In den vergangenen Jahren habe ich so einige Schanzen-ESL besucht, darunter die Anlagen in Stams, Hinterzarten, Einsiedeln oder Seefeld (bislang unveröffentlichte Fotos hätte ich noch aus Ruhpolding, Oberhof und Oberwiesenthal). In Österreich hatte ich noch zwei Anlagen auf der Liste: Den Lift in Villach und jenen in Ramsau am Dachstein. Letzteren wollte ich schon vor 2 Jahren fahren: Nach Rücksprache mit dem dortigen Sportbüro hätte an jenem Tag im Juni Sprungtraining und damit auch Liftbetrieb sein sollen. Beides fiel jedoch aus, was ich erst vor Ort feststellte. Als Notlösung ergab sich 2022 dann mein Besuch am Krippenstein (Lsap am Dachstein), den ich im Nachhinein nicht missen möchte. 2023 ging sich dann ein Besuch in Ramsau meinerseits kurzfristig nicht aus und so wagte ich in diesem Jahr den nächsten Versuch.
Das Wetter im Juli 2024 war hervorragend und im Gegensatz zu 2022 zeigte sich der Dachstein bei der Anfahrt in voller Pracht.
Dennoch war ich bis zuletzt skeptisch, ob der Lift denn diesmal wirklich laufen würde. Denn in der E-Mail des Sportbüros hatte es geheißen, das Training finde "nach momentanem Stand - und das ändert sich täglich" ab 9 Uhr statt. So blieb die Anspannung hoch.
Umso größer dann die Freude bei der Ankunft: Sportler mit langen Latten flogen durch die Luft, um vom Einsitzer wieder nach oben befördert zu werden. Vor Ort war man über mein Erscheinen informiert und so gab es eine nette Begrüßung anstelle eines nervigen Frage-Antwort-Spiels. Überhaupt waren die zuständigen Damen und Herren sehr freundlich und entgegenkommend - lieben Dank nochmal hierfür.
Ein paar harte Fakten:
Die de Pretis-Anlage ist Baujahr 1995, besitzt bergwärts einen einseitigen Ausstieg und macht etwas über 280 Meter Strecke. Weil dabei auch gute 100 Höhenmeter überwunden werden, fühlt es sich fast wie eine echte - wenn auch etwas kurze - alpine Liftfahrt an.
Die Anlage bedient die ebenfalls 1995 gebaute W90-Schanze, die Dank Vermattung auch im Sommer reichlich genutzt wird. Weitere Infos zur Skisprungschanze hier: https://www.schladming-dachstein.at/de/ ... _az_342345
Das erste Drittel des Lifts ist stützenlos und so findet sich Stütze 1 erst am Mittelausstieg.
Ich fackelte dann gar nicht lange, sondern nahm gleich auf dem nächstfreien Sessel Platz: Ein Klassiker aus dem Hause Girak mit Seitschließbügel. Herrlich, dass es das noch in Betrieb gibt.
Nebenan flogen die tollkühnen Sportler durch die Luft, die diese ESL-Fahrt für mich erst möglich machten. Denn ohne Training auch kein Lift-Betrieb.
Oben taucht der Lift dann in einen kleinen Waldabschnitt ein. Hier gäbe es doch glatt eine Piste für den Winterbetrieb
Die Bergstation ist zwar recht aufwändig am Hang aufgestelzt. Aber bis auf einen schmalen Zugang zur Sprungschanze gibt es dort nichts.
Also abgesehen von diesem gigantischen Ausblick auf das Dachsteinmassiv.
Vor diesem Hintergrund macht der ESL aus jedem Winkel eine gute Figur. Schade, dass von hier oben kein Panorama-Wanderweg oder dergleichen abgeht.
Der Zugang zur W90-Schanze: Urig, bei Sauwetter und mit Ausrüstung aber sicher kein großes Vergnügen.
Ziiiiiiieh! Oder muss es hier "Spriiiiing!" heißen, weil es eine Skisprungschanze ist? Total faszinierend, das mal aus der kurzen Distanz zu sehen. Auch im Tal hatten sich zwischenzeitlich ein paar Zuschauer eingefunden.
Aber auch der Lift ließ sich von oben gut einfangen.
Die Talstation mit dem anschließenden Spannfeld bis zur Mittelstation.
Und der nächste
Sport mit Aussicht
Zurück an der Bergstation ergaben sich noch ein paar weitere Liftmotive.
Klack-klack, ratter-ratter.
Zeit für die Talfahrt. 2022 hing der Dachstein tief in der Nebelsuppe. Da hat sich die zweijährige Wartezeit definitiv gelohnt.
Interessante Seilführung an der Mittelstation
Immerhin 4-5 Minuten ist das ESL-Vergnügen in Ramsau am Dachstein lang, dann ist man wieder im Tal. Mit den langen Latten geht das deutlich schneller, für mich ist das aber nix.
Nach einem Dankeschön und kurzen Ratsch mit dem Liftler verabschiedete ich mich vom vorletzten Schanzen-ESL Österreichs.
Im Anschluss hätte ich eigentlich eine Fahrt mit der spektakulären Dachstein-Pendelbahn unternehmen wollen. Aber ohne Vorreservierung war das unmöglich und ich wurde schon vor der Auffahrt zum Parkplatz an der Mautstelle abgewiesen. Stattdessen ging es dann zum Rittisberg und nach Filzmoos.