Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Medienberichte rund um den Wintersport: Aktuelle TV-Tipps, Presseartikel, Unfallmeldungen und Diskussionen zu Nachrichten aus der Alpinwelt.
Antworten
Chlosterdörfler
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2434
Registriert: 05.12.2012 - 17:56
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: 8840 Einsiedeln
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 193 Mal

Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Chlosterdörfler »

Ich möchte nicht ein neuer Thread aufmachen zum Himalaya Ereignis.
Die gigantische Flutwelle in Nepal geht einem Experten zufolge auf einen Gletschersturz zurück. Nach derzeitigem Wissensstand rekonstruiert Niels Hovius vom deutschen GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung folgenden Ablauf: Am Mittwochmorgen bricht um 8:37 Uhr Ortszeit (6:37 Uhr MESZ) ein Teil der Bergflanke mit einem Gletscher vom Nordhang des Langtang Lirung ab, dem mit gut 7200 Metern höchsten Gipfel der nepalesischen Region Langtang. Der Gletscherabbruch befand sich in einer Höhe von ca. 5.200 m ü. M. und war ca. 930 m breit.

Bei dem mehr als 1000 Meter tiefen Abrutschen lässt die – etwa durch Reibung frei werdende – Energie das Eis fast augenblicklich schmelzen. So stark ist die Erschütterung beim Aufprall, dass das Erdbebennetzwerk des GFZ ein Erdbeben der Stärke 5,7 aufzeichnet.

Ob bei dem Sturz noch Gletscherseen mitgerissen wurden, war zunächst unklar. Hovius, Leiter der GFZ-Sektion Geomorphologie, geht davon aus, dass das Wasser der Flutwelle vor allem vom Gletscher selbst stammte. In dem engen Tal fegt die Sturzflut aus Wasser und Schlamm mit schätzungsweise 40 Metern pro Sekunde – umgerechnet etwa 144 Kilometer pro Stunde – abwärts.
Kommerzielle Satellitenbilder zeigen den Ursprung der Sturzfluten am Berghang bei Langtang Lirung mit einer Höhe von mehr als 7.200 m.

Zum Bericht mit den Bilder: https://vnexpress.net/suon-nui-nhu-bi-x ... 14267.html
abgerufen am 27.08.2026
Wer Träume hat der lebt noch.

Benutzeravatar
basti.ethal
Alpspitze (2628m)
Beiträge: 2826
Registriert: 19.02.2016 - 14:51
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Ort: Ernstthal am Rennsteig/Thüringer Wald
Hat sich bedankt: 903 Mal
Danksagung erhalten: 2245 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von basti.ethal »

Ähnlich wie damals in Bondo ist es für mich erschreckend, wie allein durch die Reibung beim Bergsturz das ganze Eis innerhalb von wenigen Sekunden zu Wasser schmelzen kann.
Skisaison 23/24: 28 Skitage
2x Gurgl, 3x Sölden, 12x Skiarena Silbersattel, 5x DS, 2x Skating, 1x Skitour 3xZillertal
Skisaison 22/23: 34 Skitage
1x HTX, 1x Pitztaler, 1x Gurgl, 1x Sölden, 4x Dolomiti Superski, 2xIschgl, 16x Skiarena Silbersattel, 5x Skating, 3x Skitour
Skisaison 21/22: 42 Skitage
↓ Mehr anzeigen... ↓
Benutzeravatar
Mt. Cervino
Aconcagua (6960m)
Beiträge: 7033
Registriert: 14.02.2008 - 17:08
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 1802 Mal
Danksagung erhalten: 2427 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Mt. Cervino »

Interessanter Artikel zu diesem Thema in der Welt:
https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... l#Comments
Der Bergsturz im Himalaya zählt zu den schwersten Naturkatastrophen der vergangenen Jahre. Eine Schweizer Glaziologin erklärt, warum die Schlammlawine eine derart enorme Zerstörungskraft auslösen konnte.
....
Die an der ETH Zürich forschende Glaziologin Mylène Jacquemart sagt auf Anfrage, dass das Ereignis selbst für Himalaya-Verhältnisse nicht normal sei. „Die Dimensionen müssen wir erst noch vollständig erfassen, aber ich bin schockiert von den Bildern, die wir zu sehen bekommen“, sagt sie.
Anhand von Satellitenbildern und Aufnahmen von Drohnen aus dem Gebiet könne der Hergang der Katastrophe mittlerweile relativ gut rekonstruiert werden, sagt Jacquemart. Demnach ereignete sich ein großer Felssturz im Bereich einer Bergkette im Gebirgsmassiv Langtang Himal.
Die Gipfel in diesem zentralen Bereich des Himalaya erreichen Höhen um 7000 Meter. Auf dem Fels lag gemäß der Glaziologin zudem noch ein Gletscher, der gleich mit abstürzte. Dieses „Paket“ donnerte talwärts, was ein Erdbeben der Magnitude 5,2 auslöste.
Besonders verheerend machte den Bergsturz aber, dass sich der Murgang aus Eis und Fels mit sehr viel Wasser vermischte. „Diese Masse kam dann im ersten Talabschnitt kurzfristig zum Stillstand und staute sich auf“, sagt Mylène Jacquemart.
Schließlich wälzte sich das Ganze mit unglaublicher Zerstörungskraft und Geschwindigkeit die Täler hinunter. Wie Videos aus den betroffenen Talabschnitten zeigen, konnten selbst massive Bauten wie Dämme und Kraftwerke dem nicht standhalten. Sie wurden einfach mitgerissen. Ein Frühwarnsystem gibt es in der betroffenen Region nach dem Wissen von Mylène Jacquemart nicht.
Wie groß das Volumen der abgestürzten Felsmasse mit aufliegendem Gletscher beim Ereignis in Nepal war, ist laut Einschätzung von Mylène Jacquemart noch nicht klar. Es stellt den Berg- und Gletschersturz in Blatten im Schweizer Kanton Wallis vom 28. Mai 2025 aber mit Sicherheit deutlich in den Schatten. In Blatten stürzten rund zehn Millionen Kubikmeter Eis und Gestein talwärts.
Sucht man nach Katastrophen von ähnlichem Ausmaß in der Schweiz, muss man zwei Jahrhunderte zurückblicken. Der Felssturz von Goldau im Schweizer Kanton Schwyz entsprach gemäß Mylène Jacquemart in etwa derselben Größenordnung wie jener in Nepal.
Dieser ereignete sich am 2. September 1806 und gilt als eine der größten Naturkatastrophen der Schweiz in historischer Zeit. Dreht man das Rad der Geschichte noch etwas weiter zurück, dann finden sich im Alpenraum Bergstürze, die noch viel extremer waren. So gilt der Flimser Bergsturz als einer der größten weltweit.
Er ereignete sich etwa 7500 vor Christus, also in der Mittelsteinzeit. Damals stürzten zwischen neun und zwölf Kubikkilometern Gestein talwärts. Umgerechnet entspricht diese Masse etwa zwölf bis 13 Matterhörnern.
Die Trümmer türmten sich auf einer Höhe von bis zu 750 Metern auf und bedeckten eine Fläche von 52 Quadratkilometern. Der heutige Ferienort Flims befindet sich am Übergang der Gleitfläche im Norden zur Schuttmasse im Süden. Verantwortlich für diesen Erdrutsch waren vermutlich die Folgen einer deutlichen Klimaerwärmung, die einen Rückzug der Alpengletscher bewirkte.
....
Last Destinations: Alpe Mondovi (I) / Lurisia (I) / Quattre Vallées-Verbier (CH) / Abetone (I) / Pragelato (I) / Via Lattea-Sestriere (I) / Zermatt-Cervinia-Valtournanche (CH/I) / Pila (I) / Venet (AT) / Hochzeiger (AT) / Hochoetz (AT) / Kühtai (AT) / Pitztaler Gletscher-Rifflsee (AT) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Obertoggenburg (CH) / St. Moritz (CH) / Arlberg-Lech-Zürs (AT) / Skiwelt (AT) / Cervinia-Zermatt (I/CH) / Serfaus-Fiss-Ladis (AT) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn-Söllereck (AT/DE) / Pila (I) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Bardonecchia (I) / Via Lattea-Sauze D`Oulx-Sestriere (I) / Serre Chevalier (F) / Kleinwalsertal-Ifen (AT) / Tignes-Val d`Isere (F) / Kaunertal (AT) / Gstaad (CH) / Kleinwalsertal-Ifen-Fellhorn (AT/DE) / Isola 2000 (F) / Valberg (F) / Rosiere-Thuile (I/F) / Valtournanche-Cervinia-Zermatt (I/CH) / Portes du Soleil (CH/F) / Vars-Risoul (F) / Serre Chevalier (F) / Carezza (I) / Catinaccio-Vigo di Fassa (I) / Latemar-Obereggen (I)
MarcB96
Vogelsberg (520m)
Beiträge: 597
Registriert: 29.11.2018 - 19:46
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 112 Mal
Danksagung erhalten: 170 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von MarcB96 »

Chlosterdörfler hat geschrieben: 27.08.2026 - 19:47 Zum Bericht mit den Bilder: https://vnexpress.net/suon-nui-nhu-bi-x ... 14267.html
abgerufen am 27.08.2026
Täuscht das oder ist da neben dem Gletscher ein riesiges Stück Fels mit abgebrochen?
schneesucher
Feldberg (1493m)
Beiträge: 1600
Registriert: 09.10.2006 - 17:15
Skitage 25/26: 0
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 228 Mal
Danksagung erhalten: 90 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von schneesucher »

Ja ganz sicher. Es war ein Felssturz der das Eis mitriss und nicht umgekehrt. Es scheint, dass eine Steinplatte losgerissen ist. Vielleicht war diese durch Eis mit dem Untergrund verbunden und löste sich aufgrund der Temperatur. Dass es ein Felssturz war steht auch im Artikel oben.
Benutzeravatar
snowflat
Moderator
Beiträge: 17240
Registriert: 12.10.2005 - 22:27
Skitage 25/26: 3
Ski: ja
Snowboard: nein
Hat sich bedankt: 293 Mal
Danksagung erhalten: 4476 Mal
Kontaktdaten:

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von snowflat »

Nach der verheerenden Sturzflut im Himalaya ist die Zahl der Todesopfer in Nepal auf mehr als 600 gestiegen. Und die Gefahr ist keinesfalls gebannt, denn ein neu aufgestauter See könnte sich im Fall einer weiteren Gletscherschmelze in die nächste Todeswelle verwandeln.
Quelle: Bereits über 600 Tote - Dieser See könnte nächste Todeswelle werden
Kanada - 29.01.2017 bis 10.02.2017
Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
Chlosterdörfler
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2434
Registriert: 05.12.2012 - 17:56
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: 8840 Einsiedeln
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 193 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Chlosterdörfler »

Für mich ist diese folgende Filmzusammenfassung die beste vom Ereignis.

Direktlink
Zeitbedarf: 5:57 Minuten

Hier gibt es eine Bilderfolge vom Abbruchgebiet: https://www.abc.net.au/news/2026-08-28/ ... /107085892
Im Bericht erwähnte Studie: https://doi.org/10.1016/j.accre.2026.06.026

Ein Bericht zur Thema Permafrost in dieser Region: https://www.abc.net.au/news/2026-08-30/ ... /107090534
Im Bericht erwähnte Studie: https://doi.org/10.1016/j.accre.2026.03.003

Ein Film in Deutsch wo versucht den Abbruch zu erklären anhand von einem Foto wo vom Hubschrauberflug aus gemacht wurde.

Direktlink
Zeitbedarf: 13:20 Minuten
Zum Bild: https://x.com/weeddude/status/2093668861745004681


Zweite Filmquelle Sekunde 0:43 Intressant.

Direktlink
Zeitbedarf: ca. 90 Sekunde


Zu den See wo sich neu gebildet haben die beiden liegen 5 Kilometer auseinander. Gemäss Filmbeitrag und Bericht hat der untere See einen Abfluss bekommen. Den dieser See wird von zwei weitere Flüsse gespeist. Bericht mit Satellitenbilder ohne störende Wolken: https://www.globaltimes.cn/page/202608/1369323.shtml

Dieser Bericht enthält ein Foto von einem Heliflug vom oberen See wo gemäss YT LP nach dem Abbruch entstanden ist. Das dürfte auch der Zeitpunkt gewesen sein, wo die Seismografen das Ergebnis aufgezeichnet haben: https://www.globaltimes.cn/page/202608/ ... html?id=11

Für die These ist auch folgendes Ereigniss von Intresse: Die Katastrophe des Vajont – 1963

Um 22 Uhr 39’ des 9. Oktober 1963 löste sich ein riesiger Erdrutsch aus zirka 270 Millionen Kubikmetern Felsen und Gestein von den Hängen des Monte Toc und stürzte in den Stausee von Vajont (in der Provinz Pordenone in Friaul-Julisch Venetien, Norditalien). Die dadurch entstandene Flutwelle zerstörte innerhalb von wenigen Sekunden das Gebiet auf der gegenüber liegenden Seite und jenes unterhalb des Stausees. Die Stadt Longarone (in der Provinz Belluno – Venetien) sowie andere kleinere Ortschaften im Piavetal wurden fast vollständig zerstört.

Info: https://de.wikipedia.org/wiki/Vajont-Staumauer
Wer Träume hat der lebt noch.
Chlosterdörfler
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2434
Registriert: 05.12.2012 - 17:56
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: 8840 Einsiedeln
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 193 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Chlosterdörfler »

Wetterlage Langtang Lirung – letzte Augustwoche 2026

Ich habe mich auf die Suche nach den konkreten Wetterbedingungen und der Höhe der Nullgradgrenze für die Region des Langtang Lirung in den Tagen vor dem 27.08.2026 gemacht. Falls es hier noch andere gibt, die sich für die meteorologischen Hintergründe des tragischen Gletscher- und Felsabbruchs vom 26. August interessieren, hier ist eine kompakte Zusammenfassung der recherchierten Daten:

Hier mal eine kleine Auswertung zum Wetter rund um den Langtang Lirung (7'227 m) in der Woche vor dem 27.08.2026. Eine direkte Bergstation gibt's auf der Ostseite der Bergregion selbst leider nicht, deshalb habe ich die nächstgelegene Referenzstation (Kathmandu, ca. 65 km südlich, 1'337 m) sowie Bergwetter-Modelldaten herangezogen.

Temperatur & Niederschlag (Kathmandu als Referenz):

| Datum | Min °C | Ø °C | Max °C | Niederschlag |

| 22.08. | 21.1 | 23.6 | 30.4 | 8.1 mm |
| 23.08. | 21.0 | 24.5 | 30.5 | 3.2 mm |
| 24.08. | 21.4 | 24.7 | 29.7 | 2.2 mm |
| 25.08. | 21.7 | 24.3 | 29.6 | 0.0 mm |
| 26.08. | 21.6 | 24.9 | 30.3 | 0.0 mm |
| 27.08. | 21.0 | 24.7 | 31.2 | 6.2 mm |

🌤️ 1. Wetterlage in den Tagen vor dem 27.08.2026

Obwohl der August in Nepal normalerweise tief in der Monsunzeit liegt, gab es in den Tagen unmittelbar vor dem 27. August kein extremes Wetter und keine aussergewöhnlichen Regenfälle in der betroffenen Region.
Meteorologische Analysen und erste Berichte zum Ereignis vom 26. August bestätigen, dass kein akutes Unwetter (wie sintflutartiger Regen oder Sturm) der direkte Auslöser war. Stattdessen handelte es sich um eine sogenannte „komplexe Gefahrenkaskade“: Der Abbruch wurde durch langfristige klimatische Faktoren begünstigt, insbesondere durch das Auftauen des Permafrosts und die fortschreitende Gletscherschmelze, die den Fels- und Eisuntergrund am Nordhang des Langtang Lirung destabilisiert haben.

🌡️ 2. Höhe der Nullgradgrenze (Freezing Level)

Die Nullgradgrenze lag im nepalesischen Himalaya Ende August 2026 ungewöhnlich hoch, was die Instabilität in diesen grossen Höhen massgeblich mitbedingt hat:
Regionale Nullgradgrenze (Nepal-Hochhimalaya): Wetterdaten und Höhenwetter-Bulletins wiesen für diesen Zeitraum eine Nullgradgrenze von etwa 4.800 bis 5.000 Metern aus, die zeitweise sogar auf 5.200 bis 5.400 Meter anstieg.
Lokal am Langtang Lirung (7.227 m): Hochauflösende alpine Wettermodelle für diesen spezifischen Gipfelbereich gaben die Nullgradgrenze in diesem Zeitraum mit etwa 5.800 bis 6.100 Metern an.

🏔️ 3. Wissenschaftlicher Hintergrund

Studien zum Langtang-Gebiet zeigen, dass sich vergletscherte Zonen oberhalb von 4.000 Metern überdurchschnittlich schnell erwärmen (ca. 0,31 °C pro Jahrzehnt). Dies führt zu einem starken Massenschwund der Gletscher. Wenn das stützende untere Gletschereis fehlt, bleiben verbleibende Eismassen in steilen Hängen „prekär hängen“. Steigt die Nullgradgrenze dann zusätzlich an, taut der Permafrost auf, und die Reibung am Felsuntergrund nimmt ab. Ein klassischer Auslöser für ein Fels-Eis Absturz, ganz ohne akutes Sturmereignis.

Ich hoffe, das hilft allen, die sich ein objektives Bild der damaligen Bedingungen machen wollen. Falls jemand noch spezifischere lokale Messdaten (z. B. von einer bestimmten Wetterstation im Grenztal) hat, immer her damit!

(Hinweis: Die Werte zur Nullgradgrenze sind Schätzungen auf Basis von Talstationsdaten und Modellrechnungen, keine direkten Messungen am Berg oder eine nähere Wetterstation auf chinesischer Seite.)
Wer Träume hat der lebt noch.
Chlosterdörfler
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2434
Registriert: 05.12.2012 - 17:56
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: 8840 Einsiedeln
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 193 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Chlosterdörfler »

Wanderer filmten den Gletscherkollaps Langtang Lirung, kurz bevor er tödliche Überschwemmungen auslöste, Aufnahmen, die jetzt von der New York Times bestätigt wurden und den bisher deutlichsten Blick auf den Ursprung der Katastrophe bieten.
Ein Reiseleiter namens Ziha Yitie und eine Gruppe von Wanderern waren an diesem Morgen auf einer Aussichtsplattform in Tibet und blickten über die Grenze auf schneebedeckten Gipfeln in Nepal. Ziha sagte, eine Pause am Morgennebel enthüllte den Gletscher auf Tsangbu Ri, so dass die Gruppe mit den Dreharbeiten begann.

Als sie filmten, hörten sie eine Reihe von tiefen Grollen, die sie zuerst mit Donner verwechselten. Dann, kurz nach 10:50 Uhr Ortszeit,es klang wie Sprengstoff, der in den Bergen detonierte. Er sagte er, das Geräusch der Lawine dauerte mehrere Minuten nach dem anfänglichen Riss.

Staub aus dem Erdrutsch füllte bald ihre Sicht und ähnelte einer grossen Pilzwolke, sagte Ziha. In den folgenden Minuten filmte die Gruppe kleinere Eisbrocken, die vom Gletscher abbrachen und die steile Wand des Berges hinunterfielen.

Erst nachdem die Gruppe ihren Weg nach unten gemacht hatte, erfuhren sie das Ausmass der Katastrophe, fanden blockierte Straßen und hörten Nachrichten über die Lawine und die darauf folgende Flut.
Zur Filmvergrösserung: https://www.abc.net.au/news/2026-08-28/ ... /107092568
Quelle: https://indianexpress.com/article/world ... -10855178/




Der untere See wurde durch einen Erdrutsch an einem bewaldeten Hang verursacht (siehe Mitte des Films). Dieser entstand, als die Flutwelle, die durch den Gletscherabbruch verursacht wurde, das Bachbett hinunterraste.


Direktlink


Zeitbedarf: 13:09 Minuten



Die Brücke am Zollübergang zwischen Nepal und Tibet wurde bereits mehrfach durch Hochwasserereignisse zerstört. Hier ist ein Film von einem Nepalesen aus dem letzten Jahr (2025). Ab der 23. Sekunde ist die Grenzstation sichtbar. Im Film sieht man ausserdem, wie ein Teil der nepalesischen Strasse unterspült wurde durch das Hochwasser. Zudem wird die Rettungsaktion unter der Führung des Militärs gezeigt.


Direktlink

Zeitbedarf: 8:27 Minuten


Da stellt sich schon die Frage, wie man die Talinfrastruktur vernünftig aufbaut. Wo durch ein Jahrhundert Ereignis völlig zerstört wurde. So dass die Brücke, die Strasse und die Häuser auf nepalesischer Seite beim nächsten starken Regenereignis nicht wieder weggespült werden. Für die Gletscherbeobachtung als Vorwarnung im Einzugsgebiet fehlen Wissen, Kapital und ein Staatsvertrag zwischen den beiden Ländern.
Wer Träume hat der lebt noch.

Chlosterdörfler
Nebelhorn (2224m)
Beiträge: 2434
Registriert: 05.12.2012 - 17:56
Skitage 25/26: 0
Ski: nein
Snowboard: nein
Ort: 8840 Einsiedeln
Hat sich bedankt: 44 Mal
Danksagung erhalten: 193 Mal

Re: Flutwelle in Nepal durch Gletschersturz

Beitrag von Chlosterdörfler »

Expertenreaktion auf Sturzfluten in Nepal-Tibet vom 28.08.2026
Dr. Hamish Pritchard, Glaziologe, BAS, sagte: Berichte deuten darauf hin, dass diese Katastrophe durch eine grosse Eis- und Schneelawine vom Nordhang der Langtang Lirung, einem 7000 m großen Berg, verursacht wurde. Dies geschah mitten in der Monsunzeit, als in dieser Region starker Schnee und Regen fielen, was dies zur Hochsaison für Lawinen machte. Ich habe Temperatursensoren in und neben einem See, der auf 5100 m ca. 10 km entfernt liegt, und sie zeigen, dass heute die höchste Seetemperatur des Jahres hat, und vor zwei Tagen war die höchste Bodentemperatur in den letzten zwei Jahren, also ist dies die wärmste Jahreszeit in den hohen Bergen. Diese hohen Temperaturen hätten die Schneedecke geschwächt, Spalten mit Wasser gefüllt und die Bindungen zwischen Eis und Fels aufgetaut, die diese Gletscher an Ort und Stelle halten. Der starke Regen hätte den Boden gesättigt und die Flüsse flussabwärts gefüllt, um die Kulisse für eine solche Katastrophe zu schaffen, und diese Bedingungen werden durch den Klimawandel, der einen schnellen Rückzug der Himalaya-Gletscher verursacht, viel wahrscheinlicher. Eine ähnliche, kleinere Flut traf im vergangenen Juli denselben Fluss, und das Erdbeben in Nepal 2015 löste eine große Lawine auf der Südwand desselben Berges aus, die das Dorf Langtang mit vielen Todesopfern zerstörte. Mehr Lawinen und mehr Überschwemmungen sind unvermeidlich, zumal Seen vor den sich zurückziehenden Gletschern wachsen, was bedeutet, dass Frühwarnsysteme dringend benötigt werden, um die Menschen in diesen Tälern zu schützen. “
Quelle: https://www.sciencemediacentre.org/expe ... -in-nepal/
Abgerufen am 02.09.2026

Fluttwelle vom Purepugletschersee Ausbruch (Tibet 2025)
Am 16. August 2024 erlebte Thame, ein Dorf in Nepal, ein katastrophales Ereignis. Thame, auf einer Höhe von 3.800 Metern in der Everest-Region, war von einem plötzlichen Wasserausbruch aus einem Gletschersee betroffen. In nur 30 Minuten zerstörte das Wasser das ganze Dorf, als das Dorf in Schlamm umgewandelt wurde. Alles wurde zerstört – Häuser und Schulen. Zum Glück waren die Menschen in Sicherheit. Sie waren entweder nach Kathmandu oder Namche Bazar zum Baden und Einkaufen gegangen. Leider wiederholte sich der gleiche Vorfall weniger als ein Jahr später im Juli 2025. Ein weiterer Gletschersee auf dem Purepu-Gletscher brach. Diesmal waren die Folgen sehr traurig. Einige Menschen verloren ihr Leben, Dutzende wurden vermisst, und eine wichtige internationale Brücke wurde vollständig zerstört (Lord, 2025).
Quelle: https://nepalclimatehub.org/blogs/when- ... -himalayas
Studie: https://doi.org/10.1016/j.accre.2026.06.022
Abgerufen am 02.09.2026


Drohnenflug von der Zerstörung auf der Nepalseite vom Jahr 2025.

Direktlink
Wer Träume hat der lebt noch.
Antworten

Zurück zu „Medienberichte“