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Zugspitze: Gletscherschutz statt Superpipe

McMaf

Wildspitze (3774m)
Gletscherschutz steht an erster Stelle: Keine Superpipe auf der Zugspitze
In dieser Saison wird auf den Bau der Mega-Röhre verzichtet, um den Gletscher zu schonen. Suche nach neuen Standorten.

Der Umwelt zu liebe wird es in diesem Winter keine Superpipe auf der Zugspitze geben. "Wir müssen den Gletscher schonen und verzichten deshalb auf den Bau der Pipe direkt auf dem Gletscher", so Stephanie Vogel, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. Die Suche nach einem geeigneten Standort für die Zukunft hat bereits im Sommer begonnen und soll über die Wintermonate intensiv vorangetrieben werden.

"Der Funpark bleibt vorerst an seinem Platz am Zugspitzplatt", so Stephanie Vogel weiter. "Mittelfristig wollen wir aber auch hier ein neues Areal finden, um ihn neu und vielseitiger zu gestalten. Wir diskutieren schon seit einiger Zeit alternative Standorte für Pipe & Park auf der Zugspitze". In diesem Winter werden in den Bereichen Sonnenkar und Weißes Tal verschiedene Plätze mit Schanzen und Rails getestet. Wenn sich ein Standort bewährt, könnten bereits in der Saison 2006/2007 wieder eine Superpipe und der neu gestaltete Snowpark entstehen.

Quelle: http://www.zugspitze.de/news/pipe05-06.php [14.10.2005]

Hui das ist ein Paukenschlag. Bin zwar selber Raceboarder und es würde mich eh nicht berühren, aber so viel wie ich weiß, war gerade die Zugspitze bis jetzt ein Dorado für Freestyler. Besonders wegen ihrer Superpipe und dem Funpark.
Wenn man sich den Gletscher aber so ansieht, dann kann man diese Entscheidung auch irgendwo nachvollziehen. Schön ist das teilweise ja nicht mehr.
In dem Zusammenhang müsste man eigentlich auch mal wieder über die Option der Beschneiung nachdenken. Blöd nur, dass wir in Deutschland dieses Gesetz haben, vonwegen "oberhalb der Baumgrenze darf nicht beschneit werden". Ich bin gespannt wie die Boarder darauf reagieren.
 
Reaktion: Sind die noch ganz dicht. Gerade wegen der Pipe fährt man als boarder auf die Zugspitze. Kapier auch nicht, wie ein anderer Standort das Problem löst was der Gletscher hat???
 
Die liebe Zugspitzbahn halt :roll: :roll: anstatt sich schon um einen neuen Standort zu kümmern...nein...schaffen wir nicht :nixweiss: wer braucht schon Kunden...die Gemeinde muss ja eh unser Defizit ausgleichen. :gruebel:

immer wieder erstaunlich was diese Bergbahngesellschaft alles nicht auf die Reihe bringt
 
Gletscherschutz

Keine Super-Pipe auf der Zugspitze

Für den Bau der Riesenröhre sind zu große Schneemengen des ohnehin geschrumpften Gletschers nötig. Gipfel-Snowboarder sollen trotzdem auf ihre Kosten kommen.

Die Snowboarder auf der Zugspitze müssen in der kommenden Wintersaison ohne Superpipe auskommen. Der ohnehin schon stark geschrumpfte Zugspitz-Gletscher muss geschont werden, weshalb auf ihm heuer keine Mega-Röhre für die Boarder gebaut wird. "Schließlich muss man den Schnee dafür irgendwoher nehmen", erklärt Stephanie Vogel, Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB).

Zwei- bis drei Mal pro Saison muss die Pipe überdies neu hergerichtet, das heißt erneut mit Schnee zugeschoben und dann wieder ausgefräst werden. Tausende Kubikmeter Schnee braucht es dazu, ist doch die Röhre über 120 Meter lang, etwa zwanzig Meter breit und bis zu acht Meter hoch.

Funpark bleibt

"Es ist eigentlich nicht mehr zu verantworten", sagt Vogel. Allerdings sei die Entscheidung für den Gletscherschutz und damit gegen die Superpipe eine "bitte Pille" für das Unternehmen. Denn gerade die 2002 erstmals erbaute Riesenröhre auf Deutschlands höchstem Berg ist in der Snowboardszene äußerst beliebt. Die Zugspitzbahn hofft nun, dass trotzdem viele Snowboarder dem Skigebiet die Treue halten - immerhin bleibt ihnen der Funpark am Zugspitzblatt.

Überdies läuft die Suche nach einem neuen Standort für eine Superpipe. Ein gar nicht so einfaches Unterfangen, eben weil der Schneebedarf für dieses sportliche Spaß- und Trainingsgerät so immens ist. Und leider "kommt nicht mehr so viel Schnee", sagt Vogel.

Auf dem Gipfel fehlt das Wasser

Den natürlichen Schnee mit künstlich erzeugtem zu vermehren, ist auf der Zugspitze nicht möglich. Zum einen sind Schneekanonen oberhalb der Baumgrenze in Bayern verboten. Und selbst wenn es dieses Verbot nicht gäbe, käme eine Beschneiung kaum in Frage, weil es auf dem Gipfel das für die Schneeproduktion nötige Wasser nicht gibt.

Schon seit Jahren müht sich das Unternehmen, die Reste des einstmals 105 Hektar großen und heute auf 45 Hektar zusammen geschmolzenen Schneefernergletschers zu erhalten. Zum Beispiel mit Spezialabdeckungen im Sommer, die eine Schmelze verhindern sollen.

(SZ vom 18.10.2005)

Au revoir.... dann hofft mal das die boarder der Zugspitze die Treue halten :lol: :lol:
 
Ich finde diese Entscheidung richtig! Die Kritik muss an die Regierung, die Beschneien oberhalb der Baumgrenze verbeitet. Sicher für die Zugspitze wäre das nciht die Wahnsinnshilfe, aber das Prinzip halt, ne!!!
 
Hmm, ich bin zwar kein Boarder, finde es aber trotzdem Schade, da auf der Zugspitze immer viel Boarder unterwegs sind. Ob das dann in Zukunft auch so ist, ist fraglich, und dann gehen der BZB viele Saisonkarteninhaber ab.
 
Aus dem Garmisch Partenkirchner Tagblatt;

Hinhalte-Taktik in Sachen Pipe
Verband bedauert mangelnde Gesprächsbereitschaft der BZB

VON TANJA BRINKMANN Garmisch-Partenkirchen - Germut Bielitz versteht die Welt nicht mehr. "Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt", klagt der Grainauer, der im Snowboardverband Deutschland für die Finanzen zuständig ist. Vor einer endgültigen Entscheidung über die Zukunft der Halfpipe auf dem Platt habe man darum gebeten, dass die Verantwortlichen des Bergbahn-Unternehmens mit ihnen in Kontakt treten sollten. "Wir wurden immer wieder hingehalten", bedauert Bielitz. Angeblich sei nichts entschieden, es werde immer noch nach einer Lösung gesucht. Die wurde allerdings nicht gefunden, weshalb es in dieser Saison keine Röhre auf Deutschlands höchstem Berg geben wird (wir berichteten).


Die Aussagen von Verbandsseite habe er bisher Warten auf eine
zündende Idee

nicht sehr ernst genommen, gibt BZB-Vorstand Peter Huber zu. "Wo soll das Geld herkommen?" Schließlich hätten es die Snowboarder während der vergangenen Jahre auch nicht geschafft, dass der Deutsche Skiverband (DSV) die Pipe unterstützt. Daher konnte er sich nicht vorstellen, woher jetzt plötzlich "potenzielle Sponsoren" kommen sollten. "Wenn man nicht gefragt wird, ist es schwer, über finanzielle Möglichkeiten zu sprechen", sagt Bielitz. Für die Förderung des Spitzensports gebe es Bundesmittel, die gehen jetzt auf alle Fälle nach Berchtesgaden (siehe Interview). Schließlich sei auch das Training der Profis von der Schließung der Pipe betroffen. Nicht nur sie, auch der Verband mit seinen Camps müsse sich jetzt neu orientieren, sagt Bielitz. Obwohl die Rahmenbedingungen am Götschen - der Gipfel liegt nur 1020 Meter hoch - nicht optimal sind, "halten wir daran fest, solange sich keine besseren Möglichkeiten abzeichnen". Dennoch ist er überzeugt, dass die äußeren Gegebenheiten für seinen Sport in Garmisch-Partenkirchen sehr geeignet seien.

Dem stimmt auch Bürgermeister Thomas Schmid, der zugleich BZB-Aufsichtsratsvorsitzender ist, zu: "Wir haben hier einen etablierten Snowboard-Standort." Daher setzt er darauf, dass schon in der Saison 2006/07 eine neue Anlage steht. "Es ist schade, dass wir ein Jahr aussetzen müssen", meint er und verweist auf die akute Gletscher-Problematik. Eine Partnerschaft mit dem Snowboardverband beurteilt Schmid sehr positiv: "Es wäre toll, wenn er dabei sein könnte" - möglicherweise auch finanziell. Nicht nur er, auch Huber signalisiert Gesprächsbereitschaft. "Wenn jemand eine zündende Idee hat, sind wir gerne bereit, uns mit ihm zusammenzusetzen."


mm
 
nicht nur die gute Frau Bielitz versteht die Welt nicht mehr.... obwohl scheint ja typisch BZB zu sein...
 
Ich finde die Entscheidung auch Ok, nur fehlt halt irgendiwe nee gute Lösung für die Zukunft, da jetzt vermutlich ein bestimmtes Kleintel weg bleiben dürfte!
Optimale Lösung wäre nach meiner Meinung Beschneiung am Platt, aber das kriegen wir Deutschen aus Umweltgründen leider nicht hin!
 
Vergesst nicht, daß auch ohne dieses dumme Beschneiungsgesetz das Wasser am Platt fehlt, um vernünftig beschneien zu können. Da geht nix, es sei denn man zapft den Eibsee an und legt ne Leitung durch den Tunnel. Aber ich will nicht wissen was das kostet...
 
also das Wassepoblem ist doch das allerkleinste!
da wird bissl geröll augeschüttet usw und ein speicherteich gebaut der dann mit dem schmelzwasser gefüllt wird! also da seh kein problem denn auf den anderen Gletschern geht es ja auch! dann geht es genau so auch auf der zugspitze! nur haben wir ja zum glück noch diese be**** Naturfutzis! :twisted: mit dem scheiß machen sie die noch bestehenden seilbahnbetrieb auch kaputt da sie nicht mehr konkurenzfähig sind und es gehen wieder Arbeitsplätze verloren aber sowas sehen die ja net!
 
Problematisch zur Beschneiung auf der Zugspitze ist auch der untergrund, der besteht nämlich aus Dachsteinkalk und dort kann bekanntlich das Wasser durchsickern. Man müsste also schon einen ziemlichen Aufwand betreiben um überhaupt einen Speichersee anzulegen.
 
Naja Wasserleitungen wird es bestimmt geben, sonst könnte man das Restaurant bestimmt auch nicht betreiben (schätz ich mal). Sonst nimmt man hat das Schmelzwasser.
 
noisi schrieb:
Sonst nimmt man hat das Schmelzwasser.

Ich bin ziemlich sicher, daß das - wie von dir bereits oben angesprochen - nahezu vollständig versickert. Ich kann mich an keinen Bach oder sowas erinnern, als ich 1998 das Platt runter gelaufen bin war da weit und breit nix - anhand der Karte habe ich das eben verifiziert.

Ansonsten ist für eine Beschneiungsanlage schon ein ziemlich ordentlicher Wasserdurchsatz nötig, ob den die normale Wasserleitung aufbringen kann wage ich zu bezweifeln.
 
Hab gerade ne Mail der BZB bekommen, steht u.a. folgendes drin:

Neues Konzept für einen Terrain-Park auf der Zugspitze

Bereits im Herbst 2004 begannen die Planungen und internen Diskussionen bei der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG zum Thema Freestyle auf der Zugspitze. Der Gletscherrückgang zwang die Verantwortlichen, sich von der Superpipe am Zugspitz-Gletscher zu verabschieden. Die über viele Jahre hinweg etablierte Freestyle-Szene ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deswegen war man sich der besonderen Verantwortung bewußt. Die Fachleute vor Ort besprachen über die vergangenen Monate hinweg die unterschiedlichsten Konzepte und Visionen.
Vor der abschließenden Entscheidung musste die auf der Zugspitze schneefreie Zeit im September abgewartet werden, um das natürliche Gelände auf seine Eignung beurteilen zu können.

Im Laufe der Beratungen wurde aber auch klar, dass ein neuer Standort für die Superpipe nur mit einem Erdbau und der dazugehörigen Beschneiungsanlage realisierbar ist. Hierzu fehlen derzeit die Voraussetzungen sowohl aus naturschutzrechtlicher als auch aus technischer Sicht (fehlendes Wasser für eine technische Beschneiung am Zugspitzplatt).
Das neu entstandene Konzept für den Funpark soll bereits in dieser Wintersaison umgesetzt werden.

Erste Informationen zum neuen "Terrain-Park Zugspitze" wurden bereits auf einer Sitzung des Tourismusausschusses der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen von Martin Hurm, Betriebsleiter Seilbahnen und Lifte Zugspitze, vorgestellt.

Terrain-Park Zugspitze:
Zu Beginn der Wintersaison entsteht der Funpark am Gletscher. Nach der Gesamtöffnung des Skigebiets (d. h. Brunntal und Wetterwandeck in Betrieb), wird der neue Terrain-Park im oberen Bereich der Abfahrt 2 (Weißes Tal) erstellt. Terrain-Park heißt, die natürlichen Geländeformen werden als Grundelement für die Gestaltung und Abfolge der Obstacles und Rails genutzt.

Als gestalterischen Vater des neuen Terrain-Parks Zugspitze kann die Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG auf die seit vielen Jahren bewährte Mithilfe von Karl Killer vertrauen, der auch an der Entstehung dieses Konzeptes maßgebend beteiligt war.
 
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