Liftfahrten:
- EUB Kronplatz 1 (3x)
- EUB Kronplatz 2 (4x)
- EUB Ruis (3x)
- 6-KSB Sonne (2x)
- EUB Marchner (3x)
- EUB Belvedere (3x)
- 6-KSB Plateau (2x)
- EUB Olang 1 & 2 (2x)
- EUB Alpen (2x)
- EUB Ried (2x)
- EUB Gipfel (3x)
- 4-KSB Costa (2x)
- EUB Pre da Peres (2x)
- EUB Rara (2x)
- EUB Skitrans Bronta (2x)
- EUB Piz de Plaies (4x)
- EUB Piculin (2x)
- EUB Miara (1x)
- EUB Col Toron (1x)
- 6-KSB Arndt (2x)
Eine persönliche Premiere steht an. Der Kronplatz steht wohl schon über 10 Jahre auf meiner "Skigebiets-Bucketlist" und hat mich sowohl fasziniert als auch abgeschreckt. Fasziniert, weil dieser Berg so vieles hat, was ein ideales Skigebiet ausmacht: endlos lange Abfahrten in verschiedenste Himmelsrichtungen, nicht zuletzt durch Wälder, viele Höhenmeter, das Gebiet ist kompakt und doch weitläufig. Abschreckend war der Kronplatz für mich wegen der (dort vermuteten) Menschenmassen, der Durchindustrialisierung sowie der Modellierung und Umweltzerstörung. Auch nach Jahren finde ich das Video vom Bau der Bahn und Piste Ried nach Percha eindrucksvoll.
Nun war es endlich soweit: ein schöner Vorsaisontag versprach erträglichen Andrang, das Wetter war gut und alle wichtigen Abfahrten waren offen. Ich entschied mich folgerichtig für den Erstbesuch. Nach einem frühen Start kurz nach 08:30 Uhr in Reischach (6 € Parkgebühr) und dem Skipasskauf (59 €) ging es auf den Gipfel. Die ersten Abfahrten machte ich an der EUB Ruis und der 6-KSB Sonne, die, richtig, schon morgens in der Sonne lagen.
Start an der 6-KSB Sonne bzw EUB Ruis.
In der 6-KSB Sonne.
Anschließend ging es die beiden Pisten Hinterberg und Marchner entlang der EUB-Kette Marchner / Belvedere hinab. Lang und breit führen die Abfahrten durch den Wald, der morgens noch schattig war. Nach einer entspannten Runde an der 6-KSB Plateau flitzte ich die endlos lange Talabfahrt nach Olang hinunter. Mehr als 1.000 Höhenmeter sorgen für ein Brennen in den Oberschenkeln. Ich fasste den Vorsatz, bis zu den nächsten Skitagen mehr Sport zu machen - so ist das ja kein Zustand
Blick ab Bergstation der EUB Belvedere.
Piste Hinterberg - schöne Carving-Autobahn durch den Wald.
Riesig breite Piste ab Bergstation Belvedere.
Blick zur 6-KSB Plateau.
In der 6-KSB Plateau - wieder mit superbreiter Piste.
Nun an der ziemlich neuen EUB Olang II.
Die Anlage macht >1.100 Höhenmeter und hat eine ordentliche Kapazität von 3.900 p/h laut skiresort.
Blick ins Tal nach Olang. Hier war der Maschinenschnee nicht mehr so super. Lorenzi war noch geschlossen.
Wieder oben am Berg, nun an der Bergstation der EUB Alpen.
Der Höhenlage entsprechend weniger gut war dann besagte Abfahrt Ried. Hier war der Maschinenschnee zwar griffig, aber von nicht guter Qualität. Die Abfahrt selbst konnte nicht uneingeschränkt überzeugen: Zwei sehr zähe Flachstücke ziehen sich am Anfang und im Mittelteil durch den Wald. Es ist unübersehbar, dass massiv Gelände modelliert wurde um Gegenanstiege überhaupt zu vermeiden. Trotzdem kommt man nicht umhin, mittels Stockeinsatz und Skating voranzukommen. Dagegen sind die Hänge der Abfahrt durchaus rassig und teilweise ordentlich steil, was für die Flachstücke entschädigt.
Los geht's in Richtung Percha.
Langes und lahmes Flachstück am Anfang der Piste Ried.
Und hier das zweite Flachstück, leider auf dem Bild nicht zu sehen, wie viel Gelände offenbar bewegt wurde.
Dito.
Zum Schluss geht es nochmal steil zur Sache - hier auch mit zwei Umfahrungen, eine Einmündung ist auf dem Bild zu sehen.
Dito.
In der EUB Ried auf dem Weg zur Talstation Percha bevor es wieder gen Gipfel geht.
Schlusshang Ried mit Straßentunnel aus der EUB gesehen.
Besser dagegen gefiel mir die rote Pramstall und die schwarze Hernegg. Eine herrlich schwarze Abfahrt mit steilen Paradehängen und gutem Schnee. Enttäuschend dagegen die schwarze Sylvester, da immer wieder abgerutscht. Ihr sanfter Start darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass im unteren Teil knackige Steilhänge warten. Die Pistenvarianten Seewiese, vom Gipfel gesehen links außen, haben dann wieder guten Schnee und enden an der EUB Kronplatz II oder nach einem Ziehweg an der EUB Gipfel.
Start der Pisten Pramstall & Seewiese an den Bergstationen der aus Reischach kommenden EUBs.
Mittelstation EUBs Ried/ Gipfel.
Schwarze Hernegg nach Reischach - Starthang.
Und die Hernegg wird zünftig steil - schwarz ist hier ein wirklich verdientes Prädikat.
Irgendwie kaum ein italienisches Skigebiet kommt ohne halb geschlossene Hotelruine aus.
Blick in Richtung Dolomiten.
Neues Museum Lumen mit "AlpInn - Food Space & Restaurant". Bei der Namensgebung waren wohl ganz Kreative am Werk.
Die charakteristische Glocke am Gipfel.
Nun stand der Seitenwechsel an. Die rote Furcia ist ein super Hang, aber hatte dank direkter Südlage und entsprechender Sonneneinstrahlung frühlingshaft weichen Schnee. Besser gefiel es mir gegenüber, an den EUBs Rara und Pra da Peres. Wenige Leute, griffiger Schnee, knackige Hänge. Nur etwas kurz waren die Abfahrten hier drüben, ganz ungewohnt nach dem Vormittag am Hauptberg
Rote Furcia an der EUB Ruis.
Bergstation Pra da Peres mit Blick zurück zum Namensgeber des Skigebiets.
EUB Rara mit flachen und kurzen Pisten. Wahnsinn, wie viele EUBs und wie wenig KSBs hier gebaut wurden und werden.
Im weiteren Verlauf fuhr ich ab nach St. Vigil. Die rote Abfahrt am Col Toron war ganz nett aber die blaue Miara im weiteren Verlauf war belanglos (jedoch ideales Anfängergelände). Mit der EUB Skitrans Bronta überquerte ich den Ort und fand am Piz de Plaies und Piculin klasse Skigelände, das ich aufgrund der Darstellung im Pistenplan unterschätzt habe.
Interessante Piste am Col Toron.
Flache und belanglose Anfänger-Autobahn Miara. Interessant auch, dass Miara als einzige Anlage im Teilgebiet St. Vigil - Furkelpass einen eigenständigen Betreiber hat und nicht Teil der örtlichen Seilbahngesellschaft ist.
Die schwarzen Abfahrten Piculin, Erta und Soréga sind großes Kino. Piculin ist überraschend lang, allerdings in der Sonne und daher etwas nasser. Erta und Soréga sind kürzer, liegen im Schatten und waren entsprechend hart, aber trotzdem griffig. Die rote Piz de Plaies ist dem Hang abgetrotzt worden, nur dank einer brachial modellierten Hangquerung gelingt es, die Abfahrt mittelschwer zu gestalten. Trotzdem ist sie ganz nett, wiederholen mochte ich aber nur die schwarzen Pisten.
Schwere Piste mit schwer(er)em Schnee am Piculin - trotzdem klasse!
Blick auf den ersten steilen Hang von unten.
Deutliches Quergefälle macht die Piste noch kniffliger - im ersten wie auch im zweiten Steilhang, der hier zu sehen ist.
Die EUB Piz de Plaies erschließt eine rote und zwei schwarze Abfahrten. Hier die eher weniger interessante rote Piste.
Starthang Piz de Plaies.
Auf der dieses Jahr neu errichteten schwarzen Soréga, im oberen Teil durch einen Zaun von der Erta abgetrennt und mit Tiefblick auf St. Vigil. Weiter unten stehen noch Bäume zwischen den beiden Varianten.
Links die Erta, rechts die Soréga - beide waren in hervorragendem Zustand und kaum frequentiert.
Als das erledigt war, ging es mit einer langen Reihe an Liftfahrten via Furkelpass zurück zum Kronplatz, in die Sonne und an die 6-KSB Sonne. Der Vollständigkeit halber schloss ich einen Abstecher über die nur am Anfang interessante und dann Ziehweg-lastige blaue Ruipa an und fuhr dann an die 6-KSB Arndt auf der Olanger Seite. Von dort ging es nochmal ins Tal nach Olang, der untere Teil war nun noch ausgefahrener. Wo sind hier eigentlich die im Pistenplan eingezeichneten zwei Talabfahrten? Mir scheint, als ob hier doppelt gerechnet wird. Die Pistenbreite mag das allerdings rechtfertigen
Sprung auf den Schlusshang nach Olang - abends sehr abgefahren und kein Vergnügen.
Olang II in der Abendsonne.
6-KSB Sonne auch in Abendstimmung.
Eine weitere Premiere stand trotz fortgeschrittener Tageszeit aus: via 6-KSB Plateau fuhr ich die gesperrte Waldabfahrt Lorenzi. Hier war den ganzen Tag ein Skirennen und die Piste wurde vereist. Grund genug für die Bergbahnen, die Piste auch nach Ende des Rennens gesperrt zu lassen. Am Rand jedoch fuhr sie sich wunderbar. An der 6-KSB Arndt war im Gegensatz zu Morgens nichts los, alle Rennmannschaften waren längst im Tal.
Nun läutete ich das Finale des Tages ein. Zuerst wedelte ich nochmal die blaue Furcia 9 hinab um die EUB Ruis zurück zum Gipfel zu nehmen. Dank der sonnigen Lage war es hier schon etwas buckelig. Anschließend fuhr ich die noch fehlende rote Variante der Seewiese, die weiterhin griffig und glatt war. Als nächstes ging es via Belvedere und Hinterberg zur EUB Marchner hinab, weil mir diese Carvingpiste durch den Wald morgens gut gefiel und nun mangels Leute echtes Speed-Skifahren möglich war. Während in der EUB Marchner schon per Lautsprecher zum Beenden des Skitages aufgerufen wurde, standen bei mir immernoch zwei Abfahrten auf dem Plan.
Eine letzte Variante Seewiese fehlt noch.
Blick vom Pistenrand Seewiese ins Pustertal.
Als vorletzte Abfahrt wollte ich via der laaangen Ried nochmal nach Percha. Der Schnee war nicht mehr so toll, aber das Erlebnis auf dieser recht "neuen" Waldschneise abzufahren wollte ich mir ein zweites Mal gönnen. Um 16:35 Uhr stieg ich in die EUB Ried zurück auf den Gipfel und fuhr via Pramstall und Hernegg nach Reischach ab. In der sehr dunklen Dämmerung und völligen Einsamkeit waren keine Pistenkonturen mehr auszumachen und ich hatte Bedenken, auf Pistenraupen zu treffen. Mir ist nicht klar, wieso an den kürzesten Tagen des Jahres so lange offen ist, mir sollte es aber Recht sein.
Letzter (?) Fahrgast der EUB-Kette Ried/ Gipfel.
Einsam in der Dämmerung am Berg.
Pixeliger Blick auf Bruneck - sorry, bin nur mit meinem iPhone unterwegs und habe auch die Bildqualität qua Ladezeit auf 1024px begrenzt. Ist das ok oder zu klein?
So, was war nun mein Fazit zum Kronplatz? Allem voran war es ein genialer Skitag. Nach meinen Berechnungen komme ich auf 20.812 Höhenmeter, und diese haben wirklich viel Spaß gemacht. Es war nicht allzu viel los, ich hatte Platz, musste nicht anstehen und in den Höhenlagen gab es wunderbare Pistenverhältnisse. Doch auch meine Bedenken zum Skigebiet haben sich bestätigt: zwar gibt es enorm viel Pistenfläche dank gefühlt endlos breiter Hänge (die auch noch nicht komplett präpariert waren), doch es gibt ebenso endlos viel Liftkapazität dank einer beeindruckenden Bahninfrastruktur. In der Hochsaison ist das ein echtes Massen-Skigebiet und vermutlich sind 99% dieser Massen hier sehr glücklich. Beeindruckend auch die Beschneiungskapazität und das tadellose Ergebnis zum Saisonstart. Für mich ein echter Tipp in der Vor- und Nachsaison, ob ich persönlich meine Hauptsaison mit zehntausend Anderen hier verbringen möchte, wage ich zu bezweifeln.
Bruneck ist überraschend charmant.