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Why Is Everyone So Angry At Vail Resorts?

Kurz überprüft, Tageskarte Vail letzten Sonntag, Alter 13-64 Jahre, Liftöffnungszeiten: 08h30-15h30 (für gewisse Bahnen nur 10h00-14h15): USD 289.00 pro Person.

Verfügbarkeit der Tageskarten ist nicht garantiert, wenn man nicht ausreichend frühzeitig die Tageskarte oder das Abonnnement online kauft und das Hotel reserviert hat, kann man dann u.U. dann gar nicht Ski fahren falls ausgebucht.

Weiteres Besipiel (nicht Vail Resorts): Lone Peak Pendelbah, Fahrt dauert ca. 2 min 30 s:
https://bigskyresort.com/lone-peak-tram

Dynamic Picing mit bis über USD 40.00 pro Fahrt, nur Einzelfahrten, keine Tages- oder Wochenkarte (hochgerechnet bis über USD 940.00 pro Stunde Seilbahnfahrzeit).


Profitgier pur. Halte nichts von grossen Gruppen, die rein (oft kurzsichtig) profitorientiert handeln.

Bin strikte gegen die Privatisierung von Skigebieten sowie allgemein öffentlichen Infrastrukturen und Dienstleistungen (Wasser, Abwasser, Erdgas, Elektrizität, Kehrichtabfur, Autobahnen, Tunnels, Eisenbahn und andere ÖV,...). Wenn profitorientierte Privatfirmen was günstiger anbieten können als der Staat, dann ist was grundsätzlich beim Staat faul.


In den USA sind unzählige uralte Krüppelsesselbahnen immer noch in Betrieb, insbes. Fixgeklemmte 2er Sesselbahnen denen man in ziviliserten Ländern schon längst die Betriebsbewillgiung entzogen hätte. Schrottüberreife Sesselbahnen gibt es in den USA am Laufmeter, dazu ist alles noch extrem teuer.

Sogar neue Sesselbahnen nach typischer U.S. Bauart sehen so aus wie solche, die man so etwa vor 25-30 Jahren in Westeuropa baute.

Die einzigen sinnvollen Sesselbahnen in den USA sind solche, die europäische Hersteller nach klassischer moderner europäischer Bauart erstelten (mit Anpassungen für ANSI, UL, NEC, etc.).

Kenne keinen einzigen hstorischen US Seilbahnhersteller, der je was Vernüftiges gebaut hat. Yan, Riblet et al. erstellten allesamt fragwürdige Kernschrottbahnen.
 
Skigebiete sind in Europa aber schon auch meistens privat. Nur die kleinen gehören meist noch Gemeinden. Das größte Unternehmen in öffentlicher Hand das mir grad einfällt ist die Zugspitzbahn AG, zugegeben, das ist auch überhaupt das größte in Deutschland. In Kitzbühel gehört der Gemeinde noch knapp die Hälfte. Wie das in der Schweiz aussieht weiß ich nicht so genau, aber die Jungfraubahnen werden z.B. an der Börse gehandelt.
 
Das Interview zeigt aber deutlich, dass eben doch Amerikanische Verhältnisse einziehen sollen (nur beim Skipasspreis - noch - nicht):

Er spricht davon:
-Skigebiete müssen profitabel sein, und zwar sofort
-Vertikale Integration ist sehr wichtig (=Investition darin, örtliche Unternehmen aufzukaufen statt zu investieren ins Skigebiet)
-keinerlei Erweiterungen der Skigebiete (Andermatt und Crans-Montana) geplant

Also quasi ein ausquetschen der vorhandenen Skigebiete und sie auf Gewinn trimmen. Investitionen stören da nur, da sie Geld kosten.

Die dringend notwendige Verbindung in Andermatt Gemsstock-Nätschen ist damit wohl vom Tisch (obwohl dafür eine gebrauchte Sesselbahn ausreichen würde), ebenso eine Verbindung nach Dieni-Disentis.

In Crans-Montana wird man wohl nie wieder eine EUB von Aminona hoch bauen.

Der Herr hat ganz offensichtlich nicht verstanden, dass man in Europa große Skigebiete braucht mit Lift/Pisten-Verbindungen und vielen beschneiten Pisten. Logisch, das kennt er aus Nordamerika nicht, da steht er aber auch nicht in Konkurrenz mit deutlich größeren Gebieten wie Verbier/4 Vallees, den Portes du Soleil, der Jungfrauregion oder der Mythenregion+Hoch-Ybrig.
 
Vail Resorts sorgt mal wieder kräftig für Schlagzeilen in den US-Medien.

In Park City, einem der größten Skigebiete des Unternehmens, haben am 27. Dezember, also pünktlich zur Hochsaison, ca. 200 Mitarbeiter der Pistensicherheit und Lawinenkontrolle einen Streik begonnen. Hintergrund waren Verhandlungen zur Lohnerhöhungen. Offenbar gibt es dort (sogar) eine Gewerkschaft, die im September eine Erhöhung von 21$ auf 23$ je Stunde gefordert hat. Da die Verhandlungen seit September nicht vorangekommen sind, hat man einen Streik in der Hochsaison begonnen.

Bei Vail Resort hat man sich offenbar bisschen Zeit gelassen mit einer Lösung und erstmal 30-40 Mitarbeiter aus anderen Resorts nach Park City gebracht. Allerdings waren die Wartezeiten offenbar trotzdem desaströs, wieder gingen Bilder und Videos zu den Anstehschlangen viral. Die Rede ist von 2 Stunde und mehr Anstehzeit am Lift und eine weitreichende Teilschließung des Skigebiets an einzelnen Tagen mit nur 100 geöffneten von gesamt 300 Runs. Bürgermeister und Stadtrat haben Vail zum Handeln aufgefordert. Nach 12 Tagen Streik wurde gestern eine Vereinbarung zur Lohnerhöhung getroffen und der Streik beendet.

Auswahl der Medienberichte, wieder mal mit beeindruckenden Anstehschlangen:
https://www.nytimes.com/2025/01/04/travel/park-city-strike-ski-patrol.html
https://edition.cnn.com/2025/01/04/business/park-city-ski-patrol-strike/index.html
und hier NBC mit vielen Bildern/ Videos aus Social Media: https://www.youtube.com/watch?v=eIpscE8VWU8

Der Skiblog snowbrains berichtet auch ausführlich:
https://snowbrains.com/park-city-ski-patrol-officially-on-strike-today-likely-first-ever-ski-patrol-strike-in-history/
https://snowbrains.com/vail-resorts-and-park-city-professional-ski-patrol-association-reach-tentative-agreement-to-end-strike/
 
Der amerikanische Betreiber von Skigebieten, der in der Schweiz expandiert, ist in den USA mit einem seltenen Arbeitskampf konfrontiert. Eine Einigung ist in Sicht.
In Kürze:
Das Park City Mountain Resort in Utah ist von einem Streik betroffen.
200 Beschäftigte fordern eine Lohnerhöhung von 21 auf 23 Dollar pro Stunde.
Der Streik verursacht lange Warteschlangen an den Skiliften für Touristen.
Eine vorläufige Vereinbarung zur Beendigung des Streiks wurde erreicht.
Quelle: Grösstes US-Skigebiet steht still - Streiks sorgen für lange Warte­schlangen und Ärger bei Vail Resorts
 
Dazu passend wurde mir gestern zufällig ein passendes YouTube-Video vorgeschlagen (bezieht sich auf ganz Utah):


 
Sehr gut gemachtes Video zum Thema (bis auf die mögliche Verdoppelung der Transportkapazität des Sessellifts zu Beginn :wink: ):
 
Hm, das Video ist natürlich rein US-zentrisch, und da frage ich mich schon:
-Er erwähnt, dass scheinbar der Grund und Boden der meisten Skigebiete dem "US Government" gehört. Wenn damit die Bundesregierung gemeint ist, wundert mich, wieso er sagt, dass eine Bewilligung von denen für Erweiterungen schwierig zu bekommen sei, denn derzeit ist der Chef des "US Government" ein gewisser Donald T., welcher eher wenig für Umweltschutz ist und der Großunternehmern die sich positiv zu ihm stellen gerne mal unter die Arme greift. Gut, Vail Resorts hat nur 3 Mrd. Dollar Umsatz, was für Donald T. möglicherweise zu kleine Größenordnungen sind.
-Scheinbar gibt es bei den Gemeinden massive Opposition zu jeglicher Erweiterung auch nur der Lifte selbst. Das finde ich sehr seltsam und ist eigentlich nur zu erklären, wenn es eine problematische Stimmrechts- und/oder Gewerbetreibendenstruktur gibt. Ein Hinweis darauf ist die Zahl, dass es möglicherweise in den USA viel mehr Zweitwohnungsbesitzer gibt, welche eher die normalen Leute vergraulen wollen, um die Pisten für sich zu haben. Wenn nämlich, so wie in den Alpen üblich, nur die Bewohner vor Ort das Stimmrecht haben, die Unterkünfte und Geschäfte ganz überwiegend Einheimischen gehören und diese besonders großen Einfluss auf die Politischen Entscheider haben, dann führt das zu einer deutlich Liftgesellschaftfreundlicheren Politik. Möglicherweise spielt eine entscheidende Rolle auch der Fakt, dass die Verwaltungseinheiten in den Alpen viel kleiner sind, weshalb der Einfluss der Hoteliers, Liftbarone usw. viel größer ist.
-Seltsam fand ich, dass er meinte, eine Turmschneekanone koste 50.000 Dollar und das sei so teuer. Kosten die bei uns ähnlich viel? Gut, die amerikanische Vorliebe für Naturschnee ist halt deren Eigenheit. Allgemein wird da vielleicht sowieso ein Umdenken stattfinden müssen. Südtirol hatte schon vor 40 Jahren mal Winter, wo noch im Februar nur weiße Bänder vorhanden waren. Daher hat man in Südtirol heute wohl die beste Beschneiung überhaupt. Allerdings finde ich allgemein sowieso seltsam, wieso Amerikaner scheinbar Buckelpisten besser finden als präparierte Pisten. Und scheinbar hat denen auch noch keiner erzählt, dass Kuntschnee die positive Eigenschaft hat, wesentlich länger die Form zu behalten und wesentlich langsamer zu schmelzen, da er eine höhere Dichte hat.
-Das Grundproblem ist doch eigentlich, dass die zu wenige leistungsstarke Lifte und auch zu wenig Fläche haben für die Zahl an Skifahrern. Denn anhand der einschlägigen Berichte zu dem Thema wie dem Vanat-Report scheint es in den USA viel mehr Skifahrer pro Lift zu geben als in den Alpen, zumal viele der US-Lifte dann auch noch Antiquitäten sind. Denn bezogen auf die Skier Days, d.h. jeder Skifahrer jeden Tages zählt als einer, sind die größten Gebiete alle in den Alpen. Wobei es hier natürlich typisch ist, dass die Gebiete viel größer sind, von Fläche und Zugangsliften her.

Vermutlich dürfte das Hauptproblem eher sein, dass Vail Resorts mehr in Lobbyarbeit stecken sollte und Liftverbesserungen, denn neue Skigebiete kaufen kostet halt auch jedesmal hunderte Millionen, die man wohl besser verwenden könnte, um die bestehenden Gebiete zu verbessern...
 
In Nordamerika ist das Verhältnis Pisten Flächen pro Lift viel höher
Meist gehen 10 bis 15 verschiedene Pisten an einem Lift ab.
Die Lifte sind größtenteils alt und Kapazitätsschwach, daher hat man deutlich mehr Platz auf den Pisten
 
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