j-d-s schrieb:
Es müsste doch jeder erkennen, dass das eine Pseudostudie ist, weil dabei von Prämissen ausgegangen wird, die AfD-Wähler gar nicht teilen:
-Dass "fehlendes Vorgehen gegen den Klimawandel" allen schadet, auch den AfD-Wählern, nur gehen die sicher zu 90% davon aus, dass es den Klimawandel nicht gibt, oder er nicht menschengemacht ist, oder es ihnen schlicht egal - da ist die Wahlentscheidung sogar konsequent, weil alle anderen Parteien auf Verbote, Vorschriften und Steuererhöhungen zur Senkung des Co2-Ausstoßes setzen
-Dass die "Schwächung der Europäischen Union" allen schadet ist ohnehin grober Unsinn (weil die EU diverse schädliche oder unnütze Vorgaben und Verbote erlässt - ein Beispiel: Die Liberalisierung des Strommarktes, unterschiedliche Verbote von Staatsbeihilfen für Unternehmen, "Natura 2000"-Umweltschutzgebiete, Artenschutz usw.), andererseits ist es legitim, wenn man weniger (oder gar keine) Entscheidungskompetenzen von Berlin nach Brüssel abgeben will, selbst wenn das Deutschland wirtschaftlich schadet (man macht ja auch Umweltschutzmaßnahmen, obwohl die wirtschaftlich schweren Schaden anrichten), wobei dafür der Dexit kommen müsste, den die AfD ja gar nicht unmittelbar plant
-inwiefern die AfD für "schlechtere Infrastruktur" plädiert, ist mir nicht bekannt. Ist damit die Opposition zu "mehr ÖPNV und Elektroautos" gemeint? Wenn ja, AfD-Wähler sind sicher ganz überproportional überzeuge Verbrennungsmotorfahrer.
Dass das "DIW" kein Forschungsinstitut ist, sondern eine politisch links stehende politische Gruppierung, merkt man doch alleine daran, dass die in ihrem Text durchgehend gendern. Obendrauf wird offenbar nichtmal ansatzweise der Versuch unternommen, sich in AfD-Wähler hineinzuversetzen, sonst käme so eine Blödsinns-These wie "dass die AfD nichts gegen den Klimawandel machen will, schadet den AfD-Wählern" nicht zustande.
Das "DIW" kommt halt aus seiner linken Weltsicht nicht hinaus, in der "den Klimawandel durch Verbote aufhalten" alternativlos ist und ganz offenbar jede andere Meinung als illegitim betrachtet.
Das Ziel der AfD ist es, die EU zu einer Freihandelszone nach dem Modell der EFTA umzuwandeln, d.h. das Ziel der AfD ist freier Handel, freier Kapitalverkehr nach dem Modell der EFTA aber ohne den bürokratischen Wasserkopf und die Bevormundung aus Brüssel. Insbesondere will die AfD Kompetenzen von der EU auf die Nationalstaaten zurück verlagern.
Bei der Infrastruktur ist es so, dass die AfD neue Straßen und neue Schienen errichten will. Insbesondere will die AfD neue Autobahnen und neue Eisenbahnstrecken errichten. Ein Verbot des Verbrennungsmotors lehnt die AfD ab.
Um eine Verkehrsverlagerung zu erreichen, empfiehlt die Fachwelt PUSH and PULL also Restriktionen gegen das Auto und Ausbau des ÖPNV. Die AfD will PULL and PULL, d.h. beides ausbauen. Das Problem bei der AfD besteht nun darin, dass die negativen externen Kosten des Straßenverkehrs nicht ausreichend berücksichtigt werden. Wenn die AfD den Verbrenner nicht verbieten will, dann ist es aber gemäß der Fachliteratur notwendig, die negativen externen Kosten durch eine Erhöhung der Mineralölsteuer dem Verursacher in Rechnung zu stellen. Genau das will die AfD aber nicht, weswegen man sie dafür inhaltlich kritisieren muss. Und wenn jemand von München nach Rom fliegen will, dann kann er das gerne machen, sofern über eine Kerosinsteuer die negativen externen Kosten dafür dem Verursacher in Rechnung gestellt werden und mit diesen Steuern CO2-Einsparungsmaßnahmen finanziert werden. So funktioniert Marktwirtschaft.
Richtig liegt die AfD allerdings bei der Bekämpfung der illegalen Migration. Ein ausgebauter Sozialstaat und offene Grenzen mit massiver Einwanderung in die Sozialsysteme führt langfristig zum Kollaps der Wirtschaft. Mehr als 50 % der Syrer und Afghanen sind auch nach jahrelangem Aufenthalt in Deutschland arbeitslos. Deren Bildungsniveau entspricht in keiner Weise unseren Anforderungen. Die meisten konnten noch nicht einmal eine quadratische Gleichung lösen und verstanden die einfachsten mathematischen Aufgaben nicht. Ganz abgesehen davon wird die Wohnungsnot drastisch verschärft, zumal die Bundesregierung weit hinter ihren Vorgaben, jährlich 400000 Wohnungen zu errichten, zurückbleibt. Abgesehen davon ist Deutschland ein extrem dicht besiedeltes Land und wir können nicht alles zubauen. Wir brauchen Regenerationsflächen und dürfen wegen der Klimaerwärmung auch die Städte nicht beliebig nachverdichten. Gerade die Grünen sind da die totale Lachnummer, indem sie immer wieder den Flächenfraß kritisieren, aber gleichzeitig der unkontrollierten Zuwanderung das Wort reden. Zum Glück hat Olaf Scholz gestern mal ordentlich auf den Tisch gehauen und den Grünen eine Lehrstunde erteilt, dass er der Boss ist und er nicht zulassen wird, dass die Grünen mit ihrer naiven Ideologie den europäischen Kompromiss torpedieren.
Pi mal Daumen kann man sagen, dass die AfD der CDU der Achtziger und Neunziger Jahre entspricht. Was das Staatsbürgerschaftsrecht anbetrifft, will die AfD nichts weiter als zurück zur alten Rechtslage der Neunziger Jahre, als die Staatsbürgerschaft im Wesentlichen nur durch Vererbung weitergegeben werden konnte. Das, was in den Neunziger Jahren die normale Rechtslage war, soll heute völkisch nationalistisch sein? Es darf gelacht werden. Die AfD ist ggf. inhaltlich zu kritisieren und nicht mit abstrusen Verschwörungstheorien zu überziehen.
Der Vergleich der AfD mit der CDU der Neunziger Jahre trifft es allerdings nicht ganz, da beispielsweise die CDU der Neunziger Jahre strikt gegen die Homoehe war. Die AfD will die Homoehe nicht abschaffen, sondern die Heteroehe finanziell besser fördern.
Im Vergleich zur CDU der Fünfziger und Sechziger Jahre ist die AfD bei weitem konsensorientierter. In der CDU der Fünfziger Jahre tummelten sich etliche Nazis, die Karriere in den verschiedenen Bundesministerien machten und niemand hatte sich seinerzeit daran gestört. Bundeskanzler Adenauer sagte damals, dass man auf diese Mitarbeiter angewiesen sei, weil man keine anderen hätte und damit war der Fall erledigt.
Nebenbei bemerkt wollte die CDU der Fünfziger und Sechziger Jahre von Polen die Gebiete Schlesien und Pommern und Ostpreußen zurück haben. Aus der CDU kamen damals Aussagen wie: "Nicht wir haben Gebietsansprüche an Polen, sondern Polen hat Gebietsansprüche an uns."
Von der AfD höre ich - im Gegensatz zur CDU der Fünfziger und Sechziger Jahre - keine Forderungen Deutschland in den Grenzen von 1937 wieder herzustellen.
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In meiner These gehe ich immer davon aus, dass 90 % aller Menschen Mitläufer sind. Beispielsweise bestätigte das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe in den Fünfziger Jahren es als grundgesetzkonform, dass Homosexualität in Deutschland strafbar sei.
Mainstream ist also stets der jeweilige Zeitgeist. Wer gegen den jeweiligen Zeitgeist ist, wird ausgegrenzt.
Der momentane Zeitgeist besteht eben darin, Eigenverantwortung klein zu schreiben und eine Vollkaskomentalität auf Kosten des Staates und somit aller - zu fordern. Hinzu kommt eine Gutmenschenideologie, die durch die Ignoranz der Eigenverantwortung zu massiven Fehlallokationen führt.
Insbesondere die Linken setzen sich immer wieder für Leute ein, die null, null Eigenverantwortung haben und dann für ihre Fehlentscheidungen alle anderen zur Rechenschaft ziehen wollen. Vor kurzem wurden wieder Bilder gezeigt von Leuten, die seit drei Jahren auf der Flucht waren. Gleichzeitig waren ihre Säuglinge zu sehen.
Das Erste was mir dazu einfällt ist nicht - "Oooh, die armen Kinder", sondern warum sind die Erwachsenen so doof sich zu vermehren, wenn sie mitten im Krieg auf der Flucht sind? Den Unterschied zwischen steuerbarem und nicht steuerbarem Risiko sollte man als Erwachsener schon kennen, denn der ist absolut fundamental.
Aber der Zeitgeist - andere für die eigene Verantwortungslosigkeit bezahlen zu lassen nebst Anspruchsdenken - ist völlig unerträglich.