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Ein Gebet für genervte Arbeitnehmer
Lieber Gott der Arbeiter und Geplagten,
gib mir die Kraft, Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann, spende mir Mut um Dinge zu ändern, die ich nicht akzeptieren kann und zeige mir einen Weg, die Körper derer verschwinden zu lassen, die ich heute umbringen musste, weil sie mich nervten.
Hilf mir auch aufzupassen, auf wessen Füße ich heute trete, da sie eventuell zu dem Hintern gehören könnten, in den ich morgen möglicherweise reinkriechen muss.
Gib mir Kraft und Ausdauer, dass ich bei der Arbeit immer 100% geben kann, und zwar
15 % am Montag
25 % am Dienstag
35 % am Mittwoch
20 % am Donnerstag
05 % am Freitag
Wenn mein Chef mit hämischem Grinsen mit einem Stapel Arbeit auf mich zukommt und mir mit einem sarkastischen Unterton klar macht, dass er es nur gut mit mir meine, wenn er mich von meiner für mich unerträglichen Untätigkeit und Langeweile erlöse, dann fessele oder lähme bitte meine Oberarmmuskeln und mein Mundwerk, dass sie keinen Schaden anrichten mögen.
Und wenn mein Wunsch nach einer Gehaltserhöhung zum vierten Male abgelehnt wird, dann lass mich gute Worte finden wie "Ist schließlich im Sinne der Firma" oder "Ich verdiene eh schon viel genug".
Bitte steh mir auch bei, wenn ich mal einen richtig schlechten Tag habe, was während der Woche maximal 4 mal, am Wochenende dafür gar nie vorkommt.
Wenn mich jemand so richtig ärgert und schlecht anmacht, dann stimuliere bitte meine Gehirnströme und rufe in mir die Erinnerung und das Wissen hervor, dass es mehr als 40 Muskeln bedarf, um ein verärgertes Gesicht zu machen, dass man jedoch nur 4 Muskeln braucht, um den Mittelfinger auszustrecken.
Amen
» Wie Bush einmal seine Uhr verlor «
von Kai Beller
Aus der Abteilung "wir bestätigen unsere Vorurteile" erreichen die Öffentlichkeit erschütternde Bilder vom Besuch des US-Präsidenten in Albanien. Jubelnde Menschen, doch sie haben es offenbar nur auf die Armbanduhr George W. Bushs abgesehen.
Sichtlich erfreut über den enthusiatischen Empfang im Örtchen Fushe Kruje marschiert Bush am vergangenen Sonntag auf die Menge zu. "Bushi, Bushi, Bushi" skandieren die Leute. "Endlich ein paar nette Leute in Europa", wird sich der mächtigste Mann der Welt gedacht haben. "Denen geb’ ich mal die Hand."
Einem Reiseführer hätte er wahrscheinlich entnehmen können, dass es ratsam ist, seine Wertsachen im Hotel zu lassen. Zum Entsetzen seiner Sicherheitsleute schmeißt sich der strahlende und lachende Präsident aber geradezu in die Masse. "Bushi, Bushi, Bushi", wo kriegt er so was schon zu hören.
Normalerweise wartet in Europa nur der schwarze Block auf den Präsidenten. Auch die Regierenden meckern nur rum, und in Heiligendamm verdirbt man sich den Magen. Albanien dagegen, einfach toll.
"Bushi, Bushi, Bushi" und schwupps ist die Uhr weg. Bush lässt sich nichts anmerken oder hat er es gar nicht gemerkt? Vielleicht hat er auch alle angeschmiert und eine billige Tchibo-Uhr oder gar ein Rolex-Imitat aus Fernost getragen. Wie auch immer: Der Präsident macht einfach weiter.
Irgendwann kehrt wieder Ruhe ein in Fushe Kruje. Bush ist fort, die Menge ist weg, nur die Armbanduhr ist geblieben.
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