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Vision von einer Seilbahn in München

Interessant, interessant. Habe mal bei Google Earth nachgerechnet. Die Bahn hätte eine länge von 4100 m. Also relativ läng.

Wird das eigendlich eine Eub, ZuB oder gar so was wie in Köln? Konnte im Text nicht´s finden, hoffe ich habe nicht´s übersehen.
 
Falsch machen können's nix.
Eine Seilbahn wäre zumindest immun gegen Weichenstörungen, Selbstmörder und im Gegensatz zur U-Bahn gibt's auch Handyempfang. Fahrer (welche ca. 2 Monate im Jahr streiken) werden auch nicht benötigt.

Schlimmer wie jetzt kann's im Münchner Nahverkehr nicht mehr werden.
 
vielen dank fuer den link! ab seite 74 gibts wirklich einige interessante details.... cen-normänderung auf 8m/s ist anscheinend in planung! 170000 euro fuer eine 3S kabine sind auch ganz schön happig.... ich nehm mal an incl. gehänge und laufwerk! :)
 
Xtream schrieb:
170000 euro fuer eine 3S kabine sind auch ganz schön happig.... ich nehm mal an incl. gehänge und laufwerk! :)

Schon mal gehört, wieviel eine normale 8er Kabine oder ein Sessel kostet? Da sind dann die 170000 nicht mehr so überraschend. Das Zeug ist schweineteuer, aber gut, mittlerweile steckt ein ganzer Batzen Know How drinnen; die Zeit, wo Kabinen relativ simple Aluminiumkisten waren, sind lange vorbei. ;)
Auch kommen die 8 m/s nicht wirklich überraschend - die Idee geistert schon eine Zeit lang herum. Für Skigebiete denke ich aber sind 7 m/s völlig ausreichend - denn mit jemdem m/s mehr die Abnützung der Bauteile - schon in der Dampflokzeit hats eine Faustregel für Lokführer gegeben, die besagte, man sollte immer 10 km/h unter vmax bleiben, um die Maschine zu schonen. Ist im Grunde bei einer Seilbahn auch nichts anderes. ;)

Was übrigens anzumerken ist am Plan dieser Seilbahn ist der Fakt, dass es sich wieder um eine Anlage handelt, die ein begrenztes Areal erschließt und somit eine Ergänzung in einem bestehenden Verkehrsnetz ist. Am Leitnerstand hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Planer, der solche Anlagen mitgestaltet, er meinte, dass eine Stadtseilbahn bei Längen von maximal 5000 Metern Sinn macht, alles weitere sei für Seilbahnen eher ungeeignet. Hier dürften wir also das maximal an sinnhaftiger Distanz vor uns haben. Gespannt bin ich, in wie weit die neuen Entwicklungen wie Wärmeschutz bzw. elektrischer Belüftung (wie von CWA auf der Interalpin vorgestellt) bei dieser Anlage realisiert werden.

MFG Dachstein
 
Ich gehe davon aus, das die CEN-Normänderung von den Betriebserfahrungen der 3S-Bahn in Sotschi abhängig gemacht wird. Ursprünglich war eine der in Sotschi zu bauenden Anlagen für Vmax = 7,5 m/s geplant; später hat man sich dann aber umentschieden, weil man eine Fahrzeit von 11 Minuten für die ca. fünfeinhalb Kilomter lange 3S-Bahn anstrebt. Jetzt wird die Anlage für 8,5 m/s gebaut und auch mit 8,5 m/s betrieben werden. Die CEN-Norm ist üblicherweise bei 3S-Bahnen sehr restriktiv. In Frankreich fahren 3S-Bahnen mit 7,5 m/s, obwohl die CEN-Norm Vmax = 7,0 m/s vorgibt, d.h. die CEN-Norm bleibt 0,5 m/s hinter der Praxis zurück. Wenn in Sotschi der Betrieb mit 8,5 m/s stabil läuft, dann ist es realistischer, dass die CEN-Norm auf 8,0 m/s angepasst wird, als auf 8,5 m/s.

Für den ÖPNV ist aber eine Geschwindigkeit von 8,0 m/s zu langsam. Da es beispielsweise aufgrund eines Bahnüberganges in Wolfratshausen erhebliche Schwierigkeiten gibt, die S-Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried Süd (ca. 9 km) zu verlängern, wird auch über eine 3S-Bahn von Wolfratshausen über Gelting, Geretsried nach Geretsried Süd nachgedacht. Bei einer Länge von ca. 8,5 km ist nach meiner Einschätzung aber eine 3S-Bahn nur realistisch, wenn sie für den ÖPNV weiterentwickelt wird.

Man wird abwarten müssen, wie sich die politische Diskussion entwickelt. Spannend würde es, wenn das Bundesforschungsministerium einen Entwicklungsauftrag vergeben würde, 3S-Bahnen für Vmax = 12 m/s weiterzuentwickeln.
 
ThomasK schrieb:
Man wird abwarten müssen, wie sich die politische Diskussion entwickelt. Spannend würde es, wenn das Bundesforschungsministerium einen Entwicklungsauftrag vergeben würde, 3S-Bahnen für Vmax = 12 m/s weiterzuentwickeln.

Die 12 m/s sehe ich eher problematisch, man beachte nur die Problematik bei den Stützenüberfahrten. Hier bremsen sich ja bekanntlich viele PBs ein, um sanft über die Stütze zu fahren. Auch die Stationen müssen dann wesentlich länger gebaut werden, um die schnellere Endgeschwindigkeit zu erreichen bzw. ein Fbm. aus dieser Geschwindigkeit abbremsen zu können.
Und bei 12 m/s sind die Anlagen einer vielfach größeren Abnützung unterworfen als bei 10 und bei 8. Ich denke, dass für Strecken bis 5 km 8 m/s durchwegs als ausreichend anzusehen sind; vor allem erscheinen mit die 8 m/s als guter Kompromis zwischen Geschwindigkeit und Abnützung sowie Platzbedarf.

MFG Dachstein
 
ThomasK schrieb:
Hallo!
Näheres zur Seilbahn Englschalking - Riem - Messestadt West unter http://s-bahn-plus.de/documents/110512-BKS-BahnknotenMUC-20110512_000.pdf
Bist Du einer der Autoren der zitierten Studie? Jedenfalls ein herzliches Willkommen im Forum!
Viele der dort aufgefuehrten Argumente kann ich als langjaehrig via Arbeitsweg leidvoll Betroffener gut nachvollziehen. Ich fuerchte nur, dass letztlich die Betonkoepfe das wenige verfuegbare Geld fast ausschliesslich in den zweiten S-Bahn-Stammstreckentunnel verbudddeln wollen, und dass innovative Ansaetze so lange auf der Strecke bleiben, dass ich deren Umsetzung nur noch aus der Perspektive des hoffentlich dann immer noch -zum Schrecken von Dachstein- Ski-fahrenden Rentners betrachten kann.
 
ThomasK schrieb:
Für den ÖPNV ist aber eine Geschwindigkeit von 8,0 m/s zu langsam. Da es beispielsweise aufgrund eines Bahnüberganges in Wolfratshausen erhebliche Schwierigkeiten gibt, die S-Bahn von Wolfratshausen nach Geretsried Süd (ca. 9 km) zu verlängern, wird auch über eine 3S-Bahn von Wolfratshausen über Gelting, Geretsried nach Geretsried Süd nachgedacht. Bei einer Länge von ca. 8,5 km ist nach meiner Einschätzung aber eine 3S-Bahn nur realistisch, wenn sie für den ÖPNV weiterentwickelt wird.
Das kann nicht verallgemeinern, das kommt auf die Situation an. Wenn die Alternative zeitlich gesehen länger dauert, macht das Sinn. Jeder der mit dem ÖV unterwegs ist, weis wie das mit dem Umsteigen ist. Nicht immer passt der Fahrplan auf die Persönlichen Bedürfnisse.
 
Also es gibt noch immer die Planung für einen S-Bahnhof Messestadt Nord der löst das Problem in Verbindung mit dem Erdinger Ringschluss besser. Allerdings wird die 3S vermutlich deutlich billiger, hat dafür aber auch keine zusätzliche Erschliesungswirkung im Gegensatz zum Ringschluss.
Die Studie finde ich aber sehr interessant, muss ich mal genauer durcharbeiten.
 
ThomasK schrieb:
Für den ÖPNV ist aber eine Geschwindigkeit von 8,0 m/s zu langsam.
So wenig ist das gar nicht (immerhin fast 30 km/h). Zumal so eine Umlaufbahn quasi immer ihre Geschwindigkeit auch fahren kann und im Gegensatz zu U-Bahn/S-Bahn/Tram/Bus/Auto nicht im Stau steht. Außerdem ist laufend Zusteigen möglich.
Für längere Strecken im Umland sieht das natürlich wieder anders aus, aber in der Stadt sind 30 km/h schon ziemlich gut.
 
Downhill schrieb:
Zumal so eine Umlaufbahn quasi immer ihre Geschwindigkeit auch fahren kann und im Gegensatz zu U-Bahn/S-Bahn/Tram/Bus/Auto nicht im Stau steht.

Naja, die S und die U Bahn stehen wohl hoffentlich nicht im Stau. ;) Auch Straßenbahnen lassen sich mittels einfacher und vor allen günstigen Mitteln beschleunigen (Stuttgarter Schwelle). Auch bei Bussen lassen sich mit einfachen Mitteln (Busspur) höhere Reisegeschwindigkeiten erreichen. Und wie aus anderen Diskussionen bereits bekannt ist, sind Seilbahnen für Städte Nieschenlösungen, die sich bei ganz bestimmten Problemstellungen eignen, jedoch teilweise auch Probleme mit sich bringen.

MFG Dachstein
 
Dachstein schrieb:
Naja, die S und die U Bahn stehen wohl hoffentlich nicht im Stau. ;)
Au contraire! Das kannst du täglich erleben. Das kommt halt davon, wenn man 7 Züge in 10 Minuten über ein Gleis jagt (S-Bahn) oder die Bahnsteige unterdimensioniert sind (z.B. U3/U6, Sendliger Tor, Marienplatz oder Odeonsplatz).

Beispiel: morgens mit der S8 von Westen in die City. Fahrplanmässige Dauer 0:31 h.
1. Stau vor dem Westkreuz.
2. Stau vor Pasing.
3. Stau vor Hbf.
4. Stau im Tunnel.
5. Stau wegen Gleisbelegung am Ostbahnhof

Die Chancen sind sehr hoch daß das alles an einem Tag hast...

Und das ist jetzt der "Normalfall" bzw. "Gutfall", im Schnitt kannst du pro Tag dann noch ca. eines der folgenden Bonusereignisse hinzuaddieren: Zugausfall, Fahrplanänderung wegen Bauarbeiten oder weil's grad mal wieder dummerweise Frühling/Sommer/Herbst/Winter ist, Notarzteinsatz, Weichenstörung, Fahrerstreik.
 
7 Züge in 10 Minuten sollte eigentlich gehen mittels LZB, nur wenn es mal zu einer kleinen Abweichung, steht das System... Das könnte ein Problem sein.

MFG Dachstein
 
Downhill schrieb:
Dachstein schrieb:
Naja, die S und die U Bahn stehen wohl hoffentlich nicht im Stau. ;)
Au contraire! Das kannst du täglich erleben. Das kommt halt davon, wenn man 7 Züge in 10 Minuten über ein Gleis jagt (S-Bahn) oder die Bahnsteige unterdimensioniert sind (z.B. U3/U6, Sendliger Tor, Marienplatz oder Odeonsplatz).

Naja, bei Seilbahnen ist es ja auch nicht besser - oder sogar eher schlechter: Zumindest bei den momentanen System stehen ja auch alle Gondeln, wenn es irgendwo z.B. Probleme beim Einsteigen/aussteigen gibt..

Auch Streik, Wartung etc. kann genauso vorkommen...
 
@Downhill:
Dann geht man am besten wieder zurück zum 30 min.-Takt, dann fahren auch nicht mehr so viele Züge.
Ich bin auch öfter mal am schimpfen, da täglicher Gast des MVV, aber wenn ich mir den ÖPNV in manch anderen deutschen Städten ansehe, bin ich immer wieder froh, wieder hier zu fahren.
 
Vor 2 Wochen hatte ich erst stockenden Verkehr in der Pitz-Panoramabahn... Vor mir eine schleichende Gondel, die mich einfach nicht überholen lassen wollte und die Gondel hinter mir fuhr auch verdammt dicht auf...
Ihr seht, Seilbahnfahren kann auch nervenaufreibend und stressig sein. ;)
 
Auserdem ist die Kapazität einer Seilbahn lächerlich gegen das was heute durch den Stammstreckentunnel gejagt wird. Bei der Kapazität die die Seilbahn hat brauchst du nur weniger als zehn Züge pro Stunde, da hast du wesentlich weniger Probleme als jetzt.
 
Downhill schrieb:
Falsch machen können's nix.
Eine Seilbahn wäre zumindest immun gegen Weichenstörungen, Selbstmörder und im Gegensatz zur U-Bahn gibt's auch Handyempfang. Fahrer (welche ca. 2 Monate im Jahr streiken) werden auch nicht benötigt.

Schlimmer wie jetzt kann's im Münchner Nahverkehr nicht mehr werden.

Also so schlimm ist unser Nahverkehr auch nicht! Schau mal z.B. nach Passau, Hamburg, Italien, Berlin, Wien etc. da finde ich haben wir wirklich ein tolles System ... (gut die Fahrer sind unmöglich aber naja man kann nicht alles haben)
 
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