Die Bergebahn sollte zwar sicher sein, wird ja als Bestandteil der Bahn abgenommen obwohldafür z.T. spezifische Bestimmungen gelten.
San Carlo - Robiei, Jumbo 150
Die Jumbo PB150+1 durfte ich damals dank sehr freundlichem Personal kurz nach Inbetriebnahme besuchen. Übrigens gab es auch eine nette Druckschrift über den Jumbo aber die ist vermutlich schon seit langem vergriffen.
Besten Dank für Deinen tollen San Carlo-Robiei Bericht. Muss eine sehr eindrückliche PB sein, bin jedoch leider nie damit gefahren. 2000 PS ist extrem für eine PB, normalerweise haben nur noch grosse SSB derart oder gar höhere Antriebsleistungen. Weiss allerdings nicht mehr wo in etwa PB150 und PB200 Antriebsleistungen liegen, jedoch z.T. oberhalb 1200 kW.
Als damals die Willy Habegger PB125+1 Sektion Betten-FO - Bettmeralp in Betrieb ging, war deren Antriebsleistung gem. Schilder in den Kabinen 1210 PS, was bereits beträchtlich war. Besten bewährte robuste sichere Technik. Möchte mal sehen wie sich PB mit unüberdeckten Stationen mit komplexer Mechanik à la Vanoise Express in den nächsten 35 Jahren bewähren.
Solarstrom
Solarantrieb... Hätte nicht gedacht, dass die Kapazität jemals für einen vernünftigen Materialseilbahnbetrieb ausreichen würde, man braucht ja sofort ein paar kW. Muss zwar zugestehen, dass ich keine Solarstromberechnungen in den lettzen Jahren durchgeführt habe, aber irgendwie ist es dennoch nachteilig, von sonnigem Wetter abhängig zu sein. Wird dort ein Wechselrichter auf 3x400 V eingesezt oder ist der Antrieb in DC Sicherheitsspannung?
Wäre Windenergie kein Thema? Es gibt ja auch kleine Windkraftanlagen ab Stange und die sind weitaus sinnvoller als Solarpanels... Wenn die Windverhältnisse es erlauben.
Als erneurbare Stromerzeugung, abgesehen von Kleinstleistungen, ist neben Wasserkraft (inkl. Ebbenkraftwerke) und evtl. Geothermie eigentlich nur Windkraft sinnvoll. Windkraftanlagen bis etwa 5 MW sind Stand der Technik. Welche Fläche belegt eine Photovoltaikanlage von 5 MW (vom Preis reden wir gar nicht)?
Windmessung
Weisst Du weshalb nicht mehr Ultraschallwindmesser zum Einsatz kommen? Die arbeiten bis etwa -50 °C unter härtesten Bedingungen und weisen keine beweglichen Bauteile auf und sind sturm- und eisfest. Allerdings benötigen die eine Hilfsspannung und zudem ist üblicherweise das Auswertgerät mit einer RS-232C Schnittstelle versehen (meist kommt das NMEA Protokoll zum Einsatz). Modelle mit Analogausgang gibt's möglicherweise auch (ggf. als OEM-Anpassung). Die überlagerte Signalübertragung der Windmessung kenn ich nicht gut, somit kann ich nicht beurteilen, ob ein Ultraschallgerät gut angepasst werden kann. Übrigens gibt es 2D sowie 3D Ultraschallwindmesser, 3D-Modelle werden eigentlich nur in der Meteorologie eingesetzt. 2D-Modelle messen Richtung und Geschwindigkeit in einer festen meist horizontzalen Messebene, 3D-Geräte können den effektiven Windgeschwindigkeitsvektor im Raum errechnen.
La Dôle
Interessant. Gasturbinen, hier vermutlich mit Diesel gespiesen, werden nur selten als Notstromaggregate eingesetzt. Da Skyguide über unterbruchsfreie batteriegespiesene Stromversorgungen verfügt spielt die Anlaufzeit der Turbine zwar keine grosse Rolle.
Gasturbinen haben Vor- und Nachteile, werden i.d.R. jedoch eher für grosse Leistungen und Dauerbetrieb eingesetzt (typischerweise ein paar MW) aber Turbomeca ist glaub ich eher im untersten Leistungsbereich spezialisiert. Gibt auch wenige Grosskläranlagen mit Gasturbinen. Seit ein paar Jahren gibt es auch kompakte Mikrogasturbinen für Wärme-Kraft-Koppelung (WKK), sind hier eher selten, in den USA sind sie verbreiteter.
Laut Wiki ist die Artouste IIIB urspünglich eine APU (Auxiliary Power Unit, eine kleine Hilfs-Gasturbine, die Linienflugzeuge ausstattet, befindet sich meist hinten unter dem Ruder). Die Wartung von Gasturbinen ist ziemlich speziell, Ersatzteile sind teuer. Der grösste Vorteil, die Kompaktheit und das geringe Gewicht sind bei stationären Anlagen kaum von Bedeutung. Wegen der sehr hohen Drehzal ist ebenfalls ein Untersetzunggetriebe erforderlich während Dieselersatzromaggregate den Synchrongenerator direkt antreiben.
Vielleicht hat diese Wahl historische Hintergründe denn für solche Anwendungen sehe ich eigentlich keine Vorteile i.Vgl. zu konventionnellen Dieselgeneratoren.
Doppelantriebe
Doppelantriebe (Tandemantriebe) sind bei uns nicht so verbreitet als in Frankreich und Italien. Dort findet man diverse 2-Motorige Konstellationen.
Etwas merkwürdig sind Gondelbahnen und Sesselbahnen mit einer achsialen Hintereinanderanordnung von zwei baugleichen Gleichstrommotoren mit permanent gekoppelten Antriebswellen und gemeinsamem Getriebe. Da gibt es zwei Betriebsvarianten: Bei gewissen Bahnen sind stets beide Motoren in Betrieb, bei anderen nur der eine wobei der zweite Motor im Mitlauf die Luft erwärmt (eher sinnlos, da sich Lager und Bürsten trotzdem abnützen, Bürsten zwar weitaus weniger als wenn Stromführend).
Gewisse französische und italienische Pendelbahnen haben Tandemantriebe mit zwei identischen Gleichstrommotoren die jeweils über ein Getriebe eine gemeinsame Antriebsscheibe antreiben. Da die Antriebsleistungen weitaus kleiner als bei Robiei sind, ist diese Bauweise kaum sinnvoll, denn man verliert auf dem Wirkungsgrad und es fallen erhöhte Wartungskosten an. Allerdings sind die Motoren was kleiner da ja zwei installiert werden. Gibt aber noch weitere 2-motorige Varianten.
Redundanz ist eigentlich nur bedingt von Vorteil da ja normalerweise onehin ein Notantrieb vorhanden sein muss und man einmotorig bei ungünstigem Lastfall nur noch mit stark reduzierter Geschwindigkeit fahren kann.
Tandemantriebe sind allerdings bei sehr grossen SSB sinnvoll, denn deren Leistungen sind so hoch, dass die notwendige Leistung die von gängigen Niederspannungsasynchronmotoren übersteigt (etwa 1000 kW), somit werden dann zwei Asynchronmotoren und zwei Getriebe installiert. Zwar sind Spezialausführungen von Niederspannungsasynchronmotoren hoher Leistung möglich, NS (NS=Niederspannung, bis 1000 V), FU gehen bis etwa 4000 kW, MS FU bis rund 80'000 kW (80 MW).
Beispiel: Kabatas - Taksim 375+1 SSB in Istanbul mit 2x 800 kW AC Drives. Zwar gäbe es 1600 kW Mittelspannungsmotoren mit entsprechender FU Technik, MS Antriebe sind jedoch sehr teuer und erfordern Spezialkenntnisse. Zudem wären Grösse und Gewicht des Getriebes zu berücksichtigen.
1600 kW Niederspannungsgleichstrommotoren sind zwar nichts besonderes sind aber sehr schwer und halt nicht wartungsfrei. Stromrichterseitig ohne weiteres machbar (Leistungsteile werden ggf. Ausgangsseitig über Drosseln parallelgeschaltet), aber DC gehört ganz klar zur Vergangenheit bei modernen Seilbahnen obwohl in gewissen Ländern AC Drives für Bahnantriebe mit Verspätung eingeführt wurden.