Anfahrt: Ettlingen - A8 - Ulm - Memmingen - Bregenz - Autobahnabfahrt Feldkirch Nord - Rankweil - Innerlaterns in 3:15 h dank Herrn Weselsky, sonst sicherlich 20 min schneller
Wetter: Heiter bis wolkig, teils Wolken auf den Hängen, um 0°C
Schnee: 30 cm Neuschnee auf genügend Alt- und Maschinenschnee
Anlagen in Betrieb: Alle (SCHL Fallenboden nur ein Lift der Doppelanlage)
Wartezeit: keine
Gefallen: Unerwartetes Winterwonderland mit Neuschnee und Sonnenschein
Nicht gefallen: Rote Abfahrt SCHL Fallenboden für Renntraining gesperrt; mittags Wolke auf dem gesamten Hang
Bewertung: 6 von 6 Punkten
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Dieser Bericht ist Bestandteil meiner dreitägigen Skifahrt durch Vorarlberg und Tirol im März 2024:
Innerlaterns 7. März 2024
Klösterle / Sonnenkopf 7. März 2024
Kappl 8. März 2024
See 8. März 2024
Hochoetz und Kühtai 9. März 2024
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Es ist wieder März, und damit ist es Zeit für meine mehrtägige Solo-Skifahrt. Wenige Tage vorab hat es in den italienischen Westalpen bis zu zwei Meter geschneit. Ideale Schneebedingungen für Skigebiete im Aostatal und auf der Südseite der Monte Rosa-Region ... endlich mal! Der Wetterbericht verspricht zunächst zweieinhalb gute Tage dort, und ich beginne eine dreitägige Tour auf der Südseite der Walliser Alpen zu planen. Dann reduzieren die vereinten Kräfte von Genuatief und Atlantiktief die Schönwetterprognose auf anderthalb Tage und schließlich auf einen. Damit kann ich meine Tourplanung mal wieder in den Ausguss geben und bei Null anfangen. Einen Tag vor Abfahrt verbleiben als einzige Regionen mit einigermaßen gutem Wetter für drei Tage Vorarlberg und Tirol. Nicht gerade Prioritätsziele für meine auf abgelegene und Kleinskigebiete fokussierten Skifahrten, aber unbesuchte Skigebiete gibt es natürlich auch dort. Vorarlberg und ein Teil Tirols bekommen genau zum Start meiner Fahrt den ersten Neuschnee seit Wochen auf die braun gewordene untere Etage. Der erste Tag der Fahrt gehört dem Kleinskigebiet Innerlaterns und dem bekannteren, weil an der Arlbergstraße gelegenen Skigebiet Sonnenkopf im Klostertal. Und tatsächlich fahre ich im Laternsertal in ein hochwinterliches Ambiente, in diesem enttäuschenden Winter erst zum dritten Mal. Verschneite Bäume und Hausdächer glitzern in der Morgensonne, kaum zu glauben, und ich bin dabei!
Das Skigebiet Innerlaterns war mal Bestandteil eines 1970er Jahre Wintersportverbunds. Vom lifterschlossenen Innerlaternser Skiberg namens Nob erstreckte sich eine Kuppen-Skiroute mit Zwischenlift bis auf den Hügel namens Furx überm Rheintal mit Zwischen-Abfahrtsrouten ins Laternsertal. Ex-Forenkollege Skikaiser ist sie 2011 gefahren. Auf der ersten Tal-Skiroute, der Tschuggen-Route, stand im Dorf Mazona der kurze Mazonalift, und vom Routenende im Talboden brachte der Innerlaternser Schmittenhoflift die Skifahrer zurück zur Sesselbahn. Die zweite Tal-Skiroute war die Abfahrt hinunter in den Talort Bonacker zwischen Laterns-Thal und Innerlaterns. An dieser Route lief der Alpwegkopflift. Er ist wohl schon 30 Jahre stillgelegt, aber 2020 stand er noch. Auf der Furx ist nur noch ein Kinderschlepplift in Betrieb, und selbst der Schmittenhoflift in Innerlaterns ist verschwunden. Das Gebiet zwischen Nob und Furx gehört heute Touren- und Schneeschuhgehern ... wenn denn Schnee liegt. Schade, das Gebiet nicht als intakten Verbund erlebt zu haben.
Der Parkplatz der Bergbahnen Innerlaterns ist bei meinem Besuch recht leer. Wohl wegen der vielen Tourengeher beträgt die Parkgebühr provokante 8 Euro, aber Skipasskäufer bekommen sie angerechnet. Die beiden Sektionen KSB fahren mich durch ein Winterwonderland auf den rund 1750 m hohen Vorgipfel Nob. Die untere KSB-Sektion ist flach, und so entsteht beim Hinaufschweben durch tiefverschneiten Nadelwald vorübergehend der Eindruck, man säße gerade in Winterberg im Sauerland in einer KSB auf den Bremberg statt in Vorarlberg.
Dann geht es wieder auf den Haupthang des Skigebiets, auf den sich allmählich eine Wolke schiebt. Zunächst verleiht sie den Abfahrten im Wechsel mit sonnigen Abschnitten eine mystische Stimmung, gegen Mittag liegen dann 80% der Sesselbahnabfahrten dauerhaft im Nebel. Mir egal, ich hatte hier einen guten Vormittag, den ich in Erinnerung behalten werde, und fahre weiter zum Arlberger Skigebiet Sonnenkopf im Klostertal.
Fazit: Einen Besuch in Innerlaterns für einen halben oder ganzen Tag bei ähnlichen Bedingungen werde ich gern wiederholen.
40 Fotos aus Innerlaterns:
Pistenplan Innerlaterns. Es gibt nur (noch) zwei Sesselbahnen und einen Doppelschlepper.
30-40 Zentimeter Neuschnee nach langer Schneearmut. Auf ins Winterwonderland!
Rückblick aus der 1. Sektion KSB.
Nein, diese Sesselbahn fährt nicht im Sauerland oder im Harz.
Weiter oberhalb wird die Trasse etwas steiler ...
... und folgt schließlich dem Abfahrtsverlauf.
Blick von der Bergstation der ersten KSB-Sektion zum Berg. Von dieser unerwarteten Winterimpression war ich überwältigt.
Abfahrt von der ersten zur zweiten Sektion KSB. Hinten rechts das Alpsteingebirge.
Zweite Sektion KSB ...
... im teils offenen Gelände.
An der Bergstation der zweiten Sektion KSB. Ganz links die Bergstation des DoppelSCHL Fallenboden.
Da fahr' ich jetzt aber noch nicht hin, ...
... sondern nehme zunächst die Abfahrten beider Sesselbahnsektionen ...
... inklusive Talabfahrt, die wirklich schön ist.
Talabfahrt Innerlaterns mit Alpsteinblick.
Winterimpression an der Talabfahrt.
Und wieder angekommen im Tal. Wie man an der Parkplatzfüllung sieht, sind nicht viele Besucher da.
Wieder ganz hoch mit der Sesselbahn und noch einmal auf die Abfahrt.
Richtung Bodensee hängt noch die Hochnebelsuppe.
Dann kommt die Abfahrt des Schlepplifts Fallenboden an die Reihe.
Auch hier gibt es eine wunderschöne Neuschneeimpression. Leider kann ich nur die schwarze Abfahrt fahren, da die rote für ein Renntraining gesperrt ist.
Off Piste geht auch, wenn man möchte.
SCHL Fallenboden. Wurde hier eigentlich der frühere Doppelschlepplift Nob, der durch die 2. Sektion Sesselbahn ersetzt wurde, einfach abgetragen und auf die andere Bergseite gesetzt?
Trasse SCHL Fallenboden. Schön, bis aufs Renntraining auf der Abfahrt rechts.
Liechtensteiner Berge: Naafkopf, Hinter und Vorder Grauspitz, Ruchberg.
Abfahrt der oberen KSB. Eine Wolke schiebt sich auf den Hang.
Mystische Nebelstimmung in der oberen KSB.
Gipfelkreuz auf dem Nob mit Nebelmeer.
Gipfelkreuz auf dem Nob.
Blick vom Nob auf die allmählich steigende Wolkendecke.
Wieder am SCHL Fallenboden.
Nebelspielchen auf der Abfahrt der oberen KSB.
Hinein in die Nebelwand!
Schwarze Abfahrt SCHL Fallenboden.
Blick vom Nob zum benachbarten Hohen Freschen mit dem Freschenhaus. Das stand bei uns mal zur Auswahl für ein Hüttenwochenende im Sommer, wurde aber verworfen, weil man von dort eigentlich nur eine einzige Kammwanderung als Höhenwanderung machen kann, sonst fast nur Abstiege.
Blick irgendwo in die Ostschweizer Berge.
Zoom ins Alpsteingebirge mit Altmann und Säntis hinter der Sesselbahn.
Piz Segnas und Piz Sardona in den Glarner Alpen.
Gegen Mittag gewann der Nebel die Oberhand auf den Abfahrten der Sesselbahnen.
Mir war's egal, weil ich sowieso ins Skigebiet Sonnenkopf im Klostertal umsetzte. Letzte Talabfahrtsimpression in Innerlaterns.
[Edit 24.3. & 4.4.2024: Typos korrigiert.]