Hiermit möchte ich noch mein Fazit für die Saison der DSV-Alpinen nachreichen. Man könnte es ganz kurz ausdrücken:
Herren hui
Damen pfui
Die Herren sind seit 2009 im Aufwind und übertreffen inzwischen deutlich die Damen, was bis vor vier Jahren noch unvorstellbar war und in der ganzen DSV-Geschichte sehr ungewöhnlich ist. Felix kam nach eher mittelprächtigem Saisonverlauf zuletzt noch richtig gut Schwung und erinnerte an seine besten Zeiten. Zwei 2. Plätze beim WC-Finale mit blitzsauberen Fahrten, waren ein glänzender Saisonabschluss und machen Lust auf den kommenden Winter. Höhepunkt war natürlich SL-Bronze in St. Moritz, womit er das Kunststück fertig brachte, in drei WMs nacheinander eine Medaille zu holen. Strasser war verbessert und kämpfte sich engagiert in die WCSL Top 30 zurück. Den SL-WC konnte er durch seinen sensationellen Sieg im Parallel-SL von Stockholm unter den Top 15 abschließen. Der Aufsteiger im SL aber war Luitz. Die Plätze 10, 18, 14 ab Wengen katapultierten ihn vom Startnummernkeller der 50er und 60er in die Nähe der WCSL Top 30 (es fehlen noch 25 Punkte), sicher eine besondere Leistung angesichts schlechter Pisten im 1. Lauf. Aus dem ehemaligen RS-Spezialisten ist auch ein guter SL-Mann geworden. Umgekehrt lief es für Stehle. Er fiel aus den Top 30 raus und muss sich jetzt mit hinteren Startnrn. abmühen. Im RS holte man immerhin 3 Podestplätze und 12 x Top 10. Luitz erreichte als 8. WCSL seinen besten Rang bisher. Erstaunliches tat sich zuletzt bei Ketterer, der die SL-Wertung der NorAm-Serie gewann und sich dabei z.T. deutlich gegen die Spitzenleute der Amis und Kanadier durchsetzte. In der nächsten Saison werden hoffentlich auch Dopfi und Staubitzer wieder dabei sein.
Im Speed beginnt die Aufbauarbeit von Berthold und Schwaiger Früchte zu tragen. Kam es letzten Winter noch viel auf Sander an, nach dem frühen Ausfall von Ferstl, sah man diesen Winter ein Team mit Sander, Ferstl und Dreßen, die reihenweise Weltklasseleistungen brachten. Top-15-Resultate sind nichts mehr Besonderes, es sollte schon Top 10 herausspringen, so ändern sich die Zeiten und Ansprüche. Sorgten zunächst Sander und Ferstl für die guten Resultate (als Bestes jeweils ein 5. Platz), kam ab St. Moritz Dreßen hinzu. Dem ging da förmlich der Knopf auf, als 12. der Spezialabfahrt und 3. der Kombiabfahrt (war auch mit Weltklasse gespickt), in Kvitfjell dann die Plätze 6 und 11, in Aspen 16. Der Durchbruch für ein Talent wie es der DSV seit Wasi und Eckert nicht mehr hatte? In der WSCL-Endabrechnung war Sander auf 16 u. 11, Ferstl auf 28 u. 17 (jeweils Abfahrt, SG) und Dreßen auf 24 (Abfahrt). Für drei Mann in den Abfahrt-Top-30 muss man schon bis 91/92 zurück und Sanders Rang wurde zuletzt nur von Eckert 00/01 und Wasi 91/92 übertroffen. Was noch fehlt, ist eine Podiumsplatzierung, ein paar Mal fehlten nur ein bis zwei Zehntel, aber vielleicht klappt's ja im kommenden Winter, wäre als OL-Saison sicher die passende Gelegenheit. Dann sollte auch Brandner wieder dabei sein, vielleicht Stechert sowie der im EC überzeugende Manuel Schmid, womit sie teammäßig noch breiter aufgestellt wären.
Bei den Damen ging es mannschaftlich leicht aufwärts, bei sehr niedrigem Niveau. Was Spitzenplätze anbetrifft, ist man immer noch bei historischen Tiefständen. Vicky hatte, gemessen an ihren Verhältnissen, eine sehr mäßige Saison mit nur zwei dritten Plätzen. Angeblich gab es Versäumnisse in der Saisonvorbereitung und dann kam vor Saisonstart die gravierende Verletzung hinzu. Wolfi Maier hat sie jetzt auch öffentlich kritisiert und sie hat's angeblich eingesehen. Nächsten Winter sollen wir sie in einer ganz anderen Verfassung erleben. Warten wir's ab, wäre angesichts eines OL-Winters natürlich besonders wichtig. Im SL ging es zuletzt aufwärts, wobei sich Geigi und Wallner hervortaten. Geigi schloss die Saison in den WCSL Top 15 ab. So gut lag sie schon lange nicht mehr. Wallners Comeback-Saison nach langer Verletzungspause war zunächst mühselig, aber sie kämpfte sich in der Startliste nach vorne und plötzlich, in den letzten beiden Rennen, kam der große Schub nach vorne, zweimal Top 10, mit Bestzeit bzw. zweiter Zeit im 2. Lauf. Zu nennen wären auch die EC-Siege in SL/RS von Hilzinger und ihr 2. Platz in der EC-RS-Wertung und damit Fixstartplatz. Ansonsten fast nur Pleiten, Willibald als amtierende Juniorenweltmeisterin unterirdisch, Weidle, Gewinnerin der EC-Abfahrtswertung, fuhr hinterher, genauso wie Wenig und Dorsch, Wiesler sieht das Ziel kaum. Man muss es leider so sagen, die DSV-Damen haben in einigen Belangen den Anschluss verloren. Es ist hier nicht der Platz das alles zu diskutieren, nur ein Detail, das es verdeutlicht: Im RS ist nach Vicky praktisch komplette Ebbe, dabei ist der RS als Basisdisziplin besonders wichtig. Es wird einige Änderungen im Damenbereich bedürfen, um wieder nach vorne zu kommen. Wolfi Maier das hat jetzt angekündigt, ohne Details zu nennen. Allerdings, Forderungen nach Trainerablösungen will er nicht so einfach nachkommen, aber ob Strukturveränderungen es alleine bringen werden
