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Bahnausbau der Zillertalbahn

Da werden sich die Finkenberger und Tuxer Unterkunftsbetreiber freuen. Ich rechne mit Einbrüchen von mindestens 60%, außer man senkt den Preis massiv.
 
Wäre es nicht am einfachsten und am billigsten wenn man die Zillertalstraße bis Zell vierspurig auf 100km/h ausbaut und gleichzeitg die Zillertalbahn komplett abreißt? Dann könnte man sich auch die Wartungskosten für die Bahn sparen. Außerdem, ist es sinnvoll in eine Bahn zu investieren und diese über 50 Jahre oder mehr abzuschreiben, wenn man gar nicht weiß was die Zukunft an neuen Mobilitätslösungen bringt? Wir befinden uns in einer Zeit im Umbruch.

Ich sehe das vor allem mit dem Hintergrund, dass in Zukunft immer mehr Elektroautos und Elektrobusse und autonome Autos unterwegs sein werden und das Argument mit der Umweltverschmutzung durch Autos damit hinfällig wird.

#justmy2cents
 
PtoGo schrieb:
Wäre es nicht am einfachsten und am billigsten wenn man die Zillertalstraße bis Zell vierspurig auf 100km/h ausbaut und gleichzeitg die Zillertalbahn komplett abreißt? Dann könnte man sich auch die Wartungskosten für die Bahn sparen. Außerdem, ist es sinnvoll in eine Bahn zu investieren und diese über 50 Jahre oder mehr abzuschreiben, wenn man gar nicht weiß was die Zukunft an neuen Mobilitätslösungen bringt? Wir befinden uns in einer Zeit im Umbruch.

Ich sehe das vor allem mit dem Hintergrund, dass in Zukunft immer mehr Elektroautos und Elektrobusse und autonome Autos unterwegs sein werden und das Argument mit der Umweltverschmutzung durch Autos damit hinfällig wird.

#justmy2cents


Elektroautos lösen nicht das Flächenproblem. Außerdem bleibt es dabei, dass aufgrund des 15-fach höheren Rollreibungskoeffizienten Gummi auf Asphalt 0,015 vs. Stahl auf Stahl bei der Eisenbahn mit 0,001 der Energiebedarf bei der Straße bei weitem höher ist als bei der Eisenbahn, um dieselbe Leistung zu erzielen. Zwar spielen auch andere Komponenten wie z.B. Luftwiderstand eine Rolle, aber die deutlich höhere Ineffizienz der Straße gegenüber der Schiene bleibt bestehen.

Und das pro Personenkilometer die Unfallgefahr auf der Straße gegenüber der Schiene etwa 100 Mal so groß ist, ist auch eine Binsenweisheit. Elektroauto hin oder her.

Von der politischen Strategie ist es nun wichtig, das 150 Millionen € Paket für die Zillertalbahn erst einmal umzusetzen, ehe man in der Öffentlichkeit lautstark den Weiterbau nach Hintertux einfordert.

Ich gehe davon aus, dass die Zillertalbahn ein Bautagebuch einrichten wird, sodass man im Internet die Elektrifizierungsarbeiten verfolgen kann. Ich gehe mal davon aus, dass man - so wie bei der ÖBB - mit 15 kV, 16,7 Hz AC elektrifizieren wird. Im Zillertal selbst wird zudem sehr viel 50 Hz Strom produziert. International ist zwar die Elektrifizierung mit 25 kV, 50 Hz AC Standard, aber für eine kleine Schmalspurbahn ist das wohl etwas overkill.
 
Würde ja wenig Sinn machen mit einem anderen Stromsystem zu bauen.So kann direkt aus dem Netz der ÖBB Strom bezogen werden bzw. wenn rückspeisefähiges Rollmaterial verwendet wird auch dorthin wieder Strom eingespeist werden.

Der 50Hz Strom im Zillertal wird aber nicht durchgängig erzeugt, fast alle Kraftwerke erzeugen nur Spitzenlast und Regelenergie.
 
whiteout schrieb:
Würde ja wenig Sinn machen mit einem anderen Stromsystem zu bauen.So kann direkt aus dem Netz der ÖBB Strom bezogen werden bzw. wenn rückspeisefähiges Rollmaterial verwendet wird auch dorthin wieder Strom eingespeist werden.

Der 50Hz Strom im Zillertal wird aber nicht durchgängig erzeugt, fast alle Kraftwerke erzeugen nur Spitzenlast und Regelenergie.


Ich gebe dir Recht. Die Zillertalbahn wird wahrscheinlich moderne Elektrotriebzüge kaufen, die beim Bremsen als Generator arbeiten.

Moderne Elektrotriebzüge lassen sich sehr einfach kuppeln und flügeln, sodass man bedarfsgerecht in Einfachtraktion, Doppeltraktion oder ggf. sogar in Dreifachtraktion fahren kann. Da heute die Modulbauweise Standard ist, kann man die gängigen Modelle für die Normalspur auch für Breitspur oder Schmalspur bestellen.

Ich denke, dass ein spurtstarker Bo’(Bo’)(2’)(Bo’)Bo’ - Vierteiler, ggf. auch ein Bo’(Bo’)(Bo’)(Bo’)Bo’ - Vierteiler, der ca. 70 m lang ist und der später ggf. auch nach Hintertux fahren kann und auch in Doppeltraktion oder Dreifachtraktion zum Einsatz kommen kann, für die Zillertalbahn ideal wäre. In der Spätverkehrszeit zwischen 21.00 Uhr und 1.00 Uhr kann man ohne Probleme in Einfachtraktion fahren. An starken Skifahrertagen ist dann die Dreifachtraktion und der 15-Minuten-Takt angesagt. Dann schafft man etwa 5000 pph.

Vor ungefähr 5 Jahren hat man die Zillertalbahn zwischen Kaltenbach und Aschau sowie zwischen Zell am Ziller und Ramsau zweigleisig ausgebaut. Damit ist jetzt etwa ein Viertel der Zillertalbahn zweigleisig. Bei einem 15-Minuten-Takt sind weitere zweigleisige Ausbaumaßnahmen erforderlich. Je nachdem, wie die Fahrplanlage der Expresszüge (36 Minuten von Jenbach nach Mayrhofen) ist, müssen die zusätzlichen Doppelspurabschnitte angeordnet werden. Ich gehe davon aus, dass mit der neuen Ausbaustufe der Anteil der Zweigleisigkeit auf etwa 50% erhöht werden wird.

Die Zillertalbahn ist so trassiert, dass man in etlichen Bereichen sogar die Streckengeschwindigkeit auf 100 km/h erhöhen kann. Man darf auf die Planfeststellungsunterlagen sehr gespannt sein. Ich hoffe sehr, dass die Planfeststellungsunterlagen alle ins Internet gestellt werden.
 
ThomasK schrieb:
Elektroautos lösen nicht das Flächenproblem.
Und das pro Personenkilometer die Unfallgefahr auf der Straße gegenüber der Schiene etwa 100 Mal so groß ist, ist auch eine Binsenweisheit. Elektroauto hin oder her.
Das Flächenproblem wird aufgrund der deutlich rückläufigen Bevölkerungsentwicklung auch nicht mehr weiter zunehmen und deshalb fällt das als Punkt für mich raus.

Die höhere Unfallgefahr nehmen die meisten PKW - Nutzer meiner Ansicht nach bewusst im Gegenzug zur Unabhängigkeit ihrer Mobilität in Kauf; die kann außerdem insoferne nicht generalisiert werden weil er Fahrstil da ne große Rolle spielt - wenn man wie ich defensiv fährt und für andere mitdenkt ist die deutlich geringer denn dadurch konnte ich schon einige potentiell kritische Situationen im Voraus verhindern.
Daraus resultierende volkswirtschaftliche Kosten sind ebenfalls kein Argument denn die werden durch die Steuer - und Abgabenbelastung des Verkehrs mehr als nur ausgeglichen sprich eigentlich reale Budgetsubventionierung.

Eine Geschwindigkeitserhöhung der Zillertalbahn auf 100 Km/h halt ich bei der aktuellen 750 mm Spur für realistisch undurchführbar weil der Erhaltungsaufwand für den Schienenkörper dann nicht mehr finanzierbar wäre. Ich hab konkret zwischen Aschau und Zell mehrmals "trainchasing" gemacht und trotzdem die ZLB sicher recht gut gepflegte Gleisanlagen hat warf es die Lok ziemlich grenzwertig rum. Die Fahrwerke der Gmeinderloks haben sicher auch ein ungünstiges Eigenschwingungsverhalten aber auch die Waggons liefen nicht so ruhig das ich denen nen Hunderter gefahrlos zutraute. Aufgrund der schmalen Spur muß die Schienenlage bei vergleichbaren Geschwindigkeiten bekanntlich viel geringere Toleranzen als beispielsweise bei Normalspur aufweisen und dies erforderte hier vermutlich ein monatliches Nachnivellieren und Stopfen des gesamten Gleiskörpers was den Betriebsaufwand auf ein unrealistisches Mass erhöhte.
 
Haben schon mal irgendwelche Studien den vierspurigen Ausbau der Zillertalstraße bis Zell untersucht? Da die Bahn und die Straße ja meistens parallel laufen könnte man bei einer Stillegung der Bahn ja die freiwerdenden Flächen für die zwei zusätzlichen Fahrbahnen benutzen.
 
Das hielte ich für unrealistisch weil man bei einem Ausbau der Straße diese unbedingt kreuzungsfrei abseits der Ortschaften und eher entlang des westlichen Zillerufers führen müsste und daher wenn überhaupt nur ein sehr geringer Teil der Bahntrasse nutzbar wäre.

@whiteout; die meisten Kurven der ZTB liessen sich aber mit relativ geringem Aufwand im Radius erweitern und auch ohne dieses könnte man mit Neigetechniklenkachsfahrzeugen in den Kurven die Geschwindigkeiten sicherlich spürbar erhöhen.
 
bitte (visionär) bedenken: zum Kindergeburtstag kommen/ kämen dann in Zell am Z. neben justiziablen (sh. Mayrhofen nur das eine kleine Prob) und finanziellen Themen der Entschädigung auch noch die logistischen Zeitfragen dazu :wink:
Eher erstmal dafür (nach der überehrgeizigen Talabfahrt) einen kleinen Lift ala "Zwischenstation" talabwärts in ca. 800 hm bauen; damit die Leutz wenigstens etwas davon haben :wink:
 
Bahnfahren und Skifahren passen nicht zusammen. Seht es doch einfach ein.
 
PtoGo schrieb:
Bahnfahren und Skifahren passen nicht zusammen. Seht es doch einfach ein.
Vorher war die Diskussion ja schon stellenweise unterirdisch. Aber der Satz top es noch deutlich.

bergfuxx schrieb:
Warum soll eigentlich eine zusätzliche Flach-EUB bei Zell gebaut werden, wenn man genausogut auch die Trasse der ZTB zu den Talstationen der EUBn verlegen könnte? Das Über- oder Unterqueren der Bundesstraße dürfte nun kein Problem darstellen.
Das wäre sicherlich realisierbar und die optimalste Lösung zumal da noch genügend Platz. Die Verlängerung einer der EUB mit einer Station und ein paar Masten wäre aber vermutlich erheblich wirtschaftlicher als der mehrere kilometerlange Neubau der Bahntrasse. Wie wäre es eigentlich mit einer gebrauchten GUB hier. Kostet nicht so viel und würde vermutlich erst mal ausreichen.
 
ThomasZ schrieb:
Ich muss mir immer überlegen, wann kann ich fahren, wie komme ich vom Bahnhof zum Quartier. Desweitern das Gepüngel mit dem Gepäck. Wenn ich abends mal irgendwo anders hin will oder das Skigebiet wechseln, muss ich auch wieder auf Fahrtzeiten oder Fahrstecken achten. Deshalb werden die meisten auch bei ausgebautem Schienenstrang zum Auto greifen.
Damit hatte ich im Zillertal keine Probleme. Die fährt oft genug. Es liegt wohl eher daran, das einige den Umgang mit dem OV nicht gewohnt sind, weil sie zu 99% das Auto benutzen. Und! Die Bahn ist nicht wirklich ein Nachteil. Wenn ich mit dem Auto gehe, muss je nach dem, am Morgen das Auto vom Schnee befreien, habe vielleicht schlechte Strassenverhältnisse und muss dann noch einen Parkplatz suchen. Ausserdem muss ich die ganze Skiausrüstung ins Auto laden. Vor Ort die Skischuhe in der Kälte, statt im Skiraum in der wärme wechseln.
Einen Punkt kann man an den Zillertalbahn und an Mayrhofen wirklich kritisieren. Das man damals, als die erste Penkenbahn gebaut wurde, die Bahn nicht bis dahin oder gleich ans andere Ortsende gezogen hat. Damals hat wohl dazu die Weitsicht gefehlt. Neben bei mich nervt mehr, das ich in Mayrhofen auf den Skibus zu Penkenbahn wechseln muss, als das von Dir geschilderte „Problem“.

Zillertalbahn die 2te
Man hat ja auch schon diskutiert, die Zillertalbahn auf Meter Spur umzubauen. Das war damals bevor man neues Rollmaterial kauft hat. Allerdings wäre so ein Dampfbetrieb nicht mehr möglich. Ausser man würde 3 Schienen verlegen. Was vor allem die Weichen teurer machen würde. Möglicherweise haben sie dazumal die Rechnung gemacht, das es wirtschaftlich sinnvoller ist, die Spur bei zu behalten, weil die Kosten nutzen Rechnung mit 3 Schienen nicht mehr stimmt. Wobei die Frage erlaubt ist, ob es Sinn macht, auf der ganzen Strecke den Dampfbetrieb aufrecht zu erhalten, oder ob die Strecke von Fügen bis Mayrhofen nicht recht.
Eine Meter Spur hätte Vorteile. Geschwindigkeiten auf der Ebene bis 100km/h. Billigeres Rollmaterial. Rollmaterial das auf schnelles Anfahren und Bremsen optimiert ist, um so die Fahrzeit zu verkürzen, wie das z.B beim Spatz von Stadler Rail der Fall ist. Bewährtes Zahnradsystem, um eine Verlängerung nach Hintertux, ohne aufwendige Kehrtunnels zu bewältigen.
Die Waldenburgerbahn ist ja vergleichbar. Da hat man in zwischen entschieden, dass man auf Meterspur umstellt und lieber auf die Dampffahrten verzichtet. Einer der Gründe ist auch das man so die Strecke bis nach Pratteln verlängern kann und so Trams bis nach Basel hätte.
Von dem her muss sich die Zillertalbahn langsam überlegen, wohin die Zukunft geht. Mit dem Wegfall der bisherigen Waldenburgerbahn, die ja Parktisch die gleiche Spurweite hat, wird das Rollmaterial noch teurer. Wenn man auf dem gleichen Pferd weiter reitet, ist die Bahn irgendwann nicht mehr wirtschaftlich. Dann klopft die Bahn sicher bei den Gemeinden an, und will Geld. Von dem her sollten die Gemeinden an der Strecke. Mal Klartext reden. Im dümmsten Fall macht man die Bahn dicht und es verkehren nur noch Busse im Zillertal, mit den bekannten Verkehrsproblemen.
 
Ich bezog das jetzt nicht nur aufs Zillertal. Ich finde das morgendliche Auto nervig, ich würde auch eine morgendliche Bahn nervig finden. Ich wohne gerne so, dass ich alles zu Fuß machen kann und lasse das Auto dann auch die ganze Zeit stehen ;-) Im Zillertal können sie aus meiner Sicht eh gerne bauen, was sie wollen. Ist eh nicht mein Favorit.
 
ThomasK schrieb:
Da müsste mit massiven PUSH-Maßnahmen, d.h. insbesondere Restriktionen gegen den MIV (massive Preiserhöhungen, Abbau von Parkplätzen, Fahrverbote usw.) nachgeholfen werden, wenn man die Eisenbahn bis Hintertux volkswirtschaftlich rechtfertigen will.

Warum nicht gleich die richtige Lösung? Alles, was Gummiräder hat, verbieten und statt den jetzigen Straßen kreuz und quer 3-S-Bahnen bauen. Wäre doch in deinem Sinn.
 
Wombat schrieb:
Allerdings wäre so ein Dampfbetrieb nicht mehr möglich. Ausser man würde 3 Schienen verlegen.
Nicht unbedingt denn meterspurige Dampfloks sind sicher auch noch zu bekommen - notfalls aus Asien (China - Vietnam siehe Furka Bergstreckenmuseumsbahn); eine chinesische QJ 2-10-2 läuft sogar in den USA (iowa Interstate) ab und zu im Sonderzugeinsatz.
Mit den ursprünglichen 298er Dampfern bringt man sowieso nix weiter und die größere der Touristenloks im Zillertal stammt ursprünglich aus der Tschechoslowakei - daher wär es relativ egal welcher Dampfer dort die Sonderzüge zöge.
 
Petz schrieb:
Nicht unbedingt denn meterspurige Dampfloks sind sicher auch noch zu bekommen - notfalls aus Asien (China - Vietnam siehe Furka Bergstreckenmuseumsbahn)
Die Loks der Furka Bergstrecke sind die Original Loks. Die wurden damals, als man die Strecke elektrifizierte, nach Vietnam verkauft. Der Verein der die Bergstrecke betreibt, hat dann diese Loks aus Vietnam zurückgeholt. Darüber gibt es auch eine Doku.
Klar kann man auch mit der Meterspur, eine Dampfbahn betreiben. Aber es geht doch der Scharm des Bummelbähnchens verloren. Und mit der Meterspur ist es eben keine Nostalgiebahn mehr.
Und ob die Loks aus China so toll sind glaube ich nicht unbedingt. China hat deshalb lange auf Dampf gesetzt weil es viel Kohle hat, aber wenig Erdöl. Deshalb lässt sich über die Qualität der Loks wohl streiten. Da wäre es wohl sinnvoller, wenn man in den Archiven der ehemaligen Dampflok-Hersteller gräbt und das Ausbesserungswerk in Meiningen einen Nachbau macht.
 
Das die DFB ihre Ursprungsloks zurückholte ist mir bekannt was aber nicht heißt das sich nicht rund um den Globus Meterspurdampfer ausfindig machen liessen. So wie die Chinis ihre Dampfer geschunden haben hätt ich mal keine Zweifel an deren Qualität und das die am Loksektor technologisch auf der Höhe der Zeit sind sieht man ja gerade in letzter Zeit an ihren Diesellokexporterfolgen. ich halte es mittlerweile für ausgeschlossen das das Meininger Ausbesserungswerk bei einem Dampflokneubau preislich mit den Chinesen auch nur annähernd mithalten könnte.
Deiner Meinung eine Meterspurbahn wär keine Museumsbahn möchte ich widersprechen denn das hängt für mich in erster Linie von der Art des Rollmaterials ab. Bei der ZTB wär es dann nur eben kein exakt historischer Museumszug mehr aber das gälte dann beispielsweise für die nachgebauten Schafbergbahnöldampfer ebenfalls.
 
Und um es nochmal zu verdeutlichen:

Mal angenommen, ich hätte jetzt einfach Bock, nach Mayrhofen zu fahren, dann wäre ich laut Tante Gockels Planer um ca. 3 Uhr dort. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln würde ich gut 7 Stunden später ankommen, aber nur, wenn ich 30 Minuten vor Abfahrt ein Ruftaxi bestellen würde, das den Bus für die heutige letzte Fahrt ersetzt. Würde ich mit einem richtigen Bus der lokalen Verkehrsbetriebe aus meinen Wohnort losfahren, würde ich erst morgen Nachmittag ankommen.

Nachhaltige Mobilität kann man das nicht mehr nennen, eher verhinderte Mobilität.

Noch krasseres Beispiel: Wie lange ich mit dem Auto brauche, um ins 7 km entfernte Krankenhaus zu kommen, kann sich jeder Autofahrer ausrechnen, so plusminus 2 Minuten. Mit den Öffentlichen brauche ich eineinhalb Sunden. Sofern sie pünktlich fahren...
 
Ich bin dieses Jahr mit der Bahn aus dem Pitztal ins Zillertal angereist. Und zwar mit komplettem Skigepäck. 2 Paar Ski, Stöcke, Schuhe, LVS-Set, Helm, etc
Die Rückfahrt aus dem Zillertal ging Freitagabend mit dem Fernbus von Zell bis nach München (wieder mit kompletten Gepäck). Dann bei nem Kumpel gepennt und am nächsten Morgen mit dem ICE nach Berlin.
Man haette auch dir komplette Strecke im Fernbus zurücklegen können (mit Umstieg in München, 20min Aufenthalt), aber mein Mitfahrer bekommt vergünstigte Bahntickets, weshalb wir Bahn fuhren.
Eigentlich sollte die ganze Strecke per Bahn bewältigt werden, aber die Verbindung hat uns nicht gepasst. Wir hätten 5 mal umsteigen müssen..
Das ganze hat problemlos geklappt und mir gefiel es besser als mit dem Auto am Samstag im Stau zu stehen.
Die ganze Woche haben wir kein Auto benutzt und haben das Bus- bzw Bahnangebot genutzt.
Den Einkauf haben wir zu Fuß erledigt.
 
(1)
Petz schrieb:
Wombat schrieb:
Allerdings wäre so ein Dampfbetrieb nicht mehr möglich. Ausser man würde 3 Schienen verlegen.
Nicht unbedingt denn meterspurige Dampfloks sind sicher auch noch zu bekommen - notfalls aus Asien (China - Vietnam siehe Furka Bergstreckenmuseumsbahn); eine chinesische QJ 2-10-2 läuft sogar in den USA (iowa Interstate) ab und zu im Sonderzugeinsatz.
Mit den ursprünglichen 298er Dampfern bringt man sowieso nix weiter und die größere der Touristenloks im Zillertal stammt ursprünglich aus der Tschechoslowakei - daher wär es relativ egal welcher Dampfer dort die Sonderzüge zöge.


Ich würde beim Ausbau der Zillertalbahn ohnehin den Dampflokbetrieb einstellen.

Es geht in der Verkehrsplanung im Zillertal um ein modernes Eisenbahnsystem und um keine Pufferküsserei. Die Pufferküsser haben doch genügen Strecken, wo sie ihrem Hobby nachgehen können. Ich habe die Zahlen jetzt nicht genau im Kopf, aber vom Gefühl her würde ich tippen, dass von allen Zillertalbahnfahrgäsen vielleicht 1% mit den Dampflokzügen fahren. Und wer unbedingt mit der Dampflok fahren will, der fährt dann eben zum Achensee. Die Achenseebahn hat zudem Meterspur.


(2)
Petz schrieb:
@ThomasK; darf Dich aber bei Deiner Begeisterung für Singapur´s Verkehrslösungen daran erinnern das man den Staat maximal auf dem Papier noch als Demokratie bezeichnen kann - in der Praxis ist das eine autokratische Regierung die alle Mittel in die Wege leitet das Aufkeimen jeglicher Opposition gleich im Keim zu ersticken sprich viel näher einer Legitimationsdiktatur als irgendeiner anderen Staatsform.


Man kann ja über das autokratische System in Singapur denken, was man will, aber es ausgerechnet bei der Verkehrsplanung zu kritisieren, wo die Autokratie es bei weitem besser macht als die Demokratie, ist nun wirklich amüsant.

Auf einer Verkehrstagung sagte mal ein Singapurer Verkehrsplaner sinngemäß zu mir: "In der Wissenschaft gibt es keine Demokratie. Der negative Einfluss des Straßenverkehrs muss mit ordnungspolitischen Massnahmen eingeschränkt werden, da die Autofahrer genausoweinig die Folgen ihres Handels verstehen, wie die Kleinkinder. Also tun wir im Auftrag der Regierung das, was gut für die Allgemeinheit ist."

Die Energieverschwendung des Autoverkehrs, die höheren Unfallzahlen, die höhere Inanspruchnahme von Flächen usw. ist wissenschaftlich längst nachgewiesen.

Oder willst du in einer Demokratie darüber abstimmen lassen, ob 1 + 1 in der Summe 2 oder 3 ergibt?

Aus europäischer Sicht mag das zwar fremd klingen, wenn die Singapurer Regierung die eigene Bevölkerung ansieht wie eine Mutter ihr Kleinkind, das sie vor seiner eigenen Unreife zu seinem eigenen Vorteil beschützen muss, aber die Europäer sollten sich da raus halten, wie die Asianten politisch ticken. Aus verkehrswissenschaftlicher Sicht macht die Regierung in Singapur eigentlich alles richtig. In Singapur gibt es gigantische Ausbaupläne für die U-Bahn. Man will das bestehende Netz auf über 300 km Netzlänge verdoppeln. Was gibt es denn dagegen einzuwenden, wenn die Regierung die Autofahrer zwingt, den Ausbau der vollautomatischen U-Bahn zu finanzieren? Singapur ist eines der reichsten Staaten weltweit. Die Bevölkerung scheint sich also unter der Vormundschaft ihrer Regierung recht wohl zu fühlen. Sicherlich kann man darüber diskutieren, ob es sinnvoll ist, Jugendliche, die U-Bahn-Züge besprühen und Fensterscheiben einschlagen, auszupeitschen, aber Europa sollte sich davor hüten, immer die eigene Sozialisierung und die eigene Gesellschaftsordnung für das Maß aller Dinge zu halten. Etliches - nicht alles - jedenfalls klappt in Singapur besser, als bei uns, wie man neidlos anerkennen muss.

Im Gegensatz zu den Naturgesetzen, die absolut sind, kann man über ein politisches System sehr wohl diskutieren und da läuft bei uns längst nicht alles so gut, dass es Europa anstünde, mit erhobenem Zeigefinger auf die anderen zu zeigen. :ja: Tipp: Wer mit dem Finger auf andere zeigt, zeigt zugleich mit drei Fingern auf sich selbst. :lach:



(3)
David93 schrieb:
Dir ist aber schon klar das hierzulande das Auto für viele mehr als nur ein Fortbewegungsmittel ist. Das ist ein Statussymbol, auch wenn die Bedeutung bei der Jugend gerade abnimmt bzw. von Smartphones usw. ersetzt wird.


Dann sollten aber auch diejenigen für ihr Statussymbol konsequent zur Kasse gebeten werden.


(4)
David93 schrieb:
Aber den Leuten freiwillig einen Umstieg auf die Öffis schmackhaft machen wird nicht funktionieren, das hast du ja schon selbst erkannt. Und dann willst du auf Gesetze bzw. Verbote setzen, die den Leute das Autofahren sozusagen verbieten? Das wird doch nie funktionieren, so leicht lässt sich keiner das Auto wegnehmen. Das ist auch in der Politik bekannt und gar nicht gewollt, da hängen zu viele wirtschaftliche interessen und Wählerstimmen dran.


Die ganzen Geschichten der Autoindustrie "Jeder zweite Arbeitsplatz hängt mittelbar oder unmittelbar am Auto." kenne ich alle. Durch das ständige Wiederholen werden die Geschichten aber trotzdem nicht wahr. Berücksichtigt man anteilsmässig bezüglich des Umsatzes die Zulieferindustrie und Autowerkstätten, dann kommt man in Deutschland etwa auf eine Million Arbeitsplätze, die am Auto hängen. Das sind also ungefähr 2,5% aller Arbeitsplätze.

Abgesehen davon würde bei einer Umstellung der Mobilität ein Teil der Arbeitsplätze auch bei der Eisenbahn und bei der Eisenbahnindustrie neu entstehen. Je nachdem, wie man die Abgrenzung definiert, kommt man im Bahnbereich in Deutschland etwa auf 500000 Arbeitsplätze, also ungefähr die Hälfte der Arbeitsplätze der Automobilindustrie. Abgesehen davon gibt es auch Überlappungen. Beispielsweise baut Daimler auch Busse für den ÖPNV-Linienverkehr.

Man kann sich aber darauf einigen, dass im Automobilbereich im Vergleich zum Eisenbahnbereich etwa doppelt so viele Arbeitsplätze existieren, also etwa eine Million zu 500000. Auch wenn die Abgrenzunmg schwierig ist; diese Größenordnung ist jedenfalls richtig. Aber die Sprüche mit "Jeder zweite Arbeitsplatz hängt mittelbar oder unmittelbar am Auto." sind einfach fernab der Realität.


(5)
David93 schrieb:
In Zukunft wird es also bleiben wie es ist. Ausbau der Straßen im gleichen Stil wie in der Vergangenheit, und Ausbau der Schiene dort wo es Sinn macht, wie auf Fernverkehrsstrecken oder Städten. Aber sicher nicht auf dem Land in einer Region wie dem Zillertal, wo noch dazu kommt dass das Gelände nicht bahntauglich ist nach Tux.


Du übersiehst, dass das Öl nur aufgrund der tagespolitischen Lage derzeit zum Spottpreis verkauft wird. Saudi-Arabien will den Erzfeind Iran finanziell kaputtmachen.

Die sollen sich keine Atombombe leisten können; also wird der Weltmarkt mit Öl überschwemmt. Zudem will Saudi-Arabien, dass die USA vom Arabischen Öl abhängig bleiben. Dazu ist es notwendig, die US-Fracking Industrie finanziell mit billigem Öl kaputt zu machen. Wenn die USA abhängig bleiben vom saudi-arabischen Öl hat das zudem den Vorteil, dass Saudi-Arabien langfristig mit wesentlich höheren Ölpreisen mehr verdient. Auch ist der politische Vorteil für Saudi-Aabien enorm. Die Erfahrung zeigt, dass immer dann, wenn der Westen wirtschaftlich abhängig ist, der Westen bei Menschenrechtsverletzungen nicht mehr so genau hinschaut. :biggrin: Motto: "Da werden zwar Menschen gesteinigt, aber egal, wir brauchen das Öl."


(6)
Malli schrieb:
Ich bin dieses Jahr mit der Bahn aus dem Pitztal ins Zillertal angereist. Und zwar mit komplettem Skigepäck. 2 Paar Ski, Stöcke, Schuhe, LVS-Set, Helm, etc
Die Rückfahrt aus dem Zillertal ging Freitagabend mit dem Fernbus von Zell bis nach München (wieder mit kompletten Gepäck). Dann bei nem Kumpel gepennt und am nächsten Morgen mit dem ICE nach Berlin.
Man haette auch dir komplette Strecke im Fernbus zurücklegen können (mit Umstieg in München, 20min Aufenthalt), aber mein Mitfahrer bekommt vergünstigte Bahntickets, weshalb wir Bahn fuhren.
Eigentlich sollte die ganze Strecke per Bahn bewältigt werden, aber die Verbindung hat uns nicht gepasst. Wir hätten 5 mal umsteigen müssen..
Das ganze hat problemlos geklappt und mir gefiel es besser als mit dem Auto am Samstag im Stau zu stehen.
Die ganze Woche haben wir kein Auto benutzt und haben das Bus- bzw Bahnangebot genutzt.
Den Einkauf haben wir zu Fuß erledigt.



In Zukunft wird der ÖPNV und die Fernbahn noch besser werden.

Am Sonntag, 10.12.2017, wird die NBS Ebensfeld - Erfurt eröffnet und dann fährt der ICE von Berlin nach München unter 4 Stunden. Wenn dann die Zillertalbahn auch ausgebaut ist und du in Jenbach direkt Anschluss hast, dann kommst du von Berlin Hbf nach Mayrhofen in 6 Stunden.

Im Bautagebuch sieht man durch die Webcams den Baufortschritt schon deutlich. Auf weiten Teilen hängt bereits die Re300.

http://www.vde8.de/de/vde-81-nbs/webcams

Damit man nicht unter dem rollenden Rad bauen muss, was 5 - 10 Mal so lange dauert, hat man aktuell die Bestandsstrecke zwischen BAmberg und Lichtenfels für 8 Monate (Januar 2016 - September 2016) gkomplett gesperrt, damit man das gigantische Neubauprojekt im Dezember 2017 endlich in Betrieb nehemen kann. 27 Jahre nach Planungsbeginn ist dann das 10 Milliarden € teure Riesenprojekt fertig.

Ich denke mal, Berlin Hbf - Mayrhofen in 6 Stunden kann sich sehen lassen. In der Community ICE-Treff können wir es kaum noch erwarten, wenn in 21 Monaten zwischen Ebensfeld und Erfurt der ICE 3 mit bis zu 300 km/h durch den Thüringer Wald rast. :biggrin:

Mit dem Flugzeug ist man dann von Berlin aus nicht schneller in Mayrhofen als mit dem Zug.
 
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