besucher oder technisch ignorante Managers gut aus aber ist in der Praxis nur irreführend. Bei französischen Anlangen findet man oft ein wildes gemisch von Schriftarten sowie allerlei unnötige Dekor-Elemente (siehe z.B: Serel or Semer Seilbahnsteuerungen)..

Als extremes Gegenbeispiel könnte man Raffinerien aufführen, dort wird z.T. mit einer extrem hohen Informationsidchte bei den Prozessbildern gearbeitet.

Über den Einsatz der Farben mag ich mich gar nicht mehr äussern, auch die Alarmschwallunterdrückung ist meist nicht zweckgemäss ausgeführt., d.h. dass z.B. beim Ausfall einer Steuerspannung oft kaskadenweise zwangsläufige Folgealarme einzel gemeldet werden. Auch die ganze Kennzeichnungsphilosophie und der technische Wortschatz (übereinstimmend mit den Elektroschemas, P&I Diagramme bis hin zu den Betriebsvorschriften usw.) spielen insbes. bei grösseren Anlagen eine bedeutende Rolle die leider allzuoft vernachlässigt wird.
 
Seilbahners Sesselbahn hat folgendes Touchpanel:

Siemens Multipanel MP 370 Touch 12-TFT


Quelle (für Ungläubige ;-) ): Beweisfoto, gemacht von Panel Rückseite an der Seilbahn. :D



Ich tippe mal auch darauf das die Visualisierung mit Protool gemacht wurde.


P.S.: Auf Lift-World fing es ja auch zur Bahn ein "Special", wo ca. 7min lang das Touchpanel erklärt wird.
 
Die Visualisierung bei meiner Anlage wurde nach meinen Wünschen modifiziert, so dass ich die meiner Meinung nach Ideale Parameteranzeige zur Verfügung habe.
Das war aber auch nur möglich, da ich sehr gute Kontakte zu den Siemens Programmierern habe.
 
Da grosse Problem bei der User-Interface-Programmierung ist die Tatsasche, dass die, die programmieren oft über keine guten Kenntnisse bzgl. Praxisanforderungen der Bediener zur Führung der Anlage verfügen. Da bei grossen Anlagen (grosse Maschinen, Prozessleitsysteme usw.) onehin projektspezifisch programmiert wird, gehören Softwäreänderungen gem. Kundenwunsch zur normalen Betreuung bei und eine gewisse Zeit nach der Inbetriebnahme.

In seltenen Fällen sind Kunden in der Lage, selbst Prozessbilder zu erstellen bzw. zu editieren aber aber dafür braucht es doch etwas Erfahrung. Ideal ist, wenn derjenige der Programmiert, selbst eine gewisse Praxiserfahrung in der Führung (Bedienung) der Anlage hat. Fehlen solche Kenntnisse, ist es nahezu unmöglich eine wirklich zweckmässige Bedienoberfläche zu programmieren.

Als solche erlauben Softwarepakete wie z.B. WinCC (von PCS7) ein Höchstmass an Flexibilität, das Ganze ist letztendlich weitgehendst eine Frage des Programmieraufwandes und der Erfahrung der Programmierer. Sehr guter Kundenkontakt und eine gewisse Kulanz dem Kunden gegenüber sind ebenfalls wichtig, da man die genauen Softwaresanforderungen kaum im Rahmen eines Pflichtenheftes festlegen kann
 
Zusatzantwort zu Ram-Brand's Frage bzgl Not-Aus

Sicherheitsrelais mit vorgegebener Funktion bzw. solche, die bedingt paramertrierbar sind, bleiben nach wie vor sinvoll für Anwendungen wo nur wenig Sicherheitsfunktionen erforderlich sind, also Anlagen und Maschinen, wo sich der Einsatz einer freiprogrammierbaren Sicherheits-SPS aus Kostengünden nicht lohnt. Typische Anwendungen sind Not-Aus, Überwachung und Verriegelung von Schutzvorrichtungen, Sicherheitslichtschranken u. -scanner, Stillstandsüberwachungen usw.

Da bei modernen Seilbahnsteuerungen etliche Sicherheisfunktionen (Kopierwerk, Geschwindigkeitüberwachungen usw.) onehin Sache der Sicherheits-SPS sind, werden zusätzliche konventionnelle Sicherheitsrelais nicht mehr benötigt.

Sichererer Halt erfolgt durch die Bremsen und zudem muss der Antrieb sicher abgeschaltet werden. Während bei den Bremsen lediglich das Ruhestromprinzip die Sicherheit garantiert (stromlos = Bremsung durch Federdruckkraft oder ggf. Gegengewichtschwerkraft), gibt es antriebsseitig verschiedene Varianten. Bei WL (Ward Leonard) Umformern sowie Stromrichter wird elektromechanisch galvanisch getrennt, den WL könnte man onehin nicht sofort um Stillstand bringen. Bei FU-Antrieben gibt es je nach Antrieb verschieden Varianten. Wird der Stillstand sicher überwacht ist es zulässig, solange kein Fehler vorliegt, eingangsseitig nicht abzuschalten, ausgangsseitig wird i.d.R. abgeschaltet obwohl es mittlerweile auch FU gibt, die umrichterseitig eine Impulssperre gem. SIL 3 erlauben. De Motor wird dabei nicht galvanisch spannungslos geschaltet, Asynchronomotoren können jedoch kein Moment mehr aufbauen; permanentmagneterregte Synchronmotoren können unter gewissen Voraussetzungen trotz IGBT-Impulsspere bei gewissen IBGT-Fehlerkonstellationen noch eine Restdrehbewegung ausführen dessen Winkel von der Polzahl des Motors abhängig ist (für Umlaufbahndirektantriebe jedoch vernachlässigbar klein).
 
Vielleicht auch ein "Exot", mittlerweile abgebaut, die 1985 erbaute Grafenbergbahn von SSG, Eigentliche Steuerung von Brown Boveri, neuere Stützen- und Seillageüberwachung durch Frey Austria


P1013930.JPG


P1013929.jpg


P1013931.JPG
 
Dazu hätte ich eine Frage. Wenn so wie jetzt die Grafenbergbahn abgerissen wird, was macht man dann mit der Steuerung? Da könnte man ja sicher noch Sachen für andere Sachen benutzen, oder? Oder wird das alles entsorgt?

Lg
 
1:1 wiederverwenden kann man die sowieso nicht, ist ja individuell aufgebaut. Das ein oder andere hochwertige Modul wird man durchaus veräußern können aber das Meiste wird im Elektroschrott landen. Wenn man eine neue Bahn baut oder Steuerungen erneuert will man schließlich auf den aktuellen technischen Stand kommen.
 
Die Steuerungen gehn, wenn man nicht gerade eine baugleich im eigenen Skigebiet hat, in der regel komplett in den Schrott. Gebrauchte Teile von alten Steuerungen, noch dazu von Fremdanlagen baut man eher nicht ein.
Wie schonmal in nem anderen Topic erwähnt ist auch nicht 100% garantiert, dass die Steuerung mit so einem Ersatzteil dann auch funktioniert.

Kabinenzug schrieb:
Vielleicht auch ein "Exot", mittlerweile abgebaut, die 1985 erbaute Grafenbergbahn von SSG, Eigentliche Steuerung von Brown Boveri, neuere Stützen- und Seillageüberwachung durch Frey Austria
Danke für die Bilder! Weis jemand ob die BBC was mit STG zu tun hatten? Die Steuerung schaut mal optisch sehr sehr ähnlich aus.
 
Auch Steuerungen unterliegen einem Alterungsprozess.
Je älter, deso höher die Warscheinlichkeit das etwas ausfällt.

Deswegen kann man nach so vielen Jahren das ganze entsorgen.
 
Wie funktioniert eigentlich die Fua bzw. warum ist das immer eine zusätzliche Steuerung?

Ich war bisher immer in der Annahme, dass über alle Schalter der Strecke ein Strom fließt. Wird ein Bruchstab ausgelöst ist der Stromfluss unterbrochen ( verringert) und durch parallel geschaltete Widerstände kann ermittelt werden welcher Schalter ausgelöst hat. Zusätzlich muss dann noch auf Erdschluss überwacht werden.

Ist die Annahme falsch? Man könnte theoretisch ja auch kapazitiv überwachen etc.
 
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