Leserbrief | 10. Januar 2008
Hätte das Unglück vermieden werden können?
Zum tödlichen Unfall beim Fallboden-Sessellift
Hätte das Unglück mit dem Fallboden-Sessellift vermieden werden können, wenn die Bahn rechtsherum gelaufen wäre? Die von Süden herabstürzenden Föhnböen treffen die Bahn mehr oder weniger immer von rechts (in Fahrtrichtung). Meine Theorie: Wäre die Bahn rechtsherum gelaufen, hätte die Föhnböe das Seil zum Mast hin geworfen, wo es wohl auf dem Mastträger hängengeblieben wäre. Stattdessen drückte der Föhn das Seil vom Mast weg. Ein mögliches Nachwippen (Hebeleffekt) durch den sofortigen Bremsvorgang in Verbindung mit dem lokal enormen Winddruck nach aussen liess das Seil dann auch aus den kleinen, seitlich an den Rollen angebrachten Fanghaken gleiten. Das Seil knallte unverzüglich mit den drei nächsten Sesseln gegen den Boden.
Diese Folgerung ist lediglich die Vermutung eines absoluten Laien. Und trotzdem darf man als treuer Kunde der Jungfraubahnen eine Massnahme erwarten, welche die Wahrscheinlichkeit der Wiederholung eines solchen Unfalls klar reduziert. Wer nicht selber mal die Wirkung einer solchen Föhnböe erlebt hat, kann kaum nachvollziehen, welche Kräfte hier wirken. Weil solch starke Föhnböen unvermittelt und auf kleinstem Raum auftreten können, muss mit entsprechender Konstruktion ein Herausspringen des Seils vom Mast weg verhindert werden. Selbst frühzeitigeres Stoppen der Bahn kann keine ausreichende Lösung sein. Warum nicht jetzt nach diesem Ereignis die sicherere Infrastruktur des doppelt so schnellen Wixi-Lifts zum Fallboden verschieben und beim Wixi-Lift einen neuen 4er-Sessellift planen? Mit dem Bau des neuen Eigernordwand-Sessellifts, der das «Skikarussell Kleine Scheidegg» erst richtig ermöglicht, wird der alte 2er-Wixi-Lift ohnehin zum Nadelöhr.
Manfred Braun, Grindelwald