GIFWilli59 schrieb:
Rusty1 schrieb:
@ThomasK Ich wünschte, Du hättest das Sagen bei der BZB.
Bin selbst überrascht, wie viel Infrastruktur er den Skifahrern noch zugesteht. Das kennt man aus anderen Diskussionen auch anders.
Einen Moment!
Man sollte schon auch die Fakten und Rahmenbedingungen beachten!
Ich bin strikt dagegen, die Klimaerwärmung einfach zu ignorieren und so zu tun, wie wenn nichts wäre.
Ja, ich bin strikt dagegen, am Jenner oder am Hochfelln den Skibetrieb weiterzuführen, weil die Klimaerwärmung dem sowieso ein Ende bereiten wird. Da nutzt es überhaupt nichts zu versuchen mit Beschneiung und Brachialgewalt das Ende noch 10 Jahre hinauszuzögern.
Wenn die Klimaforscher, die sehr oft Mathematiker, Physiker und Informatiker sind, mit Supercomputern und mittlerweile schon recht guten Mathematikmodellen, ziemlich genau sagen, was in der Zukunft passieren wird, dann ist es doch völlig absurd das alles zu ignorieren und immer wieder auf die Fresse zu fliegen, ehe man beim 100. Mal endlich merkt, dass da eine Wand ist.
Die Klimaforschern sagen ganz klar voraus, dass die ehemaligen Sommer- und Gletscherskigebiete, die sich auf über 3000 m Seehöhe befinden, sich in normale Winterskigebiete umwandeln werden und bei einer Seehöhe von unter 1500 m Schluss sein wird - Beschneiung hin oder her. Zwischen 1500 m und 2000 m Seehöhe wird man mit großem Aufwand noch den Skibetrieb weiterführen können, wenngleich mit einer verkürzten Saison zwischen Mitte Dezember und Ende März.
Auf der Zugspitze stellt sich die Situation völlig anders dar.
Hier ist es so, dass der Skibetrieb durch die Klimaerwärmung keinesfalls gefährdet ist. Zwar ist das Gletscherskigebiet Zugspitze Geschichte, aber ein normaler Skibetrieb ohne Gletscher und ohne Beschneiung kann aufgrund der Höhenlage, die vom Brunntallift einmal abgesehen, sich von 2300 m bis 2874 m (Schneefernerkopf) erstreckt, aufrecht erhalten werden, wenngleich mit einer auf Mitte Dezember bis Ende März verkürzten Saison. Beim Brunntallift ist zu erwarten, dass er, da er ohne Beschneiung betrieben wird, aufgrund der Klimaerwärmung künftig nur noch ca. 60 Tage im Jahr offen sein kann.
Wir reden hier von einer Klimaerwärmung von 3 - 4 Grad, keinesfalls von einer Klimaerwärmung von 10 Grad!
Auf der Zugspitze ist die Situation nun so, dass die Bayerische Zugspitzbahn durch die Sommergäste und Ganzjahresfußgänger mit so viel Geld zugeschüttet wird, dass sie auf die Skifahrer gar nicht mehr angewiesen ist. Im Gegensatz zum Jenner und Hochfelln ist es also keine klimatechnische Entscheidung, sondern eine rein unternehmerische Entscheidung, ob man auf der Zugspitze die Skifahrer noch will.
Die jetzige Strategie, das Skigebiet zu halten, aber langfristig auf drei Lifte zu verkleinern (Wetterwandeck, Weißes Tal und Sonnenkar) halte ich für falsch, da so ein Miniskigebiet für die Skifahrer unattraktiv ist. Man leistet sich dann eine Skifahrerinfrastruktur mit etlichen Pistenraupen für gerade einmal 3 Minilifte, die alle nur zwischen 900 m und 1300 m lang sind.
Da der Schneefernergletscher Geschichte ist, bietet es sich an, das Skigebiet Zugspitze als normales Winterskigebiet ohne Gletscher weiterzuführen und sogar zu attraktivieren, insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass langfristig auch Garmisch Classic schließen muss.
Die Voraussetzungen sind sehr günstig:
1. Die Zugspitze ist sehr gut mit der Bahn erreichbar.
2. Durch den Wegfall fast aller Skigebiete in Deutschland wird die Konkurrenzsituation besser.
3. Durch den ausgezeichnet laufenden Sommerbetrieb bietet sich die einmalige Gelegenheit durch Synergieeffekte das Skigebiet zu attraktivieren.
4. Durch die Lage des Schneefernerkopfes in der Zone A kann ohne Probleme an der Ostseite eine neue schwarze Piste, die etwa 400 m lang ist und 200 m Höhenunterschied aufweist, gebaut werden.
Beim Bau so einer Piste werden überhaupt keine Pflanzen zerstört. Noch nicht einmal Gletscherflöhe müssten weichen. Die Abfahrt an der Ostseite des Schneefernerkopfes ins Weiße Tal würde in einer reinen Mondlandschaft gebaut werden ohne das die Natur beeinträchtigt würde.
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Wie ich schon schrieb, kann man nicht alle Skigebiete über einen Kamm scheren. Man sollte sich schon die Rahmenbedingungen anschauen.
Also weiterhin von mir ein klares Nein zu den Skigebieten Jenner und Hochfelln, aber einem Ausbau des Skigebiets Zugspitze steht klimatechnisch, umwelttechnisch, juristisch und ökonomisch nichts entgegen. Das ist eine
rein unternehmerische Entscheidung der Bayerischen Zugspitzbahn, ob sie vom Schneefernerkopf eine schwarze Piste bauen will und ob sie den Brunntallift künftig als 6er-Sessel mit Ganzjahresbetrieb neu betreiben will.
Man könnte sich sogar überlegen den Brunntallift und den Sonnenkarlift als 10er-EUB in zwei Sektionen neu zu bauen, falls man den Ganzjahresbetrieb plant.
Die derzeitigen Pläne der BZB ein Miniskigebiet mit nur drei Liften zu betreiben, halte ich für falsch. Da würde ich bei so guten Voraussetzungen ganz anders herangehen. Wie, habe ich oben aufgezeigt.