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Zukunft der Mobilität!?

o.k. wenn man in Randlage wohnt und zu einer Randlage muss, dann ist es schwierig, aber auch das passiert einem ja nicht einfach so. Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet. Klar beim Job kann man das nicht so leicht steuern.

Wie gesagt, ich spreche nur von mir und ich muss sagen, so richtig Lust am ÖPNV kam bei mir erst auf, als die Handys internetkompatibel wurden und man wirklich schon mal die Morgenzeitung und ein paar Fachartikel gemütlich auf dem Weg ins Büro, mit eigener Musik auf den Ohren konsumieren konnte. Wenn ich heute doch mal mit dem Auto fahren muss, was vielleicht zweimal im Jahr vorkommt, brauche ich länger als mit dem Rad oder S-Bahn. Es ärgert mich dann, dass ich weder den Vorteil der körperlichen Bewegung habe und auch nichts lesen kann, was für eine Zeitverschwendung, denke ich mir dann.
 
Das Auto ist nicht heilig, aber nachdem wir die Kern und Kohlearbeitsplätze erfolgreich exportiert haben, sollten wir doch vielleicht den ein oder anderen hier behalten?!
Umd vor allem sollten wir mal mit Unwahrheiten aufräumen die auch durch ihr ständiges wiederholen nicht richtiger werden.

Die deutsche Automobilindustrie hat überhauptnichts verschlafen!
Mal ganz abgesehen davon dass mir, seitdem ich weiß wie der glorifizierte Herr Musk mit seinen Leuten umgeht, mir solch eine Schüssel eh nicht ins Haus käme, was hat er den großartig geleistet?
Eine Limousine mit Elektromotor und Akku versehen, der weil er über 100.000 € kostet sogar eine halbwegs wettbewerbsfähige Reichweite hat.
Großartig, die deutsche Presse sieht den Unterhang des Abendlandes aufziehen, ahnungslos wie sie ja sind.
Mich würde interessieren ob einer von denen mal einen i3 gefahren hat?
Der Wagen ist nicht nur deutlich innovativer, er kostet auch nur die Hälfte und ist bereits seit Jahren am Markt!
Wer hat hier also was genau verschlafen?
Mal ganz abesehen davon das der Strom für elektronische Autos ja auch irgendwo her kommen muß und Deutschland sich niemals vollkommen aus erneuerbaren Ernergien selbst versorgen können wird.

Mich würde vielmehr interessieren wie es möglich ist, dass eine deutsche Erfindung wie der Volocopter seine Praxiserprobung in einem Wüstenstaat und nicht in good old Germany durchführen muß?
Wer bremst den da und warum?

Airbus stellte auf der letzen Luftfahrtmesse (ILA) eine zweisitzige Drohne vor die autak fliegen können wird.
Unglaublich inzeressantes Konzept wo sich unsere Automobilindustrie unbedingt mit befassen muß.
Es dürfte sogar eher einfacher sein, eine Drohe durch einen dafür geregelten Luftraum zu fliegen als ein Auto dahin zu entwickeln autonom durch Innenstädte fahren zu lassen.
Da sehe ich wesentlich mehr Zukunft drin.

Hyperloop, ein interssanter Ansatz der auch unbedingt weiter verfolgt werden muß.
Keineswegs nur zum Transport von Menschen, die sich vermutlich eher davor scheuen in einer engen Röhre ohne Kontakt zur Außenwelt mit Schallgeschwindigkeit durch die Gegend zu schießen.
Ich sehe das eher im Bezug auf Fracht.

Was ich allerdings garnicht sehe, ist eine Zukunft in der ich mit Regenschirm auf irgendwelche Bimmelbahnen warten muß, die dann überdies meistens verspätet und verdreckt sind.
Nein, dass wird „leider“ nie wirklich meins werden.
Und ich hoffe inständig das sich die deutsche Ingenieurskunst nicht damit zufrieden gibt auf einen ÖPNV zu verweisen der nur kostenlos eine Chance hat akzeptiert zu werden.
(Was nichts kostet ist auch nichts wert)
 
Kreon100 schrieb:
Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet.
Das war ursprünglich auch mein Wunsch. Aber im Raum Zürich für mich in meinem Budget einfach nicht zu realisieren. Eine Ortschaft mit direkter S-Bahn-Anbindung kostet hier sofort mal 400.000 bis 500.000 Franken mehr als das Nachbardorf - die Immobilienpreise hier sind jenseits von Gut und Böse. Und einen Preis in der Region von 1,4 bis 1,5 Mio für Wohneigentum wollten wir uns einfach nicht aufhalsen.
 
rower2000 schrieb:
Kreon100 schrieb:
Als wir vor 10 Jahren ein Haus gekauft haben, kam für mich schon nur ein Grundstück in Frage, wo ich direkte Anbindung per U- oder S-Bahn habe. Dafür habe ich wegen des teureren Preises auch auf einige qm Wohnfläche verzichtet.
Das war ursprünglich auch mein Wunsch. Aber im Raum Zürich für mich in meinem Budget einfach nicht zu realisieren. Eine Ortschaft mit direkter S-Bahn-Anbindung kostet hier sofort mal 400.000 bis 500.000 Franken mehr als das Nachbardorf - die Immobilienpreise hier sind jenseits von Gut und Böse. Und einen Preis in der Region von 1,4 bis 1,5 Mio für Wohneigentum wollten wir uns einfach nicht aufhalsen.

Ja, wem sagst Du das, totaler Wahnsinn, dass Du heutzutage für 1,5 Mio gerade mal eine Eigentumswohnung bekommst! Aber günstiger wird es nicht, aber anderes Thema. Wir haben damals aber nicht nur auf mal eben 20-30 qm verzichtet sondern eher auf 100 bis 200 qm, um dann doch noch gut angebunden wohnen zu können. Mein Cousin hat für das exakt gleiche Geld ein Haus auf dem Land mit 200 qm mehr gekauft. Zahlreiche unserer Freunde haben mit dem Kopf geschüttelt und eben auch in der Peripherie gekauft, weil die Kinder da auch einen größeren Garten haben. Heute danken unsere Kinder es uns, dass sie unabhängig mit der Bahn in die City kommen, Kino etc. Ich würde es wieder so machen, aber wie gesagt, persönliche Entscheidung...
 
Dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu.

Wenn du mit dem Auto pendelst: Was müsste passieren, um (auch teilweise) auf das Auto zu verzichten?
Ich bin jetzt eine Zeit lang täglich 2x30 km mit dem Auto zur Arbeit gependelt. Letztendlich kostet mich das eher Nerven, Sprit, Verschleiß und Versicherung für eine gewisse Zeitersparnis. (Auto 30-35 min pro Strecke Tür zu Tür, ÖPNV ca. 55 Minuten ohne Verspätung)
Da ich nach Ende meines Studiums nun selbst für sämtliche Kosten abseits der Spritkosten meines Autos aufkommen darf, kommt auch die jährliche Laufleistung für die Versicherungssumme dazu, neben dem Wertverlust. Allein durch die täglichen Fahrten zur Arbeit fahre ich sonst nämlich ca. 14.000 km jährlich, da sind meine diversen Wochenend-Skiausflüge noch nicht einkalkuliert. Das ist es mir mittlerweile nicht mehr wert und ich beiße in den vorerst recht sauren Apfel des ÖPNV-Tickets (Jedermann-Ticket Netz 221 € im Monat, ab nächsten Monat Firmenticket Netz ca. 175 €, ab 1. April Tarifreform VVS und dann 112-121 € je nach Wahl).
Mit dem Auto zur Arbeit bin ich übrigens nur schneller, da ich antizyklisch fahre. Morgens aus Stuttgart raus, nachmittags nach Stuttgart rein. In die Gegenrichtung sieht man jeden Tag ewig lange Staus auf der B14 und nein (@Sauerland_6_CLD), diese kann man nicht durch Schleichwege umfahren. Es gibt keine staufreien Schleichwege hier :lol:
Auch auf meinem täglichen Arbeitsweg ist zu bestimmten Zeiten morgens an einer bestimmten Stelle immer Stau, nämlich am Ausbauende der B14 in Nellmersbach. Das lässt sich tatsächlich über "Schleichwege" bzw. besser gesagt Landstraßen umfahren. Stressfreier ist aber tatsächlich Bahnfahren und daher werde ich meine Autofahrten zur Arbeit erstmal sein lassen, außer ich fahre direkt im Anschluss an den Feierabend in den Urlaub.

Falls du den ÖPNV verwendest: Was müsste besser werden? Könntest du dir vorstellen, auf das Auto zu verzichten?
Am Beispiel Stuttgart kann man einige Dinge konkret erläutern, die dringend verbessert werden müssten. Zuerst kommt da mal das Nadelöhr Innenstadttunnel, wo alle 6 S-Bahn-Linien im 15-Minuten-Takt durch müssen und sich die Verspätungen zu den Hauptverkehrszeiten nur so kumulieren. Um das zu beheben gibt es viele Lösungen, die vermutlich einfachste effektive wäre die Einführung von beidseitigen Bahnsteigen zum schnelleren aus- und einsteigen. Sowas baut man aber selbst bei Stationsneubauten (Siehe S-Bahnhof Stuttgart Mittnachtstraße) nicht :roll:
Eine aufwändigere Lösung wäre ein zweiter Innenstadttunnel à la München, das wird aber teuer, riskant und ist politisch bestimmt sowieso nicht durchsetzbar.
Weitere Möglichkeiten sind die Umsetzung der T-Spange im Zuge von Stuttgart 21, die man bisher ja lediglich mit Bauvorbereitungen für eine eventuell zukünftige Umsetzung vorbereitet. Damit ließe sich der Umsteigeverkehr zwischen Feuerbach und Bad Cannstatt über den Hauptbahnhof direkt führen und auch neue S-Bahn-Linien sind denkbar. Und eine relativ leicht realisierbare Lösung, am Besten in Verbindung mit der T-Spange: die Nutzung der Gäubahn für die S-Bahn inklusive Reaktivierung der alten Haltestellen dort, wenn die Regios irgendwann mal durch den fertigen neuen Hauptbahnhof rollen sollten.
Komplett aufs Auto verzichten könnte ich allerdings nicht, da ich es insbesondere für meine Skireisen und für die Fahrt zu meinen Eltern benötige (zumindest noch für eine gewisse Zeit...). Vor der Streckensperrung diverser Abschnitte zwischen Ulm und Lindau gab es nämlich eine direkte IRE-Verbindung Stuttgart-Ulm-Lindau, die lediglich 2 Stunden gebraucht hat. Mit dem Auto kommst du in unter 2:30 h ohne Stau kaum hinterher. Durch die Elektrifizierungs-Bauarbeiten an der Strecke verlängert sich die umleitungsbedingte Fahrtzeit auf 3:40 h bis 4:10 h + Verspätungen. Das ist für die Strecke deutlich zu lang.

Was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft?
Ein generelles Umdenken. In Stuttgart sind sehr viele Leute absolut vernarrt in ihr Auto und fahren jeden Weg damit, egal ob es Sinn ergibt oder nicht. Die Parkgebühren hier sind schon sehr hoch, tägliche Staus vorprogrammiert und einen Parkplatz überhaupt erstmal finden ist auch nicht einfach. Trotzdem fahren jeden Tag aufs Neue abertausende von Autos in die Stadt rein. Was bei der Diskussion um Dieselfahrverbote ja gern mal vermischt wird sind Klimaschutz und Gesundheitsschutz. Bei den Fahrverboten geht es aber in erster Linie um den Schutz der Bevölkerung vor Stickoxiden (NOx) und Feinstaub. Erstere werden hauptsächlich von Diesel-Autos produziert, letztere von allen Fahrzeugen. Wer sich fragt was an "dem Bisschen NOx" denn so schädlich sein soll, dem sei gesagt: Damit wurden vor einiger Zeit Menschen vergast, das sollte genug sagen. Das Zeugs ist absolut gesundheitsschädlich, auch kleine Konzentrationen. Und wenn ein Dieselauto an dir als Fußgänger vorbeigefahren ist riechst du das ziemlich deutlich. Dieser stechende Geruch...
In Stuttgart muss der Ausbau von Fahrradwegen endlich vernünftig angegangen werden. Die Radwege am Neckar entlang sind in stark unterschiedlichem Zustand, von vernünftig asphaltiert bis Rüttelpiste mit Schlaglöchern und Schotterweg ist alles dabei. Eine Fahrt in die Innenstadt ist oft lebensgefährlich. Auf Fahrradstraßen laufen dir die Fußgänger ohne zu gucken vor den Lenker, Autofahrer scheren sich dort einen Dreck darum, dass du als Fahrradfahrer bevorrechtigt bist und an Kreuzungen wirst du generell immer übersehen. Ich bin absolut dankbar dafür, dass ich Scheibenbremsen und sehr gute Reflexe habe, ansonsten wäre ich wohl schon mehrfach unverschuldet im Krankenhaus gelandet. Plötzlich aufgehende Autotüren, Linksabbieger aus Seitenstraßen die mal eben noch vor dir reinziehen, weil du als Radfahrer ja sowieso bestimmt langsam fährst (nein, bergab fahre ich tatsächlich 30-40 km/h...), viel zu schmale Radwege wo man sich kaum gefahrlos überholen kann usw., ich könnte die Liste beliebig weiterführen.

Wie sieht für dich die wünschenswerte Großstadt aus? (Fußgängerzone, Autofrei, Rad(schnell)wege, Tunnel für Autos, starker ÖPNV, wie bisher)?
Sämtliche Straßen benötigen einen vom restlichen Verkehr baulich abgetrennten Radweg. Ansonsten wird man als Fahrradfahrer immer das Nachsehen haben, da es im Zweifelsfall nicht hilfreich ist, wenn auf dem Grabstein steht "aber er hatte doch Vorfahrt". Fußgängerwege sind im Innenstadtbereich oft gut ausgebaut, aber es gibt auch Gegenden, wo der Fußgängerweg plötzlich endet oder auf 20 cm verengt wird. Erklär da mal dem Rollstuhlfahrer oder dem Rentner mit Gehwagen, was er nun machen soll. Radschnellwege sind in Stuttgart in gewissen Richtungen durchaus sinnvoll. Am Neckar entlang, durch den Schlossgarten längs des Talkessels etc.
Die auf den Kesselrändern gelegenen Stadtteile sind da schwieriger anzubinden, da sich wohl kaum jemand täglich den Stress antut, die Höhenmeter hochzuradeln.
Damit der ÖPNV in Stuttgart besser angenommen werden soll, müssen die Ticketpreise noch viel weiter runter als mit der Tarifreform auch erst zum 1. April 2019 geplant. Ein 365 € Jahresticket wäre da ein guter Ansatz. Leider sehen die Städte hier im Umland inklusive Stuttgart es nicht ein, ordentlich in den ÖPNV zu investieren, um die günstigen Ticketpreise zu finanzieren. Die Leute verdienen hier ja gut, also können sie ja auch blechen :roll:
Die Innenstadt gehört weitgehend Autofrei, eventuell die Anwohner ausgenommen. Pendelverkehr aus dem Umland sollte mit großen P+R Parkplätzen an den S-Bahn-Haltestellen in die S-Bahn gelotst werden, dazu muss aber ein günstiges Kombiticket (auch für Abo-Inhaber) her. Bisher gibt es nur einen einzigen P+R Parkplatz in Stuttgart, der ein solches Ticket anbietet (S-Degerloch), aber auch nur für Tagestickets. Die frei gewordenen Verkehrsflächen kann man dann für einen weiteren Ausbau von Stadtbahnen oder Buslinien nutzen, so wie dies derzeit mit der Buslinie X1 auf der B14 zwischen Leuzeknoten und Innenstadt praktiziert wird. (Je Richtung wurde eine Spur dem Individualverkehr entzogen und als reine Busspur abgetrennt)
Für die nahe Zukunft würde sich auch der Bau der Filderauffahrt anbieten, um die innerstädtische B14 vom Durchgangsverkehr zu entlasten (Stichwort Messstelle Neckartor...). Diese schafft eine Verbindung zwischen Dreieck Neckarpark und wahlweise der B27 bei Degerloch oder der A8 bei Neuhausen auf den Fildern.
Zur Entlastung der Pragstraße (B10) zwischen Rosensteinpark und Wilhelma baut man ja derzeit bereits am neuen B10 Rosensteintunnel, dessen Fertigstellung sich allerdings auch leicht verzögert hat.

Und die Fernreisen: Könntest du dir vorstellen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Skifahren zu gehen? Falls nein, was müsste passieren, dass es attraktiv wäre?
Ich bin bereits einmal von Stuttgart ins Tuxertal mit den Öffis gefahren, das war allerdings ein ziemlicher Krampf. Mit Skisack, Skischuhtasche inkl. Helm, vollgepacktem Rucksack, vollgepackter Rollreisetasche und noch zwei nicht mehr reinpassenden Skijacken in den Zug zu kommen, in München und Jenbach umzusteigen und dabei im Zug noch den halben Gang blockieren zu müssen da es viel zu wenig Gepäckstauraum gibt ist wirklich nicht angenehm.
Dasselbe Spielchen hatte ich auch auf dem Rückweg von einer Skireise, abgeladen wurde man vom Bus am Stuttgarter Flughafen, danach ging es mit der S-Bahn weiter nach Hause. Mit Biegen und Brechen habe ich es heim geschafft, das ist definitiv nicht wiederholungswürdig.

Generell, falls du ein Auto besitzt: Ob und unter welchen Umständen könntest du dir vorstellen, auf ein Auto als Eigentum zu verzichten?
Angenommen, der ÖPNV wäre kostenlos: Würdest du dies in deinem Alltag einbauen?

Dazu bräuchte es deutschlandweit ein vernünftig ausgebautes Schienennetz und das sehe ich nicht ansatzweise kommen. Wir haben viel zu wenig Schnellfahrstrecken, die vorhandenen werden teilweise für den Güter- und Regionalverkehr, hart ausgedrückt, "missbraucht" und manche IC- und sogar ICE-Strecken sind bis heute nur eingleisig (!) ausgebaut und/oder nicht elektrifiziert. Das ist für ein Land wie Deutschland ein Armutszeugnis.
In der Vergangenheit wurden von der Deutschen Bahn reihenweise Nebenstrecken stillgelegt, die man heutzutage oft schmerzlich vermisst. Eine Reaktivierung steht für das staatliche, privatrechtliche Unternehmen aber nur selten auf dem Plan... außer die öffentliche Hand gibt kräftig dazu.
Zum Thema Güterverkehr: in Deutschland wurden in den letzten Jahren massenweise Schienenanschlüsse von Unternehmen stillgelegt, stattdessen setzt man auf Lastwagen. Einer der größten Spediteure Deutschlands, DB Schenker (eine Tochter der Deutschen Bahn), betreibt eine riesige, wenn nicht die größte, Lastwagenflotte im Land. Trotzdem reden viele Politiker immer noch von der Verkehrsverlagerung von der Straße auf die Schiene, das ist eine Farce.
Um zumindest noch weiter aufs Auto verzichten zu können müsste auch erstmal eine ganz banale Regelung gestrichen werden: im VVS darf man zwischen 6 und 9 Uhr in der S-Bahn und in Regionalverkehrszügen Fahrräder nur mit einem zusätzlichen Kinderticket mitnehmen. Das gibt es maximal als 4er Ticket, es gibt kein Fahrrad-Wochen-, Monats- oder Jahresticket. In der U-Bahn ist die Fahrradmitnahme zwischen 6.00 und 8.30 Uhr sowie zwischen 16.00 und 18.30 Uhr komplett verboten. Dort macht es aufgrund der Auslastung der meisten Strecken durchaus Sinn, in der S-Bahn ist das reine Geldmacherei (da es ja nicht komplett verboten ist) und auf fast allen Linien vollkommen überflüssig. Die Auslastung ist dort eher nachmittags im Feierabendverkehr abschnittsweise so hoch, dass die Fahrradmitnahme erschwert ist. Aber da darf man es kostenlos mitnehmen...
 
Naja, den Kranzberg in Mittenwald zB würde ich jetzt nicht gerade als gut erreichbar angeben. Natürlich kommt man hin, aber 1,1 km Fußweg und 80 Höhenmeter sind mit Skiausrüstung zu viel, um eine Alternative zum Auto darzustellen. Trotzdem eine interessante Idee mit der Karte.
 
Tolle Idee die mit Sicherheit einschlägt.

https://www.glacierexpress.ch/de/angebote/excellence-class/

Auch in Deutschland träumen einige ja nach wie vor vom Rheingold.
Sicher wirtschaftlich tragbar in der älter werdenden Gesellschaft.
Eher ich mich in die Holzklasse im Flieger zwänge könnte man im Urlaub auch mal auf die Bahn setzten wenn solche Angebot mehr werden...
 
Sauerland_6_CLD schrieb:
Tolle Idee die mit Sicherheit einschlägt.

https://www.glacierexpress.ch/de/angebote/excellence-class/

Auch in Deutschland träumen einige ja nach wie vor vom Rheingold.
Sicher wirtschaftlich tragbar in der älter werdenden Gesellschaft.
Eher ich mich in die Holzklasse im Flieger zwänge könnte man im Urlaub auch mal auf die Bahn setzten wenn solche Angebot mehr werden...
Gerade wenn es um umweltfreundliches und nachhaltiges Reisen in der Zukunft geht, ist dies sicherlich eine tolle Alternative.
Für Deutschland zweifele ich aber im Moment noch, ob dies für viele aufgrund des Preises eine Alternative ist. Erstens sind es wohl nur Wenige, die sich dies leisten können und so viel Geld dafür ausgeben würden und zweitens gilt leider immer noch "Geiz ist geil"...
 
Mein Auto hat leidet seit Jahren unter Standschäden. Für den Weg zur Arbeit nutze ich das Fahrrad. Für Wege unterhalb 10 km ist das eine passable Alternative. Drüber oder bei Steigungen würde ich ein E-Bike nehmen, um nicht völlig verschwitzt auf der Arbeit aufzuschlagen.

Das Auto brauche ich nur noch, wenn ich viel zu transportieren habe.

ÖPNV ist für mich in D ein No-Go. Langsam, dreckig, unpünktlich. Kein Vergleich zur Schweiz, wo man je nach Wohnort locker aufs Auto verzichten kann. In der Stadt bin ich mit dem Fahrrad am schnellsten. Parkplatzsuche mit PKW dauert einfach zu lang.

Was müsste sich ändern, um den ÖPNV attraktiver zu gestalten?

Mehr direkte Verbindungen ohne Halt an jeder Milchkanne. Auch Verbindung der Außenzentren untereinander anstatt immer über die Innenstadt. Mehr Kapazität und Pünktlichkeit. Wenn ich in der Stadt mit dem ÖPNV genau so schnell bin wie mit dem Fahrrad, dann wäre es für mich eine Alternative. Zur Zeit bin ich selbst auf Distanzen von 20 km noch schneller von Tür zu Tür.
 
solche Bahn-Angebote kann man ja schon eher mit einer Kreuzfahrt vergleichen, dann stimmt der Preis auch wieder (und ich kann nicht nur aufs Wasser starren).

Was aber Kosten angeht, da lügt man sich mit dem eigenen Auto auch gerne selbst etwas vor. Verschleiß wird doch von niemandem berücksichtigt und für einen Satz neue Winterreifen ist das Geld schnell besorgt und vergessen. In einer Stadt wie Hamburg bin ich mit ÖPNV viermal günstiger und doppelt so schnell und das im 10 Minuten Takt. Da braucht man keinen Master in BWL, um da die richtigen Schlüsse ziehen.

in der ländlichen Region sieht das sicher anders aus, aber ein Umstieg nur in dem Großstädten wäre ja schön mal ein Anfang. Das wird auch kommen, da bin ich sicher. Wenn ich wie gerade an so einem Mercedes, BMW oder RangeRover-Autohaus vorbei laufe, denke ich immer, wie anachronistisch das ist. Wenn in 200 Jahren vielleicht mal Erdöl als Grundsubstanz für ein Elixir gegen Krebsleiden oder sonst was entdeckt wird, werden wir dafür verantwortlich sein, diese wertvolle Ressource alles für "Fahrspaß" verbrannt zu haben. Bin sonst kein Ökofreak aber dass seit Jahren der Verbrauch der Autos kaum sinkt ist eine Idiotie, die mir nicht einleuchten will und es liegt nur an uns Verbrauchern. Man schaue sich nur mal die PS-Zahl und den Verbrauch des ersten Golf GTI an und dann die technische Entwicklung seitdem.
 
Wurzelsepp schrieb:
Und dann schau mal kurz auf den Preis... da zeigt sich schnell, dass das nicht massentauglich ist.

Ich habe den Preis gesehen, im Vergleich zur First in der Fliegerei ist es nun wirklich nicht zuviel!
Eine Alternative zum Auto könnte für mich nur etwas in der Art sein. Wenn ich während einer Reise den Komfort vom guten Essen und vor allem meine Ruhe genießen kann, ähnlich wie fliegen in der Business oder First dann könnte man sicher einige der hier zitierten Range Rover, BMW oder Mercedes Kunden überzeugen.
Es bleibt aber trotzdem (für mich) dabei, in die Stadt fahre ich nur da wo ich gut mit dem Auto hinkomme.
Wenn das nicht mehr geht, dann fahre ich da auch nicht mehr hin. Ganz einfach an sich.
Wer sich in der Stadt eine vollkommen überteuerte „Favela“ (ETW) ohne PKW Stellplätze andrehen läßt, bitte.
Für mich wäre das nichts, aber wer es mag.
 
Gerade innereuropäisch oder allgemein auf Kurzstrecken hat doch First oder Business im Flieger kaum Sinn, für 1-2 Stunden kann man es problemlos auf einem etwas unbequemeren Sitz oder mit nur unwesentlich mehr Beinfreiheit problemlos aushalten. Darum bieten viele Fluggesellschaften auch kaum B oder F auf Kurzstrecken an, einfach weil die nicht so nachgefragt werden. Anders sieht es auf Langstrecken aus, aber der Zug konkurrenziert ja die Kurzstrecken und dort ist gerade im Flieger der Preis wohl das wichtigste Kriterium... vielleicht noch neben der Lage des Flughafens und der Flugzeit.

Natürlich wird sich dieses Angebot im Glacier Express rentieren, aber der GE ist eine rein touristische Strecke und gerade viele der asiatischen Touristen (und die sind in erster Linie das Zielpublikum für dieses Angebot) werden das 1x im Leben machen und sind darum auch bereit, solche Preise zu zahlen.
 
Sauerland_6_CLD schrieb:
Es bleibt aber trotzdem (für mich) dabei, in die Stadt fahre ich nur da wo ich gut mit dem Auto hinkomme.
Wenn das nicht mehr geht, dann fahre ich da auch nicht mehr hin. Ganz einfach an sich.
Wer sich in der Stadt eine vollkommen überteuerte „Favela“ (ETW) ohne PKW Stellplätze andrehen läßt, bitte.
Für mich wäre das nichts, aber wer es mag.

So habe ich auch immer gedacht, bis man z.B. im Italienurlaub gerade die Ecken in der Cita vecchia toll findet, wo keine Autos durchkommen und man bereit ist, aufs Auto zu verzichten. Solche schönen Plätze gibt es auch in Deiner Stadt ;-)

Sorry wegen Mercer, BMW und so, hört sich schnell nach Neiddebatte an, war so nicht gemeint, ich hatte oben schon mal geschrieben, dass ich gegen jegliches Verbot bin und jeder das machen soll wie er mag. Ich habe jedenfalls keine Lust, mir mein Leben davon diktieren zu lassen, wo ich mein Auto abstelle. Ich käme gar nicht mehr auf die Idee, erst recht nicht abends irgendwo mit dem Auto hinzufahren, weil man dann überlegen muss, wie man da parken kann etc.
 
Die Frage ist ja auch, wie viele der genannten Oberklassefahrzeuge so Platz finden in den Mehrfamilienhaussiedlungen der Deutschen Vorzeigevorstädte, beispielsweise in Dröschede.
Gar nicht mehr selbständig @Sauerland?

Generell, was hat ein Schweizer Luxuszug mit Möbilität zu tun? Oder gehts hier etwa nur darum irgendwie damit zu protzen wie wohlhabend man vermeintlich ist?
 
Die individuellen PKWs werden in den Städten zukünftig immer mehr der aktuell für Sie reservierten Flächen zu Gunsten der Fußgänger und Radler abzugeben haben. Die Menschen, die in den Städten leben, sehen es langsam immer weniger ein, warum der Hauptteil der Verkehrsfächen für Autos reserviert sein soll, deren Dichte unaufhaltsam zunimmt.
 
Nun ja, selbstverständlich bieten die Flugesellschaften kaum eine Mlassenwahl auf Kurzstrecken an. Weil das was für Flugreisen Kurzstrecke ist, selbst im ICE bereits Langstrecke ist.
Dortmund- München ist eine sehr beliebte Verbindung die per Flugzeug 50 Minuten dauert, mit dem Zug gut 5 Stunden!
Wenn ich 5 Stunden im Zug sitzen soll, dann sicher nicht in der Art und Weise wie in einem Flugzeug.

Um eine offensichtlich dringende Frage zu beantworten:
ich bin selbstständig- kleineres metallverarbeitendes Unternehmen im Sauerland.
Wenn die Beantwortung dieser Frage der Zukunft der Mobilität dienlich ist?!

Was der Glacier Express mit all dem zu tun hat?
Zukunft der Mobilität, ich dachte da gehört alles dazu.
Ich konnte nicht wissen das es ausschließlich um den ÖPNV und deren Massentransportmittel gehen sollte.

Wir können aber gerne über grüne Ministerpräsidenten diskutieren, die für Kurzstrecken gerne mal den Hubschrauber nehmen. Oder ihre Bonusmeilen privat verfliegen, obwohl sie doch eigentlich gegen all das sind (also offiziell) An der Quelle saß der Knabe...
 
Ich fand das mit dem Glacierexpress durchaus passend und ich fänd es toll, wenn unsere Rentner mal mehr in solchen Zügen reisen würden als alle auf die Drecksschleudern von Kreuzfahrtschiffen.
 
NeusserGletscher schrieb:
Was müsste sich ändern, um den ÖPNV attraktiver zu gestalten?
Erstmal müsste es sicher sein, dass wenn ich eine Reise plane mir nicht ein Strich durch die Rechnung gemacht wird wegen Streik, so wie heute z.b. :roll:
 
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