Man bräuchte zur Beurteilung halt belastbare Zahlen mit einer möglichst großen Basis.
Das grundlegende methodische Problem dabei:
Nur die negativen Fälle werden registriert. Wenn ich trotz Helm im Krankenhaus lande, kommt ein Strich in die Unfallstatistik. Wie erfasse ich die folgenden Fälle:
Jemand stürzt auf den Kopf, hat aber dank Helm keine Verletzung, steht auf und genießt seinen Skiurlaub weiter?
Zur letzten Gruppe habe ich schon gezählt, deswegen habe ich die Schüssel auf dem Kopf (das ist natürlich wirklich statistisch völlig irrelevant - eine Einzelerfahrung)- gegen eine Pflicht bin ich aber auch. Die Pflicht-Diskussion ist auch inzwischen überflüssig, auf der Piste haben wir quasi „Vollbehelmung“, also warum mit Vorschriften nerven?
Es kann schon sein, dass der Helm bestimmte Verletzungen begünstigt. Der Kopfumfang vergrößert sich, das Gewicht des behelmten Kopfes ebenso. Ersteres vergrößert das Drehmoment bei Drehimpulsen am „Äquator“ der künstlich vergrößerten Kugel (vereinfacht), das zweite verändert generell die Trägheit, beides zusammen die Kraftverhältnisse an den Halswirbeln, die das aushalten müssen.
Das kann man nicht abstreiten, das ist offensichtlich. An diesem Stellen dürfte das Verletzungsrisiko ansteigen, und die landen dann bei wetterstein, daher der Eindruck. Die dank Helm unverletzt gebliebenen sieht er ja nicht.
Die wichtige Frage ist: was wiegt schwerer? Die Verminderung der Schwere möglicher Verletzungen an der einen, oder Erhöhung an der anderen Stelle?
Das ist übrigens keine für den Helm spezifische Fragestellung. Airbags im Auto haben schon Leute getötet. Aber eben mehr gerettet. Da kann man das evaluieren, weil wenn ein Airbag auslöst, hat’s immer ordentlich gekracht und es gibt einen „Strich“ in der Statistik.
Gibt es zu der Helmgeschichte belastbare Studien, wetterstein? Aktuell lautet die Empfehlung ja pro Helm.
Unfallverhütung beim Skifahren (und generell) findet, unabhängig davon, dass Schutzausrüstung sinnvoll ist, vor allem da statt, wo der Helm drauf sitzt.
