• Willkommen im neuen Alpinforum!

    Das Alpinforum ist erfolgreich auf die neue Forensoftware XenForo umgezogen. Benutzerkonten und Foreninhalte wurden übernommen, sodass ihr euch wie gewohnt anmelden könnt.

    Schaut euch gerne um und probiert die neuen Funktionen aus. Solltet ihr Fehler oder Unstimmigkeiten entdecken, meldet sie bitte im entsprechenden Thema.

    Alle Informationen zur Migration und zum neuen Forum findet ihr hier:

    Zur ausführlichen Ankündigung

    Viel Spaß im neuen Alpinforum!

    Euer Alpinforum-Team

Tödlicher Unfall auf der Harakiri

über den Toten kann man sich genauso streiten wie über den Jungen am Sonnenkopf, der zwar überlebt hat, aber dessen Abstieg durchs Tobel von 11-20 Uhr als extremes Martyrium angesehen werden kann.
Bei dem sagen nämlich viele, ob er denn blöd ist, von seiner Gruppe weggefahren zu sein und wiederum andere sagen, der arme, wie er das ausgehalten hat.
Bei der Harakiri ist es nunmal irgendwo seine Schuld, daß er gestorben ist, weil nun wirklich die Piste zwar stark beworben aber auch hingewiesen wird, wie gefährlich sie ist. Es ist ein Unfall, der nunmal passiert ist. Den Bergbahnern gebe ich keine Schuld oder mache denen einen Vorwurf wegen der Werbung.
 
Werna76 schrieb:
vielleicht könnte man sogar den Berg selbst verklagen weil er so steil ist.
:rofl: :rofl: :rofl:

Ein (Halb)satz, der es auf den Punkt bringt. :zustimm:
 
zum thema mitleid:
stellt euch doch mal vor ihr seit angehörige/freunde des opfers und lest dann sachen wie: selber schuld, konnte sein können nicht einschätzen. könnt ihr sein können einschätzen? NEIN! Freunde beschrieben den Jungen als einer den besten Fahrer ihrer Gruppe. Vielleicht war der Rest Anfänger vielleicht fahren sie aber alle schon ein paar Jahre und dementsprechend gut.

Und wenn die FUN-Carver schuld waren, dann gehört die Piste gesperrt oder es muss kontrolliert werden, wer mit welchem Material reinfährt.
 
sehe ich auch so... wir können hier um die äußeren Umstände diskutieren, aber nicht um den Jungen selbst... ob er uns nun Leid tun muss oder nicht, aber wie gut er Skifahren kann, weiß hier keiner, somit ist es sinnlos zu diskutieren. Und jedem von uns kann, wenn es ganz dumm läuft, ein schlimmer Skiunfall passieren.... dazu muss es auch nicht die Harakiri sein.

die piste würd mich mal reizen ihr wisst ja, je steiler desto geiler

Sowas kann man schreiben, aber in dem Zusammenhang hier, ists echt etwas unpassend, ganz egal ob man nun etwas mit dem Menschen zu tun hat oder nicht. Klar sind wir hier nicht die Trauergemeinde, aber wir sprachen weiter oben von möglicher Selbstüberschätzung und dieser Satz zeugt meiner Meinung nach auch von Selbstüberschätzung.
Ich will den Verfasser des Satzes jetzt nicht beurteilen, weil ich weder ihn noch sein Können auf Skier kenne, sondern beziehe mich hier nur darauf, wie diese Aussage wirkt.
 
molotov schrieb:
...stellt euch doch mal vor ihr seit angehörige/freunde des opfers und lest dann sachen wie: selber schuld, konnte sein können nicht einschätzen.
Das ist für mich der zentrale Satz in dieser Diskussion. Für mich sind all die Ansätze zur Klärung der Schuldfrage in diesem Topic absolut pietätlos.
Dieser Thread ist von Fettiz mit dem Auszug eines Zeitungsartikels begonnen worden, indem beschrieben wurde wie ein junger Mensch (vermutlich genauso jung wie die Mehrzahl von Euch) bei der Ausübung seines Hobby´s zu tode gekommen ist. Und hier hat man nichts besseres zu tun, als einen Schuldigen zu suchen.
Ich jedenfalls war Gedanklich zu erst bei den Eltern. Was ging in ihren Köpfen vor, als sie erfahren haben, was ihrem Bengel passiert ist?
 
Das man bei solchen Erreignissen in Gedanken bei der Famillie ist steht außer Frage Oli!

Und wie einige andere solche Topic "nutzen" ist ja hinlänglich auch bekannt!
 
Ein paar kurze Statements von mir zu dem Thema.

1. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich (wie Trinc schon gesagt hat). Damit entfällt der Sinn, diesen Vorgang zu dramatisieren und eine Schuld bei anderen zu suchen.

2. Warntafeln sind sicherlich sinnvoll - zumal das Steilstück am Anfang nicht zu sehen sind, aber ich halte es für zweckmässig, auf überzogene Werbung zu verzichten und auf übertriebene Warntafeln. Erstens ziehen diese die falschen Leute an und zweitens: Selbstverantwortung! Trinc hat den Vergeleich zu den 4-Vallées gebracht: Dort steht jeweils deutlich geschrieben, dass es nur was für sehr gute Fahrer ist und das wars dann auch.
P.s.: Zum Vergleich seht ihr die "Warntafel" der Mur Suisse (mit bis zu 115% Gefälle) auf meinem Avatar. Die ist deutlich, aber nicht effekthascherisch. Die Tafeln an der Harakiri kenne ich nicht, daher sind meine Feststellungen nicht als Vorwurf zu betrachten sondern haben allgemeinen Charakter.

3. Rein persönlich bin ich der Meinung, dass man Pisten mit einem solchen Gefälle nicht präparieren sollte. Denn:
3.1: Carven wird einem kaum gelingen
3.2: Meistens vereisen solche Pisten und sind für uns Normalos nicht mehr unbedingt ein wahrer Spass
3.3: Ungewalzte Pisten verhindern Tempo-Eskapaden.
3.4: Ungewalzte Pisten schrecken viele derjenigen Leute ab, die dort eigentlich besser nicht führen.
Bei mir kommt noch dazu, dass mir eine verbuckelte mehr Spass macht als eine gewalzte, aber es gibt auch wie genannt objektiv nachvollziehbare Gründe. Und auch hier kann man wieder auf die 4-Vallées verweisen: Dort werden diese geräte nicht gewalzt - vermutlich unter anderem aus den von mir genannten Gründen.
 
Selbstverständlich soll es erlaubt sein, in diesem Forum über Sinn und Unsinn von solch einer Werbung zu diskutieren. Allerdings finde ich, dass es dazu ein besser geeignetes Topic gibt:
Werbung Harakiri

Dieses Topic hatte Fettiz mit dem Namen "Der Tote auf der Harakiri" benannt. Und mir stehen halt die Haare zu berge, wenn ich so was lese...
was soll ich denn, schluchtzen um jmd den ich überhaupt nicht kenne? mal ehrlich, du klickst weiter und zwei, drei klicks weiter hast schon wieder ein grinsen auf den lippen. sowas wie "trauer über internet" wegen leuten von denen man nie etwas gehört hat, das ist doch einfach lächerlich
 
Mir geht es in erster Linie (und anderen sicher auch) darum zu überlegen ob solch ein Marketing Sinn macht! Soll ein Gebiet ein Risiko gehen Unfälle von Leute zu provozieren, die sich überschätzen!

Ob der "Junge" in der Lage war die Piste zu beherrschen kann ich nicht beurteilen. Fakt ist (ich war im letzen Jänner dort) das die Piste zieht auch Leute im Schneepflug an!
Wir beobachteten einen stürzenden Skier der die halbe Piste mit wahnsinniger Geschwindigkeit hinunterflog und auf eine sitzende Boarderin unkontrolliert zuraste. Sie bemerkte ihn nicht.
Alles rufen aus den Sessellift nütze nichts. Zum Glück segelte er haarscharf an ihr vorbei!
Eine Skilehrerin neben mir im Lift kommentierte das Ganze mit: "Oh mein Gott, diese Piste".

Edit: Auch so Oli- verstanden! Aber das Thema läßt sich schlecht trennen!
Es läßt sich schlecht in zwei Topic diskutieren!
Und das andere ist ja nur mit geil, toll und super gefüllt.

Ich für meinem Teil glaube das man die Werbung der Piste ändern wird!
 
Danke Mic.
ich denke damit ist ne Menge, wenn nicht alles gesagt.

Die Gefühle der Eltern mag ich mir nicht vorstellen. :?

Natürlich ist man nicht persönlich von solch einem Ereignis betroffen, aber darüber nachdenken und kritisch hinterfragen muss/sollte man schon. Vor allem aber sollte man die Gefühle der Angehörigen respektieren und hier nicht Sprüche wie: "Jetzt erst recht" oder "mir doch egal" abledern.

Skifahren ist ein Extremsport (zumindest im Randbereich) und Unfälle passieren immer wieder. In 99 Prozent der Fälle natürlich auch selbstverschuldet. Das bedeutet aber nicht, dass man seitens der Bergbahnbetreiber völlig aus der Pflicht genommen werden darf. Natürlich stehen oben Warnschilder und es wird auf die Steile der Piste hingewiesen. Trotzdem meine ich: das vor dem Steilstück durchaus eine Umkehrmögilchkeit gegeben werden sollte bzw ein Pistenscout stationiert sein sollte. Das Argument: jeder ist für sich selbst verantwortlich stimmt zwar, aber es gibt etliche Bereiche im gesellschaftlichen Zusammenleben wo der Staat bzw die behörden trotzdem reglementierend eingreifen, weil eben NICHT immer und NICHT jeder dem gesunden menschenverstand folgt.
Und in diesem Fall gefährde ich zusätzlich unbeteiligte Dritte!!!
 
Zwei, drei Sachen noch:
Es geht mir nicht darum Front gegen die Bergbahn zu machen!!!
Ich bin nur der Meinung ein Toter Wintersportler, der sich von was auch immer leiten ließ, ist Einer zuviel.
Es hätte auch jemand aus unseren Reihen sein können:

Harakirir
Am Freitag, den 09.02.07 war ich mit drei Männern zum Fotoshooting auf der Harakirir dabei. Zwei von uns sind getürzt. Die anderen Beiden fahren jeweils seit über 20 Jahren Ski. Die Piste war sehr hart und stark vereist. Kaum waren wir wieder im Sessellift konnten wir sehen, dass der Fotograph von einem weiteren gestürzten Skifahren mit hinuntergerissen wurde. Ich hoffe, Beiden ist nichts passiert. Leute, seht euch diese Piste ruhig eine Weile von unten an und entscheidet euch dann, ob ihr euch und auch andere gefährden wollt. Dies ist nur was für wirklich gute und erfahrene Skifahrer und auch für diese ist die Harakirir nicht zu unterschätzen!
Gruß Biggi von SCOL-Skireisen

Unfall Stefan S.
Der tragische Unfall von Stephan S. macht uns alle äußerst betroffen. Wir von den Mayrhofner Bergbahnen möchten nochmals unser tiefstes Bedauern zum Ausdruck bringen und der Familie und den Angehörigen unser Beileid aussprechen.

Wir danken allen in unserer Online-Community für Ihre Anteilnahme. Für Fragen und Gespräche stehen wir Ihnen unter dieser Mail-Adresse oder auch telefonisch jederzeit gerne zur Verfügung.

melanie.kaindl@mayrhofner-bergbahnen.com

Und aus Sicht des Fotografen muß ich sagen das die Bilder nicht den Tatsachen entsprechen. Der Fotograf dreht die Kamera oder mit Photoshop. So steil ist die auch nicht! Ein Trick um etwas spektakulärer zu machen.
Aber auf den Bilder kann man, an der Haltung der Leute erkennen, das es einige nicht im Griff haben.

http://www.zillertal.net/modules.php?op=modload&name=My_eGallery&file=index&do=showgall&gid=52

http://www.zillertal.net/modules.php?op=modload&name=My_eGallery&file=index&do=showgall&gid=40
 
Hi!

Ich bin auch der Meinung dass die MBB diese Marketingstrategie nicht einstellen sollten. Es ist tragisch, dass so etwas passiert ist, aber Unfälle passieren Überall. Die T-Shirts mit der aufschrift "I survived Harakiri" sollten aber wirklich aus dem Sortiment genommen werden.

Zu der Idee mit dem Infoscout an der Harakiri:
Ich als Infoscout habe mir mal die Mühe gemacht mich an der Harakiri hinzustellen und die Skifahrer zu warnen, dass die Piste sehr steil ist und wirklich nur für sehr gute Skifahrer zu empfehlen ist. Von den ganzen Leuten, denen ich das gesagt habe, haben zwei wieder umgedreht und gemeint: "Dann üben wir noch ne Woche."
Alle anderen, auch kleine Kinder und Anfänger, die gerade mal Schneepflug zustande bringen, sind runtergefahren. Sie haben gesagt, dass sie wüssten, was sie tun. Als ich nach guten 2 Stunden zu frustriert war um noch zu Helfen bin ich selbst die Harakiri runter. Ich als guter Skifahrer komme ohne Probleme runter, aber dieses Mal ist mir ein Kind, ca 6 Jahre alt, in die Ski gerutscht, so dass wir beide zu Fall kamen.

Was ich eigentlich sagen will ist, dass sich die Leute nicht belehren lassen. Auch wenn jemand dasteht und ihnen sagt, dass die Piste steil und eisig ist, wird man nur angeschnauzt, beschimpft oder belächelt.

Das war mein Kommentar zu der Aussage, einen Infoscout da hinzustellen.

mfg
mayrhofner

PS: Mein herzliches Beileid an die Angehörigen der Familie
 
Tatsache ist, daß es einen tragischen Unfall gegeben hat und dieser Unfall auf einer Piste passiert ist, die mit Gefahr und Nervenkitzel für sich wirbt.
Allerdings stellt sich für mich die Frage, ob diese beiden Dinge etwas miteinander zu tun haben.
Unfälle wie dieser passieren leider jedes Jahr auf steilen und flachen Hängen, manchmal sind die Opfer selbst schuld, manchmal handelt es sich um eine Verkettung unglücklicher Umstände, die über einen glimpflichen oder tragischen Ausgang entscheiden. (Der gleiche Fahrfehler führt einmal zu einem "Ausrutscher" und endet ein anderes Mal tödlich).
Ich bezweifle, daß dieser Unfall passiert ist, WEIL die Harakiri als steilste Piste beworben wurde, die Frage ist also, ob diese Art der Werbung ÜBERHAUPT angebracht ist, unabhängig davon, ob nun jemand auf dieser Piste verunglückt ist oder nicht.
Produktvermarktung (und etwas anderes ist das ja nicht) geschieht aber in vielen Bereichen mit den Faktoren "Gefahr", "Sportlichkeit" oder "Abenteuer", z.B. wenn ich ein Motorrad mit seiner Leistung und Beschleunigung bewerbe, so ist es ebenfalls nötig, zum Betrieb desselben ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen mitzubringen (da reicht oft nicht der Führerschein alleine), wie zum Befahren einer steilen Piste.
Andererseits muß man argumentieren, daß die WAHRSCHEINLICHKEIT der Pistenbenützung durch nicht ausreichend Versierte (am Beispiel der Harakiri) natürlich größer ist als die, daß jemand sich im Vorbeigehen ein Superbike kauft und dann damit verunglückt.
ABER: Ist es dann noch legitim, ein Gebiet z.B. als "Freeride-Destination" zu vermarkten, auch hier könnten Unkundige rasch in große Gefahr kommen.
Wir leben nun mal in einer Marktgesellschaft und m.E. kann der Einzelne nicht aus seiner Verpflichtung zur Eigenverantwortung entlassen werden, und die Vermarktung einer Piste mit dem Hinweis auf ihre besondere Steilheit und Schwierigkeit sollte eigentlich auch gleichzeitig die notwendige Warnung darstellen.
 
Ist doch klar, daß sich die meisten Leute von einem Skiscout nix sagen lassen. Schließlich wissen ja alle selbst am besten, wie super gut sie auf Skiern stehen. Zumindest glauben das alle. Wer aber meint, daß er jede Piste bewältigen könnte, nur weil er schon seit mindestens 10 Jahren skifährt, der kann sich manchmal böse täuschen.
Das skitechnische Können setzt sich aus sehr vielen einzelnen Faktoren zusammen: Technik, Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, ... Jeder Sportler, auch wenn er regelmäßig trainiert, kommt irgendwann mal an seine persönliche Leistungsgrenze. Insofern bringt eben auch eine langjährige Erfahrung keinen oder nur einen geringen Zuwachs an skitechnischem Vermögen.
Leider schätzen sich viele Skifahrer hier eindeutig zu gut ein und Handeln nach dem Motto: "Wenn ich eine Piste unfallfrei (nicht: sturzfrei!!!) runterkomme, dann bin ich gut genug dafür". Meiner Meinung nach ist aber jeder Sturz schon einer zuviel und sollte demjenigen Anlass geben, über seine skitechnischen Fähigkeiten und die hierfür adäquate Geschwindigkeit, Materialwahl und den Pistenschwierigkeitsgrad nachzudenken.

Ich denke, die Bergbahnen Mayerhofen werden sich sicherlich Gedanken darüber machen, ob diese Art der "Werbung" (nämlich die Nachricht über den verunglückten Skifahrer) nun positiv oder negativ für ihr Skigebiet ist, d.h. mehr oder weniger Skifahrer anlockt. Meiner Ansicht nach auf langfristige Sicht eher letzteres.

Mein Fazit aus dieser Angelegenheit:
1. jeder Skifahrer sollte seine persönlichen Grenzen realistisch einschätzen und
2. diese nicht austesten, sondern - wie schon von trincerone geschrieben - wenn möglich deutlich darunter bleiben (-> risikoarmes Fahren)
3. wirksame Sperrung der Piste für "schwächere" Skifahrer z.B. durch einen "Scout", der das Befahren der Piste verbieten kann, alternativ
4. keine Präparierung der Piste als Mittel der Abschreckung

P.S.: Zu den näheren Umständen des beschriebenen Einzelfalles (Schuldfrage etc.) äußere ich mich nicht, da ich diese nicht kenne.
 
Danke Mayrhofener

ich bin grundsätzlich auch gegen zuviel Regulierung. jeder sollte die Möglichkeit haben, zu tun und zu lassen was er will - um sein eigenes Glück zu finden.
Nur manchmal besteht die Gefahr, dass man sich bzw. andere durch das Verhalten gefärdet - z.T. angestachelt durch Werbung. Deswegen gibt es ja auf Straßen auch Verkehrsregeln - ob jetzt immer alle sinnvoll sind steht auf einem anderen Punkt. Aber es macht in einem Wohngebiet wg. Kindern grundsätzlich Sinn nur 30 zu fahren, während man auf der Autobahn z.B. 130 oder ohne Limit schnell fahren darf.
Das gleiche ist es mit der Harakiri - für geübte langjährige Skifahrer ist diese Piste ja kein größeres Problem, da gibt es ganz andere Herausforderungen - z.B. mur suisse, les couloirs de courchevel aber selbst der Garlandhang in Lenggries schätze ich skifahrerisch durch die Buckel schwieriger ein, und natürlich off-piste. Aber die Harakiri zieht durch die Werbung auch zu schwache Skiläufer an. Dies gefährden sich und andere dabei. Diese Skifahrer sind zudem auch nicht bereit, es sich einzugestehen, dass die Piste, mit oft vereisten Verhältnissen, zu schwierig ist. Also müssen die anderen Skiläufer vor den Uneinsichtigen geschützt werden. Bsp. Ein Guter Skifahrer fährt locker und leicht den Hang runter. Schwingt am Ende des Hanges ab, und steht am Rand um z.B. Fotos zu machen. Dann kommt einer der Uneinsichtigen und fährt/fällt/stürzt ihn über den Haufen. Im Endeffekt kommt dies häufig auf normalen Pisten vor, aber auf einer Piste wie der Harakiri kann dies Lebensgefährlich sein. U.U. kann in so einem Fall wegen grober Fahrlässigkeit (und Unterlassung geeigneter Sicherheitseinrichtungen in Kombination mit aggresiver Werbung und Häufung von Skiunfällen) wirklich die Bergbahngesellschaft haftbar gemacht werden.
Dementsprechend könnte man die Piste sperren, nicht mehr präparieren, zu schwache Skifahrer davon abhalten oder mit einer Ampelschaltung (Bei Geschwindigkeitsmessstrecken funktioniert das ja auch per Ampelschaltung) bzw. automatischen Gate verhindern, dass zu viele gleichzeitig auf der Piste sind. Ich gehe davon aus, dass mit den derzeitigen Kombination aus Werbung, Schneebedingungen und Schwierigkeit auch in Zukunft weiterhin mehr oder minder schwere Unfälle passieren werden. Und ist es dieses Risiko wert, v.a. wenn hier leicht Veränderungen gemacht werden könnten?!?

@gerrit: Bei Freerideregionen sehe ich ein kompletten Unterschied. Das ist eine bestimmte Zielgruppe von guten Skifahrern. Denen würde ich auch die Kenntnisse der Gefahren zugestehen. Was die ganze Sache nicht ungefährlicher macht (die Unfallquoten von Skitourengehern, Freeridern und Pistensikfahrern kenne ich leider nicht - wobei hier vermutlich Freerider leider ziemlich oben mitspielen).
Bei der Harakiri ist es komplett anders gelagert: die Werbung der Zielgruppe zielt nicht auf die guten Skifahrern. Sondern die Zielgruppe ist ganz klar der durchschnittliche Skifahrer, der aufgefordert wird, nach Mayrhofen zu kommen, weil der dort auch mal was wagen kann. Die guten Skifahrer lockt man sicher nicht mit Radio und Kinowerbung auf die Harakiri - aber gerade für ich nenne sie jetzt mal "ambitionierte Aufsteiger - welche nach normalen Pisten die nächste Herausforderung suchen" ist so etwas interessant. Eine Buckelpiste wäre aber ein zu große Hürde für diese Gruppe bzw. nur eine Quälerei - und dementsprechend für die meisten uninteressant.
 
^^ Stimme gerrit zu.

Vielleicht zum Marketing: Es wurde ja damit geworben, dass man nach "Bestehen" der Piste und einem Eintrag auf der HP an einer Verlosung von Skiern teilnehmen kann. Von der Werbung her gesehen spricht diese meiner Meinung nach schon sehr stark an und viele wollen "die steilste präparierte Piste Österreichs" einmal fahren. Das ist nicht meine Vermutung, sondern so habe ich einige Wintersportler reden hören. Mir selbst ging es so, da bin ich ganz ehrlich. Alleine die Piste ohne Werbung hätte mich nicht gereizt (so habe ich mich nie sonderlich für die schwarze Piste gegenüber interessiert, die auch ganz schön steil ist ...), aber ich wollte einfach mal wissen, ob ich das schaffe. Auf der Piste merkte ich, dass ein Bremsen sehr schwer möglich ist und man blitzschnell reagieren muss, um bei der entsprechenden Geschwindigkeit nicht in den Seitenbereich (nicht präpariert) zu fahren. Ein zweites Mal tat ich mir das nicht an, denn ich hatte es ja "geschafft". Was ich sagen will: Werbung beeinflusst uns sehr stark, denn Worte wie "saugünstig, saug*il, absolut" sprechen uns mehr oder weniger unbewusst an (das weiß man schon seit einiger Zeit). Und Superlative wie "steilste Piste" ziehen noch mehr an. Schuldzuweisung meinerseits? Ich gebe keinem die Schuld, das wäre überheblich. Denn:
1. Wir wissen keine Einzelheiten und könnten nur spekulieren (aber das bringt ja nichts, siehe Kommentare oben). Bei weiteren Kenntnissen erweist sich eine Sache nämlich plötzlich als ganz anders.
2. Die Schuldfrage hilft in diesem Falle auch nicht weiter, dazu wurde dieses Topic wohl nicht eröffnet.
3. Weiteres dazu wurde bereits geschrieben ...

Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen!

Nach dem Vorfall wäre die Werbestrategie wohl zu überdenken, das wurde schon genannt ...

KURZ OT:
Vielleicht noch ein paar "kluge Worte". Im Alltag spricht man oft von "tragischem Unfall". Dieses Wort wird heute nicht mehr im richtigen Zusammenhang verwendet. Tragisch wäre z.B. ein Hausbrand, bei dem ein Außenstehender ein kleines Mädchen aus dem Feuer retten will und dabei selbst umkommt. Dazu gehört also, dass man z.B. einem anderen helfen will. Also die Verwendung von "tragisch" sollte ebenso überdacht werden wie Aussagen der Art "Er wurde lebend in einer Lawine geborgen". Journalismus in Dt. etc. - quo vadis?
 
Wobei ich mir schon die Frage stelle, WOGEGEN der Junge nun eigentlich geprallt ist, weil man angesichts der Problematik dort eigentlich nichts so herumstehen lassen sollte, daß man sich daran so schwer verletzen kann.
Allerdings muß ich da immer wieder an den Unfall des Schirennläufers und Abfahrtsweltmeisters Sepp Walcher erinnern, der bei einem Touristenrennen von der Hochwurzen die Richtzeit vorlegen sollte und bei einem harmlosen Sturz mit dem Genick genau auf einen Pflock einer Pistenbegrenzung prallte und dabei tödlich verunglückte.
 
Wobei ich mir schon die Frage stelle, WOGEGEN der Junge nun eigentlich geprallt ist, weil man angesichts der Problematik dort eigentlich nichts so herumstehen lassen sollte, daß man sich daran so schwer verletzen kann.

Das fragte ich mich auch ...

Zeugen, die gerade mit dem Lift nach oben fuhren, haben gesehen, wie der junge Mann gerade aus nach unten gesteuert ist." Vermutlich hatte Stephan S. die Gewalt über seine Ski verloren.

Heißt das, er konnte nicht mehr lenken / bremsen?

Aber wie gesagt: Vorsicht vor Spekulationen ...
 
....
Laut Zeugenaussagen fuhr der 18-Jährige die letzten 100 Meter in Schussfahrt. Der Deutsche prallte im unteren Bereich mit voller Wucht gegen eine Tafel der Pistenrandmarkierung. Der Deutsche erlag am 7. Februar in der Innsbrucker Klinik seinen schweren Kopfverletzungen.
....
TT
 
mayrhofner schrieb:
Was ich eigentlich sagen will ist, dass sich die Leute nicht belehren lassen. Auch wenn jemand dasteht und ihnen sagt, dass die Piste steil und eisig ist, wird man nur angeschnauzt, beschimpft oder belächelt.

Das war mein Kommentar zu der Aussage, einen Infoscout da hinzustellen.

Es ist ja auch so, dass da Hinweisschilder stehen, die vor der Gefährlichkeit der Piste warnen. Vielleicht sollte man ja eine Art Skiführerschein einführen und nur wer den hat, darf runter fahren.
 
Zurück
Oben