Werna76 schrieb:
Die Absicherung der Trainingsstrecken ist ja leider ein Thema das sich schon ewig hinzieht und ich persönlich gebe da dem ÖSV einen beträchtlichen Teil der Schuld dass hier nie etwas Sinnvolles unternommen wurde.
Gemeinsame Trainingsstrecken zu errichten die dann auch halbwegs abgesichert werden, wurde stets abgelehnt aus Paranoia dass sich andere Nationen im Training etwas abschauen könnten.
Nach diesem tragischen Unfall wird jetzt wieder diskutiert, hoffentlich passiert diesmal etwas. Hr. Eliasch scheint ja Milliardär zu sein, die FIS sitzt lt. Salzburger Nachrichten von vor ein paar Jahren angeblich auf 9-stelligen liquidem Vermögen, da sollte es dann drinnen sein ein paar A-Netze samt Befestigungen zu kaufen.
Das kannst du natürlich gerne machen, zeigt aber von maximal Halbwissen. Warum? 1. War der ÖSV bei neuen Sicherheitsvorschriften der FIS (vorausgesetzt, dass sie fertig getestet waren) immer einer der ersten Verbände der das unterstützt hat und meistens die Thematik auch genutzt gleich auch weitere Schritte zu fordern (z.B. Schalenhelme, MIPS-Pflicht, Airbags, Präparierung). Anm. an dieser Stelle, seit Ulli Maier kann man auch nicht anders.
2. Die Forderung nach abgesperrten, fixen Trainingsstrecken gibt es im ÖSV zumindest seit den Jahren 2010/2011/2012 und währt seitdem an. Auslöser war damals nach und nach die Rücktritte des dominanten Speed-Teams (u.a. Maier, Walchhofer, Strobl usw.) und dass man über Jahre anderen Nationen vor allem im Speed (Schweiz - Janka, Cuche; Allround - Kostelic) meilenweit hinterhergefahren ist. Schon damals gab es von Hr. Schröcksnadel die Forderung an die Skigebiete man könne nicht nur auf Einsätze im Weltcup warten sondern solle auch für den Trainingsbetrieb was bieten, kurzfristig umgesetzt hat er es nach Möglichkeit in seinen eigenen Gebieten, da ist aber kaum was dabei um auf höchstem Niveau Speed zu trainieren. Um in der Zeitschiene zu bleiben: dann kam eine etwas überraschende Kristallkugel eines Klaus Kröll, ein Weltmeister Hannes Reichelt und 3-fach Olympiasieger Matthias Mayer, dazu noch ein vieles überstrahlender Marcel Hirscher, und die Probleme waren nicht mehr so akut.
In Saalbach war man drauf und dran ein permanentes Trainingszentrum zu installieren, das hat nach dem "Anfang" durch den Speed Weltcup 2015 auch einige Jahre Bestand gehabt, wurde von nationalen (und internationalen!, siehe dein Vorwurf) Teams gut und gerne genutzt und hat der aktuellen aufstrebenden Generation wie Rieser, Traninger, Eichberger aber auch Zabystran, Hrobat usw. sicher weitergeholfen. Das ganze ging in etwas bis Corona und auch schon in der Folge des spontan übernommenen WC 2018 (und der Erkenntnis man kann auf einem Berg alle Disziplinen fahren) sah man sich in Saalbach für Höheres berufen und strebte wieder nach WC und WM, das Geschäft mit Nachwuchs- und Trainingsbetrieb war dann nicht mehr so wichtig.
Der ÖSV versuchte es in St. Anton, was teilweise funktionierte, aber nicht langfristig auf fruchtbaren Boden fiel, wiederum gescheitert an der Mitarbeit der Bergbahnen (zum Gesamtbild muss man festhalten, dass der Aufbau, das Sperren und der Betrieb der Strecke in St. Anton ein Stück komplizierter ist als in anderen Gebieten, da mehrere Bahnen notwendig sind, Pistenkreuzungen vorhanden und eine Vollsperrung den Wegfall von anderen Pisten und sogar Liften bedeuten würde).
Auch ob den Erfolgen eines Marcel Hirscher (sowie Mattias Mayer und Vinc Kriechmayr), allesamt technisch starke Skifahrer mit einem versierten "Grundschwung", forcierte man für Speed Fahrer das RTL und SG Training, letzteres konnte man mit erheblich weniger Aufwand auf einzelnen Pisten und/oder kleineren Gebieten durchführen, z.B. St. Lambrecht, Turrach, Innerkrems, Weissensee, Pass Thurn, im Frühling am Mölltaler, während Corona auch in Haus usw.
Annahme meinerseits: Gebiete, die von sich aus ein Trainingszentrum mit entsprechenden Pisten anbieten, wie der Schnalstaler, Zürs, Leogang, Hinterreit und Reiteralm nehme ich hier bewusst aus, dass man als Verband auf diese zugehen könnte und mit ihnen kooperieren, steht aber auch außer Frage.
Innerkrems wurde immer wieder gemunkelt, dass der ÖSV das kauft um ein Trainingszentrum zu installieren, ich kann nicht sagen was da aktuell der Stand ist; Fakt ist aber, dass der ÖSV am Pass Thurn ein Trainingszentrum mit permanenter Speed-Strecke bauen lässt, das bei Reservierung auch andere nutzen können.
Außerdem ist mir in den letzten Jahren kein Fall bekannt, wo der ÖSV, wenn man an anderen Orten im Ausland trainiert hat (z.B. Chile, Kaabdalis, Copper, ...), eine Anfrage eines anderen Verbandes mittrainieren zu dürfen abgelehnt hätte- Prämisse, dass der Kurs nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden dürfe, weswegen ihnen "kleine" Nationen wie USA, Tschechien, Kroatien, Japan usw. lieber sind, was im Sinne von Kosten:Nutzen und Verletzungsprävention auch verständlich ist.
Und was machen die anderen Verbände? Die Italiener dürften ähnlich kooperativ sein wie die Österreicher, wobei auch die meines Wissens nach nicht einen fixen Trainingsstützpunkt haben sondern sich nach den Möglichkeiten in den Skigebieten strecken; von den Schweizern, Norwegern und Franzosen bekommt man wenig mit, aber es scheint jeder seine eigene Suppe zu kochen (und die Schweizer sind ja bekanntlich seeeehr reserviert beim Genehmigen neuer Sicherheitsvorschriften, man könnte auch sagen Verhinderer) und der DSV hat zwar einen Trainingsstützpunkt am Jenner, dieser ist aber spätestens nach dem Aus des Publikumsbetriebs ebenda gefühlt hermetisch abgeriegelt und auch davor haben die da niemand hingelassen, sogar die DSV-Snowboarder und der eigene Nachwuchs muss auf umliegende Gebiete ausweichen.
@Werna76 lass' dir diese Fakten mal auf der Zunge zergehen und reden wir dann nochmal, statt hier über den eigenen nationalen Verband zu wettern.