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stilleglegte Lifte in Hessen

Wird gemacht und könnte dann auf ein Miniforumtreffen rauslaufen weil Kollege krimmler aus Meiningen dann auch nach Bischofsheim rüberkommen will falls es ihm zeitlich möglich ist.
And now back to Topic please - ich spür nämlich schon den grimmigen Blick eines Mods im Genick...;D
 
Je länger ich mich mit dem Großen Feldberg beschäftige, um so mehr erinnert er mich an den Harzer Ort Schierke: Skisprungschanze, Bobbahn, Eislaufplatz, Alpinskiabfahrt, verschiedenste Wintersportmeisterschaften - alles war schon mal da und ging verloren.

Hier hat sich jemand die Mühe gemacht und im Februar 2013 eine Wintersportchronik des Großen Feldbergs erstellt und kostenlos verfügbar gemacht. Der Skilift steht mit ein paar Detailangaben drin, ist aber einer der wenigen Themenbereiche, zu dem erneut Bilder fehlen.

Ein weiterer Autor hat auf seiner Homepage eine allgemeine Chronik zum Großen Feldberg mit vielen historischen Fotos verfasst ... ebenfalls interessant.

Zur ehemaligen Bobbahn gibt es hier einige Details zu lesen.

Und im Dezember 2011 fand eine Ausstellung des Geschichtsvereins Hochtaunus zur Sportgeschichte am Großen Feldbergstatt.

Vielleicht helfen diese Hintergrundinformationen den Locals bei eigenen Recherchen.
 
Harzwinter schrieb:
Vielleicht helfen diese Hintergrundinformationen den Locals bei eigenen Recherchen.
Danke dafür! Ich habe gerade mit dem Geschichtsverein gesprochen und ein paar gute Kontakte erhalten, es soll sogar noch Bilder geben. Halte euch auf dem Laufenden....

Update: es kommt noch viel besser, ich habe gerade mit dem Sohn des Liftbetreibers telefoniert. Wir treffen uns demnächst, er hat noch alle möglichen Unterlagen, Fotos und viele weitere Informationen zu dem Lift. :surprised: Wenn also jemand offene Fragen hat, die es aufzuklären gilt, immer her damit.
 
"Ei guggemoal doa brauchts ärst oaner aus Münsche fir sowoas wischtisches".
Bin echt mal gespannt. :gut:
 
münchner schrieb:
Habe heute ein paar ältere Kollegen wegen Schibetrieb am Feldberg gefragt, alle haben abgewunken. Ein paar Kommentare wie „ist doch viel zu flach da oben“ habe ich mir auch noch eingefangen.


Ich komme ja auch aus der Gegend und finde die ehemalige Anlage auch interessant - historisch gesehen. Das Argument "ist doch viel zu flach da oben" oder auch "für die paar Meter und die paar Tage Schnee im Jahr.." sehe ich allerdings persönlich exakt genauso.
Vor einiger Zeit war ich ganz euphorisch was den Feldberg anging, aber nach mehreren Versuchen in der Rhön bin ich da geheilt. Es ist mir mittlerweile unbegreiflich, wie man als nicht-blutiger-anfänger spaß daran finden kann bei i.d.r. vergleichsweise miserablen Schneeverhältnissen flache, kurze Pisten zu befahren und dafür auch noch längere Zeit anzustehen wenn das Wetter mal brauchbar ist (Letztes Jahr war ich am Kreuzberg: Eis und Steine auf der bescheidenen Piste, Anstehen am Schlepper für eine Fahrt: 30-40 Minuten).

Da es aber tatsächlich einige Gebiete gibt, die sich halten können, wäre die Piste am Feldberg sicherlich nicht verkehrt, gerade durch die Nähe zu RheinMain. Ich bin sehr gespannt was es noch für Infos zur alten Anlage gibt ;D
 
Julian schrieb:
... wie man als nicht-blutiger-anfänger spaß daran finden kann bei i.d.r. vergleichsweise miserablen Schneeverhältnissen flache, kurze Pisten zu befahren ...
Das irritiert mich jetzt. Ich bin auch kein ganz blutiger Anfänger mehr und finde, dass in der Rhön viele Pisten anspruchsvoller und abwechslungsreicher sind als Vieles in den Alpen, und manche noch nicht mal kurz. Beispiele: Einige Talabfahrten am Feuerberg, mindestens eine Piste am Kreuzberg, die ein- oder andere Piste am Simmelsberg, Abtsroda. Und bezüglich Länge und Geländebrüche ist auch A1 am Arnsberg nicht zu verachten. Wartezeiten hatte ich in der Rhön gottlob noch nie. Für 30-40 Minuten Anstehen würde es mir auch keinen Spaß machen.
 
Chasseral schrieb:
Ich bin auch kein ganz blutiger Anfänger mehr und finde, dass in der Rhön viele Pisten anspruchsvoller und abwechslungsreicher sind als Vieles in den Alpen, und manche noch nicht mal kurz. Beispiele: Einige Talabfahrten am Feuerberg, mindestens eine Piste am Kreuzberg, die ein- oder andere Piste am Simmelsberg, Abtsroda. Und bezüglich Länge und Geländebrüche ist auch A1 am Arnsberg nicht zu verachten. Wartezeiten hatte ich in der Rhön gottlob noch nie.

Ich habs zweimal am Kreuzberg probiert, beide Male habe ich Wartezeiten von jenseits 20min gehabt, einmal besagte 30-40. Eine Abfahrt, die "anspruchsvoller als Vieles in den Alpen" ist, habe ich da offen gesagt nicht gefunden :nein: Mir geht es noch nichtmal um wahnsinnig steile oder schwierige Abfahrten, aber der ein oder andere Schwung sollte schon drin sein, Ziehwege sind für mich keine Abfahrten, sondern Zubringer (so wie zB beinahe die gesamte "Familienabfahrt" am Kreuzberg). Davon gibt es eigentlich nur ein paar vereinzelte, bei denen man aufgrund der sehr kurzen Länge ruck zuck unten ist, jedoch aufgrund von alten und langsamen Schleppliften ewig wieder bis nach oben braucht.
Der Arnsberg gefiel mir schon besser, allerdings lag dort bei meinen ebenfalls 2 Versuchen so wenig Schnee, dass der Skibetrieb nicht nur aufgrund von Materialschäden sondern insbesondere auch aus Gründen des Naturschutzes der Skibetrieb hätte eingestellt werden müssen. An 30 Schneetagen in den Alpen habe ich mir mein Material nicht so versaut wie in 2 Stunden dort.
Ansonsten war ich auch noch auf der Wasserkuppe, bei angeblich "besten Bedingungen". Schon recht früh morgens waren dort so gut wie alle Parkplätze voll, die Pistenqualität unter aller Sau und das Gebiet... naja. Die Abfahrt runter nach Abtsroda ist schon in Ordnung, unten dann aber auch wieder Wartezeiten und eine quälend lange Liftfahrt mit der uralten Anlage.

Zieht man dann noch in Betracht, dass die Tageskarte z.B. am Kreuzberg mit 17 Euro für 3 Schlepplifte (!) zu Buche schlägt, die Pistenqualität vergleichsweise schlecht ist und die Topographie praktisch keine wirklichen Möglichkeiten für Ausflüge ins Gelände bietet, kann man das Preis/Leistungsverhältnis im Vergleich zu jedem drittklassigen Gebiet in den Alpen wirklich nur als miserabel bezeichnen. Vielleicht bin ich wirklich zu verwöhnt, aber nach dem letzten Besuch am Arnsberg im Februar diesen Jahres habe ich beschlossen, mein Geld zu sparen (immerhin auch 300km hin und zurück + Tageskarte + durchaus erheblicher Instandhaltungsaufwand am Material durch die Pistenverhältnisse) und es dann dort auszugeben, wo ich auch wirklich Spaß habe.

Mir ist aber bewusst, dass manche das anders sehen und der Andrang in der Rhön spricht ja tatsächlich dafür. Umso mehr müsste sich ein längerer Lift am Feldberg lohnen, auch wenn ich ihn vermutlich nie fahren würde.
 
Ich habe die ersten Bilder (Trasse/Winterbetrieb, Talstation und Sommer-/Mattenschibetrieb) und weitere Infos schon da, muss allerdings noch die Rechte zur Veröffentlichung hier im Forum einholen. Das kann wegen Weihnachten leider noch ein paar Tage dauern. Auch wenn ich bei den Herstellern kein Experte bin, würde ich sagen das war ein PHB (Rundrohrstützen).
 
IMG_2483.jpg
 
Wow, bin beeindruckt - ein Rätsel mehr gelöst! Vielen Dank! Diese Liftfotos vom Großen Feldberg hab' ich im Rahmen sämtlicher LSAP-Recherchen noch nie gesehen.

War das ein PHB-Lift? War die Stütze am rechten Bildrand der Einstiegsniederhalter, und das Foto wurde von der Talstation aus aufgenommen? Wenn es sich nicht um ein retouchiertes Bild handelt, war diese Stütze gerade mal drei Meter hoch.
 
Harzwinter schrieb:
War das ein PHB-Lift? War die Stütze am rechten Bildrand der Einstiegsniederhalter, und das Foto wurde von der Talstation aus aufgenommen? Wenn es sich nicht um ein retouchiertes Bild handelt, war diese Stütze gerade mal drei Meter hoch.
Würde auch PHB vermuten. Das erste Bild würde ich eher mit Vorsicht genießen, da es ein wenig bearbeitet aussieht. Der SL ging imho auch deutlich weiter runter und der Gipfel dürfte von der Talstation nicht zu sehen sein - das wollte ich aber vor Ort nochmal verifizieren.
 
Der Skilift ist zu 200% ein Willy Bühler Bern. (WBB) Das ist der Skilift Grosser Feldberg, der mit technischen Daten, auch auf der Referenzliste von WBB auftaucht und Harzwinter und ich immer am Feldberg (Schwarzwald) vermutet hatten. 8O
 
Tolle Geschichte und sehr schön aufgearbeitet - Dankeschön!
 
Auch von mir besten Dank für die hervorragende Dokumentation :!:
 
Sehr gerne. :)

Auch wenn es direkt auf der Grenze zu Bayern bzw. mitten im Truppenübungsplatz Wildflecken liegt, aber der ehem. Skilift Kippelbach am Rommerser Berg wurde hier noch gar nicht erwähnt. Auf dem Luftbild sind sowohl Trasse als auch einseitige Fundamente gut zu erkennen (von den Gebäuden am oberen Bildrand bis hin zu dem quadratischen Wald etwas unterhalb der Bildmitte) - laut Wikipedia-Eintrag wurde der Lift 2002 abgebaut.
 
Auch von mir nochmals vielen Dank für die tolle Dokumentation des ehemaligen Skilifts Großer Feldberg!
Unter ähnlichen Rahmenbedingungen sind viele Skilifte in nicht schneesicheren deutschen Mittelgebirgen nach wie vor in Betrieb. Interessant zu sehen ist für mich, mit was für einer schmalen Abfahrt am Großen Feldberg sich die damaligen Frankfurter Skifahrer zufrieden gaben. Heute müsste sie mindestens dreimal so breit sein.
 
münchner schrieb:
Sehr gerne. :)

Auch wenn es direkt auf der Grenze zu Bayern bzw. mitten im Truppenübungsplatz Wildflecken liegt, aber der ehem. Skilift Kippelbach am Rommerser Berg wurde hier noch gar nicht erwähnt. Auf dem Luftbild sind sowohl Trasse als auch einseitige Fundamente gut zu erkennen (von den Gebäuden am oberen Bildrand bis hin zu dem quadratischen Wald etwas unterhalb der Bildmitte) - laut Wikipedia-Eintrag wurde der Lift 2002 abgebaut.
Das Thema dieses Liftes und seines LSAP wurde hier im Forum schon intensiv diskutiert und dokumentiert. Da gab es sogar Zutrittsversuche.
 
1 km lange Mattenskipiste - davon kann man heutzutage leider nur träumen :-(
 
Danke für diese ausführliche Dokumentation.
Sehr interessant was das mal alles geplant war (EUB und SBs) und schade dass es nicht realisiert wurde.
Ich war glaube ich das letzte mal vor ca. 10 Jahren bei Schnee am Großen Feldberg und bin da die SL Schneise runtergelaufen. Damals hatte ich auch im Hinterkopf, dass da mal ein Lift gestanden haben muss, konkrete Hinweise gefunden habe ich aber nicht. Die ex-Piste wurde damals noch als Rodelpiste verwendet und man sah auch einige Langläufer dort.

So wie du es beschrieben hast, hat die Kunststoffpiste nie richtig funktioniert weshalb dann folglich auch keine Einnahmen im Sommer generiert werden konnten.
Neben den von dir erwähnten Aspekten für das Scheitern der Kunststoffpiste (Abnutzung, Notwendigkeit des Einsatzes von Schmiermittel) dürfte auf die Flachheit der Piste ein weiterer Grund gewesen sein. Bei einer Länge von über 1000 Metern und lediglich 170, Höhendifferenz bleibt man ja auf Schnee schon fast stehen.
Wenn ich das richtig in Erinnerung habe werden heute (z.B. UK) und wurden früher (Lion, Pellegrino) Kunstoffpisten auf zumindest mittelsteilen oder eher steilen Hängen errichtet, damit dort ein skifahren überhaupt möglich ist.
 
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