Balu77 schrieb:
Zum Abschluss dann doch die Medaille. Freut mich sehr für Felix.
Ich stimme Euch schon zu, der Medaille vom Felix sowieso

aber ich find's nicht gut, wenn ein SL so auf eine Tempobolzerei reduziert wird. Vom Hocker gerissen hat mich das wüste Gehacke nach dem Motto, es gewinnt der, welcher sich am besten vorwärts schieben und drücken kann, nicht. Mit LL-Training und das Verwenden LL-Stöcken im Rennen könnte man da bestimmt noch was machen, aber ob das noch richtiger SL-Sport wäre
Bei Großereignissen wird leider der SL fast immer in dieser Art kastriert (eine Ausnahme war Schladming). Im WC fährt man überwiegend auf Kursen, die der Weltelite angemessen sind, Val d'Isere, Madonna, Adelboden, Wengen, Kitzbühel, Kranjska Gora, alles knackige steile Hänge, aber bei Großereignissen auf flachen Hängen, die für die Spitzenklasse so was sind, wie der Idiotenhügel für den guten Freitzeitfahrer. Grund ist natürlich der, dass man alles in einen großen Zielraum führen will, was für den SL bedeutet, dass er meistens auf dem Schlussteil von Abfahrten abläuft und der ist i.a. flach. Das ist, wie den Wengener SL statt auf dem SL-Hang, auf der Lauberhornstrecke durchzuführen, was ja einmal passierte und nur ein fader Abklatsch war, eigentl. ein Witz, aber bei Großereignissen haben wir das ständig
Jetzt kann man sagen, wer ein Champion sein will, muss auch so gewinnen können, aber das ist zu einfach, die Fahrer sind nicht gleich, sondern kommen mit ganz unterschiedl. Mitteln zu ihrem Ziel, genauso wie etwa die Tennisspieler komplett unterschiedl. Spielweisen haben. Entsprechend sind die Chancen anders verteilt. Flachkurse bevorzugen den Typ Tempobolzer, weniger den filigranen Techniker. Der deutlichste Fall ist Kristoffersen, er ist genau der letztere Typ. Zweifelsohne ist er der beste SL-Läufer der Gegenwart (diesen Winter bereits 5 (!) Saisonsiege), auch klar über Hirscher, aber in St. Moritz hatte er praktisch keine Chance auf den Titel. Dafür waren Tempomacher wie Feller, Matt, Schwarz auf einmal Medaillenkandidaten, die im SL-WC "nur" auf 10, 17, 19 sind.
Es gibt wenige Fahrer, die mit verschiedensten Bedingungen bestens zurecht kommen, Hirscher ist einer, auch Felix, aber leider nicht unsere Anderen, die brauchen schwierige, steile Kurse (ÖSV-Beispiel: Digruber). So wird's nach dem Rücktritt von Felix wohl mit Medaillen mager aussehen, denn dass die Kurse bei Großereignissen anspruchsvoller werden, ist eher unwahrscheinlich. Die Zwänge für einen einzigen Zielraum sind groß, wegen des hohen Aufwands für einen anderen Zielraum, der einem Großereignis gerecht wird (Zuschauertribünen, TV-Installationen, Reporterkabinen etc.).