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Bahnausbau der Zillertalbahn

ThomasK schrieb:
Ich denke mal, Berlin Hbf - Mayrhofen in 6 Stunden kann sich sehen lassen. In der Community ICE-Treff können wir es kaum noch erwarten, wenn in 21 Monaten zwischen Ebensfeld und Erfurt der ICE 3 mit bis zu 300 km/h durch den Thüringer Wald rast.

Schön für diejenigen, die mit dem ICE durch den Thüringer Wald rasen können. Ich war nie dort und habe auch nicht vor, irgendwann mal hinzufahren, nur um hindurchzurasen. Ich warte nach wie vor darauf, dass die zwei Kilometer, die mich von der nächsten Bushaltestelle trennen, durch eine ICE-Trasse überbrückt werden und der ICE dann abfährt, wenn es mir gerade passt.
 
EIst schon bekannt, wann der Ausbau der Fügen- Umfahrung beginnen soll und wie lange er dauert? Wie soll der Verkehr während den Bauarbeiten laufen, damit es kein komplettes Chaos gibt?
 
Da freut sich der Hoteliersverband, wenn die Gäste einen Strafzettel bekommen weil sie zu ihrem Hotel fahren :rolleyes: .

Abgesehen davon sind Aussagen schlichtweg unwahr wie:
Das ist längst auch Verkehrsexperten wie Baubezirksamtsleiter Werner Huber gewusst. „Wir könnten, überspitzt gesagt, die Zillertalstraße auf 80 Meter Breite ausbauen und der Stau wäre immer noch da“, sagt er. Auch Bezirkshauptmann-Stv. Wolfgang Löderle sagt, was sich eh schon jeder denkt: „Auch die besten Straßenkonzepte können dieses Verkehrschaos nicht mehr lösen und den Verkehr wieder flüssig kriegen.“
In Frankreich haben sie die N90 vom Autobahnende bei Albertville bis Moutiers vierspurig ausgebaut und seitdem gibt es da nur selten Stau (also bei Baustellen, Unfällen und starkem Schneefall natürlich trotzdem), hinter Moutiers dagegen gibts oft Stau weil da nur wenige Abschnitte vierspurig sind.

Im Zillertal muss man also dringend die Straße auch vierspurig ausbauen, DAS löst die Probleme, nicht der ÖV.

Denn der ÖV ist kein Ersatz für Individualverkehr, das ist ne ganz andere Kategorie. Wir reden hier ja (wenn es um den Winter geht) über Skifahrer. Die haben ne ganze Menge Gepäck dabei und Skiausrüstung ist auch nicht allzu komfortabel im ÖV zu transportieren. Ich weiß dass das hier im Forum manche leugnen, aber die übergroße Mehrheit der Leute sieht das so - sonst gäbe es ja die Staus nicht. Und dass es einfacher ist, zuhause ein paar Koffer und Skisachen einzuladen und beim Hotel auszuladen, als das Zeug in der Bahn transportieren zu müssen mit diversen Umstiegen, das kann wohl niemand anzweifeln.
 
Wenn aber die Leute von zB Finsing genug vom Verkehr haben, dann dürfen sie ja laut j-d-s-Logik die Strasse sperren, weil das ihr Recht ist, und die anderen nicht dreinreden dürfen (so geschrieben zB bei der Verbindung Pitz-Ötztal, da sollte ja ausser den direkt betroffenen Gemeinden auch niemand mitreden)... das ist viel billiger als ein Ausbau auf vier Spuren. Oder alternativ einfach pro Auto 20€ verlangen, das dürfen sie auch, ist ja ihr Recht ;)

Logisch wird man nicht jeden Verkehr verhindern können (sonst stirbt die Menschheit aus :D), aber schon eine leichte Reduktion oder immerhin Stagnation verschlimmert die Situation nicht... ausserdem ist es für die "hinteren" Gebiete im Zillertal nicht schlecht, wenn sie in ihrem ausufernden Gigantismus auch sehen, dass andere Gebiete (unverschuldet) darunter leiden, und sich zu wehren beginnen.

Baut man die Strasse durchgehend vierspurig aus, wird als nächstes die Inntalautobahn oder die Seefelder Strasse oder die Fernpassstrasse noch überlasteter sein, dann müssen dort weitere Fahrspuren oder Umfahrungen hin, dann reichen aber 4 Spuren im Zillertal auch nicht mehr, 6 wären noch besser... man kann gut in den USA ohne allzu gut ausgebauten ÖV sehen, dass auch 8 Spuren je Richtung nicht unbedingt reichen müssen... und ob das erstrebenswert ist??
 
Wurzelsepp schrieb:
Wenn aber die Leute von zB Finsing genug vom Verkehr haben, dann dürfen sie ja laut j-d-s-Logik die Strasse sperren, weil das ihr Recht ist, und die anderen nicht dreinreden dürfen (so geschrieben zB bei der Verbindung Pitz-Ötztal, da sollte ja ausser den direkt betroffenen Gemeinden auch niemand mitreden)... das ist viel billiger als ein Ausbau auf vier Spuren. Oder alternativ einfach pro Auto 20€ verlangen, das dürfen sie auch, ist ja ihr Recht ;)

Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Es gibt bei Infrastrukturmaßnahmen ganz natürlich verschiedene Ebenen und Zuständigkeiten; bspw. ist in vielen Ländern für Autobahnen und Bundesstraßen der Bund zuständig, für Staats- und Landesstraßen das Land (in Ö sind auch "Bundesstraßen" Landesstraßen afaik), und für kommunale Straßen eben die Gemeinde. Da würde niemand anzweifeln, dass das auch so sinnvoll ist.

Denn mit so einer unsinnigen Logik wie deiner könnte ja auch irgendein kleiner Ort in Österreich beschließen, dass er sich nicht in Gefahr sieht und deshalb die Wehrpflicht seiner Bewohner für das Bundesheer aufhebt.

Bekannt ist dieses Prinzip als "vertikale Gewaltenteilung" bzw. "Subsidiaritätsprinzip".

Wurzelsepp schrieb:
Logisch wird man nicht jeden Verkehr verhindern können (sonst stirbt die Menschheit aus :D), aber schon eine leichte Reduktion oder immerhin Stagnation verschlimmert die Situation nicht... ausserdem ist es für die "hinteren" Gebiete im Zillertal nicht schlecht, wenn sie in ihrem ausufernden Gigantismus auch sehen, dass andere Gebiete (unverschuldet) darunter leiden, und sich zu wehren beginnen.

Inzwischen ist alles "Gigantismus"... was konkret in Mayrhofen/Tuxertal ist den "Gigantismus"?

Entweder man setzt auf Tourismus und hat dann eben Verkehr oder man lässt es. Wenn du die Bewohner fragst ob sie lieber wie vor 100 Jahren alle auf dem Acker als Bauern für einen kargen Lohn arbeiten würden, ich glaube nicht dass das allzu viele toll fänden.

Wurzelsepp schrieb:
Baut man die Strasse durchgehend vierspurig aus, wird als nächstes die Inntalautobahn oder die Seefelder Strasse oder die Fernpassstrasse noch überlasteter sein, dann müssen dort weitere Fahrspuren oder Umfahrungen hin, dann reichen aber 4 Spuren im Zillertal auch nicht mehr, 6 wären noch besser... man kann gut in den USA ohne allzu gut ausgebauten ÖV sehen, dass auch 8 Spuren je Richtung nicht unbedingt reichen müssen... und ob das erstrebenswert ist??

Na jetzt mal nicht irgendwelche abstrusen Folgen herspekulieren. Fakt ist, dass die Zillertalstraße massiv überlastet ist und vor allem Alternativlos. Daher muss sie dringend ausgebaut werden. Ob und wenn ja in welchem Maße sich dadurch woanders mehr Verkehr ergibt ist reine Spekulation. Ich würde ja behaupten das Gros des Verkehrs kommt von der auch vierspurigen Inntalautobahn...

Bzgl. des Fernpasses muss ich sagen, dass man da zwar eigentlich auch ausbauen müsste, andererseits ist der nicht alternativlos und die meisten Leute die sich da reinstellen denken einfach nicht mal vernünftig nach. Da gibt es Leute, die stellen sich jedes Weihnachten/Fasching mehrere Stunden bei Füssen und am Grenzpass in den Stau und kommen nie auf die Idee, über den Arlberg, den Scharnitzpass oder das Inntal zu fahren, oder ganz out-of-the-box vielleicht sogar zu einem anderen Ort zu reisen.
 
Man wird um einen Ausbau der Straße nicht umhin kommen. Alle anderen Maßnahmen der Verkehrslenkung/-vermeidung sind klar zu begrüßen, werden aber allenfalls ergänzenden Charakter haben. Ich glaube auch, dass allen Verantwortlichen dies klar ist, aber niemand bereit ist sich mit Vehemenz dafür einzusetzen und eine blutige Nase zu holen. Den Schwarzen Peter ausschließlich auf den direkt durch die Touristen verursachten Traffic zu schieben, also Tagesgäste + An-/Abreise, funktioniert nicht. Speziell der vordere Talbereich ist durch den talinternen Ziel-/Quellverkehr, Inntal-Pendler, Lieferverkehr talein/-auswärts, usw. längst an der Grenze - ganz ohne Touri-Rushhour. Das lässt sich gut beobachten, wenn man in der Nebensaison als Tagesgast unter Woche reinpendelt - 85% AT Kennzeichen geschätzt.
M.E. hilft da nur die große Lösung in Form eines konsequenten, vierspurigen Ausbaus bis Mayrhofen unter Umgehung aller Ortsdurchfahrten (Fügen, Ramsau, etc).
Das würde den Verkehr nicht mindern - was als Vorstellung eh mittelfristig illusorisch ist - aber zumindest flüssiger gestalten bis an die jeweiligen Zielorte. Gut für die Attraktivität der Orte, die Nerven der Talbewohner und in Teilen auch für die Umwelt - viel rollender Verkehr ist immer noch besser viel stehender Verkehr - auch wenn die Erkenntnis schmerzt.
Großer Teil des Problems ist das eben schon angesprochene Kirchturmdenken innerhalb der Talschaft - denn topografisch ist gerade das Zillertal mit seinem breiten Talboden gegenüber allen anderen Seitentälern des Inntals klar im Vorteil und ein Ausbau wäre vergleichsweise einfach zu bewerkstelligen.
 
Nur die Anbindung in Wiesing wird problematisch wenn da 2 voll ausgelastete Spuren auf die ebenfalls nur 2-spurige meist recht volle Inntalautobahn treffen. Da würde man sicher weiterhin Stau haben, genauso dann die Achenseestraße hoch.
Und ganz zu schweigen von dem Platz den so ein Knoten bräuchte, das klappt in Wiesing gar nicht.

Aber Talintern wäre wohl eine Verbesserung zu erwarten, ganz klar.
 
David93 schrieb:
Nur die Anbindung in Wiesing wird problematisch wenn da 2 voll ausgelastete Spuren auf die ebenfalls nur 2-spurige meist recht volle Inntalautobahn treffen.
Naja, vergiss nicht, dass sich die 2 Spuren aus dem Zillertal dann in 3 Richtungen teilen: A12 West, A12 Ost und Achensee. Also insg. 5 Spuren. Bzw. jeweils einspurig sinds dann 3 Spuren, da muss man im Vgl. zu jetzt nicht so viel ändern.

Taleinwärts dagegen würde ein Ausbau im Zillertal auf 2x2 Spuren den Verkehr auf der A12 immer entlasten, keinesfalls verschlechtern.
 
David93 schrieb:
Nur die Anbindung in Wiesing wird problematisch wenn da 2 voll ausgelastete Spuren auf die ebenfalls nur 2-spurige meist recht volle Inntalautobahn treffen. Da würde man sicher weiterhin Stau haben, genauso dann die Achenseestraße hoch.
Und ganz zu schweigen von dem Platz den so ein Knoten bräuchte, das klappt in Wiesing gar nicht.
Aber Talintern wäre wohl eine Verbesserung zu erwarten, ganz klar.

Müsste man vorher im Tal schon splitten und eine zusätzliche Ableitung zur Autobahn mit ggfs. neuem Anschluß wieter östlich lösen - die große Lösung eben.
Die Variante wurde auch hier irgendwo angerissen. Der Brettfalltunnel in seiner jetzigen Ausführung als Hauptweg ins Tal war/ist m.E. sowieso ne Schnapsidee und zu kurz gedacht.
 
starli schrieb:
Naja, vergiss nicht, dass sich die 2 Spuren aus dem Zillertal dann in 3 Richtungen teilen: A12 West, A12 Ost und Achensee. Also insg. 5 Spuren. Bzw. jeweils einspurig sinds dann 3 Spuren, da muss man im Vgl. zu jetzt nicht so viel ändern.
Klar, ganz so extrem ist es dadurch natürlich nicht. Nur fährt nach meiner Beobachtung die Mehrheit auf die A12 Richtung Deutschland, der Rest teilt sich mehr oder weniger auf Achenseestraße und A12 Richtung Innsbruck auf. Kann aber da nur für die klassische Touristenzeit sprechen, da ich nur dann selbst dort bin. Wie es im "Alltag" aussieht keine Ahnung, aber da wird die Verteilung sicher gleichmäßiger sein, womit es dann auch ohne Stau klappen würde.

Aber so ein großer, radikaler Ausbau wird eh nie kommen. Auf einmal schon gar nicht, wenn dann mal ein paar Einzelmaßnahmen. Mal hier ne Ortsumgehung und dort ne Kreuzung höhenfrei ausbauen, das wars dann auch.
 
Das kann sein, aber vielleicht kommt man ja auch zur Vernunft. Vielleicht kommen die Leute sogar auf die Idee, dass es in ihrem Ort sogar ruhiger wird wenn man vierspurig ausbaut, weil man die natürlich auf neuen Trassen baut wo jetzt alle durch die Ortschaften fahren.

Und schwieriger als die N90 in der Tarentaise ist das sicher nich, denn da verlaufen große Teile auf Brücken, im Zillertal wär genug Platz für ne Schnellstraße.
 
Es war meiner Ansicht nach ein Fehler die einstmals projektierte Alpentransversale der Alemagnaautobahn über Bruneck via Ahrntal und durch das Zillertal zur A12 abzulehnen denn die würde das Zillertal heute dringend benötigen. Wenn man diese von Beginn an für den LKW - Transit gesperrt hätte würde die heute die Staus ins Zillertal eliminieren aber auch vor allem dem Pustertal und der Brennerstrecke deutliche Entlastung bringen.
 
Dadurch das man die Strecke für LKW's und Transit niemals gespeert hätte, hätte diese Version das Zillertal zerschnitten und zerstört.

Meiner Meinung nach würde der 2x2 ausbau bis hinter Kaltenbach völlig ausreichen. Bis Fügen wäre die Streck (der Autobahnanschluss ausgeschlossen) auch ohne viel aufwand durchs tal baubar. Hinter Kaltenbach müste man sie ohne Ortsumgehungen bauen. Weiß jemand wie die Verkehrssituation hinter Mayerhofen auf der Tuxer Landstraße aussieht?
 
mein.bergerlebnis schrieb:
Weiß jemand wie die Verkehrssituation hinter Mayerhofen auf der Tuxer Landstraße aussieht?
Fahr ich nur immer im Herbst zum Gletscher. Läuft eigentlich schon einigermaßen, aufgrund von dem Hochbetrieb am Gletscher fährt man halt meistens in ner Kolonne da man die Busse oder langsame Autos recht schnell einholt und da keine Chance hat vorbeizukommen. Aufgrund der Steigungen und Kurven kommt man da eh nicht besonders schnell voran.
Runterwärts kann es passieren dass es in Mayrhofen staut und sich das dann den Berg Richtung Finkenberg hochzieht.
 
Die "höherrangige Straße" bezeichnet sicher nur eine kreuzungsfreie Schnellstraße mit Benutzungsverboten für Verkehrshindernisse auf Rädern wie Traktoren, Radfahrer etc. wenn mal der vordere Straßenteil vom Brettfalltunnel bis vor Ried/Kaltenbach ausgebaut wird; von Kaltenbach bis Zell ist die Ausbaustrecke ja bereits als solche ausgewiesen.
 
Warum die Führung der Bahn als Straßenbahn statt in einem Schotterbett das Zeller Ortszentrum aufwertet erschließt sich mir nicht ganz. Für mich ist das in erster Linie ein Risikofaktor wenn eine Bahn im Auto- / Fußgänger- / Radfahrerverkehr mitfährt. Noch dazu wenn für beide Richtungen nur ein Gleis zur Verfügung steht.
 
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