Anfahrt: Zams - Pians - See 0:17 h, Skibus See - Kappl 0:17 h
Wetter: Sonnig, Tal bis +7°C, Berg um 0°C
Schnee: Berg >100 cm teils Pulverschnee, Tal ca. 40 cm nasser Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Alle
Wartezeit: 0-2 min
Gefallen: Teils hervorragende, lange Abfahrten, Landschaft
Nicht gefallen: Tal-EUB Diasbahn für Tiroler Verhältnisse überaltert und ersatzbedürftig; DSB Gongall sehr langsam. Bis auf die Talabfahrt gibt es keine Waldabfahrten - wichtig bei Schneefall.
Bewertung: 6 von 6 Punkten
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Dieser Bericht ist Bestandteil meiner dreitägigen Skifahrt durch Vorarlberg und Tirol im März 2024:
Innerlaterns 7. März 2024
Klösterle / Sonnenkopf 7. März 2024
Kappl 8. März 2024
See 8. März 2024
Hochoetz und Kühtai 9. März 2024
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Am zweiten Tag meiner Skifahrt standen die beiden Skizentren des vorderen Paznauntals, See und Kappl, auf dem Programm, die ich noch nie besucht hatte. Erfreulicherweise haben beide Skigebiete seit der Saison 2023/24 einen gemeinsamen Skipass, so dass man mit einem Tagespass beide besuchen kann. Der große Seilbahnparkplatz in See ist kostenlos. Der Skibus verbindet See und Kappl in 17 Minuten. Das Internet empfiehlt sonneneinstrahlungsbedingt den Skivormittag in Kappl und den Nachmittag in See. Den Tipp nahm ich gern an, parkte morgens in See und fuhr mit dem Skibus nach Kappl.
An einem Wochentag außerhalb der Schulferien gab es an der veralteten Zubringer-4EUB Diasbahn in Kappl nur geringe Wartezeiten, aber ich möchte nicht wissen, wie das in den Faschings- oder Krokusferien ist. Die mittlerweile 37 Jahre alte Bahn gehört - für Tiroler Verhältnisse - ersetzt, in Italien würde sie eine gute Figur machen.
Fazit: Kappl habe ich als unerwartet gutes Skigebiet mit diversen langen, schönen Abfahrten kennengelernt. Hier kann Familie Harzwinter durchaus einen lohnenden Kurzurlaub verbringen.
42 Fotos aus Kappl:
Pistenplan Kappl. Alles geöffnet bis auf zwei Skirouten und die Rodelbahn.
Talstationsgebäude EUB Diasbahn unterhalb des Ortes Kappl.
Bergfahrt in der EUB. Kappl auf 1200 m am Südhang hat in diesem eher schneearmen Winter Anfang März keinen Naturschnee.
Bei meinem Besuch an einem Freitag außerhalb der Ferien ist die veraltete 4EUB von 1987 kein Problem. Aber in den Weihnachts-, Faschings- und Krokusferien dürfte sie für erhebliche Wartezeiten sorgen.
Weiter mit der KSB Alblitt, die wohl von den meisten Gästen als Bahn Nummer zwei des Skitages benutzt wird. In den Ferien als 4KSB wahrscheinlich unterdimensioniert. Die Bahn hat eine unattraktive Trasse über viele Lawinenverbauungen, wenn auch nicht so übermäßig wie am Festkogl in Obergurgl.
Panorama an der Bergstation KSB Alblitt. Der prägnante Berg auf der anderen Talseite ist die Vesulspitze.
Kurze Abfahrt hinüber zur KSB Alblittkopf.
KSB Alblittkopf. Links die schwarze Abfahrt 8 / Kanonenrohr. Die KSB ersetzte einen Kurvenschlepplift weiter rechts am Hang.
Bergstation KSB Alblittkopf auf 2640 m.
Zoom von der Bergstation KSB Alblittkopf übers Paznauntal ins Skigebiet Medrigjoch von See, mein Nachmittagsziel, mit den beiden sichtbaren Abfahrten der Sesselbahnen Zeinisbahn und Rossmooslift. Im Kessel im oberen linken Bildviertel fahren die EUBn Versingbahn und Furglerblick.
Zoom von der Bergstation KSB Alblittkopf übers Paznauntal in einen Teil des Skigebiets von Ischgl und ins Fimbatal. Zu sehen sind oben links die PB Piz Val Gronda, diagonal durchs Bild die KSB Gampenbahn und unten rechts die Abfahrt zur Bodenalp.
Zoom ins Skigebiet Ischgl. Oben links der Palinkopf mit KSB und schwarzer Abfahrt 20, unten rechts die KSB Gampen samt Bergstation, hinten rechts die Abfahrt vom Piz Val Gronda.
Panorama an der Bergstation KSB Alblittkopf. Links der Bildmitte die schöne, rote Abfahrt 7 / Alblittkopfabfahrt.
Abfahrt 7 / Alblittkopfabfahrt neben dem SCHL Alblittlift.
Der SCHL Alblittlift steht ein wenig verloren in der Landschaft herum. Früher hatte er Gesellschaft: Rechts neben ihm verlief der längere Kurvenschlepplift Alblittkopf, der durch die gleichnamige KSB auf anderer Trasse ersetzt wurde.
Nochmal in der KSB Alblittkopf. Wir merken uns jetzt mal das Tal links, ...
... in dem die Skiroute Blanka verläuft.
Die schöne Skiroute Blanka finde ich menschenleer vor ... merkwürdig. Gegenüber wieder die markante Vesulspitze.
Blick von der Skiroute Blanka hinunter zur tief verschneiten Unteren Sessladalpe außerhalb des Skigebiets.
Dann geht es abermals von der Bergstation der KSB Alblittkopfbahn auf die beliebte Lattenabfahrt, eine klassische "Außenrum-Abfahrt".
So sieht die wirklich schöne Lattenabfahrt im oberen Teil aus ...
... und so im mittleren. Unten geht sie in die Abfahrt 2 / Gongallabfahrt über.
Ziehweg vom Ende der Latten-/ Gongallabfahrt zur Talstation DSB Gongall. Von der Latten- und Gongallabfahrt kommt man seit Abbau des kurzen Rückbringer-Schlepplifts Schönebelelift nicht zur Diasalpe zurück, sondern muss entweder die DSB Gongall oder die Talabfahrt nehmen.
DSB Gongall. Aufgrund ihrer Funktion als Aufsammler von der beliebten Lattenabfahrt sollte diese lahme Bahn durch eine KSB ersetzt werden.
Die arg langsame DSB Gongall überquert den SCHL Mardinalift.
Schwarze Abfahrt 3 / Bergwiesenabfahrt der DSB Gongall. Feine Sache!
Fortsetzung der schwarzen Abfahrt 3 / Bergwiesenabfahrt. Die macht Laune!
SCHL Mardinalift von 1970, also erst 54 Jahre alt. Der hält sicherlich noch einmal so lange.
Trasse SCHL Mardinalift.
Abfahrt 1 / Mardinaabfahrt neben dem Schlepper.
Diese zugeschneite Idylle ist im Sommer das Almmuseum samt Streichelzoo. Die Streicheltiere hat man hoffentlich ins Tal gebracht.
Mittags entscheide ich mich für die letzte Abfahrt nonstop von der Bergstation Alblittkopf ins Tal über die rote 7 - schwarze 7a - schwarze 3 - rote Talabfahrt 4 über 1400 Höhenmeter.
Schwarze Abfahrt 7, 200 Höhenmeter. Noch fühlen sich die Oberschenkel gut an.
Schwarze Abfahrt 3, 500 Höhenmeter. Die Oberschenkel fragen erstmals nach einer kurzen Pause. Abgelehnt.
Start der roten Talabfahrt 4, 800 Höhenmeter. Die Oberschenkelmuskulatur zieht sich vorübergehend zur Beratung zurück ...
... und registriert bei 1000 Höhenmetern auf dem Südhang Beschneiungssulz. Die Oberschenkel meutern.
Talabfahrt kurz vor Kappl, 1200 Höhenmeter. Die Oberschenkelmuskulatur gibt sich vorerst mit dem Übergang der Abfahrt auf einen Ziehweg zufrieden.
Die Talabfahrt durchquert Kappl in schwerem Schneebrei. Das findet die Muskulatur nun gar nicht mehr lustig.
Vielleicht ist das der Grund, weshalb diese betönerne Straßenunterführung mit so schönen orangefarbenen Schutzpolstern verkleidet ist. Irgendwer wird es bestimmt schaffen, links davon in die Betonwand zu prallen. Oder von der Piste nach rechts abzukommen und auf der Straße zu zerschellen.
Mit letzter Kraft erklären sich die Oberschenkel nach 1300 Höhenmetern bereit, auch noch die letzten 100 zu bewältigen.
Habe fertich. 1400 Höhenmeter ohne Stopp geschafft, aber gut fühlt sich das nur im Kopf an, nicht in den Beinen. Es folgen 15 Minuten verdiente Sitzpause im Skibus nach See. (1800 Höhenmeter ohne Stopp habe ich in Saas-Fee vor 21 Jahren irgendwie besser weggesteckt ... woran das wohl liegt?)
[Edit 24.3.2024: Typos korrigiert.]