Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Diskussionen rund um Alpinsport und Equipment: Kaufberatung für Ski und Schuhe, Materialtests, Servicetipps und Austausch zur Fahrtechnik.
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schlitz3r
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Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von schlitz3r »

Hallo,

mich würde mal die Meinung der Community zu der Lebensdauer von Airbag Rucksäcken interessieren.

Auslöser ist folgendes Erlebnis. Ich habe einen Snowpulse Rucksack aus dem Jahre 2009, der die letzten sechs, sieben Jahre im warmen Schrank verbringen durfte. Vorher habe ich ihn um die 30 Tage genutzt. 2x Testauslösung und wieder befüllt. Habe immer gut darauf aufgepasst, das Ding sieht aus wie neu.

Dieses Jahr will ich es wieder mal angehen. Neukauf war jetzt nicht unbedingt am Plan, aber neue Kartusche/Refill für eine Testauslösung sollte schon sein. Die Firma Snowpulse gibt es schon länger nicht mehr wurde von Mammut geschluckt und die haben die Kartusche meines Modells irgendwann zurück gerufen. Umso besser dachte ich mir, lasse ich mir mal schnell meine Kartusche austauschen und spar mir was. So einfach wars dann aber wohl doch nicht :D
https://www.bergsteigen.com/produkte/ru ... artuschen/

Noch am selben Tag eine Antwort von Mammut bekommen - nach 10 Jahren haben alle Mammut Airbags das Ende ihrer Lebenszeit erreicht und werden nicht mehr serviciert. Es gibt da eine PSA Richtlinie, die ich noch nicht kannte und auf die sich der Hersteller bezieht.

Hat mir dann auch keine Ruhe lassen und ich habe mal schnell die Konkurrenz angeschrieben, folgendes Ergebnis:
Ortovox: Bestätigen den Sachverhalt bzgl. Richtlinie, handhaben sie genauso. Nach 10 Jahren fühlt sich niemand mehr zuständig. Hat mich sehr gewundert, die machen ja immer extrem auf Nachhaltigkeit ist da wohl auch eher Greenwashing.
ABS: Bestätigen auch die Existenz der Richtlinie, sagen aber das ist eine Empfehlung. Sie prüfen alte Ausrüstung im Einzelfall und servicieren auch Ausrüstung älter als 10 Jahre falls in gutem Zustand
Black Diamond: bisher keine Antwort.

Unabhängig von der Beanspruchung - etwas nach 10 Jahren einfach als kaputt zu deklarieren ist für mich geplante Obsoleszenz und das passt mir gar nicht.

Wie seht ihr das? Hat jemand auch so alte Ausrüstung im Einsatz, gibt es Erfahrungswerte? Und kennt sich noch jemand mit dem Kartuschensystem der alten Snowpulse-Rucksäcke aus, gibt es da noch etwas, was kompatibel ist? Ich habe einen Snowpulse Lifebag Freerider 2009/10.

PhoenixSky
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von PhoenixSky »

Hallo!

Aus rein technischer sicht sind bei solchem Equipment die toleranzen recht hoch. Meine Hand würde ich dafür trodzdem nicht ins Feuer legen.

Ich habe eine Zeit lang recherchiert, die kartuschen die hier zum einsatz kommen, gibt es neu von keiner offiziellen Stelle. Im Nachbau aus China sicherlich erhältlich. (Diese sind aber dann schwer zum Wiederbefüllen). Ab Saison 11/12 sind die Kartuschen erhältlich. (Ich habe auch keinen Adapter gefunden der eventuell zum Einsatz kommen könnte).

Ich denke es wäre besser, wenn du dir einen neuen zulegst. Die von mammut kosten ungefähr 700€. Wobei ich denke, dass du diese gebraucht sicherlich noch günstiger bekommst :)

LG
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Wooly
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von Wooly »

PhoenixSky hat geschrieben: 31.12.2023 - 22:43 Ich habe eine Zeit lang recherchiert, die kartuschen die hier zum einsatz kommen, gibt es neu von keiner offiziellen Stelle. Im Nachbau aus China sicherlich erhältlich. (Diese sind aber dann schwer zum Wiederbefüllen). Ab Saison 11/12 sind die Kartuschen erhältlich. (Ich habe auch keinen Adapter gefunden der eventuell zum Einsatz kommen könnte).
ich würde bei meinen Händlern forschen, ob jemand noch Kartuschen hat oder neu befüllt. Wenn ja würde ich den Rucksack weiter benutzen, Richtlinie hin oder her. Ansonsten musst du wohl neu(gebraucht) kaufen ... das Risiko würde ich nicht eingehen wollen. Ich mache jedes Jahr vor der Saison eine Testauslösung und lasse die Kartusche dann neu befüllen ... und mein Ortovox ABS hat auch schon einige Jahre auf dem Buckel.
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don pipone
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von don pipone »

Sofern Du noch an die Kartuschen rankommst bzw. diese wiederbefüllt werden können, würde ich einfach mind. 1 mal vor der Saison ne Testauslösung machen und mir dann halt vielleicht auch die Ballons genauer anschauen und den Auslöser ölen. Im Prinzip ist das ja aber alles ne einfache Mechanik ohne der Gefahr von " Nichtfunktionieren durch fehlendes update" oä.

Ich hab ( u.a.) auch nen sicher 17-18 Jahre alten ABS. Der funktioniert jedes Mal beim Test einwandfrei.
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don pipone
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von don pipone »

Bei LVS Geräten empfiehlt es sich eher, mal ein Neues zu kaufen. Da verändert sich schon was.
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smucar99
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von smucar99 »

Können Sie mir einige Online-Shops empfehlen, um solche Rucksäcke zu kaufen? Sie meinen sicher das Ding, das die Rennfahrer (beim Abfahrt) haben, oder?
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von don pipone »

Nein. Es geht um Lawinenrucksäcke.
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von TPD »

und die haben die Kartusche meines Modells irgendwann zurück gerufen. Umso besser dachte ich mir, lasse ich mir mal schnell meine Kartusche austauschen
Spannendes Thema.
Wie lange dauert eine solche Rückrufaktion? Kann ich mich da tatsächlich noch 10 Jahre später auf den Rückruf berufen?
Fakt ist sobald der Kunde Kenntnis von dem Rückruf hat, kriegt er auch ziemlich Ärger wenn er das Gerät trotzdem noch weiter betreibt und es dann zu einem Zwischenfall kommt.
Unabhängig von der Beanspruchung - etwas nach 10 Jahren einfach als kaputt zu deklarieren ist für mich geplante Obsoleszenz und das passt mir gar nicht.
Den Ärger kann ich vollkommen verstehen.
Aber ich kann auch die Hersteller versehen, die sich bei einem Sicherheitselement nicht die Finger verbrennen wollen und dann halt den Support verweigern wenn die Lebensdauer gemäss der PSA-Richtlinie erreicht worden ist.
https://www.skichablais.net, seit 20 Jahren über Bergbahnen der Region Chablais und Umgebung.
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schlitz3r
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von schlitz3r »

Sofern Du noch an die Kartuschen rankommst bzw. diese wiederbefüllt werden können, würde ich einfach mind. 1 mal vor der Saison ne Testauslösung machen und mir dann halt vielleicht auch die Ballons genauer anschauen und den Auslöser ölen
Genau das war mein ursprünglicher Plan

Wie lange dauert eine solche Rückrufaktion? Kann ich mich da tatsächlich noch 10 Jahre später auf den Rückruf berufen?
Rechtlich kann ich mir durchaus vorstellen, dass das zu lange her ist. Ich habe hier einfach auf Kulanz gehofft. Wäre aber für mich auch ok gewesen, wenn sie gesagt hätten Rückruf ist nicht mehr aber um xxx€ prüfen wir das Ding oder bauen dir eine neue Kartusche ein.

Auf irgendwelche China nachbauten der Patrone lasse ich mich auch nicht ein. Händler abklappern halte ich auch für wenig aussichtsreich, das Ding war damals gefühlt eher ein Exot weil das System und die Firma recht neu waren. Ich fand den Airbag, der den Nacken umschließt, eine gute Idee. Wundert mich, dass sich das scheinbar nie wirklich durchgesetzt hat.
Aber ich kann auch die Hersteller versehen, die sich bei einem Sicherheitselement nicht die Finger verbrennen wollen und dann halt den Support verweigern wenn die Lebensdauer gemäss der PSA-Richtlinie erreicht worden ist.
Tatsächlich würde mich hier interessieren inwieweit diese PSA Richtlinie rechtlich bindenden Charakter hat. Es gibt ja durchaus auch die Meinung, dass das eine Empfehlung ist. Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Hersteller das einfach als Vorwand nehmen, um ihren Businesscase zu optimieren. Aber ich bin zu wenig Jurist, kenne weder die Richtlinie im genauen Wortlaut, noch weiß ich ob es schon gültige Urteile in die Richtung gibt.


Bleibt wohl nichts anderes als ein Neukauf, die elektrischen Modelle finde ich durchaus interessant, die kann man wenigstens unkompliziert testen.

Dazu ist noch das Feedback von Black Diamond gekommen: Sie folgen auch strikt der Richtlinie - 10 Jahre bzw. beim Jetforce Pro 50 Auslösungen, würde mich jetzt interessieren, ob die da einen Counter eingebaut haben, den sie auslesen können.

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Spezialwidde
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von Spezialwidde »

Es ist einfach eine rechtliche Sache, nicht nur bei Lawinenrucksäcken, das gilt im Prinzip für alles. Der Hersteller gibt eine Nutzungszeit vor, innerhalb derer er die korrekte Funktion garantiert beziehungsweise haftet wenn etwas nicht so läuft wie gedacht. Danach funktioniert es immernoch allerdings ist dann der Anwender auf sich alleine gestellt. Du bist ja nicht verpflichtet das Produkt dann wegzuschmeißen sondern es obliegt alleine deiner Verantwortung es weiter zu betreiben, allerdings unter voller Verantwortung für Sach- und Personenschäden die beim Versagen oder Fehlfunktion auftreten könnten. Damit hat sich der Hersteller abgesichert, um das gehts und nichts anderes. Materialien altern eben, auch wenn sie nur im Schrank liegen. Kunststoffe verspröden, Ventile verkleben, Dichtungsringe verlieren ihre Weichheit, Treibgase entweichen und was weiß ich. Von der Hand zu weisen ist das also nicht. Wir müssen auch regelmäßig unsere Seilmaterialien und Gurte austauschen auch wenn sie noch wie neu sind.
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von chatmonster »

Die 10 Jahre haben auch nicht nur mit der PSA zu tun, sondern einfach mit der Produkthaftung. 10 Jahre nach dem Inverkehrbringen ist Schluss damit.
Wenn das Produkt noch funktioniert und du noch Ersatzteile bekommst (weil gleich oder ähnlich immer noch auf dem Markt), dann gut. Wenn nicht, dann halt Pech. Das Problem ist hier wohl u.a., dass es die ganze Firma nicht mehr gibt, es also auch kein direktes Nachfolgeprodukt gibt. Daher kommt halt weiter nutzen auf eigene Verantwortung auch nicht in Frage, wenn du keine neue Kartusche mehr bekommst...
Schöne Grüße
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schlitz3r
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von schlitz3r »

Danke, an die beiden Vorposter. So gesehen habt ihr natürlich auch Recht.

Was für mich einmal mehr heißt, egal was man anschafft: Darauf schauen, dass so viel wie möglich standardisiert ist.

Bei Airbag-Rucksäcken gibt es bei den Kartuschen offensichtlich keine herstellerübergreifenden Standards. Bei den elektrischen Systemen, die ich mir angesehen habe, verwendet Ortovox zur Pufferung einen fix eingebauten Akku und Alpride verwendet AA Batterien. Spricht für mich dann diesbezüglich eher für einen Alpride Rucksack, AA Batterien wirds noch länger geben.
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von Toposlopos »

schlitz3r hat geschrieben: 02.01.2024 - 21:36
Sofern Du noch an die Kartuschen rankommst bzw. diese wiederbefüllt werden können, würde ich einfach mind. 1 mal vor der Saison ne Testauslösung machen und mir dann halt vielleicht auch die Ballons genauer anschauen und den Auslöser ölen
Genau das war mein ursprünglicher Plan

Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass die Hersteller das einfach als Vorwand nehmen, um ihren Businesscase zu optimieren.


Bleibt wohl nichts anderes als ein Neukauf, die elektrischen Modelle finde ich durchaus interessant, die kann man wenigstens unkompliziert testen.

Dazu ist noch das Feedback von Black Diamond gekommen: Sie folgen auch strikt der Richtlinie - 10 Jahre bzw. beim Jetforce Pro 50 Auslösungen, würde mich jetzt interessieren, ob die da einen Counter eingebaut haben, den sie auslesen können.
Businesscase ganz sicher. Erstens sichern sich die Hersteller so gegen etwaige Eventualitäten ab, zweitens sparen sie unmittelbar Geld. Soweit ich weiß, bietet Mammut nach wie vor die kostenlose Wiederbefüllung der Kartuschen an. Ich weiß, dass das anfangs sogar noch ohne Versandkosten über die autorisierten Händler lief. Später wurde dann eine Versandpauschale erhoben. Jedenfalls den Altkunden wurde diese Dienstleistung so versprochen. Logisch, dass sie dieses Groschengrab irgendwann beenden wollen.

Das Snowpulse System wurde noch unter dem Namen Mammut P.A.S. (Protective Airbag System) parallel zum R.A.S. (Removable Airbag System) lange Zeit angeboten - mWn die ganze Zeit über, in der auch das R.A.S. 1.0 am Start war, also bis vor wenigen Jahren. Ich würde stark vermuten, dass die Kartuschen die gleichen Gewindemaße aufweisen wie die aktuellen (R.A.S. 2.0 und 3.0 sind kompatibel). Zumal das Anschlussstück von R.A.S. 2.0 (besitze ich mehrere von) noch das dreieckige CNC-gefräste Teil "Made in Switzerland" ist, dass sie eigentlich von Snowpulse übernommen haben sollten. Das ist buchstäblich aus dem Vollen gefräst, anders als das neue Plastikteil. Da mache ich mir überhaupt keine Sorgen, dass da irgendetwas nicht funktionieren könnte. Was auch? Die Mechanik ist gedichtet, keinerlei UV-Strahlung ausgesetzt und obersimpel aufgebaut. Ich teste daher auch nur trocken, wenn überhaupt. Außerdem passen die Literangaben: 207l ist die ambulant wiederbefüllbare Druckluftkartusche, die auch jetzt noch am Markt ist (nur interessant für Vielflieger oder Menschen mit entsprechendem Zugang zu Druckluft, z.B. Taucherbedarf); 300l ist die Stickstoffkartusche, die es mittlerweile nur noch in der Carbonvariante gibt. Ich bin mir zu 99,9% sicher, dass das Gewinde ein Standardmaß ist, alles andere wäre völliger Wahnsinn. Insbesondere bei der Druckluftflasche war ja die Idee, dass die überall nachfüllbar sein sollte.

Kurzum, Mammut hat keinen Bock dir für umme eine neue Kartusche zu geben, was sie entsprechend ihres Rückruf eigentlich müssten. Ist halt bisserl arschig. Aber d.h. nicht, dass du dir nicht einfach eine Neue holen kannst. Brauchst halt nur im Geschäft die Gewinde zu vergleichen. Oder du misst es aus und postest es hier und ich messe meins nach. Wird 1/2" sein, evtl auch 3/4" oder 3/8", auf jeden Fall zöllig. Dementsprechend bin ich mir auch sehr, sehr sicher, dass die 300l Stickstoff-Kartuschen der unterschiedlichen Hersteller sehr wohl untereinander austauschbar sind.
Carbon spart gegenüber Stahl übrigens rund 180g, wiegt befüllt so um 330g. Gegenüber deinem Teil mit dem Manometer dürfte die Ersparnis so um 350g liegen. Unter dem Gesichtspunkt ist das doch vielleicht alles gar nicht so tragisch?

Von den 50 Auslösungen beim Jetforce habe ich noch nie gehört, fände ich extremst frech. Zumal die ja mit der einfachen Erfahrbarkeit offensiv werben und das Teil über 1000 Steine kostet. Counter würde allerdings nur Sinn machen, wenn sie über eine Möglichkeit verfügen das auszulesen. Echten Begrenzer kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen, das käme ja einer versteckten Selbstzerstörungsapplikation gleich. Müssten sie kommunizieren und dann würde kaum einer mehr so ein Teil kaufen.

P.S.: Hatte oben zuerst fälschlich Mammuts erstes eigenes System als 1.0 bezeichnet; richtig ist 2.0, das aktuelle heißt dementsprechend 3.0. 1.0 bezeichnet dementsprechend das ursprüngliche Snowpulse Modell, obwohl das nie unter diesem Namen vermarktet worden ist. Hab's oben korrigiert.
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von Luft-Schiff »

Toposlopos hat geschrieben: 10.01.2024 - 21:33 Zumal das Anschlussstück von R.A.S. 2.0 (besitze ich mehrere von) noch das dreieckige CNC-gefräste Teil "Made in Switzerland" ist
Guten Abend, toposlopos,

Jahre später komme ich in eine ähnliche Situation wie der OP: Für meinen Mammut Snowpulse RAS 2.0 - also eine Generation jünger als der vom OP - gibt es leider wegen der von Mammut sehr zuverlässig angewendeten 10-Jahres-Grenze keine E-Teile mehr.

Neulich habe ich mal eine Testauslösung gemacht, unvorsichtigerweise, ohne mich zu vergewissern, ob ich das Rückstellwerkzeug habe ... ich habe es natürlich nicht:-(

Der Test war prima. Der Airbag sah aus wie neu (er sieht ja auch nie die Sonne) und der Rucksack hat sicher keine 20 Skitage hinter sich. Vor diesem Hintergrund würde ich den Rucksack gern trotz seines Alters in Funktion halten, kann aber nirgendwo das Werkzeug finden. Es ist im Original rot eloxiert und sieht ein wenig aus wie ein Kettennieter für das Fahrrad:-/

Dein kompetenter Post mit dem Hinweis auf andere Ersatzteile hat mich ermutigt, einfach mal anzufragen, ob Du auch so ein Teil noch "übrig" hast und Dich für einen entsprechenden Beitrag davon trennen könntest. Alternativ dazu würde ich mich für den Augenblick freuen, es nur einfach für eine Woche ausleihen zu dürfen, um den Rucksack wieder nutzbar zu machen. Alternativ dazu bin ich gerade dabei, so ein Ding drehen zu lassen ... sehr aufwendig, das!

Vielen Dank schon mal und beste Grüße vom See

Jochen
Zuletzt geändert von maba04 am 21.02.2026 - 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Zitat korrigiert.
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von NeusserGletscher »

Oh je, da geht mal wieder einiges durcheinander.

Was ist das Problem an der Limitierung auf 50 Auslösungen? Selbst, wenn man zweimal in der Saison zur Probe auslöst, wäre erst nach 25 Jahren Schluss. Und nach einer Verschüttung würde ich den Airbag eh ersetzen.

Einfach eine andere Kartusche nehmen oder einen Adapter verwenden, ist eine mutige Idee. Was ist, wenn in der Austauschkartusche mehr Wumms ist als der Airbag aufnehmen kann? Dann macht es Puff und der Airbag taugt nur noch als Segel.

Mammut ist so dreist, mehr als 10 Jahre nach dem Rückruf keine neue Kartusche zu liefern? Nein, doch, ohhh. Vermutlich werden sie schlicht keine mehr haben.

Laut damaligem Rückruf gab es Probleme mit der Undichtigkeit am Manometer. Frage ist, ob dies unbemerkt spontan (bei Kälte?) auftritt oder sich langsam einschleicht.

Abgesehen von solchen Fragen unterliegen Druckbehälter einer gewissen Lebensdauer. Man kann sie länger nutzen, aber es wird schwer sein jemanden zu finden, der einem eine Kartusche neu befüllt, deren Frist abgelaufen ist. Mit 300 bar ist nicht zu spaßen.

Mein Tip: schreib das Ding ab. Wenn Du nun planst, wieder öfters ins Gelände zu gehen, kauf Dir einen neuen. Wenn Du nur ab und an ins Gelände möchtest, dann versuche, vor Ort einen Airbag zu leihen.

@Moderation: Im Sinne der Abwendung einer Haftung des AF für Personenschäden würde ich überlegen, ob der ein oder andere "Spartip" hier nicht besser entfernt oder mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden sollte
Was Du selber richtig machst können andere nicht falsch machen
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Re: Alle Airbag Rucksäcke nach 10 Jahren Müll?

Beitrag von Endmoräne »

NeusserGletscher hat geschrieben: 21.02.2026 - 11:18 Oh je, da geht mal wieder einiges durcheinander.

Was ist das Problem an der Limitierung auf 50 Auslösungen? Selbst, wenn man zweimal in der Saison zur Probe auslöst, wäre erst nach 25 Jahren Schluss. Und nach einer Verschüttung würde ich den Airbag eh ersetzen.

Einfach eine andere Kartusche nehmen oder einen Adapter verwenden, ist eine mutige Idee. Was ist, wenn in der Austauschkartusche mehr Wumms ist als der Airbag aufnehmen kann? Dann macht es Puff und der Airbag taugt nur noch als Segel.

Mammut ist so dreist, mehr als 10 Jahre nach dem Rückruf keine neue Kartusche zu liefern? Nein, doch, ohhh. Vermutlich werden sie schlicht keine mehr haben.

Laut damaligem Rückruf gab es Probleme mit der Undichtigkeit am Manometer. Frage ist, ob dies unbemerkt spontan (bei Kälte?) auftritt oder sich langsam einschleicht.

Abgesehen von solchen Fragen unterliegen Druckbehälter einer gewissen Lebensdauer. Man kann sie länger nutzen, aber es wird schwer sein jemanden zu finden, der einem eine Kartusche neu befüllt, deren Frist abgelaufen ist. Mit 300 bar ist nicht zu spaßen.

Mein Tip: schreib das Ding ab. Wenn Du nun planst, wieder öfters ins Gelände zu gehen, kauf Dir einen neuen. Wenn Du nur ab und an ins Gelände möchtest, dann versuche, vor Ort einen Airbag zu leihen.

@Moderation: Im Sinne der Abwendung einer Haftung des AF für Personenschäden würde ich überlegen, ob der ein oder andere "Spartip" hier nicht besser entfernt oder mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden sollte
Komm mal bitte wieder runter. Von Adaptern hat hier niemand gesprochen. Das hast du dir einfach so dazufabuliert. Und wenn du von der Materie auch nur die entfernteste Ahnung hättest, wüsstest du, dass das schon allein bauartbedingt vollkommener Blödsinn ist. Die Gaszylinder wurden übrigens immer schon wiederbefüllt. Wenn man da nach 10 Jahren allein alterungsbedingt Angst um Materialversagen haben müsste, wäre das System erstens nie zulassungsfähig und zudem zweitens nach dem bekannten Schema der Gratisbefüllung für den Anbieter viel zu teuer gewesen. Gasflaschen bis 300bar Druck sind auch in der Gastro üblich und werden in Stahlausführung standardmäßig nach 70 Jahren ausgesondert. Gibt aber auch schon welche mit Verbundverstärkung die nicht lebendsdauerlimitiert (NLL) sind. Und da reden wir von ganz anderen Füllmengen und -inhalten.

Was nun allgemeine Überlegungen in Sachen Sicherheit angeht, sind in meinen Augen zwei Aspekte zu sehen:
1. Airbags bieten eine weitere, allerdings sehr erhebliche Sicherheitsebene. Konkret, im Falle eines Verschüttungsereignisses Halbierung der Mortalität!
2. Sie sind nach wie vor so teuer, dass für viele die Wahl nicht darin besteht, gehe ich mit einem brandneuen System oder mit einem alten, sondern gehe ich mit oder ohne.

Vor dem Hintergrund kann ich nur jedem, der gerne Tiefschnee fährt, aber von den hohen Kosten abgeschreckt ist, raten, sich auf dem Gebrauchtmarkt nach einem Mammut R.A.S. 2.0 System umzusehen. Die findet man momentan vergleichsweise günstig. Offenbar steigen viele gerade der frühen Nutzer auf Systeme um, mit denen sich unkomplizierter fliegen lässt.

@Luft-Schiff Da das System 3.0 dieselben Kartuschen verwendet wie das System 2.0, sollte auch das neue Tool verwendbar sein. Ist natürlich nicht mehr Swissmade CNC-gefräst, sondern ein Stück Billoplastik aus Osteuropa, aber wenn man beim Ansetzen aufpasst, hebt das wohl. Müssen die Neukäufer schließlich auch: https://www.mammut.com/de/de/products/2 ... -test-tool
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