Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

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Daan!
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Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Daan! »

Vom 17. bis einschließlich 24. Januar war ich im Zillertal. Gemeinsam mit vier Freundinnen/Freunden sind wir mit dem Zug aus den Niederlanden ins Zillertal gereist. Im Folgenden versuche ich, einen möglichst guten Bericht über diese Woche zu geben. Ein schöner Bericht darüber, wie fantastisch alles war, kann jeder schreiben. Ich werde jedoch auch kritisch sein, insbesondere gegenüber dem Zillertal als Gesamtsystem: sowohl in skitechnischer Hinsicht als auch in Bezug auf den öffentlichen Verkehr.

Schon vorab Entschuldigung für eventuelle Schreib- oder Grammatikfehler.

Die An- und Abreise beschreibe ich zu einem späteren Zeitpunkt. Ich beginne diesen Bericht mit Sonntag, dem 18. Januar.
Aus den Niederlanden. Entschuldigen Sie eventuelle Schreibfehler.

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Daan!
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Daan! »

Sonntag, 18. Januar – Penken
Der Skitag begann an der Penkenbahn. Bereits kurz vor 8:30 Uhr betrug die Wartezeit etwa 10 Minuten. Ehrlich gesagt hat mich das überrascht. Ich war davon ausgegangen, dass nach dem Neubau der Penkenbahn mit einer Kapazität von 3.900 Personen pro Stunde Wartezeiten der Vergangenheit angehören würden.

Ich war in den vergangenen Jahren, nahezu jährlich, im Zillertal, allerdings bin ich nie mit der Penkenbahn in Richtung Mayrhofen eingestiegen. Für mich war das fast immer die Horbergbahn.
Viele klassische Pistenfotos habe ich nicht gemacht. Stattdessen habe ich bewusst Bilder von Stellen aufgenommen, an denen meiner Meinung nach eine neue Liftanlage sinnvoll wäre oder an denen künftig eine Anlage enden könnte. Zehn Minuten Wartezeit sind an sich nicht dramatisch, aber für den Monat Januar empfinde ich das bereits als viel. Wie werden die Wartezeiten an der Penkenbahn dann erst in den Ferienwochen aussehen? Oder ist der Januar inzwischen (fast) genauso stark frequentiert wie der Februar?
Afbeelding1.jpg
^Penkenbahn

Bedingungen und Wartezeiten
Die Bedingungen oben am Berg empfand ich insgesamt als gut. Wirklich harte oder eisige Pisten haben mich kaum gestört – möglicherweise auch, weil schlechte Bedingungen am ersten Skitag leichter zu akzeptieren sind. Das Wetter war freundlich: Sonnenschein und Temperaturen einige Grad über null.

Was mir allerdings auffiel, waren die Wartezeiten an der Schneekarbahn und an der 150er Tux. Gegen 11 Uhr lag die Wartezeit an der Schneekar bei etwa 7 Minuten.
Afbeelding3.jpg
^ Schneekar wartezeit am Sonntag 18.01.2026 un 11:00 Uhr.

Am meisten überrascht, und ehrlich gesagt erschrocken, haben mich jedoch die Wartezeiten an der 150er Tux.
Afbeelding2.jpg
^ 150er Tux am 18.01.2026 um 10:16 Uhr

Im Jahr 2026 halte ich das für nicht mehr zeitgemäß. Die 150er Tux ist die zentrale Zubringerbahn Richtung Rastkogel/Eggalm. Wir wissen, dass es unterschiedliche Eigentümerstrukturen zwischen Penken und Finkenberg/Rastkogel/Eggalm gibt. Der durchschnittliche Skigast weiß das jedoch nicht – er sieht lediglich eine überlastete Bahn. Vermutlich handelt es sich „nur“ um zwei bis drei Gondeln Wartezeit, doch die Außenwirkung auf den Gast ist negativ. Batch-Betrieb mitten in einem Skigebiet wie Zillertal 3000 ist nicht mehr zeitgemäß und meiner Meinung nach auch nicht im Interesse der Familie Dengg, den Eigentümern von Rastkogel/Eggalm.
Ich halte es für sehr sinnvoll, die 150er Tux vorzeitig außer Betrieb zu nehmen und durch eine 3S-Bahn oder, via das Horbergtal, durch eine 10er-EUB zu ersetzen, um die Erreichbarkeit von Rastkogel und Eggalm nachhaltig zu verbessern.

Weitere Beobachtungen
An der Lärchwaldbahn musste ich kein einziges Mal länger warten was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Gleichzeitig habe ich mehrfach von anderen Gästen gehört: „Was für eine alte Bahn.“

Mittagspause – Granatalm
Wir haben in der Granatalm am Mittag gegessen. Für mich war es das erste Mal dort. Ein sehr angenehm gestaltetes, großzügiges Restaurant mit teilweise Bedienung. Positiv fand ich auch die große Anzahl an Skiständern im Außenbereich. Das motiviert Gäste deutlich mehr, ihre Ski ordentlich abzustellen. Es gibt im Zillertal leider auch Restaurants ohne jegliche Skiständer – zum Beispiel das Gipfeltreffen in Königsleiten. Diese Entwicklung halte ich für sehr problematisch.

Nachmittag – Ahorn
Zwischen 8:30 und 14:00 Uhr sind wir praktisch alle Pisten am Penken gefahren. Die Gruppe wollte in der Nähe von Mayrhofen bleiben, daher entschied ich mich, sie am Nachmittag zur Ahorn mitzunehmen, statt Richtung Rastkogel/Eggalm zu fahren.
Gegen 14:30 Uhr waren wir wieder im Tal bei der Penkenbahn. Zufällig fuhr innerhalb von zehn Minuten ein Bus zur Ahornbahn, sodass wir beschlossen zu warten.

In der Zwischenzeit ging ich kurz zur Toilette im Talstationsgebäude der Penkenbahn. Dabei fiel mir die enorme Anzahl an Skidepots auf. Ein Mitarbeiter erklärte mir, dass es insgesamt 900 + 1.400 Skischließfächer an der Penkenbahn gibt. Ich weiß nicht mehr genau, wie viele davon im Tal- bzw. Bergstationsbereich liegen, aber laut seiner Aussage waren alle Schließfächer vollständig vermietet. Das bedeutet, dass ein sehr großer Anteil der Skigäste in Mayrhofen Skidepots nutzt.

Schulskikurse
Just in dem Moment, als ich aus dem Toilettenbereich zurückkam, traf ein ganzer Bus voller Kinder ein. Vor Kurzem wurde hier im Forum noch diskutiert, dass man sich über Kindergruppen wundert, die oben am Berg übernachten.
Ich habe eines der Kinder kurz gefragt, wie lange sie dort bleiben. Ein Mädchen antwortete, dass sie fünf Tage oben verbringen, im Rahmen eines Schulskikurses.

Tagesausklang
Am Ahorn haben wir noch einige Abfahrten gemacht. Die Gruppe wollte gegen 15 Uhr zurück ins Tal. Ich selbst bin noch kurz mit dem Übungslift und dem Filzenlift gefahren, bevor ich um 16 Uhr die Talabfahrt antrat. Nach dem Skifahren traf ich wieder auf die Gruppe, und wir haben gemeinsam ein kleines Bier im Stoaner’s Bienenhäusl getrunken.

Landschaft und Infrastruktur (Ausblick)
Kurz vor meinem Urlaub hatte ich bereits eine Analyse gemacht, insbesondere im Hinblick auf die Weihnachtsferien. Dazu später mehr.

Im Folgenden poste ich noch einige Fotos von Landschaften (knapp) außerhalb des Skigebiets.
Afbeelding4.jpg
^ Schafskopf / Pangert: Hier war eine 10er-EUB geplant, um die Schneekar zu entlasten und möglicherweise als Unterstützung einer Verbindung Richtung Hochzillertal zu dienen.
Afbeelding5.jpg
^ Talstation Tappenalm, 18.01.2026, 9:38 Uhr Links unten: neuer möglicher Standort Horbergbahn oder Lärchwald?
Afbeelding6.jpg

^ Piste 10 mit hinter Rauenkopf, aufgenommen um 13:27 Uhr
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judyclt
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von judyclt »

Tatsächlich für außerhalb der Schulferien ordentlich Betrieb. Hätte ich nicht gedacht.
An der Lärchwaldbahn musste ich kein einziges Mal länger warten was mich ehrlich gesagt überrascht hat. Gleichzeitig habe ich mehrfach von anderen Gästen gehört: „Was für eine alte Bahn.“
Keine Sitzheizung, keine Haube und schon fangen die Leute bei Sonnenschein und über 0°C an zu jammern :nein: .
Auch mit über 30 Jahren bleibt eine flotte KSB ohne Warteschlangen doch ein ideales Transportmittel. Kein Abschnallen, frische Luft, schnell oben. Wo ist das Problem? :?:
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Skifröber123 »

Die Thematik mit der Lärchwaldbahn verstehe ich auch nicht. Es handelt sich ja immerhin um eine 4 KSB, die zwar schon etwas älter ist, aber in anderen Skigebieten außerhalb des Zillertals als normal hingenommen werden würde.
Noch dazu ist sie mit ihren 1100 m Länge auch nicht die längste Bahn, weshalb sowas schon zu verkraften wäre. Da sehe ich auch eher den Ersatz von der 150er Tux als notwendiger an
Jerzy
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Jerzy »

150er Tux ist einfach auch sehr geländeschonend.
Schneefuchs
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Schneefuchs »

Im Dezember habe ich ein Gondelgespräch von Einheimischen mitgehört. Dem Zufolge gibt es Überlegungen die 150er durch eine "Gondel" zu ersetzen. Keine Ahnung wie weit die Pläne fortgeschritten sind.
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gamblealpin
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von gamblealpin »

Zur 150 Tux: Das Gelände gibt es jedenfalls her, die freie Entscheidung zu treffen, ob man sich anstellt oder nicht. Ist ja zum Glück kein Sackbahnhof ohne Alternativen. Idealerweise steigt man ein, wenn die Gondel gerade da ist und man frei durchgehen kann. Bis dahin beschäftigt man sich an anderen Anlagen 8) Aber: Ich bin auch kein Freund von diesen "Schweinetransportern". Voll, fühlt sich immer elendig lahm und warteinstensiv an, auch wenn es meistens tatsächlich gar nicht so ist.

14:30 Talstation Penken, bis zu 10 Minuten auf den Bus gewartet, 15 Uhr an der Bergstation Ahorn "Feierabend". Da hat jemand den Ahorn nicht genossen :D
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Daan!
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Daan! »

Tag 2

Am zweiten Tag fuhr ich etwa eine halbe Stunde vor der Gruppe nach oben und war deshalb bereits um 8:00 Uhr an der Penkenbahn. Die Wartezeit war deutlich kürzer als am Sonntag und bestand hauptsächlich aus Leuten, die unbedingt zu den Ersten gehören wollten. Oben angekommen, drehte ich zunächst drei Abfahrten, bevor die Gruppe dazustieß. Ich fuhr von der Penkenbahn Richtung Unterberg und wieder zurück. Auf dem Rückweg traf ich an der Talstation Lärchwald auf eine Skiklasse. Ich schätze, die Gruppe bestand aus etwa zehn Kindern, begleitet von zwei Betreuern.

Ich selbst habe mit zehn Jahren in Kaltenbach Skifahren gelernt. Ich erinnere mich noch gut daran, dass mir damals am Sonnenjet ein Erwachsener zugeteilt wurde. Da außer der Skiklasse niemand in der Warteschlange stand, fragte ich die Skilehrer, ob ich ein Kind mitnehmen dürfe. Sie erlaubten es. Ich bekam Leo zugeteilt, einen etwa vierjährigen Jungen, der – wenn ich mich richtig erinnere – aus dem Pinzgau kam. Leo hatte jedoch einen seiner Skistöcke verloren und begann zu weinen. Das tat mir wirklich leid. Ich erzählte ihm daraufhin, dass ich als Kind während einer Skistunde am Sonnenjet ebenfalls einmal meinen Stock verloren hatte. Ich hatte ihn oberhalb der Piste 4 fallen lassen, doch der Skilehrer war überzeugt, er liege auf Piste 5. Obwohl ich ihm sagte, dass das nicht stimmen könne, suchte er trotzdem dort – und natürlich mussten wir noch eine zusätzliche Runde am Sonnenjet fahren. Als wir mit Leo oben ankamen, warteten bereits zwei weitere Kinder – allerdings ganz am Ende der Lärchwaldbahn. Die Skilehrer waren noch unten. Zwei Liftmitarbeiter halfen leider nicht dabei, die Kinder ein Stück nach oben zu begleiten, also ließ ich sie einfach ein paar Meter weiter oben warten. Ein paar Sessel später tauchte schließlich Leos Skistock auf. Der Liftmitarbeiter warf ihn in unsere Richtung – nicht weit genug, um die Kinder zu treffen, aber ein kleiner Schritt nach vorne hätte sicherlich nicht geschadet. Glücklicherweise kam der erste Skilehrer direkt hinter dem Stock an, sodass ich die Kinder guten Gewissens übergeben konnte.

Die Erneuerung der Lärchwaldbahn wurde hier im Forum bereits mehrfach diskutiert. Skifröber123 bezeichnete sie als „etwas älter“. Ich persönlich halte sie für Mayrhofen schlicht zu alt – nicht, weil ich sie technisch für schlecht halte, sondern weil viele Gäste sie so wahrnehmen. Man bezahlt sehr viel Geld für den Skipass und bekommt an dieser Stelle ein Produkt, das modernen Erwartungen kaum noch entspricht. Selbst wenn die Kapazität ausreichend ist, erwarten viele Skifahrer hier inzwischen zumindest eine Windschutzhaube (und vielleicht sogar Sitzheizung), aber vor allem eine Anlage, bei der die Sessel nicht pendeln und mit der Skigruppen in ein oder zwei Fahrten komplett nach oben kommen.

Als die Gruppe gegen 8:30 Uhr zu mir stieß, fuhren wir direkt weiter zum 150er Tux und wechselten auf den Rastkogel. Dort nahmen wir zunächst alle Pisten in Angriff: einmal mit dem Wanglspitz über die Piste 68, anschließend vier Fahrten zum Horbergjoch, um alle Varianten mitzunehmen. Danach folgten zwei Fahrten mit dem Lämmerbichl, bevor wir eine Pause einlegten. Wir tranken Kaffee im Bergrestaurant Lämmerbichl. Mir war zuvor gar nicht bewusst, dass Heidis Hütte noch existiert – offenbar ist sie deutlich attraktiver als das Bergrestaurant Lämmerbichl, welches meiner Meinung nach schon bessere Zeiten gesehen hat.
Anschließend ging es weiter zur Eggalm. Der Beilspitzlift war leider aufgrund von Schneemangel geschlossen. Wir fuhren zweimal mit dem Eggalm-Nordlift, weiter zur Lattenalm und anschließend mit der Eggalmbahn.

Natürlich beschwerte sich meine Gruppe über den Zustand der Eggalmbahn und später auch über die Rastkogelbahn. Man kann wohl sagen, dass diese Lifte genau das tun, was sie müssen – nicht mehr und nicht weniger. Mir fiel jedoch erneut auf, dass ältere Anlagen eher abschreckend wirken, während moderne Lifte Gäste anziehen. Für die Familie Dengg ist das natürlich ungünstig, denn ihr Ziel ist es offensichtlich, möglichst viele Skifahrer nach Finkenberg, Rastkogel und Eggalm zu lenken. Mit einer 150er Tux, einer alten Eggalmbahn und einer Rastkogelbahn ist das deutlich schwieriger als mit zeitgemäßen Anlagen.

Auf dem Rückweg zum Horbergjoch stand unten ein Rettungshubschrauber. Über die gesamte Woche hinweg haben wir sehr viele Hubschrauber gesehen, vermutlich vor allem wegen der schwierigen Schneeverhältnisse. Das erscheint mir durchaus plausibel.

Ab 15:30 Uhr war ich noch etwa eine halbe Stunde allein mit Sunjet, Knorren und Lärchwald unterwegs. Oben an der Lärchwaldbahn wurde die Kadermandl geschlossen. Es gab eine Durchsage (sinngemäß):
Wir schließen jetzt. Morgen sind wir wieder da. Wer Alkohol getrunken hat, sollte bei der Abfahrt besonders vorsichtig sein.

Das hat mich ehrlich gesagt schockiert. Ich selbst trinke kaum Alkohol und sehe regelmäßig, wie viele Unfälle nach Pistenschluss passieren. Am Samstag zuvor, gegen 18:00 Uhr, als wir ins Zillertal fuhren, kreiste bereits ein Hubschrauber über der Talabfahrt Kaltenbach. Vermutlich musste dort jemand nach einem Restaurantbesuch geborgen werden. Wenn es nach mir ginge, würde auf Gipfeln überhaupt kein Alkohol ausgeschenkt. Das wäre aus meiner Sicht eine klare und nachvollziehbare Regel.

Ich selbst war später noch bei der Bergrast, wo ich ein alkoholfreies Bier trank, bevor wir mit der Penkenbahn wieder ins Tal fuhren.

Foto's:
Foto 19-01-2026, 09 50 18.jpg
^ Horbergjoch
Foto 19-01-2026, 11 17 26.jpg
^ Horbergtal
Foto 19-01-2026, 11 37 19.jpg
^ Zentralpukt Rastkogel
Foto 19-01-2026, 12 20 01.jpg
^Geschlossene Beilspitzlift
Foto 19-01-2026, 12 20 52.jpg
^ Eggalm
Foto 19-01-2026, 14 46 25.jpg
^ Rastkogel
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Daan! »

Tag 3 – Ich bin ein bisschen schockiert

Am dritten Tag stand Hochzillertal auf dem Programm. Ich habe dort in der Skischule Optimal Skifahren gelernt und fühle mich diesem Gebiet seit jeher besonders verbunden – auch wenn es inzwischen zu ein Insduskigebiet gehört. Das gilt wohl für viele große Skigebiete. Hat diese Entwicklung also noch einen negativen Beigeschmack? Ich glaube nicht.

Wir bezahlten 70 € für die Taxifahrt von Mayrhofen nach Kaltenbach (fünf Personen). Kurz vor 8:00 Uhr erreichten wir die Talstation Kaltenbach. Das neue Parkhaus und die neue Fassade des alten Parkhauses haben die Situation zwar etwas verbessert, doch morgens herrscht dort nach wie vor reines Chaos.
Foto 20-01-2026, 08 07 01.jpg
Eigentlich wollte ich mit der roten Gondel hinauffahren weil die im Zukunft ersetzt wird, doch dort standen bereits etwa fünf Gondeln wartezeitan. Deshalb entschied ich mich für Hochzillertal 3. Nach wenigen Minuten Fahrt öffnete sich der Blick auf Mountain View, und wir waren oben. Wie bei fast allen anderen war auch für uns die erste Fahrt der Sonnenjet. Von den Gondeln direkt Richtung Neuhütten zu fahren, fühlt sich immer noch unlogisch an und erfordert deutlich mehr stochern als der Weg zum Sonnenjet.



Gesamteindruck Hochzillertal
Insgesamt war ich vom Zustand des Hochzillertals schockiert. Ich verfolge das Gebiet intensiv über Webcams und das Alpinforum und denke oft über logistische Verbesserungen nach. Bereits zuvor war mir aufgefallen, dass sich hinter der Marendalm viel Platz eröffnet hatte. Ich vermutete daher, dass hier eine Umgehung angelegt wurde, um den Verkehr zwischen Zentralstation, Mizunbahn, Wimbachexpress und Schnee Express zu entflechten.
Diese Vermutung bestätigte sich vor Ort: Beim Vorbeifahren an der Marendalm steht tatsächlich ein entsprechendes Pistenschild.
Foto 20-01-2026, 08 14 43.jpg
^ Linksum zum Mizunbahn en Co!

Genau das ist typisch für das Vorgehen: Symptombekämpfung statt struktureller Lösung. Das eigentliche Problem liegt in der viel zu engen Passage zwischen der Talstation Sonnenjet und der Marendalm. Das hat zwei Ursachen:
  • Die Skiständer stehen zu dicht,
  • und viele Gäste stellen ihre Ski gar nicht erst in die Ständer.
Die einfachste Maßnahme wäre, mehr Skiständer aufzustellen und deutlich zu kennzeichnen, dass sich dieser Bereich auf einer Piste befindet.
Sollte die Talstation Sonnenjet irgendwann ersetzt werden (2031?) durch ein 8CLD (?), müsste sie weiter nach Westen verlegt werden, um den Skifluss zu verbreitern. Bei einem Neubau der Marendalm wäre eine Verlagerung nach Osten sinnvoll. Mir ist allerdings bewusst, dass dies mittelfristig kaum realisierbar ist.

Sonnenjet – zwei Auffälligkeiten
Am Sonnenjet sind mir zwei Dinge besonders negativ aufgefallen:
  • Jeder Stützenmast ist mit riesigen Revolut-Aufklebern beklebt. Ich fühlte mich eher an ein französisches Dorf mit überbordender Außenwerbung erinnert als an ein Premiumskigebiet.
  • Der Zustand der Haubenbeklebung ist inakzeptabel.
    Viele Hauben haben gar keine Aufkleber mehr, bei anderen sind sie nur noch fragmentarisch vorhanden. In einem Gebiet mit Namen wie Mountain View, Albergo, Kristall und Wedelhütte ist das schlicht unwürdig. Wie viel Aufwand kann es sein, diese Aufkleber in einem Sommer vollständig zu entfernen?
Foto 20-01-2026, 10 53 20.jpg
Foto 20-01-2026, 10 53 39.jpg
Foto 20-01-2026, 16 00 40.jpg

Pisten und Präparierung
Nach der Bergfahrt fuhren wir über Piste 5 zurück zum Sonnenjet und anschließend über Piste 6 Richtung Schnee Express. Auffällig war, dass ab der Hälfte der unteren Abfahrt die Piste 6 nicht mehr präpariert war. Das hat mich schockiert, zwischen 8:00 und 8:30 Uhr erwarte ich frisch präparierte Pisten.
Foto 20-01-2026, 08 45 19.jpg
^ 8.30/8.45 Uhr Piste 6


Wir wechselten anschließend mit dem Schnee Express auf die Südseite des Hochzillertals. An der Talstation fiel mir auf, dass sich auch hier die Aufkleber bereits ablösen. Nach 20 Jahren ist das nicht ungewöhnlich – für ein Gebiet der Schultz Group allerdings schon. Positiv fiel immerhin auf, dass der Schnee Express rechts mit einem Haltegriff für Kinder ausgestattet ist. Skigruppen verteilen sich deshalb bewusst und nutzen nicht ausschließlich die Mizunbahn.
Foto 20-01-2026, 09 34 50.jpg
^Weiss Jemand die Liftnahme? :wink:

Oben sahen wir eine Skigruppe, die die rote Piste 8 hinunterfuhr, ebenfalls noch nicht vollständig präpariert.
Nebenbei: Laut OpenSkiMap ist die blaue Piste 9 eigentlich rot markiert.
Wir querten die Pisten 8, 9 und 10 zum Kristall Express. Auch der untere Teil der Piste 10 war nicht präpariert, stellenweise ragten sogar Grasbüschel aus dem Schnee. Wäre es nicht an der Zeit für einen zusätzlichen Speicherteich im südlichen Hochzillertal?
Foto 20-01-2026, 09 07 41.jpg
^ Piste 10 am KristallExpres

Abgesehen von diesen Punkten waren die übrigen Pisten insgesamt in gutem Zustand. Wir nahmen erneut den Kristall Express für die schwarze Piste 8, anschließend den Schnee Express und den Wimbach Express. Oben im Albergo tranken wir Kaffee. Ich war zuvor noch nie im Albergo gewesen, da ich es für extrem teuer hielt. Es war zwar nicht günstig, aber auch nicht übertrieben teuer. Während wir dort saßen, landete der erste Hubschrauber im Funpark – bereits der x-te in dieser Woche.


Übergang nach Hochfügen / Achterjet
Nach dem Kaffee fuhren wir zurück Richtung Sonnenjet, um den Übergang nach Hochfügen zu machen. Die Gruppe, die zum ersten Mal in Kaltenbach war, merkte bereits an der Wedel-Express an, wie kalt dieser Lift sei. Damit bestätigte sich für mich ein schon länger gehegter Verdacht:
Warum so viele Skifahrer den Übergang von Kaltenbach nach hinten kaum nutzen, liegt nicht an der Topografie, sondern an den Menschen selbst. Die meisten sind eben Schönwetter-Skifahrer. Über Piste 1 in Hochfügen und anschließend Piste 3 gelangten wir zur Holzalm.
(Grundsätzliche Frage: Wäre es nicht sinnvoll, Hochzillertal und Hochfügen – eventuell auch Spieljoch – neu zu nummerieren, sodass jede Pistennummer nur einmal im gesamten Verbund vorkommt?)

Die Pisten an der Holzalm präsentierten sich überraschend gut. Da die Holzalm lange geschlossen war, hatte ich ursprünglich in Erwägung gezogen, direkt von Piste 1 zur Achterjet weiterzufahren, doch das war nicht notwendig. Deshalb nahmen wir die Holzalm noch mit.

An der Achterjet angekommen, stand eine deutlich sichtbare Warteschlange, beginnend bereits am Eingang. Rechts fiel mir auf, dass der Pfaffenbühel nahezu leer lief. Ich achtete gezielt auf die Auslastung der Achterjet-Gondeln – und stellte fest, dass nahezu keine einzige Gondel voll mit acht Personen nach oben fuhr. Auch der Zustand der Gondeln fiel mir negativ auf. Für eine Anlage, die 2014 in Betrieb genommen wurde, wirken sie überraschend heruntergekommen – nahezu auf dem Niveau von Hochzillertal 1+2, die bereits seit 1997 laufen.

Oben angekommen fuhren wir Richtung Waidoffen, um über Piste 13 zurück ins Tal zu gelangen. Hinter mir kollidierten zwei Personen miteinander, sodass zwei Leute aus meiner Gruppe Hilfe leisteten. Das gab mir die Gelegenheit, eine kleine Stichprobe zur Gondelauslastung zu machen:
Von etwa zehn Gondeln fuhr nur eine einzige voll besetzt nach oben, der Rest mit sechs oder maximal sieben Personen.

Unten im Tal standen wir erneut vor der Entscheidung: Pfaffenbühel oder Achterjet?
Da die Wartezeit an der Achterjet aufgrund der Mittagszeit deutlich kürzer geworden war, gingen wir davon aus, dass wir mit beiden Varianten ungefähr gleich schnell an der Position der Pfaffenbühel-Bergstation ankommen würden – und entschieden uns erneut für die Gondel. Über Piste 10 und die schwarze 6 erreichten wir den Zillertal Shuttle und traten den Rückweg Richtung Kaltenbach an. An der Talstation der Achterjet fiel mir dabei eine sehr alte Pistenkarte auf: Weder Mizunbahn noch Kristall-Express waren darauf verzeichnet. Diese Karte stammt also mindestens aus der Saison 2012/2013.
Wenn man sich als Skigebiet ernst nimmt, ersetzt man so etwas. Das ist weder kompliziert noch teuer.
Foto 20-01-2026, 12 15 58.jpg
^Karte alter wie 2012/2023

Über den Topjet – über den sich einige Gäste beschwert hatten – fuhren wir anschließend über Piste 4 zur Platz Alm. Dort fanden wir einen Platz mit Blick nach Osten und Aussicht auf die Zentralstation.
Foto 20-01-2026, 13 13 36.jpg

Nachmittagsrunde
Nach dem Mittagessen fuhren wir über die blaue Piste 3 zur Neuhüttenbahn. Fast alle Aufkleber an den Sesseln fehlten – nur zwei oder drei waren noch beklebt. Ich frage mich ernsthaft, was dort passiert ist und warum der Sonnenjet nicht schon deutlich früher gereinigt wurde. Mir ist bekannt, dass die Neuhüttenbahn 2020 bei einem Sturm einige beschädigte Hauben hatte – das erklärt jedoch nicht, warum nahezu alle ersetzt wurden.

Wir entschieden uns anschließend für die Talabfahrt zur Mittelstation. Diese wurde letzten Sommer an mehreren Stellen angepasst, was ich grundsätzlich positiv sehe. Die Piste ist nun gleichmäßiger breit, und ich kann mir vorstellen, dass sie in den Ferien entspannter zu fahren ist.

Kurz oberhalb des Skistadl kreuzt ein schmaler Weg die Gondeltrasse. Ich befürchte jedoch, dass dieser Pfad künftig verschwinden wird. Auffällig – fast schon unheimlich – ist, wie bodennah sich Hochzillertal 2 dort anfühlt. 😄

An der Mittelstation mussten wir unter der roten Gondel hindurch. Ich habe mich innerlich ein wenig verabschiedet: Ich weiß nicht, ob Hochzillertal 1+2 nächstes Jahr noch stehen werden – und ebenso wenig, ob ich selbst nächstes Jahr wieder hier sein werde. Der Kommentar eines Mitfahrers zu diesem dunklen Betonbau namens Mittelstation war entsprechend eindeutig.

Insgesamt ist es höchste Zeit, Hochzillertal 1+2 zu ersetzen – insbesondere angesichts der Premium-Positionierung des Gebiets durch Schultz.

Letzte Stunde
Von der Mittelstation ging es zurück Richtung Sonnenjet, um Piste 5 erneut zu fahren. Die Gruppe sammelte sich unten, um Richtung Postalm weiterzufahren. Meine letzte Stunde war angebrochen. Ich drehte noch eine Runde über Schnee Express, Kristall Express, Hirschbichllift, Wimbach Express und Sonnenjet, bevor ich über die Pisten 4 und 3 ins Tal abfuhr.

Mich erstaunt immer wieder, wie viele Gäste die Piste Z an der Mittelstation zur Talabfahrt nutzen. Sie ist langsam, überfüllt und extrem zäh. Über Piste 3 gelangt man deutlich angenehmer ins Tal.

Allein zu fahren hat einen großen Vorteil: Man wartet auf niemanden. Also fuhr ich weiter bis nach Kaltenbach und beobachtete dabei auch die Brückenverbreiterung sowie weitere Anpassungen der Talabfahrt. Im unteren Bereich gibt es einige ungewöhnliche Höhenunterschiede, wie bereits im News-Thread diskutiert – überrascht war ich daher nicht.

Gegen 16:00 Uhr war ich wieder unten in Kaltenbach.

Fazit Hochzillertal
Zusammenfassend bin ich vom Zustand des Skigebiets Hochfügen-Hochzillertal stark schockiert:
  • Hochzillertal 1+2 und der Achterjet sind stark heruntergekommen und weit von ihrer theoretischen Kapazität entfernt.
  • Die Haubenbeklebung des Sonnenjets löst sich auf; bei der Neuhüttenbahn drehen nur noch zwei oder drei beklebte Sessel.
  • Am Schnee Express ist an Tal- und Bergstation nicht mehr eindeutig erkennbar, um welchen Lift es sich handelt.
  • Im Gebiet hängen noch veraltete Pistenpläne.
  • Die Pistenpräparierung auf den Pisten 6 und 10 war mangelhaft bis nicht vorhanden.
    • Trotz der enormen Kapazität auf der Kaltenbachseite wird die Ofelerbahn in der Hochsaison vermutlich weiterhin benötigt, damit Anfänger auf der blauen Piste 9 üben können – die laut OpenSkiMap ohnehin rot ist.
    Kleines Detail am Rande:
    Die rot markierte Abzweigung auf Piste 1 ist deutlich schwieriger als die eigentliche schwarze Hauptpiste, die eher rot wirkt. Wie passt das zusammen?

    Und selbst das beleuchtete Hochzillertal.com-Schild an der Talstation funktioniert inzwischen nicht mehr:
    Foto 20-01-2026, 16 54 23.jpg
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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von Daan! »

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Re: Wintersportbericht Zillertal – 17.01.2026 bis 24.01.2026

Beitrag von marxadler »

Wenn man sich als Skigebiet ernst nimmt, ersetzt man so etwas. Das ist weder kompliziert noch teuer.

Volle Zustimmung!
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