j-d-s hat geschrieben:Wenn man aus purer Gier das Allgemeinwohl schädigen will, finde ich das nicht in Ordnung. Eigentum verpflichtet.
Über die sehr interessante Frage, wie Gemeinwohl in diesem Zusammenhang zu definieren ist, wird ja dann das Gericht zu entscheiden haben.
Natürlich steckt wahrscheinlich persönliche Gier dahinter; das aber im Zusammenhang mit der (Tourismus-)Wirtschaft - gerade in der Piefke-Saga-Hometown - zu kritisieren, ist schon ein bisschen schizophren. Gerade die menschliche Gier ist doch der stärkste Treibstoff für den Wirtschaftsmotor. Ich glaube nicht, dass es in Mayrhofen jemanden gibt, der sein Gewerbe aus purem Altruismus betreibt...
Es gibt einen Unterschied zwischen redlichem Gewinnstreben und Gier nach Gewinn auch auf Kosten anderer.
Und im übrigen, normalerweise entscheidet die Politik, welche Maßnahmen geeignet sind, um die Wirtschaft zu stärken, nicht die Gerichte. Die Gerichte werden zwar immer öfter bemüht, aber eigentlich ist das keine Aufgabe der Gerichte. Daher finde ich es auch falsch, dass man gegen Liftprojekte immer wieder klagen kann, wenn nicht eindeutig Gesetze missachtet wurden. Einfach nur zu sagen, die Interessenabwägung durch die Politik sei falsch, darf nicht ausreichen.
Es geht ja hier nicht nur um irgendwelche allgemeinen Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung, sondern ganz konkret um einen schwerwiegenden staatlichen Eingriff ins Eigentumsrecht - also ein ziemliches großes Geschütz. Da ich nicht davon ausgehe, dass der betroffene Eigentümer die geplante Enteignung einfach so hinnehmen wird - wird letzendlich eben doch ein Gericht entscheiden, ob diese Maßnahme verhältnismäßig ist oder nicht.
Das Problem ist eben, dass generell eine funktionierende und auch noch wachsende Wirtschaft vor Ort vorhanden ist, aber nicht jeder gleichermaßen davon profitieren kann. Manche haben das Glück und ihr Grundstück wird zum Bauland, die werden dann reich. Andere dagegen haben dieses Glück eben nicht und ärgern sich dann auch zu recht. Der hier diskutierte Fall liegt irgendwie dazwischen. Auf der einen Seite bekommt der Grundstückseigentümer ja einen Anteil am Erfolg des Schigebiets, auf der Anderen Seite ist dieser natürlich gering im Vergleich zu einer Umwidmung zum Bauland die durch die Bahn verhindert wird. Allerdings würde die Verhinderung des Bahnbaus (und im Extremfall dann an der Stelle irgendwann gar keine Bahn mehr) auch nicht bedeuten, dass das Land zum Bauland wird. Im Gegenteil, selbst wenn der Eigentümer jetzt vor Gericht Recht bekommt kann man davon ausgehen, dass die Gemeine schon als Vergeltung dafür kein Bauland ausweist. Ich kann also schon irgendwie verstehen, dass sich der Grundstückseigentümer wehrt, aber mehr als eine Erhöhung der Entschädigung kann er nicht erreichen. Eine Andere Sache ist es natürlich, dass er wahrscheinlich über andere Wege auch an der Erneuerung der Penkenbahn verdient. Das gilt aber eben auch für andere die dafür keine Grundstücke abgeben müssen.
Also demjenigen Gier zu unterstellen, der sich da quer stellt ist schon eine Frechheit. Wenn man die ganze Diskussion der letzten Jahre um die Penken Bahn und das Verkehrskonzept ansehe, ist er vielleicht der Meinung das es bessere Lösungen gibt. Ausserdem, wenn das ein Hotelbesitzer ist, wie das ein Vorschreiber sagt. Würde ich mich mit Almosen auch nicht abspeisen lassen. Durch die Bahn muss ich damit rechnen das weniger Gäste kommen und dann ist es nur fair wenn die Bahn entsprechend zahlt.
Wombat hat geschrieben: Durch die Bahn muss ich damit rechnen das weniger Gäste kommen (...)
Wieso das denn?
Warum sollten weniger Gäste kommen , meistens wenn die Bahn tagsüber in Betrieb ist , sind die Gäste doch eh unterwegs..
Also meiner meinung nach hat der Kläger einen St** im **rsch...
Wombat hat geschrieben: Durch die Bahn muss ich damit rechnen das weniger Gäste kommen (...)
Und ohne Bahn kann ich meinen laden zu sperren weil dann gar keine Gäste mehr kommen. Wenn sich dann keine Sau mehr für Mayerhofen interessiert ist das Grundstück sicherlich nicht mehr wert wie jetzt.
Guckt euch mal den Plan an der auf Seilbahn.net ist. Da ist genau die Trasse und der Gründstücksverlauf eingezeichnet.
Besagtes Grundstück liegt halt genau unter der Bahn und da darf nicht gebaut werden.
Daher kann er das Grundstück nur als Wiese nutzen, was ihm halt nicht soviel einbringt als wenn da ein Haus drauf stände.
ich frage mich die ganze Zeit , was sich so verändert? also das ich als Gast nicht mehr kommen würde. die Bahn fährt jetzt doch eh schon auf gleicher Trasse mit gelebn Gondeln. und ehrlich , ob das ne 3S oder die 2S jetzt ist merkt eh kaum jemand.
Ich sehe den Unterschied, aber selbst mir erschließt sich nicht der Nachteil zu heute.
Wombat hat geschrieben: Durch die Bahn muss ich damit rechnen das weniger Gäste kommen (...)
Wieso das denn?
Warum sollten weniger Gäste kommen , meistens wenn die Bahn tagsüber in Betrieb ist , sind die Gäste doch eh unterwegs..
Also meiner meinung nach hat der Kläger einen St** im **rsch...
Ganz einfach. Schon mal was von Schattenwurf gehört? Auch wisst Ihr nicht was für Leute dort übernachten, nicht alle wo Winterferien machen sind klassische Wintersportler. Leute die Tags über länger im Hotel sind werden sich da sicher über die Schatten freuen.
Ram-Brand hat geschrieben:Guckt euch mal den Plan an der auf Seilbahn.net ist. Da ist genau die Trasse und der Gründstücksverlauf eingezeichnet.
Besagtes Grundstück liegt halt genau unter der Bahn und da darf nicht gebaut werden.
Daher kann er das Grundstück nur als Wiese nutzen, was ihm halt nicht soviel einbringt als wenn da ein Haus drauf stände.
Eben da würde ich mich als Landbesitzer auch wehren. Wenn ich da bis an hin ein Haus bauen konnte und damit eine entsprechende Rendite erwirtschaften könnte. Und dann ist das Stück auf einmal nur noch Wiese und als Entschädigung bekomme ich nur das für eine Wiese. Dann hätte ich einen dicken Hals.
Ich bin immer noch der Meinung das eine 2. Penkenbahn (vom Bahnhof, inkl. Bau eines Parkhauses) aus besser gewesen wäre - damit hätten mehr Leute die Bergbahn per pedes erreichen können und ein paar nervige Skibusse würden wohl auch weniger fahren.
mightyjust hat völlig Recht. Genau so sehen es ca. 95 % aller objektiven Talbewohner, Gäste, etc. .
Aber das Thema ist leider durch. Einer Lokalpolitik geschuldet, welche nun 50/50 jammert, wer das kleinere Ende des Schreibtischs erwischt hat. Wie im richtigen Leben. Die Restzipferl wie der Hotelier (wann hat er das Grundstück erworben ? - aha !) und einige Andere versuchen nun (teils zu recht) diese 50/50 Konstallation maximal zu versilbern. so what.
Gesamt gesehen sollte die hintere Zillertalregion aufpassen, dass ein gesundes Maß zwischen Tourismus und Natur und realistischer Wirtschaftlichkeit nicht verloren geht, sonst haben unsere Kinder/ Enkel ne Saga 4.0 irgendwann als App stetig laufen.
Da ich das Tal, die Leute und vieles mehr schon über 35 Jahre mag (und da war ich schon erwachsen), sei mir diese Sorge erlaubt. Ich habe auch nichts gegen den Lift-Kaiser. Aber wenn 2022 die Kette von Fügen bis zur Eggalm komplett sein wird (und das wird sie definitiv), dazu die Verbindungen zu und auf die andere Talseite (Zell; ok bis zum Ahorn wird etwas schwieriger) ensteht eine Riesen-Diskrepanz zwischen den Beförderungsanlagen und der Infrastruktur gesamt.
Aufhalten lässt sich dieser Prozeß leider nicht mehr, die Eigendynamik zwischen Banken, den größeren Schreibtischenden und Konto-Gutgläubigen hat langfristig über Tradition und Moral die Oberhand gewonnen. Bleibt die Hoffnung, dass den nächsten Generationen dies alles nicht so auffällt und sie so reinwachsen, als ob es ein normales Procedere wie auch sonst vieles im Leben sei und nicht weh tut.
Mir tut es weh, wenn ich die Geschichte, Traditionen, Familien sehe, die nichts vom "Kuchen" abbekommen und ihre Heimat in Werbeprospekten sehen, Glück doktriniert empfinden zu dürfen. schad.
Wenn du schon (unter anderem) die Wirtschaftlichkeit anmahnst, dann gehört zur Wahrheit aber auch, dass die Penkenbahn nicht ewig hält. Über kurz oder lang muss man hier also ohnehin eine neue Bahn bauen. Eine Bahn vom Bahnhof käme dann bei Bau- und Betriebskosten noch dazu, denn die Einsparungen bei einer leistungsschwächeren Penkenbahn sind nicht so gewaltig. Ansonsten wäre es natürlich wirklich gut wenn man einen Zweiten Einstieg im Ort hätte. Vor allem für die Anreise mit der Zillertalbahn wäre das eine Verbesserung.
kein Veto meinerseits zu Deiner Argumentation.
Die komplexe Thematik vor Ort hat eben jetzt diese Tatsachen für die mind. nächsten 20 Jahre geschaffen.
Ich hätte eine Kombination aus: a) Konzession der bestehenden Penkenbahn in Ruhe auslaufen lassen und b) Neubau einer Bahn am Bahnhof und c) eventueller Ausbau der Horbergbahn später als sinnige Variante empfunden. Dazu logischerweise eine elegante Lösung des Transports zwischen Ahorn, Bahnhof, Schwendau ohne die nicht lustigen gefühlten 20 Buslinien in Mayrhofen.
Wie dem nun auch sei, die Würfel sind gefallen und mögen alle damit so gut als möglich umgehen
Sollte die Penkenbahn heuer nicht gebaut werden, könnte die Sektion 1 der Finkenberger Almbahn noch in diesem Jahr ersetzt werden. Es würde sich um eine 8er Gondel wahrscheinlich der Firma Doppelmayr handeln. Die Entscheidung fällt im Mai-Juli!!!!
Zudem haben die Zillertaler Gletscherbahnen Aktien von den Eggalmbahnen gekauft, berichtigt mich, wenn ich falsch liege. Es soll weiterhin der Ausbau der Beschneiungsanlagen fokussiert werden. Zudem wurden im letzten Sommer bereits 4 TF10, sowie 4 T40 und einige Techno Alpin Lanzen gekauft.
Die Beschneiung der Talabfahrt Schwendau wird wahrscheinlich erst 2016 realisiert.
Die BB Mayrhofen und die Finkenberger Almbahn haben aber unterschiedliche Eigentümer. Mich würde es daher wundern wenn der Bau in Finkenberg mit dem Bau der Penkenbahn in Zusammenhang stehen würde. Denke das auch beides in einem Jahr aufgrund der unterschiedlichen Eigentümer möglich ist.
Es geht aber um den Penken im Sommer. Die Eigentümer möchten im Sommer mind. eine Tal-Berg Bahn unabhängig von der Horbergbahn für den Penken zur Verfügung haben.
Gletscherbus hat geschrieben:...Die Beschneiung der Talabfahrt Schwendau wird wahrscheinlich erst 2016 realisiert....
Das glaube ich sowieso erst, wenn ich das mit eigenen Augen sehe.
Wenn ich mich recht erinnere (müsste weiter oben stehen), war zuletzt von einer Realisierung 2017/2018 die Rede. Die Schwendauer haben ja freundlicherweise darauf verzichtet, ihre Zustimmung zum Penkenbahn-Neubau vertraglich an den vesprochenen Talbfahrt-Ausbau zu koppeln (siehe hier), man verlässt sich also lediglich auf Zusagen seitens der Mayrhofner Bergbahnen. Dass diese von dem Ausbau nicht viel halten, ist ja hinlänglich bekannt.
Ich bin kürzlich mal wieder da runter gefahren und kann nur vermuten: ein richtiger (massentauglicher) Ausbau dieser Abfahrt inkl. Beschneiung dürfte sehr sehr teuer werden. Macht man so etwas, wenn man es nicht wirklich muss und schon gar nicht will ?
Im übrigen dürfte denjenigen, die erfolgreich eine zweite Zubringer-Bahn aus Mayrhofen verhindert haben, eine vollwertige Abfahrt nach Schwendau noch viel weniger schmecken. Von daher spricht eigentlich alles dagegen, dass es wirklich so kommt - irgendein Grund, warum es nicht geht, wird sich schon finden lassen, und wenn's am Ende der Auerhahn oder sonst was ist. Von daher - auch wenn es schön wäre, ich glaube es nicht wirklich...
a) @gletscherbus: scusi, da stimmt (fast) nix, was Du aufgemalt hast
b) @HBB, zu Deinem letzen Absatz: nicht ganz exakt. Schau Dir die Protokolle zu den Diskussionen und den Abstimmungen an. Ändert zwar nichts an der Gesamtthematik; spiegelt aber meine weiter o.g. Meinung im weistesten Sinn des Inhaltes
Dann hat sich die Taktik des Eigentümers voll bezahlt gemacht - so schnell kommt man also in Mayrhofen zu Bauland. Ob man sich mit dieser Entscheidung allerdings langfristig einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten. Wenn die Gemeinde so leicht erpressbar ist, wird das auch für andere in Zukunft viele Möglichkeiten eröffnen.
Ein wenig muss ich schon lächeln wenn ich lese wie nun 'dem Baustart nichts mehr im Weg steht', dabei steht oben schon der halbe Rohbau der neuen Bergstation (Fotos vom 24. 12.) .
Those who would give up essential liberty to purchase a little temporary safety, deserve neither liberty nor safety !
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Skisaison 2025/26: aktuell 10 Skitage = 4 x Kitzsteinhorn, 2 x Mölltaler, 4 Berge, 1 x Obertauern, Zauchensee
Die neue 3S Bahn auf den Penken wird bereits in der nächsten Saison stündlich 2.880 Gäste mit 24 Komfortsitzplätzen pro Kabine befördern. Für Spitzenleistung bei der Personenbeförderung stehen je Kabine zusätzlich 8 Stehplätze zur Verfügung, die eine Gesamtbeförderungskapazität von 3.840 Personen stündlich ermöglichen.