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Auto ...

Wie bist Du mit dem MH zufrieden? Der Startvorgang soll ja erheblich schneller und leiser sein. Ich bekomme mein MH Fahrzeug im April, bin schon sehr gespannt.
 
br403 schrieb:
Wie bist Du mit dem MH zufrieden? Der Startvorgang soll ja erheblich schneller und leiser sein. Ich bekomme mein MH Fahrzeug im April, bin schon sehr gespannt.
Den Wagen habe ich erst seit knapp einer Woche und bin noch nicht viel gefahren. Da ich keine wirklichen BMW-Vergleiche habe, kann ich in erster Linie den Vergleich zu VW TDIs (150-190 PS) ziehen. Der fällt momentan zugunsten BMW aus. Ob das jetzt der Mild-Hybrid ist, weiss ich nicht. Aber der Start schien tatsächlich auch kalt etwas ruhiger.
Was mir in der kurzen Zeit deutlich aufgefallen ist, ist die bessere Start-Stop-Automatik an der Ampel. Die habe ich bei VW oft ausgestellt, wenn ich eine bekannte Strecke mit vielen Ampeln und kurzen Ampelphasen hatte, da mir das etwas zu träge schien. Der BMW reagiert da schneller und weniger merkbar, könnte gut am MH liegen.
 
Kann aber auch einfach am Generationsfortschritt liegen. Mein 5 Jahre alter Skoda reagiert neben technischen Anforderungen nur auf das Fuß von der Bremse nehmen mit dem Startvorgang. Der jetzt 1 Jahr alte Arona von meiner Frau registriert auch wenn der Vordermann anfährt und ist dann schon an, bevor ich die Bewegung des Vordermanns mit bekommen habe.
 
Es gibt ja 2 Arten von Mildhybrid, die muss man technisch unterscheiden. Ich meine BMW startet den Verbrennungsmotor ganz normal und unterstützt in starken Beschleunigungsphasen elektromotorisch bzw rekuperiert entsprechend beim Bremsen. In einer noch milderen Form macht das mein 14 Jahre alter 335D auch, er kann zwar nicht elektromotorisch antreiben aber beim Beschleunigen die Lichtmaschine abschalten und das Bordnetz aus der Batterie versorgen und beim Bremsen bei voll aufgedrehter Lima wieder in die Batterie einspeisen. Man merkt deswegen bei den Mildhybrids beim Starten kaum einen Unterschied zu den klassischen Verbrennermodellen. Er beschleunigt nur besser als das gleichwertige reine Verbrennermodell. Das Geheimnis der Start Stop Automatik ist einfach den Motor in einer ganz bestimmten Stellung anzuhalten aus der er mit ganz wenig Anlasserleistung wieder anspringt bei erhaltenem Kraftstoffdruck. So entsteht ein sehr schneller Startvorgang. Bei einem normalen Anlassen aus längerer Pause heraus dauert es länger weil erstmal die Sensorsignale synchronisiert werden (das ist bei Start Stopvorgängen nicht notwendig weil das Steuergerät ja nicht heruntergefahren wird und die definierten Sensorpositionen noch kennt) und Kraftstoffsystemdrücke aufgebaut werden müssen. Dabei muss der Anlasser drehen und erst wenn alles passt wird Einspritzung und Zündung (beim Benziner natürlich) freigegeben und der Motor läuft hoch. Andere Marken machen das anders, da wird rein elektrisch angefahren weil da bei hohem erforderlichen Drehmoment der E-Motor besonders punktet. Der Verbrenner wird dann eingekuppelt und quasi mit hochgerissen, dann merkt man gar keinen klassischen Startvorgang mehr.
 
Die neuen Mildhybrid haben ja ein extra Bordnetz mit Lithium Ionen Akku und 48 Volt. Das ist dann ein Startergenerator, also Lichtmaschine und Anlasser in einem. Beim BMW hat der 8 kW und unterstützt auch beim anfahren. Dann kommt noch das Segeln dazu, also während der Fahrt wird der Motor abgeschaltet oder beim ausrollen an die Ampel. Da der Startvorgang so schnell ist, merkt man es wohl kaum. Deshalb hätten mich mal die Erfahrungen interessiert, aber im April habe ich dann selbst ein MH Fahrzeug, dann werde ich sehen wie es läuft.
 
Ich hatte schon diverse Leihwagen. Du merkst Unterschiede im Fahrverhalten va wenn du schwächere Motoren gewohnt bist weil Mildhybride dann besser ziehen. Ich bin meinen 335D gewohnt, dagegen sind die 4 Zylinder eher etwas lahm ;D Vom Fahrkomfort her sind Mildhybride aber wesentlich weicher weil mit dem E-Motor die Ruppigkeit die nunmal vom Verbrenner ausgehen, va bei den 4 Zylindern (6 Zylinder baut BMW ja kaum noch welche, echt schade...) abgepuffert werden. Also die Fahrkultur ist spürbar besser. Da ist die Software mittlerweile wirklich gut.
 
Spezialwidde schrieb:
... (6 Zylinder baut BMW ja kaum noch welche, echt schade...) ...
Ist halt leider so. Besonders bei den Benzinern, wo man bald bis hinauf zum 4er kein Normalmodell mehr mit Reihensechser bekommt. Und der Benziner ist als R6 eben einfach super gediegen.
 
3303 schrieb:
Und der Benziner ist als R6 eben einfach super gediegen.
Ja, eben, deswegen find ich das ja so schade. In Sachen Laufkultur gibt es nichts besseres weil die 6 Zylinder weitgehend ausgeglichene Massenkräfte haben. Das geht mit weniger Zylindern technisch physikalisch gar nicht. Das ist halt der erste Schritt um den Verbrenner sterben zu lassen. Klare Entwicklung, der reine Verbrennerantrieb soll für den Verbraucher an Anreiz verlieren.
 
Spezialwidde schrieb:
In Sachen Laufkultur gibt es nichts besseres weil die 6 Zylinder weitgehend ausgeglichene Massenkräfte haben.

ich werfe hier jetzt nochmal den Boxer in den Ring - der beherrscht den Massenausgleich sogar schon mit nur 4 Zylindern.
 
Ein 4 Zylinder Boxer mag besser auseglichen sein als ein Reihenvierzylinder, an den 6er kommt er trotzdem nicht ran wenn man sich die Massenkräfte hherer Ordnung anschaut und auf die kommts an. Zu deren Ausgleich braucht man zwingend eine bestimmte Anzahl an Arbeitstakten pro Umdrehung. Die schafft man erst ab 6 Zylindern. Ok, du knntest einen 4er Boxer als Zweitakter bauen aber da sind wir wieder im Utopiebereich.
 
Spezialwidde schrieb:
Ein 4 Zylinder Boxer mag besser auseglichen sein als ein Reihenvierzylinder, an den 6er kommt er trotzdem nicht ran wenn man sich die Massenkräfte hherer Ordnung anschaut und auf die kommts an.

welche denn? R6, B4 und B6 haben allesamt keine freien Massenkräfte erster oder zweiter Ordnung wie dann auch V8 oder V12. Und wenn es um Laufkultur und Kraftentfaltung geht, bevorzuge ich den B6 immer noch vor dem R6 - mit B4 habe ich zu wenig Erfahrung.
 
Um die Massenkräfte bis dritter Ordnung (die sind die relevantesten, damit gilt ein Motor als ausgeglichen) ausgleichen zu können brauchst du pro drittel Kurbelwellenumdrehung einen Arbeitstakt. Also alle 120 Grad muss eine Zündung erfolgen. Ein Zylinder macht alle 2 Umdrehungen einmal bumms. Also alle 720 Grad. Also beöntigt man 720 Grad geteilt durch 120 Grad Zylinder. Ergibt genau 6 Stück. Dabei ist es egal wie man sie anordnet. Mehr Zylinder (aber geradzahlig!) funktionieren natürlich auch, der 6 Zylinder gilt als das technisch-wirtschaftlichste Optimum. Weil man eben mindestens 6 braucht. Mehr erhhen den technischen Aufwand eben mehr als sie an nützlichen Mehrwert bringen. Erwarte jetzt bitte nicht dass ich die ganze Physik dahinter vorrechne, das füllt ganze Vorlesungen aber du kannst ja mal einen Ingenieur fragen ;D
 
Spezialwidde schrieb:
Um die Massenkräfte bis dritter Ordnung (die sind die relevantesten, damit gilt ein Motor als ausgeglichen) ausgleichen

das ist bei mir jetzt auch lange her, aber hast du dazu infos? ich dachte, es gibt dann erst wieder Kräfte 4. Ordnung....
 
Das ist wie bei Oberwellen in Akustik oder HF-Technik, die Ordnungen sind ganzzahlige Vielfache der Grundmassenkraft. Die erste Ordnung kann ich schon mit dem Zweizylinder erschlagen, dafür brauche ich eine Zündung pro Umdrehung. Der 4 Zylinder schafft die 2. Ordnung. Das sind eben ganze Zahlen, auch ungerade. Man kann nun anstreben möglichst viele Ordnungen über das Drehzahlband auszugleichen. Das ist wie die Nährung in der Mathematik, je mehr Nährungen ich mache desto besser das Ergebnis. Aber je höher meine Nährung geht desto geringer werden die Verbesserungen bei gleichem Aufwand pro Nährungsschritt. Um genau zu sein halbiert sich die Nährungsverbesserung bei jedem ganzzahligen Nährungsschritt, also einer Aufwandseinheit. Deswegen muss man irgendwann mal eine Grenze setzen wo man sagt so jetzt reicht es sonst wird der Einsatz utopisch aber der Nutzen ist nicht mehr spürbar. Das ist im Motorenbau genauso. Man definiert den Ausgleich bis zur dritten Ordnung als Optimum weil man zwar mehr Ausgleich schaffen kann bei entsprechendem Aufwand aber an der Laufkultur nichts mehr nennenswert verbessert. Das ist einfach dann wieder die Frage des Aufwand-Nutzen Verhältnisses, dann hast du in den üblichen Drehzahlbereichen den der Motor im Auto durchläuft keinen Vorteil mehr weil sich nichts mehr einschwingt. Nur wenn der Motor höher dreht kommen weitere Ordnungen zum Tragen, deswegen haben Rennmotoren, zumindest so lange man das noch durfte auch mehr Zylinder aber die drehen auch bin 20K Touren und mehr. Das kommt aus meinem technischen Wissen aber du kannst das gerne nachgoogeln.
 
Sehr interessant. Danke dafür.
Klingt plausibel wenn ich meinen Eindruck nehme, dass mein aktuelles Fahrzeug mit B58 3.0 R6 von 2017 mir in manchen Situationen bereits weniger Laufkultur vermittelt als der alte 2.5 von 2000, den ich vorher gefahren bin.
Der Unterschied scheint mir von zusätzlichen Aggregaten und technischen Bauteilen zu kommen, die der alte nicht hatte. Außerdem ist die Abgasanlage wesentlich präsenter. (Was die Vibrationen angeht, gibt es hingegen keinen Unterschied, den ich wahrnehme.)
Das alles bzw. die Motorperipherie macht hier wohl insgesamt bereits wesentlich mehr für das Klangbild aus, als weitere Ordnungen auszugleichen, so dass Letzteres vermutlich bei hohem Aufwand ziemlich wenig brächte :wink:

Den nächsten Level der Laufkultur erreichen dann eher die reinen E-Fahrzeuge.
 
Klar, beim E-Antrieb gibt es die Probleme die ein Hubkolbenmotor hat ja von vornherein nicht. Es gibt keine Massenkräfte die man ausgleichen müsste weil es ja keine beschleunigten Massen (Kolben) gibt sonder nur eine gleichförmige Drehbewegung von Bauteilen. Folglich können sich da auch keine Resonanzschwingungen aufbauen. Leiseres und komfortableres Fahren als mit dem E-Antrieb gibt es nicht.
 
Spezialwidde schrieb:
Leiseres und komfortableres Fahren als mit dem E-Antrieb gibt es nicht.

Klar mit Magnetschwebetechnik :wink: :lol:
 
Welche auch zum E-Antrieb zählt ;-) Ein Magnetschwebefahrzeug ist auch nur ein Elektromotor bloß dass Stator und Aktor nicht im selben Gehäuse stecken.
 
Wegen Mild Hybrid, ich habe uns letztes Jahr auch so was zugelegt. 48 Volt Bordnetz System. Riemen Starter generator, Ampel und Ortserkennung ...
Ein Super System. Wenn der erkennt dass man vom Gas gehen muss dann zuckt kurz das Pedal, man geht vom Gas und der Motor geht aus der Wagen rollt. Wenn sich die Maschine wieder zuschaltet dann merkt man das nicht.
Es handelt sich um einen A6 allroad 55 TDI mit über 300 PS und der Langzeitschnitt liegt unter 7 Liter.
Das nenne ich bei einem 2 Tonnen 6 Zylinder dann Fortschritt.
Der Wagen hängt super am Gas, durch den Wandler gibts kein Anfahrruckeln und mit dem tollen Luftfahrwerk ist das ein wunderbarer Gleiter.
Ich habe das Gleiten Fotografiert, da sieht man auch den langzeitverbrauch über 11000 km.
Nachteile des Wagens? Teuer.
 

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Ehrlich gesagt erkenne ich da nicht wirklich Fortschritt, mein Alhambra BJ 11 hat natürlich deutlich weniger PS und nur 4 Zylinder.
Aber cw Wert dürfte um einiges schlechter sein, dazu gleiches Gewicht.
Mein Langzeitverbrauch liegt bei 6,5l/km real, nicht aus dem Bordcomputer.
klar du rufst die Leistung sicher ab und an auch ab. Aber insgesamt viel Aufwand für wenig Ertrag.
 
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