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Ästhetik der Pylone

Welche Mastenform ist im Gebirge aus ästhetischer Sicht angebracht (nur Sessel- bzw. Gondelbahmasten

  • Gittermasten klassischer Bauart.

    Stimmen: 2 40,0%
  • Rohrmasten geländefarben lackiert (ggf. zus. zur Verzinkung)

    Stimmen: 0 0,0%
  • Rohrmasten silbergrau verzinkt

    Stimmen: 1 20,0%
  • Vierkantmasten (lackiert)

    Stimmen: 1 20,0%
  • Egal- die Form von Stützen ist doch irrelevant

    Stimmen: 1 20,0%

  • Umfrageteilnehmer
    5
Manche können es halt nicht verwinden :D , aber sie ist ja auch
logob.jpg

Logo: DVB
Pendolino vom Wurmberg
 
Ich wette, du weisst nicht wo die zweite Anlage hätte stehen sollen!! Steht jetzt noch eine Anlage die anstelle des Dresdner Entwurfs gebaut wurde.
 
Es wurde sogar eine zweite Anlage gebaut, die allerdings nur einen kurzen Bestand hatte.
Wo die Schweizer eine Anlage nach dem gleichen Prinzip bauen wollten, weiß ich wirklich nicht.
Pendolino
 
Standseilbahn mit 1. Klasse? 8O
 
Ram schrieb:
^^ Außerdem ist die häßlich, verschandelt die Landschaft und verschwendet Stahl.
Eine Pendelbahn dagegen...
Eigentlich wollte ich dir auf diese Aussage gar nicht antworten, Michael - wegen der Forum-Netiquette.
Hier aber die ganze Sache in Kürze.
Augenscheinlich hast du zwei Probleme,
1. die Ästhetik
2. die Bauweise.

Zu 1. lässt sich wahrlich trefflich streiten. Fakt ist, dass sich Berg- und Talstation in die vorhandene Wohnbebauung integrieren, diese nicht überragen und in der Art ihrer Ausführung dieser angeglichen sind. Zudem wurden die Schornsteine des ehemaligen Dampfantriebes in der BS extra in den "Zinnen" der BS versteckt.
Talstation:
bsp1.jpg.jpg

Bergstation:
bsb4.jpg.jpg

Die Strecke ist der Hangbebauung angeglichen, es stören keine Masten, die über die Höhe der Umgebungsbebauung hinausgehen.
Strecke:
bsb18.jpg.jpg

Noch besser sieht man das Ganze, wenn man von der gegenüberliegenden Elbseite auf die Gesamtheit von Dresdens bekanntester Elbbrücke "Blaues Wunder", Dampferanlegestelle und Elbhang blickt. Dieses Foto muß ich erst noch einscannen, ich reiche es nach.

Zu 2. Da enttäuschst du mich mit deinen Aussagen, etwas mehr Sachverstand hätte ich gerade dir zugetraut. Hier ein kurzer Auszug aus der Lektion Pendelbahngeschichte. 1901 konnte man beim besten Willen noch keine klassische Pendelbahn erbauen, da deren Geburtsstunde erst am 30. September 1907 mit der Seilbahn in San Sebastian, errichtet von dem technischen Multitalent Don Leonardo Torres y Quevedo, schlug. Unter allen nahmhaften Seilbahnhistorikern ist unbestritten, dass dies die erste moderne Schwebebahn im öffentlichen Verkehr war.
Warum aber nun eine Bergschwebebahn mit Schienen und keine Standseilbahn? Dazu müssen wir in die Stadtgeschichte Dresdens eindringen. Hier gab es den Hofbuchhändler Warnatz, welcher entschieden gegen den Bau der 1895 eröffneten Standseilbahn war, da diese unmittelbar an seinem Haus entlangführte. Plötzlich stiegen jedoch die Grundstückspreise in diesem Gebiet und Warnatz kam der Gedanke zum Bau einer Bahn auch auf der gegenüber liegenden Seite des Loschwitzgrundes. Er schlussfolgerte, dass auch dort die Grundstückspreise mit dem Bau der Bahn steigen würden und witterte ein gutes Spekulationsgeschäft. Warnatz wollte die beim Bau der Standseilbahn aufgetretenen Fehler vermeiden, da kam ihm die Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen (Conti) aus Nürnberg gerade recht. Diese suchte zur damaligen Zeit als eine Tochtergesellschaft von Schuckert & Co. nach Anwendungsmöglichkeiten für die vom Kölner Ingenieur Eugen Langen erworbenen Rechte über das Einschienenbahnsystem. Am 29.2.1896 stellten Warnatz und die Conti gemeinsam ein Konzessionsgesuch. Innerhalb der sächsischen Regierung stand man dem Gesuch aufgeschlossen entgegen, bereits am 28. April besichtigte ein Regierungsreferent die Versuchsanlagen in Köln-Deutz. Die Conti verfolgte in Dresden übrigens noch ein zweites Projekt, den Bau einer Bahn nach Wuppertaler Vorbild vom Stadtzentrum entlang des Plauenschen Grundes bis nach Hainsberg. Leider scheiterte dieses Projekt an der Engstirnigkeit der städtischen Verwaltungsbeamten.
Zurück zur Schwebebahn. Warnatz hatte mit seinen Grundstücksspekulationen recht behalten, er hatte Grunstücke für 35 Pfennige je Quadratmeter erworben und verkaufte sie nun für 3-6 Mark. Sogar das Sächsische Innenministerium mußte sich mit dem Wucher befassen. Am 19.12.1898 gründeten Schuckert & Co. die Elektra AG als eine weitere Tochtergesellschaft, an diese ging am 16.6.1899 dann auch die Konzession
Eröffnet wurde die Anlage schließlich am 6.Mai 1901 wozu der Dresdner Anzeiger u.a. schrieb:
" Die Eröffnungsfeier gewann einen besonders feierlichen Charakter durch die Theilnahme Sr. königlichen Hoheit des Prinzen Friedrich August" Der Direktor der Elektra, Regierungsbaumeister a.D. Petri ging in seiner Ansprache auf die Vorzüge des neuen Systems ein, "da es eine Entgleisung vollständig ausschließe...".
Dies ein kleiner historischer Exkurs, warum gerade dieses System verwirklicht wurde. In der ganzen Zeit ihres Bestehens gab es zwei kleinere Unfälle beim Überqueren des Veilchenweges, LKW hatten die Höhenbeschränkung ignoriert. Die Anlage steht in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz und ist integraler Bestandteil des Weltkulturerbes Dresdner Elbtal, dieser Titel wurde dem Gebiet in diesem Jahr von der UNESCO verliehen.
Pendolino
 
Hier die versprochenen Bilder der Strecke der BSB Dresden, aufgenommen vom gegenüber liegenden Elbufer.
Die erhöhte Bauform der Bergstation ist der Tatsache zu verdanken, dass die Anlage ursprünglich Dampfantrieb hatte und die Rauchabzüge technisch bedingt eine Mindesthöhe haben mussten. Schon damals bestand die Forderung, die Schornsteine vollständig in die Station zu integrieren.
Pendolino
 
Also mit der Ästetik geb ich dir Recht. Ich hab die Bahn auch schon gesehen und so hässlich ist sie natürlich nicht.
Aber ich verstehe trotzdem noch nicht den Vorteil dieses Systems.
 
Jetzt wissen wir aber immer noch nicht, wo die zweite Anlage nach dem Muster der Dresdner Schwebebahn gebaut wurde und warum sie nicht von Dauer war. Und das Rätsel, wo in der Schweiz eine solche Bahn geplant war, sollte auch noch gelöst werden! Das Bild von Michi Meier könnte die Drahtseilbahn Les Avants-Sonloup sein, sicher bin ich mir aber nicht.
 
Da liegst du Richtig :wink: 1910 gebaut Ursprünglich geplante Hängebahn vor allem als Zubringer zur Bobschlittenbahn. Auch noch so eine Richtig alte vergammelte Standseilbahn wie Mt. Fleuri. Wird wohl nicht mehr lange stehen. Hinten runter hat es dann noch einen alten auch vergammelten Müller Skilift sowie einen von Tebru.
 
Es gab wirklich noch eine zweite Anlage in dieser Bauart, sogar ganz in der Nähe deines Heimatortes, Claude in St. Moritz als Zubringerbahn zu einem Hotel (Weltseilbahngeschichte, Bd. I, S. 43). Den genauen Standort müsstest du aber selbst ermitteln, den kenne ich leider selbst nicht. :(
Pendolino
 
MM und Claude, ich hab's gefunden!!!!!!!!!!
Es war die Anlage vom Palace Hotel St. Moritz
erbaut: 1907
abgebrochen: 1922 / 1923
Hersteller: Maschinenfabrik C. Wüst @ Cie., Regensdorf
Antrieb: Drehstrom, 240 V, 20 PS, 970 U/min.
minimale Steigung: 30 %
maximale Steigung: 64 %
Spurweite: 2000 mm ??
Leergewicht: 0,6 t
Gesamtgewicht: 1,0 t
nähere Infos in:
* Glasers Annalen für Gewerbe un Bauwesen, Berlin
* E1T& MB 1907/677 - was immer auch das bedeuten mag ... :rolleyes:
Pendolino
 
Aha gleicher Hersteller wie das da:
pilatus150.jpg

pilatus149.jpg

pilatus153.jpg


Übrigens gibt es noch eine solche Hängebahn.
 
Aha, der große Bruder unserer Anlage in Bad Schandau.
s2.jpg

s6.jpg

s12.jpg

und dann die Grupenumlaufseilbahn in Heiligenblut.
Wegen der Anlage in St. Moritz - vielleicht kann Claude dort im Stadtarchiv recherchieren und noch ein paar Bilder ausfindig machen.
Pendolino
 
Ja der Hammetschwandlift. Tolle Anlage. Gutes Gehühl 153m senkrecht nach oben geschossen zu werden. :lol: Allerdings ist der Preis auch dementsprechend.

Zu Heiligenblut: Es ist KEINE GuppenUMLAUFbahn sondern eine GruppenPENDELbahn. Sie fährt ebenfalls Hängend an einer Schiene. Die Fahrbahnen sind getrennt allerdings aus Platzmangel im Tunnel bis auf die Ausweiche in der Mitte Parallel geführt. Die Bahn macht auch sehr Enge radien daher war kein ganzer Wagen möglich sondern ein Zug aus 11 kleinen Gondeln mit jeder einem 4Rädrigen Laufwerk. Der grösste Teil der Fahrt verläuft in einem ehem. Überleitungsstollen des Kraftwerks. Im Sommer fliesst Wasser im Tunnel. Daher war eine Hängebahn nötig. Die Bahn entspricht genau dem Schema einer Schwebebahn. Allerdings ist die Strecke am Tageslicht Elegant gelöst mit einer Art Hängebrücke und nur einem einzigen Pfeiler. Das Trotzdem, dass die Züge 60 Personen fassen.
 
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