ATV schrieb:
In der Schweiz sind bei Seilbahnsteuerungen folgende im Einsatz:
Siemens S5, S7 200 (Klemmkraft) , 300, 400, B&R (Visualisierung), Pilz und teilweise bei den ersten SPS Steuerungen BBC Procontic. Aber fragt mich jetzt nicht welche Anlage welche drinn hat. Was wie wo eingesetzt wird unterscheidet sich ganz durch den Hersteller.
In den meisten Sicherheitssteuerungen ist nur ein Teil sicherheistorientiert ausgeführt, dies aus Kostengründen. In de Praxis beruht typischerweise der nicht-sicherheitsrelevante Teil auf einer od. mehreren normalen SPS und der sicherheitsrelevante Teile auf eine (od. bei grossen Anlagen und/oder stark dezentralen Anlagenteile wie Antriebs- u- Umlenkstation bei Kuppelbaren Umlaufbahnen, mehrere) Sicherheits-SPS.
Modulare Pilz, Siemens S7-300F und S7-400F erlauben zwar den gemischten Aufbau, d.h. dass die selbe SPS sowohl sicherheitsorientierte Programmteile wie nicht-sicherheitsorientierte Programmteile bearbeiten kann und es können ggf. Sicherheits- sowie Normal-I/O-Modulen in derselben Steuerung eingesetzt werden (bei der S7-400F können jedoch für Sicherheits-I/Os nur dezentral.angeschaltet werden).
Oftmals ist est jedoch sinnvoller, der sicherheitrelevante SPS Teil komplett getrennt vom konventionnellem SPS Teil auszuführen.
In der Schweiz sind im Grunde genommen sämtliche Sicherheits-SPS, die SIL 3 erfüllen zugelassen, man muss lediglich den Nachweis der Einhaltung des Sicherheitsniveaus der Gesamtsteuerung belegen. Da kann sich das BAV kaum entgegensetzen sofern die Anforderungen der CEN und IEC Normen und Richtlinien erfüllt sind.
Die Siemens S5-F Sicherheits-SPS sind veraltet (abgekündigt) und werden nicht mehr bei Neuanlagen eingesetzt.
Die modulare Siemens S7-300F Sicherheits-SPS ist weit verbreitet, wird u.a. durch Sisag eingesetzt (z.B. mit einer Bernecker & Rainer (B&R) als Normal-SPS). Sie eignet sich gut für Seilbahnen, da die Anzahl I/Os nicht so hoch ist (so etwa bis ein paar Hundert).
Die modulare Siemens S7-400F bzw. hochverfügbare S7-400F/H Sicherheits-SPS sind eher für den Prozessbereich. Die F-CPUs sind extrem teuer und nur schon der Baugruppenträger und das (od. die) Netzteile sind ebenfalls nicht gerade billig. Zudem können leider, .m.E. der grösste Nachteil für Grossanlagen, nur konventionnelle Baugruppen in den zentralen oder den/die dezentralen Baugruppenträger gesteckt werden.
Die Pilz PSS3000/PSS3100 sind sehr verbreitete Sicherheitssteurungen und sind in gewissen Ländern für kritische Anwendungen zugelassen wo die Siemens S7-300F u. S7-400F bzw. S7-400F/H mangels mehrkanaligem Hardwareaufbau nicht zugelassen sind.
Hima Sicherheitssteuerungen sind im Seilbahnbereich selten obwohl die sich dafür gut eignen und Hima ist wie Pilz eine der wenigen auf Sicherheitssteuerungen hochspezialiserte Firmen. Zudem beherrscht Hima die sicherheitsorientierte Ethernet Kommunikation, was die Vernetzung vereinfacht (Pilz hat dies schon lange angekündigt aber noch ncht auf den Markt gebracht, kommt glaub ich diese Jahr).
Allen Bradley (Rockwell Automation) Guard PLC sind ebenfalls sehr selten im Seilbahnbereich.
Seitens konventionneller SPS ist die Auswahl weitaus grösser.
Sovel ich mich erinnere, setzt Frey oft Siemens S7-300 für den Normalteil und Pilz für den Sicherheitsteil ein. Sisag S7-300F für den Sicherheitsteil und B&R für den Normalteil. Alptronic hat glaube ich sogar Saia SPS als Normalsteuerung eingesetzt .
Die S7-400 eignet sich aus Kostengründen nicht so gut für Bahnen, da sie eher für Anlagen mit grosser Anzahl I/Os wie Grossmaschinen und Prozessanlagen.gedacht ist.
Die S7-200 ist eine kleine preisgünstige konventionnelle SPS. Bei der Klemmkraftprüfung wird sie (nicht sicherheitsorientiert) zur Vorverarbeitung der Analogsignale der Sensoren eingesetzt, dies um die Sicherheits-SPS zu entlasten, da das Zeitmessfenster ziemlich kurz ist und mit der Zykluszeit der Sicherheits-SPS problematisch sein kann (dasselbe gilt für kurze Durchfahrtsimpule wo u.U. eine externe Impulsverlängerung erforderlich ist, es sei dann man setzt interruptfähige Digitaleingäge ein). Zudem sind ggf. Analog-I/Os bei der S7-200 aus marketingstrategischen Gründen preisgünstiger als bei einer S7-300 oder S7-400.
Übrigens ist die Stationssensorik meist konventionnell, d.h. man erreicht die Sicherheit durch redundant aufgebaute Sensorik, im Gegensatz zu Sicherheitssensorik wie z.B. Sicherheitslichtschranken für Pressen oder mit Gegenstück codierte Sicherheitsnäherungsschalter.