Staatsanwaltschaft eingeschaltet
Wegen "nachhaltiger Untätigkeit" der Tiroler Politik und der zuständigen Behörden im Zusammenhang mit dem Lkw-Ausweichverkehr hat das Transitforum eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eingebracht. Die Landesregierung weist die Vorwürfe zurück.
"Verkehrspolitische Steinzeit"
Es sei weder der Bevölkerung noch den Betrieben zuzumuten, dass - wie in der "verkehrspolitischen Steinzeit" - Tag für Tag und Nacht für Nacht 40- und 50-Tonner mitten durch die Tiroler Dörfer rollen, nur um der Kontrollstelle Kundl, dem Nachtfahrverbot auf der Inntalautobahn A 12 sowie dem geltenden Road Pricing auszuweichen, sagte Obmann Fritz Gurgiser.
Verschlechterung der Verkehrssicherheit
"Schwere und nicht argumentierbare" Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie eine "dramatische Verschlechterung" der Verkehrssicherheit seien die Folgen des Lkw-Ausweich- und Umgehungsverkehrs, hieß es in einer Aussendung.
Betroffen seien insbesondere die Routen über die Reintaler Seen (L 211), die Loferer Straße (B 17

, das Achental (B 181), der Zirlerberg (B 177), die Außerfernstrecke (B 179) und das gesamte Parallelstraßennetz (B 171) zur Inntalautobahn.
Verantwortung für jeden Unfall
Für jeden Unfall, der künftig durch einen Lkw erfolge, der die betroffenen Gemeinden nur als Ausweichstrecke benützt, hätten die seit knapp 500 Tagen säumige Landespolitik sowie die zuständigen Behörden die Verantwortung bis hin zur Amtshaftung zu übernehmen, erklärte das Transitforum.
Regierung weist Vorwürfe zurück
Den Vorwurf der Untätigkeit in der Transitfrage wiesen Tirols Landeshauptmann Herwig van Staa (ÖVP) und Verkehrsreferent Hannes Gschwentner (SPÖ) "entschieden zurück". Die Landesregierung schöpfe alle rechtlichen Möglichkeiten aus, um die Bevölkerung zu entlasten, hieß es in einer Aussendung. Dies gelte für den Verkehr auf der Autobahn ebenso wie für den drohenden Lkw-Ausweichverkehr auf den Bundes- und Landesstraßen.