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Zukunft der Mobilität!?

B-S-G schrieb:
Florian86 schrieb:
Auch wäre in gewisser Hinsicht ein flächendeckendes ICE-Sprinter Netz innerhalb Deutschland von Vorteil, also ein echtes A-Netz, bei dem nur in größten Großstädten und wichtigen Knotenbahnhöfen gehalten wird. Gleichzeitig braucht es dann aber auch ein echtes B-Netz zur Feinverteilung und zum Anbieten von weiteren Direktverbindungen, gerne auch mit ICEs. Gerade auf der Strecke München - Berlin wurde die Bahn vom Erfolg ja regelrecht überrannt. Der Bedarf für mehr als 3 Sprinter, die nur in München, Nürnberg, Halle und Berlin halten ist aber definitiv da.
Volle Zustimmung zu den Sprintern, da müsste es ein noch viel größeres Angebot geben. Eigentlich wäre der IC wie gemacht für ein attraktives B-Netz mit langen Direktverbindungen; schade, dass die DB hier in den letzten Jahren viele Strecken eingestellt hat um sie als RE auf Kosten der Bundesländer weiter zu betreiben.
Ab Dezember werden es zwischen München und Berlin wenigstens fünf Sprinter am Tag, aber da wäre definitiv noch mehr drin.
Da muss ich definitiv zustimmen,
am liebsten wäre mir als Vielfahrer die Wiedereinführung des dreigeteilten Fernverkehrs:
Interregios für die Fläche, mit vielen halten aber langlaufend (so wie z.B. der IC Stuttgart-Nürnberg, hält zwischen Stuttgart und Nürnberg auch in Aalen, Ellwangen, Crailsheim ...)
Intercitys für die schnelle Verbindung zwischen mittleren- und Großstädten
und schließlich die ICE's als "Backbone" - die VDE8 zwischen München und Berlin ist hier ein sehr guter Schritt.

Zusammen mit einem integrierten Taktfahrplan (und ordentlichem Nahverkehr) könnte man echt was machen.

Ich habe mein Auto ehrlich gesagt auch nur, weil ich es brauche. Fernverkehr (>1,5 Stunden) macht mir einfach deutlich mehr Spaß in der Bahn, auch wenn es dort länger dauert.

Viele Grüße
margau
 
Dann will ich mich auch einmal zu den in den Raum geworfenen Fragen äussern. Dadurch, dass ich in der Schweiz wohnen, werden meine Antworten zu den bisherigen Antworten durchaus etwas abweichen. Zudem werden ich keinen Unterschied zwischen ÖPNV und öV machen, aus meiner Nutzersicht kann ich nur schwer eine Grenze ziehen. Vielleicht kann mir ja jemand behilflich sein.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Ich bin bei ca. 90% aller Fahrten mit dem öV unterwegs, der Streckenanteil dürfte wohl bei ca. 98% liegen. Seit meinem Umzug in eine Grossstadt (für CH-Verhältnisse) im Juli lebe ich quasi ohne Auto. Mein Arbeitsweg dauert Tür-zu-Tür ca. 45-50 Minuten, mit dem Auto hätte ich Tür-zu-Tür ca. 35-40 Minuten. Dadurch, dass ich das Glück habe in Gegenlastrichtung zu pendeln, kenne ich das Gefühl von vollen Zügen und ähnlichem im Moment überhaupt nicht. In der Regel habe ich mindestens vier Plätze für mich.

Zuvor lebte ich in einer Gemeinde mit ca. 1700 Einwohnern, 25 Auto- bzw. 30 Busminuten von einer Stadt mit 36'000 Einwohnern entfernt. Historisch gewachsen, verfügten wir über einen ausserordentlich guten öV-Anschluss bis ins Jahr 2015 mit >50 Verbindungen pro Tag und Richtung (Mo-Fr) und während der gesamten Woche von 6-24 Uhr mind. alle 30 Minuten einer Verbindung.
Dann wurden uns fast die Hälfte aller Verbindungen gekappt, trotz einem der besseren Kostendeckungsgrade einer Regionalbuslinie (>50%).

Dadurch nahm die Fahrgastzahl in unserer Gemeinde bereits innerhalb eines Jahres um 20% ab. Insbesondere im Freizeitverkehr sind viele Fahrgäste vom Bus zurück auf das Auto umgestiegen, eine äusserst bedenkliche Entwicklung, aber leider politisch so gewollt.

Durch dieses Praxisbeispiel komme ich zu folgendem Schluss: Mit einem 30-Minuten-Takt von 5-24 Uhr kann man selbst auf dem Land ansehnliche Verkehrsmengen auf den öffentlichen Verkehr lenken. Ich würde den 30-Minuten-Takt auch als magische Grenze setzen, bei welcher auch der Gelegenheitsnutzer den öV als Alternative in Betracht zieht. Denn eine dreissig minütige Wartezeit lässt sich relativ einfach überbrücken, 60 Minuten sind dann doch schon eher mühsam.

Glücklicherweise ist es in der Schweiz, dass ein sehr grosser Anteil der Bahnlinien mind. im Halbstundentakt erschlossen sind. Auch die Buslinien verkehren häufig im Halbstundentakt, fast immer aber mind. im Stundentakt. Natürlich abgesehen von den sehr abgelegenen Gebieten.

Interessanterweise hat die deutsche Nachbargemeinde (mit ähnlicher Grösse) mittlerweile das bessere Busangebot. Mindestens Montag-Freitag von 6-20 Uhr geniessen die nun den Halbstundentakt, samstags noch ein Stundentakt und sonntags dann nur noch ein Zweistundentakt. Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie das Angebot genutzt wird. Trotz geringer Entfernung habe ich diese Buslinie noch nie genutzt und erst kürzlich festgestellt, dass sie nicht unattraktive Verbindungen früh morgens und abends nach/von Basel bietet mit Ankunft in Basel um 06:37 Uhr (statt 07:15 Uhr) und Abfahrt in Basel um 23:00 Uhr (statt 21:50 Uhr).

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Ich kann es mir nicht nur vorstellen, ich praktiziere es in der Regel auch. In der Saison 2017/18 war ich an 27 Tagen auf den Skis, dafür reiste ich 13 Mal in die Berge. 9 dieser Fahrten absolvierte ich mit dem öV, je zweimal nutzte ich das Auto bzw. den Car.

Gerade von meinem bisherigen Wohnort war der öV in dieser Hinsicht in keiner Weise konkurrenzfähig mit dem Auto. So betrug die Fahrzeit nach Churwalden beispielsweise 3:20 Std. je Weg, mit dem Auto hätte ich das Ziel in 2:20 Std. erreicht. Dennoch zog ich den öV vor. Denn dort konnte ich noch dösen bzw. noch Dingen für die Schule erledigen. Andererseits war praktisch unabhängig vom Verkehrsaufkommen auf der Strasse und wusste bereits beim Einsteigen, wann ich mein Ziel erreichen werden. Das war insbesondere abends ziemlich angenehm. Künftig werde ich noch 2:20 Std. (öV) statt 1:45 Std. (Auto) nach Churwalden haben, wodurch ich keinen Grund dazu sehe, auf das Auto umzusteigen.

Nicht unwesentlich zu meinen Entscheidungen trägt das Generalabonnement bei. Dieses erlaubt die unlimitierte Nutzung des Schweizer öV-Netzes während eines Jahres und kostet mich im Moment ca. CHF 2000.- pro Jahr (entspricht ca. CHF 5.50/Tag). Dadurch ist der öV für mich persönlich auch konkurrenzlos günstig.

Ein anderer Punkt sind Einkäufe: Wasserkästen in der S-Bahn oder im Bus machen einfach keinen Spaß. Fahrrad ist auch nichts für jeden.
Einkaufen gehe ich in der Regel mit dem Fahrrad und dem Rucksack, teilweise auch direkt auf dem Nachhauseweg. Wasserkästen brauche ich keine zu schleppen, da ich seit jeher Hahnenwasser trinke. Und PET-Flaschen haben in der Schweiz glücklicherweise keinen Pfand, dafür können die in jedem Einkaufsladen und an jedem Bahnhof korrekt entsorgt werden.

@Taktfahrplan
Wenn ich mich in Frankreich und Deutschland aufhalte ärgere ich mich jeweils grün und blau, wie man ein solch unsystematisches Fahrplanangebot planen kann. Ich bevorzuge eine stündliche Verbindung von A nach B mit Umstieg in C, statt dass ich zwar zweimal täglich eine Direktverbindung von A nach B habe, aber ansonsten keine attraktiven Verbindungen. Denn sobald ich Verspätung habe, bin ich mit einem solch unsystematischen Angebot aufgeschmissen.

Andererseits ist die Pünktlichkeit der DB in meiner Region (Schaffhausen – Basel) eine absolute Katastrophe. Man kann an den Abfahrtsanzeigern in Schaffhausen die deutschen Züge alleine daran erkennen, dass sie eine Verspätung haben.
 
War gestern im EC von Hamburg nach Interlaken unterwegs, allerdings nur auf einem Teilstück in Deutschland. In Basel hat der 30 Minuten Aufenthalt, da sieht man, welches Vertrauen die Schweizer in die DB haben :D. Zurecht, wie man gestern wieder gesehen hat: 13 Minuten hatten wir bis Karlsruhe schon wieder zusammen.
 
Ich wohne knapp 30km von Köln entfernt in Kleinstadt (ca. 36.000 Einwohner) und muss zum Arbeiten in die Nachbarstadt (ca. 120.000 Einwohner) und bei uns ist für die meisten der ÖPNV einfach nicht nutzbar. Für mich geht der ÖPNV aufgrund der beruflichen Situation gar nicht, weil ich a) oft unregelmäßige Arbeitszeiten und b) regelmäßig Rufbereitschaft habe. Selbst wenn das nicht wäre, würde mir ein Umstieg schwer fallen, weil 20 Minuten mit dem Auto sehr verlockend sind anstatt mit zwei Mal 10 Minuten Fußweg ca 80-90 Minuten pro Strecke mit ÖPNV.

Für Schichtarbeiter ist der ÖPNV im Regelfall auch nicht nutzbar, weil entweder morgens so früh noch keine Verbindung geht bzw abends ab 20:00/20:30 Uhr keine Busse mehr fahren.

Also Taktverdichtung und Ausweitung der Fahrplanzeiten wäre nötig
 
margau schrieb:
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?

Fahrt zur Arbeit: 15 km.

Mit dem Auto: 18 Minuten
Mit ÖPNV: 95 Minuten, dazu noch der Fußweg von/zu den Haltestellen. Wenn ich bis Mitternacht arbeite, fährt der nächste Bus erst am nächsten Morgen.

Wie soll ich auf das Auto verzichten?
 
molotov schrieb:
Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)
Bergfan schrieb:
margau schrieb:
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?

Fahrt zur Arbeit: 15 km.

Mit dem Auto: 18 Minuten
Mit ÖPNV: 95 Minuten, dazu noch der Fußweg von/zu den Haltestellen. Wenn ich bis Mitternacht arbeite, fährt der nächste Bus erst am nächsten Morgen.

Wie soll ich auf das Auto verzichten?

Naja, mitternachts heim im Regen bei 3 Grad 15 km - viel Spass ! Auch mit nem Ebike .
 
Bergfan schrieb:
molotov schrieb:
Hier wäre ein E-Bike das Mittel der Wahl ;)

Nein, ist es nicht.
Wäre es für mich auch nicht. Aber mit was ich gerade liebäugele: Einen Plug In Hybriden mit dem ich rein elektrisch 90% meiner Fahren abdecken kann, das Meiste bewegt sich ja täglich so um die 50 km. Strom hab ich kostenlos mehr als genug, deswegen wäre das für mich besonders interessant. Wenns denn dann mal in den Urlaub geht kann ich mit Treibstoff fahren. Der Preis für ein gutes Modell das auch langstreckentauglich ist schreckt mich aber noch ab.
Als Saarländer der auf dem Land lebt ist es überhaupt nicht möglich völlig auf ein Auto zu verzichten. Bahn gibt es nicht, die Busverbindungen sind katastrophal und unbrauchbar (es gibt zwar einen auf die Schulzeiten abgestimmten Rundbus, der aber wie gesagt nur zu Schulzeiten fährt, völlig überfüllt, nur mit spezieller Schülerkarte nutzbar ist und in den Ferien gar nicht verkehrt). Zum Einkaufen muss man auch pro Weg etwa 10 km einkalkulieren.
 
Bei mir sieht es so aus:

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?

Meine Arbeitsstelle ist gut einen Kilometer vom Wohnort entfernt, ich gehe mit dem Velo dorthin und habe (je nach Ampel) keine 5 Minuten... mit dem Auto hätte ich wohl doppelt so lange und müsste am Ziel erst noch um einen der raren Parkplätze kämpfen oder auf die teureren Parkplätze auf Stadtboden ausweichen.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?

Ist in meinem Fall keine Option, da ich zu Fuss mehr oder weniger gleich schnell bin wie mit dem ÖV und mit dem Velo viel schneller.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?

Mehr und bessere Velowege oder wenigstens Velostreifen, die nicht an den kritischen Orten aufhören... ansonsten kann ich mich nicht beklagen

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?

Als Schweizer von "Grossstadt" zu sprechen ist schon fast frech, da wir das wirklich nur vom Hörensagen kennen... aber in meinen Augen hat ein Auto in einer (Gross)Stadt eigentlich nichts verloren, es braucht zu viel Platz (sowohl fahrend/schleichend als auch stehend), den es in der Stadt einfach nicht hat. Zusätzlich sind idR die öffentlichen Verkehrsmittel gut genug resp. die Wege kurz genug, dass man gut darafu verzichten kann. Am Stadtrand grosse P+R-Plätze einrichten, die dann mit dem ÖV sehr gut ans Zentrum angeschlossen sind, damit man auch die Auswärtigen aus dem Auto kriegt. Da aber neben netten Gesten meist das Portemonnaie entscheidet, halt die Parkgebühren rauf, Parkplätze weg oder sogar eine City-Maut einführen.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?

Mache ich schon jetzt in mindestens 80% der Fälle. Zugegeben, mit dem Auto ist man im Berner Oberland deutlich schneller (von mir zB nach Adelboden mit dem Auto 1.25, mit dem ÖV 2.05, dazu kommen noch 10 Minuten zu Fuss an den Bahnhof), aber ins Wallis schon nicht mehr (zB nach Saas-Fee: Auto 2.50 durch den Lötschberg, 3.10 durchs Unterwallis; ÖV 2.40 plus 10 Minuten an den Bahnhof)

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?

Ich besitze kein Auto, wenn ich eins brauche, so nehme ich mir ein Mobility, für meine Bedürfnisse absolut perfekt: Muss mich um nichts kümmern, es steht idR am Bahnhof, es hat meist die passende Grösse für das, was ich will

Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?

Nicht viel mehr als jetzt schon...
 
Spezialwidde schrieb:
Wäre es für mich auch nicht. Aber mit was ich gerade liebäugele: Einen Plug In Hybriden mit dem ich rein elektrisch 90% meiner Fahren abdecken kann, das Meiste bewegt sich ja täglich so um die 50 km. Strom hab ich kostenlos mehr als genug, deswegen wäre das für mich besonders interessant. Wenns denn dann mal in den Urlaub geht kann ich mit Treibstoff fahren. Der Preis für ein gutes Modell das auch langstreckentauglich ist schreckt mich aber noch ab.
Heißt du möchtest für 90% deiner Fahrten einen Verbrenner mit dir herum schleppen, der massig was wiegt und somit den Verbrauch deines Elektroautos steigert, bzw. die Reichweite senkt? Wäre es da nicht vernünftiger, sich während den Urlaubsfahrten einen Wagen zu mieten?
Ich halte als selbstständiger Elektriker ja generell nichts von Elektroautos, aber Hybrid macht in meinen Augen noch weniger Sinn.
 
Che schrieb:
Heißt du möchtest für 90% deiner Fahrten einen Verbrenner mit dir herum schleppen, der massig was wiegt und somit den Verbrauch deines Elektroautos steigert, bzw. die Reichweite senkt? Wäre es da nicht vernünftiger, sich während den Urlaubsfahrten einen Wagen zu mieten?
Das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Aber wie gesagt, der Stromverbrauch, auch der Mehrverbrauch einen Verbrenner mitzuschleppen ist mir völlig wurscht. Etwas spontan will ich halt auch sein. Es kommt schon mal vor dass ich morgens auf die Idee komme mal in die Vogesen zum Skilaufen zu fahren, dann wär das mit der Mieterei auch wieder doof.
 
Dann mal hierzu meine Antworten:

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Ich habe zwei Arbeitsorte beim gleichen Arbeitgeber, d.h. einmal sind es nur 6 km und das zweite mal sind es ca. 35 km bis zum Arbeitsplatz. Die Bahn gewinnt immer -> mindestens gleich schnell, preiswerter, ökologischer und entspannter als mit dem PKW. Daher nehme ich ganz selten das Auto und an den nahen Arbeitsplatz nehme ich auch gerne das Rad.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Obwohl ich eher ländlich wohne ist der Nahverkehr schon ganz gut ausgebaut. Die Bahn fährt alle 30min. Mit einem Bahnhof in der Nähe kann ich hier durchaus auf einen PKW verzichten - habe ich auch schon teilweise gemacht. Nicht selten steht das Auto ein paar Tage ungenutzt im Hof. Hätten wir hier nur Anschluss mit Linienbus wäre ich eher abgeneigt.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Gerade bei jungen Menschen in der Stadt ist es nicht mehr oberste Priorität ein eigenes Auto zu besitzen und man entscheidet sich dafür das Auto zu verkaufen - wenn der ÖPNV funktioniert. Trotzdem wird man für so eine Entscheidung teilweise immer noch belächelt und es fehlt an Akzeptanz. Gegenüber der Schweiz haben wir in Deutschland einen hohen Investitionsstau beim ÖPNV.

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Der ÖPNV muss weiter gestärkt werden, auch der Ausbau von Radwegen muss weiter voran getrieben werden. Parkpätze in der Stadt müssen m.E. teurer werden. Da wird viel Wohnraum verschenkt.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Habe ich schon lange umgesetzt. Entweder durch Busreisen in die Skigebiete (in der Regel deutlicher preiswerter als die eigene Anreise) sowie auch mit der Bahn. Da ich direkt an der schweizer Grenze wohne habe ich einen sehr guten Zugang zum Liniennetz der SBB. Obwohl ich nicht ein GA oder Halbtax-Abo besitze gibt es auch hier immer wieder sehr attraktive Angebote. Natürlich bin aber auch bequem oder fahre mit mehreren Freunden, dann bleibt derzeit das Auto die erste Wahl -> wenn es zur Verfügung steht.

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Schon eine Zeit lang mal (fast) umgesetzt. Mit Haus und Garten und Hund muss ich aber immer mal wieder zum Transport auf den PKW zurück greifen. Der ÖPNV sollte noch preiswerter werden und das CarSharing weiter ausgebaut werden. Dann könnte man eher noch auf den eigenen PKW verzichten.

Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
Ich fahre jetzt schon mehr mit dem ÖPNV als mit dem eigenen Auto. Wenn es kostenlos ist wird es wahrscheinlich nur geringfügig mehr sein.
 
margau schrieb:
Hallo zusammen,
inspiriert vom Nachbarthread zum Thema fliegen würde ich gerne mal eine kleine Gesprächsrunde über die Zukunft der Mobilität aufmachen.
Konkreter Gedanke dahinter: Ich wohne zurzeit zwecks Studium im Großraum Stuttgart, und pendle täglich ca. 45 Minuten mit der S-Bahn von meinem Wohnort in die City zur Hochschule. Wie man vielleicht mitbekommt, ist Stuttgart - wie viele andere Großräume - verkehrlich "speziell". Einmal war ich im letzten Jahr mit dem Auto in der City, da ich viel zu transportieren habe, und, nun ja - nie wieder freiwillig.

Du kannst nicht, weil Du einmal in die City gefahren bist auf die Situation der anderen schließen.
Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst
.

Ich persönlich bin der Meinung, das aktuell der Individualverkehr (Auto) einen viel zu hohen gesellschaftlichen und politischen Wert hat, da mit dem Individualverkehr schlicht nicht die Effizienz erreicht werden kann, die andere Verkehrsträger (auf engem Raum) bieten. Dazu gehören für mich der Flächenverbrauch, die Auslastung und natürlich auch der ökologische Aspekt. Der Extremfall wäre hier für mich der SUV, der an 5 von 7 Tagen der Woche von einer Person alleine zum Pendeln an den innerstädtischen Arbeitsplatz verwendet wird.
Gleichzeitig ist es schwierig, "universell" auf das Auto verzichten zu können: Es ist unbestreitbar, dass man (bis auf wenige Ausnahmen) ohne Komfortverlust auf das Auto komplett oder teilweise verzichten kann.

Das ist Deine Meinung, ich habe eine komplett andere. Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt. Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.
Ohne Komfortverlust aufs Auto zu verzichten... Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder? Ich fahre gerne nach Zermatt, aber das Generve mit den ständig überfüllten E-Bussen die nie dann da sind wenn man sie eigentlich braucht ist ein Punkt der die Destination wirklich runter zieht. In Garmisch sind die Strassen voll, ja, aber ich kann mit dem Handy am Hausberg meine Standheizung starten und nach der Abfahrt in meinem warmen Auto mit meiner Musik in meinem Umfeld isoliert von den andren Menschenmassen IN RUHE ins Hotel zurück fahren. Dafür stehe ich gerne ein paar Minuten im Stau, das ist es wert!


Mich würde es sehr interessieren, wie die anderen hier im Forum das sehen.

Da das Thema viel Sprengstoff bietet: es geht hier explizit nicht darum, gegen das Auto als solches zu wettern, sondern lediglich um die Rolle in der Alltagsmobilität.

Einfach mal ein paar Fragen/Ideen/Anregungen:
Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Nichts, weil ich mein Auto nicht hergeben werde. Aus o.g. Gründen
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Das endlich die Verteufelung des Autos das hier für über 7 Millionen Arbeitsplätze verantwortlich zeichnet aufhört!
Es ist doch an Lächerlichkeit kaum zu überbieten das man z.B. in Hamburg einzelne Strassenzüge für Diesel sperrt während im Hafen fleißig Schiffe Schweröl/ Bitumen zur Stromerzeugung bei Liegezeiten verbrennen, HALLO?

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
so sauber und diszipliniert wie z.B. Singapur

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Öffentlich sowieso nicht! Aber vielleicht werde ich alt genug das man mit einer vollautomatischen Drohne in die Alpen fliegt, um vor Ort die letzte Meile mit einem hochklassigen SUV bewältig :mrgreen:

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
unter garkeinen!
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
die könnten mir noch Geld dabei geben, NEIN!

Vielleicht entwickelt sich ja eine interessante Diskussion daraus; ich bin der Meinung, dass die derzeitige Verkehrsstruktur auf Dauer nicht mehr funktioniert.
Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem

Viele Grüße
margau
Auch von mir viele Grüße aus dem Sauerland
 
Vorab, unter der Wuche würde ich mir nicht die Mühe machen, diesen Beitrag zu beantworten.

Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst.
Wer täglich mit dem öV pendelt, der weiss in welchem Bahnwagen man ein Viererabteil für sich hat und der weiss, welche Turnschuhanschlüsse existieren, aber nicht publiziert sind. Ein Vielnutzer eines bestimmten Verkehrsmittels reist immer schneller und komfortabler als ein Gelegenheitsnutzer.

Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt.
Genau, zusätzliche Fahrspuren werden ja auch keine mehr gebaut, neue Strassen, Tunnels und Umfahrungen sowieso nicht. Eine etwa ähnliche Haltung wie der Vielflieger, der behauptet, dass der Flieger ja sowieso fliege.
Und die Normen sind absolut starr und werden nie verändert. Wenn es mit dem Auto-Grössenwahn so weiter geht, müssen die Normen bald einmal angepasst werden.

Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.
Ein Standardbus (12 m) benötigt ca. 30l/100km im Überlandverkehr, eine VW Tiguan ca. 7l/100km. Die durschnittliche Anzahl Personen pro Auto beträgt ca. 1.15 Personen. Folglich benötigt ein Fahrgast mit dem Bus ca. 6l/100km, einer mit dem Auto ca. 6.4l/100km. Tatsächlich steht der Bus hier nicht wesentlich besser da. Aber wenn die Auslastung immer nur bei 5 Personen liegt, dürfte die Linie eher mit kleineren Fahrzeugen bedient werden. Liegt die Auslastung zu anderen Zeiten höher, liegt der Dieselverbrauch massiv tiefer.

Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder?
Meine Busse und Züge sind in der Regel sehr gut klimatisiert bzw. beheizt. Zudem kann ich einsteigen und die Temperatur stimmt sofort. Beim Auto warte ich in der Regel zehn Minuten. Besoffene treffe ich in der Regel vor allem in den Nachtbussen an (nach 1 Uhr), störend war das Ganze noch nie. Bin viel eher froh, dass die im Bus sitzen und nicht im Auto, genauso wie die streitenden Pärchen.

Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Zum Glück sehen die bei uns nicht wie Flughäfen aus. Bin froh, dass man an Bahnhöfen keine Sicherheitskontrollen, Zutrittskontrollen und ewig lange Wege hat. Zum Umsteigen benötige ich wohl nie mehr als max. vier Minuten.

Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem
Vorhin hast du doch noch geschrieben, dass Strassen und Parkplätze sowieso vorhanden sind. Warum muss denn hier investiert werden?
 
Wo werden den noch groß Strassen neu gebaut?
Wir sind ja noch nichteinmal im Stande die Güterzugverbindung durch den neuen Gotthard Basis so zu verbinden wie wir das der Schweiz einmal zugesagt hatten. Ganz im Gegenteil, die völlig der Wirklich entrückten „Fachleute“ und Politiker diskutieren jetzt tatsächlich die Elektrifizierung von rechten Fahrspuren auf den Autobahnen für den Schwerverkehr.
Offensichtlich ist den Herrschaften entgangen das wir bereits ein funktionierendes Oberleitungssystem haben, nennt sich DB Güterverkehr. Hätte man das mit der irrwitzigen Privatisierung nicht kaputtgespart, dann könnten wir darauf zurückgreifen.
Unsere Schleusen hier im Ruhrgebiet, 100 Jahre alt und kaum instandgehalten, dafür war in userem ach so reichen Land nie Geld da.
Oder Flughäfen, nicht nur in Berlin ein schönes Thema.
Die Grünen argumentieren das man den Flughafen in Dortmund nicht ausbauen kann, weil der ja mitten in der Stadt liegt. Der Flughafen Paderborn Lippstadt 100 km weiter kann man leider auch nicht ausbauen, weil der mitten im Wald liegt und Bäume gefällt werden müßten..... Grüne Verhinderungslogik.
Sorry, aber das einzige worauf ich mich verlasse ist mein Auto, die guten Gründe dafür siehe oben.
 
Hallo,
dann antworte ich auch mal.

Eins vorweg: Ich finde es schade, dass in besagter Meinung alles als Angriff auf "das heilige Auto" aufgefasst wird.
Ziel und Intention dieses Threads ist es, wie oben geschrieben, definitiv nicht, Verkehrsmittel (und die Philosophien dahinter) gegeneinander auszuspielen. Würde mir daher wünschen, dass es bei konstruktiven Diskussionen bleibt - und wie man alles existierende und neue sinnvoll miteinander verbinden kann.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Du kannst nicht, weil Du einmal in die City gefahren bist auf die Situation der anderen schließen.
Wer täglich pendelt, der weiß um Schleichwege und um Umgehungsmöglichkeiten die Du nicht kennst
.
Nun, ich bekomme auch jeden morgen die Radiomeldungen mit. Und wenn man jeden morgen an der selben Stelle 20 Minuten im Stau steht und es generell nur mäßig voran geht, glaube ich nicht, dass durch Schleichwege viel zu holen ist.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Das ist Deine Meinung, ich habe eine komplett andere. Der Flächenverbrauch ist zu vernachlässigen, die Strassen sind da und auf Parkplätzen ist es vollkommen egal ob dort ein Smart oder Rolls Royce parkt, sie sind genormt. Im ürbrigen ist der Flottenverbrauch in unserer Ländlichen Region eher bei den Öffentlichen größer, ein mit 5 Personen besetzter Bus braucht sicher mehr vom bösen Diesel als ein viel gescholtener SUV.

Nun, der Flächenverbrauch der innerstädtischen, dort teuren und knappen Fläche ist ein anderer, ob man Parkplätze für ein Auto oder 5-10 Fahrräder hat. Auf bestehenden Straßen ist es eine andere Lebensqualität, ob 3-spurig Tempo 50 ist, oder Fahrradspur und Raum für Fußgänger (verbindende statt trennende Wirkung). Beispiel: B14 in Stuttgart, diese Straße hat definitv trennende Wirkung und macht die Stadt an dieser Stelle nicht gerade lebenswerter. In der Ländlichen Region kann man klar drüber streiten, aber der ÖPNV hat schnell eine Auslastung (Schülerverkehr...), mit dem auch im Tagesschnitt sinnvoll verringerter Verbrauch erziehlt werden kann.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Ohne Komfortverlust aufs Auto zu verzichten... Du möchtest mir jetzt bitte nicht ernsthaft erklären das ein stickiger Bussitzplatz mit drei besoffenen und zwei streitenden Pärchen ein Vergleich zu meinem beheizten/ gelüfteten Massagesessel in meinem Auto eine ernsthafte Alternative sein soll, oder? Ich fahre gerne nach Zermatt, aber das Generve mit den ständig überfüllten E-Bussen die nie dann da sind wenn man sie eigentlich braucht ist ein Punkt der die Destination wirklich runter zieht. In Garmisch sind die Strassen voll, ja, aber ich kann mit dem Handy am Hausberg meine Standheizung starten und nach der Abfahrt in meinem warmen Auto mit meiner Musik in meinem Umfeld isoliert von den andren Menschenmassen IN RUHE ins Hotel zurück fahren. Dafür stehe ich gerne ein paar Minuten im Stau, das ist es wert!
Nun, ist ein Massagesessel im Auto wirklich ein Argument für Komfortverlust? Oder ist es eher Luxus? Ich sitze lieber im bequemen ICE und habe noch ein Restaurant dabei, statt im Stop-and-Go auf der A8. Im übrigen würde ich fast vermuten, das sich der Großteil der Bevölkerung kein Massagesessel leisten kann. Auch für den Teil der Bevölkerung gehört es meiner Ansicht nach dazu, gute Mobilität zu bieten. Betrunkene Treffe ich in der Bahn meistens nur nach 22 Uhr wenn Wasen ist an - also nicht wirklich etwas für den täglichen Verkehr. Kann mir auf dem Weg ins Parkhaus genau so passieren. Ruhe ist auch relativ...
Sauerland_6_CLD schrieb:
Für einzelne Fahrten sicher, dafür müßten aber die Bahnhöfe nicht wie öffentliche Pinkelrinnen aussehen und riechen, sondern eher wie Flughäfen.
Nun, ich kenne nur sehr wenige Bahnhöfe, bei denen das so ist. Da sind innerstädtische Parkplätze/Parkhäuser oft nicht besser.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Das endlich die Verteufelung des Autos das hier für über 7 Millionen Arbeitsplätze verantwortlich zeichnet aufhört!
Es ist doch an Lächerlichkeit kaum zu überbieten das man z.B. in Hamburg einzelne Strassenzüge für Diesel sperrt während im Hafen fleißig Schiffe Schweröl/ Bitumen zur Stromerzeugung bei Liegezeiten verbrennen, HALLO?
Das mit den Schiffen ist das auch nicht grade gut. Aber sind wirklich 7 Millionen Arbeitsplätze in Gefahr? Oder sind diese vielleicht sowieso in Gefahr, weil man keine Lust/Plan hat, sich mit zu wandeln? "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit" - Stichworte in der Automobilindustrie wären beispielsweise Tesla. Klar, ist alles "Work in progress", aber verschlafen hat man hier mindestens was.
Ich bin generell der Auffassung, das man mit möglichst effizientem Verkehr über alle Verkehrsträger auch das beste für die Volkswirtschaft rausholen kann. Nicht mit einseitiger Fokussierung.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Ist schade, ich habe zumindest (kurzfristig nicht erfüllte) Bedingungen, unter denen ich mir das vorstellen könnte.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
die könnten mir noch Geld dabei geben, NEIN!
Schade, ich habe beides gemacht/mache beides beim Pendeln. Hast du es denn mal versucht? Hat alles seine Vor- und Nachteile.
Sauerland_6_CLD schrieb:
Was genau funktioniert nicht? Die meisten Staus sind in der maroden Infrastruktur begründet, hätte unser angeblich so reiches Land es nicht jahrelang versäumt zu investieren, dann hätten wir kaum ein Problem
Naja, die Effizienz ist niedrig, man verbringt viel Zeit im Stau oder beim warten auf Umstiege, oft hat man keine alternativen zum Auto, Logistik könnte besser sein, Mobilität in Ihren Formen kostet (zu viele) Menschenleben, Mobilität könnte Umweltfreundlicher sein...
Kurz zusammengefasst: Ich denke, wenn man aufhört sich weiterzuentwickeln, hat man schon längst verloren. Und Weiterentwicklung heißt für mich nicht eine neue Spur auf der A8, sondern andere, größere Dimensionen. Möglichst mit gutem Nutzen für die Gesamtbevölkerung und die Volkswirtschaft.

Kurze Anmerkung:
Ich pendle am Wochenende regelmäßig zwischen dem Großraum Stuttgart und dem Rhein-Main-Gebiet. Ca. zur hälfte Bahn, zur hälfte KFZ. Auch und besonders dieser "Einblick" hat mich bewegt, diesen Thread auf zu machen, weil: Optimal ist beides nicht.

Wäre schön, wenn wir auf sachlicher Ebene und ohne "Scheuklappen" weiterdiskutieren könnten.

Viele Grüße
margau
 
Also die Nutzung des ÖPNV hat, denke ich, viel mit einem inneren Ruck zu tun. Wenn ich hier so Zeilen lese, wie im eigenen Auto sitzt man einfach gemütlicher bei eigener Musik und warm etc. dann erkenne ich mich darin total wieder. Habe ich früher genauso gesehen. Bis mir irgendwann diese Stausteherei sowas von auf den Senkel ging, dass ich es mit ÖPNV versucht habe. Auch im Skigebiet und ich muss sagen, kommt mir heutztage irgendwie bescheuert vor, mit dem eigenen Auto womöglich noch bei eisglatter Strecke irgendwo am Ende eines total überfüllten Parkplatzes in Reihe zu stellen, Skischuhe anzuziehen und Skigerödel einige hundert Meter über den Parkplatz hin und, hinterher wieder zurück zu schleppen, Skier, Schuhe grob von Schnee und Eis zu befreien, damit das Auto nicht so nass wird und dann mit dem Auto die gleiche Strecke zurückzufahren, hinter dem Skibus her. :x

Heute fahre ich lieber Skibus. Morgens nehme ich den ersten Skibus, das gibt meinem Skitag Struktur ( :wink: ), ich rede mit dem Busfahrer ein paar Takte, erfahre ein paar Neuigkeiten aus dem Ort. Vor der Rückfahrt sitze ich dann lieber noch an der Bushaltestelle, trinke noch ein Talabfahrtsbier, auch mal zwei (auf der Skipiste bzw, Skihütte trinke ich kein Alkohol), brauche mir keine Gedanken über Promille machen, schnacke mit den anderen über den Skitag, und höre im Bus auf Kopfhörer auch meine eigene Musik. Einfach total gechillt.

Will hier keinem das Autofahren vermiesen, bin auch total gegen Verbote, jeder wie er mag. Will nur mal berichten, dass ich auch im Skiort vor ein paar Jahren umgestiegen bin. Allerdings sind die Bedingungen vor Ort bei uns auch ideal. Skibus hält direkt vor der Haustür, eine der ersten Stationen, bekomme daher immer Sitzplatz, letzter Bus geht um 18:00 Uhr zurück, so dass man bis dahin auch noch Zeit für Apres-Ski hat und da ich sowieso immer bis Ultimo fahre, ist der Bus zurück meistens auch nicht mehr so voll.
 
Mal meine Antworten:
margau schrieb:
Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Deutlich (!!!) bessere Verbindungen. Problematisch insbesondere wenn man wie ich aus Stadtrandlage/Agglomeration in ein Industriegebiet muss, das nicht mit einer direkten S-Bahn-Linie gesegnet ist. Mit dem Auto habe ich am derzeitigen Wohnort pro Richtung 15 bis 25 min je nach Verkehr, mit dem ÖV zwischen 45 und 60 min. Am künftigen Wohnort sind es 25 bis 35 min per Auto, 55 bis 70 min per ÖV. Das Ganze im ÖV halbstündlich, was die mindestbrauchbare Anbindung ist. Will ich auf dem Heimweg noch ins Fitness hab ich am derzeitigen Wohnort mit Auto 0 min zusätzliche Fahrzeit, am künftigen ca. 3 bis 4 min Umweg. Mit dem ÖV derzeit 15 min extra, künftig 25 min extra.
margau schrieb:
Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Den ÖPNV benutze ich immer und ausschliesslich für Fahrten ins Stadtzentrum sowie für die meisten Freizeitfahrten. Solange mich der ÖV aber eine Stunde Zeit pro Tag kostet ist er für mich keine Alternative.
margau schrieb:
Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Mehr Anreize für umweltfreundlichere Antriebe. Der oben geschmähte Range Extender für ein E-Auto z.B. muss ja nichts hochleistungsfähiges sein, da genügt ein kleiner aufgeladener 1-l-Motor lange. Dazu flächendeckender Ausbau der Schnellladeinfrastruktur und massiv gesteigerte Investitionen in Stromerzeugung mit geringem CO2-Fussabdruck.
margau schrieb:
Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Grossparkplätze am Stadtrand direkt an den hochrangigen Achsen mit schneller ÖPNV-Anbindung, evtl Kombiticket P+R für innerstädtische Ausflüge. Dazu hochrangige Umgehungen mit genügender Leistungsfähigkeit. Hier ist es immer eine Gratwanderung: Strassenausbau macht den MIV attraktiver, allerdings gibt es kaum was Luftverpestenderes als die täglichen Endlosstaus wenn nicht genügend ausgebaut ist.
margau schrieb:
Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Schnellere Verbindungen, Schliessfächer an den Talstationen um Strassenschuhe einzuschliessen, evtl günstige Kombitickets. Organisierter Gepäcktransport.
margau schrieb:
Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Schnelle on-call Verfügbarkeit für Mietwägen (auch für Auslandsreisen), falls man doch mal Auto fahren will oder muss. Bessere Anbindung der (Nah-)Versorgungsorte - mein künftiger Dorfladen z.B. ist vom Sortiment her deutlich zu klein um den Standardwocheneinkauf zu decken und vom nächsten Supermarkt mit schweren Einkäufen ist untermittelprächtig...
margau schrieb:
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?
Ja. Wobei mir Zeit heutzutage mehr wert ist als das ÖV-Geld.
 
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