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Bekommt München eine Seilbahn?

Lord-of-Ski schrieb:
Und wie willst die Kapazität der SSB steigern wenn das Grünwalder weiter ausgebaut wird? Ich glaube kaum, dass es bei 18.000 auf Dauer bleiben wird. Für die 1. Liga ist das zu klein.


Eine Erhöhung der Besucherzahl über 18000 hinaus ist nicht möglich, da dann der Bestandsschutz entfiele.

Der Deutsche Fußballbund (DFB) will eigentlich nicht, dass gleichzeitig drei Profimannschaften derselben Liga in demselben Stadion spielen. Aufgrund der Sachzwänge hat der DFB nun zähneknirschend zugestimmt, dass die drei Drittligisten 1860 München, FC Bayern München II und Türcgücü München alle im Grünwalder Stadion, also am Wettersteinplatz, spielen werden. Mathematisch geht das, denn man kann das so planen, dass an den beiden letzten Spieltagen (37 und 38), wenn alle 20 Teams wegen einer möglichen Wettbewerbsverzerrung alle gleichzeitig spielen müssen, genau eine der drei Mannschaften 1860 München, FC Bayern München II und Türcgücü München zweimal auswärts spielt. Da an den übrigen Spieltagen jeweils an zwei Tagen gespielt wird, ist es also kein Problem, wenn gleichzeitig drei Profimannschaften dasselbe Stadion benutzen. Außerdem könnte im größten Notfall die Mannschaft FC Bayern München II ausnahmsweise einmal im Stadion von FC Bayern München spielen. Die Kosten hierfür würde der FC Bayern vereinsintern einfach umschichten; das sind lediglich ein paar Vorstandsbeschlüsse des FC Bayern München und ein paar Überweisungen.

Als 1860 München aus der 1. Liga in die 2. Liga abstieg, wurde von 1860 München der sofortige Wiederaufstieg angekündigt. Nach mäßigen Leistungen in der 2. Liga wurde aber der Aufstieg von der 2. Liga in die 1. Liga immer wieder verpasst und irgendwann war 1860 München so schlecht, dass es dann sogar noch weiter abwärts in die 3. Liga ging. Die Ankündigungen von 1860 München, sofort wieder in der 1. Liga zu spielen, hören die Münchner nun schon seit über 15 Jahren und erinnern vom Optimismusgehalt dann doch etwas zu sehr an manche Aussagen Donald Trumps.

Die Rückkehr von 1860 München in die 1. Liga sehe ich auf absehbare Zeit erst einmal nicht. Sollten die doch irgendwann einmal wieder in der 1. Liga spielen, dann könnten sie wieder im Olympiastadion spielen. Da passen 70000 Zuschauer rein.

In der Verkehrsplanung sollte man sich dann doch an realistischen Szenarien orientieren und nicht an irgendwelchen Luftschlössern.

Relevant ist, dass von den 18000 Zuschauern etwa 10 % mit der Standseilbahn fahren würden, also 1800 Personen.

Wenn nun beispielsweise von 14.00 Uhr bis 16.00 Uhr gespielt wird, dann würde man bis 12.00 Uhr wie üblich alle 10 Minuten fahren, von 12.00 Uhr - 14.00 Uhr alle 7,5 Minuten, von 14.00 Uhr - 16.00 Uhr alle 10 Minuten, von 16.00 Uhr - 18.00 Uhr alle 7,5 Minuten und nach 18.00 Uhr wieder im 10-Minuten-Takt.

Damit werden in diesen Zeiträumen jeweils vier zusätzliche Fahrten angeboten, also 1600 zusätzliche Plätze pro Richtung. Die übrigen 200 Personen können leicht von den bestehenden Kapazitäten abgedeckt werden, da selbstverständlich nicht mit 100 % Auslastung geplant wird.

Da bei der Standseilbahn - anders als bei der U-Bahn - keine Rangierfahrten nebst Stärken und Schwächen der Züge möglich sind, ist bei der Standseilbahn sehr wohl darauf zu achten, dass man nicht die ganze Zeit mit großen Überkapazitäten fährt.

Züge mit einem Fassungsvermögen von 600 Personen bedeuten höhere Leistung, mehr Stromverbauch, höherer Unterhalt und dann auch noch dickere Seildurchmesser, weswegen man dann auch noch wesentlich größere Antriebsscheiben und Gegenscheiben bräuchte. Ein Zugseildurchmesser von 70 mm bedeutet dann, dass die Antriebsscheibe und die Gegenscheibe jeweils 5,60 m Durchmesser haben müssten.

Eine U-Bahn hat eine Beschleunigung von 1,0 m/s^2; bei den dynamischen Seilkräften der Standseilbahn ist das eine Illusion bei einer über 3,5 km langen Anlage mit solchen Beschleunigungen zu arbeiten. Die U-Bahn fährt 80 km/h, also 22,22 m/s; da führt bei einer Standseilbahn auf absehbare Zeit kein Weg hin. Wir können froh sein, wenn die 16 m/s bei der CEN-Normänderung bewilligt werden.

Es ist völlig klar, dass es im Skigebiet nicht notwendig ist, mit der Standseilbahn 16 m/s zu fahren. Aber im ÖV gelten, was Geschwindigkeit, Betriebszeiten, Kapazitäten, Zuverlässigkeit usw. angeht, bei weitem höhere Anforderungen als im Skigebiet.

Wenn im Skigebiet wenig los ist, dann fahren die Anlagen durchaus auch mal langsamer. Im ÖV geht das keineswegs. Es gibt einen Fahrplan und nachts fahren die Züge oder U-Bahnen genauso schnell wie tagsüber. Es sind Anschlüsse zu bedienen und die Fahrgäste wollen nachts genauso schnell am Ziel sein wie tagsüber. Der ÖV-Fahrgast ist wesentlich anspruchsvoller als der Skifahrer, der es akzeptiert, dass eine EUB, wenn wenig los ist, von 6 m/s auf 5 m/s abgeregelt wird.

Ein Punkt noch zu den Investitionsaufwendungen:

Da die U-Bahn von den Investitionsaufwendungen her dreimal teurer ist als eine unterirdische Standseilbahn, muss man dann auch bereit sein, den einen oder anderen punktuellen Nachteil der Standseilbahn in Kauf zu nehmen. Eine U-Bahn zwischen Siemenswerke, Hellabrunn und Wettersteinplatz würde ca. 500 Millionen € kosten. Da kann man nicht erwarten, das eine Standseilbahn für 165 Millionen € die U-Bahn 1 : 1 ersetzt. Niemand wird erwarten, dass er im 1-Sterne Hotel, wo er ein Drittel des Preises im Vergleich zum 5-Sterne-Hotel bezahlt, denselben Service zu bekommen.

Andererseits scheidet eine Straßenbahn aus, weil der Harlachinger Berg mit 13 % für die Straßenbahn viel zu steil ist. Abgesehen davon ist der Radius von 13,50 m nach BOStrab nicht genehmigungsfähig.

Technisch müsste man also die Straßenbahn mit aufwendigen Tunnelbauwerken teilweise neu trassieren.

Zwar könnte man die 13 % am Harlachinger Berg fahren, wenn die Straßenbahn mit Zahnstange ausgerüstet wäre. Aber ein Siemens Avenio mit Zahnstange wäre eine komplette technische Neuentwicklung. 1928 war zwar von der Landeshauptstadt München eine Straßenbahn am Harlachinger Berg geplant, aber aufgrund der Sachzwänge hat man das Vorhaben dann aufgegeben.
 
Wenn man will ist das mit dem Bestandsschutz auch kein Problem, man muss nur mehr Geld in die Handnehmen, dann sind auch mehr Zuschauer möglich.

Für die zweite Liga musst dann eh alles überdachten, anfangs geht es bestimmt noch mit Ausnahmegenehmigung der DFL aber nach einer gewissen Ligazugehörigen brauchst ein Dach.
 
ThomasK schrieb:
Eine Erhöhung der Besucherzahl über 18000 hinaus ist nicht möglich, da dann der Bestandsschutz entfiele.

Ein Ausbau über 18000 hinaus ist sicherlich möglich, wenn er politisch gewollt ist. Momentan ist er nicht politisch gewollt. Das kann sich aber ändern, wenn Sechzig sportlichen Erfolg haben sollte. Wenn sie in die zweite Liga aufsteigen und sich dort wieder einige Jahre etablieren können, entsteht für die Politik ein gewisser Druck, eine konstruktive Lösung für Sechzig Stadionproblematik zu ermöglichen, bei der nicht bei 18000 Schluss ist.

Ich halte verkehrstechnisch eine Kapazität von 25000 bis 30000 am Standort des Grünwalder Stadions für machbar. Man sollte bedenken, dass auch in der ersten Hälfte der 90er Jahre es viele Spiele im Grünwalder Station mit 25000 bis 30000 Zuschauern gab, obwohl es damals noch keine U1 dort gab. Damals gab es nur die Straßenbahn und die U2 mit Bahnhof Silberhornstraße in der Nähe. Inwischen gibt es zusätzlich die U1 mit den Bahnhöfen Candidplatz und Wettersteinplatz in der Umgebung des Grünwalder Stadions.
 
Martin_D schrieb:
ThomasK schrieb:
Eine Erhöhung der Besucherzahl über 18000 hinaus ist nicht möglich, da dann der Bestandsschutz entfiele.

Ein Ausbau über 18000 hinaus ist sicherlich möglich, wenn er politisch gewollt ist. Momentan ist er nicht politisch gewollt. Das kann sich aber ändern, wenn Sechzig sportlichen Erfolg haben sollte. Wenn sie in die zweite Liga aufsteigen und sich dort wieder einige Jahre etablieren können, entsteht für die Politik ein gewisser Druck, eine konstruktive Lösung für Sechzig Stadionproblematik zu ermöglichen, bei der nicht bei 18000 Schluss ist.

Ich halte verkehrstechnisch eine Kapazität von 25000 bis 30000 am Standort des Grünwalder Stadions für machbar. Man sollte bedenken, dass auch in der ersten Hälfte der 90er Jahre es viele Spiele im Grünwalder Station mit 25000 bis 30000 Zuschauern gab, obwohl es damals noch keine U1 dort gab. Damals gab es nur die Straßenbahn und die U2 mit Bahnhof Silberhornstraße in der Nähe. Inwischen gibt es zusätzlich die U1 mit den Bahnhöfen Candidplatz und Wettersteinplatz in der Umgebung des Grünwalder Stadions.


Als wir im November 2016 die Planungen für eine Standseilbahn Siemenswerke - Hellabrunn - Wettersteinplatz begannen, wurde uns als Vorabinformation mitgeteilt, dass im Rahmen des Bestandsschutzes eine Zuschauerkapazität bezüglich der heutigen gesetzlichen Vorschriften von ca. 18000 Zuschauern realistisch ist. Hierzu wurde uns mitgeteilt, dass es dazu aber noch eine Machbarkeitsstudie geben wird.

Im Internet ist dazu in der Beschlussvorlage für die Vollversammlung des Münchner Stadtrates vom Mittwoch, 24.07.2019 als Ergebnis der Machbarkeitsstudie auf Seite 5 / 12 folgendes festgehalten worden:

https://www.ris-muenchen.de/RII/RII/DOK/SITZUNGSVORLAGE/5575579.pdf

Zitat (Seite 5 / 12):

"(...) Vor diesem Hintergrund und unter Berücksichtigung der planungsrechtlichen Überlegung, dass aufgrund früherer Baugenehmigungs- und Betriebssituationen zum Grünwalder Stadion eine
Erweiterung auf 18.105 Zuschauer vorbehaltlich detaillierterer juristischer Risikoeinschätzung ggf. noch als „Bestandsumbau“ bewertet werden könnte, wurden seitens AS+P folgende übergreifende Entwicklungsperspektiven für das Grünwalder Stadion final zusammengestellt:

• Grundansatz: 15.000 Zuschauer (Qualität)
• Erweiterungsansatz: 18.060 Zuschauer (Qualität + Quantität), (vgl. auch Ziffer 4.2)

Darüber hinaus gehende Kapazitätserweiterungen des Grünwalder Stadions erscheinen nach Einschätzung von AS+P aufgrund der damit voraussichtlich verbundenen Klage- und
Umsetzungsrisiken bzw. der damit einhergehenden betrieblichen Unwägbarkeiten und sicherheitsspezifischen Konflikte unrealistisch. (...)"

(Ende des Zitats)

Der Gutachter hatte eigentlich 18105 Zuschauer errechnet, aber 1860 will logischerweise eine Zuschauerkapazität von 18060 Zuschauern, weil der Marketingeffekt mehr wert ist, als 45 zusätzlich verkaufte Eintrittskarten.

Bei der Dimensionierung der Standseilbahn muss ich mich als Verkehrsplaner dann an den Gutachten orientieren. Und das Gutachten geht eben von 18060 Zuschauern aus.

Anzumerken ist auch, dass im Vergleich zu 1990 die Sicherheitsvorschriften spürbar verschärft worden sind und im Gegensatz zu 1990 die Anwohner nicht mehr bereit sind, 30000 Zuschauer zu akzeptieren.

Du hast aber recht, dass, sollte das Stadion auf 30000 Zuschauer ausgebaut werden, die Kapazität der Standseilbahn dann angepasst werden muss.

Wenn nach dem Schlusspfiff 3000 Personen gleichzeitig mit der Standseilbahn fahren wollen, dann reicht es nicht mehr, wenn alle 7,5 Minuten ein 400-Personen-Zug abfährt. Dann benötigen wir tatsächlich mindestens 600-Personen-Züge, was einen ganzen Rattenschwanz bezüglich Kostensteigerungen verursachen würde.

Zugseildurchmesser 70 mm, Durchmesser der Antriebsscheibe und Gegenscheibe von jeweils 5,60 m, längere und breitere Bahnsteige, leistungsfähigere Antriebe, Erweiterung der Notausgänge und Erweiterung der allgemeinen Treppenanlagen.

Technisch machbar, aber eine Standseilbahn mit 600-Personen-Zügen ist schon eine ganz andere Hausnummer als eine Standseilbahn mit 400-Personen-Zügen.

Da wir die Anstoßzeiten nicht beeinflussen können, ist es auch nicht zu verhindern, dass Spiele um 15.30 Uhr angepfiffen werden. Diese Spiele enden dann zwischen 17.20 Uhr und 17.25 Uhr. Da der Tierpark - je nach Jahreszeit - um 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr schließt, treffen beide Verkehrsströme (Fußballfans und Tierparkbesucher) voll zusammen, wenn Tierparkbesucher, die nach Hause wollen, in Hellabrunn nicht mehr einsteigen können, um nach Siemenswerke zu fahren, da die Standseilbahn schon mit Fußballfans, die am Wettersteinplatz eingestiegen sind, belegt ist.

Hinzu kommt noch die Schwierigkeit, dass der Bahnhof Hellabrunn an der Isar liegt und viele Fahrradfahrer, die zu faul sind, die Isarhangkante nach oben zu fahren, dann auch noch mit ihren Fahrrädern in die Standseilbahn drängeln.

Vor allen Dingen ist die Standseilbahn so attraktiv, dass kaum ein Fußballfan, der Richtung Siemenswerke, Obersendling, Solln oder ins Oberland (Bayrischzell, Lenggries, Tegernsee, Mangfalltal) will, nach dem Schlusspfiff mit der U-Bahn den Umweg über Sendlinger Tor fahren würde, denn dann würde er aufgrund des Taktes der Bayerischen Regiobahn eine halbe Stunde verlieren und Richtung Wolfratshausen auch noch 20 Minuten. Nach der Elektrifizierung der Bayerischen Regiobahn, dem Ausbau der Strecke zwischen München und Holzkirchen von derzeit 140 km/h auf 160 km/h sind die Züge zwischen Solln und Holzkirchen 1,3 Minuten schneller, sodass die Bayerische Regiobahn dann täglich in Siemenswerke und Solln halten kann. Die elektrischen Züge sind wesentlich leistungsfähiger und spurtstärker als die Dieselzüge. Mit Hilfe der Standseilbahn sind dann die Fußballfans aus dem Oberland eine halbe Stunde schneller und aus Richtung Wolfratshausen 20 Minuten schneller im Stadion.

Also muss die Standseilbahn so dimensioniert werden, dass sie Fußballfans und Tierparkbesucher gleichzeitig befördern kann. Hat das Stadion 18000 Zuschauer, dann funktioniert das mit einer 400-Standseilbahn, bei 30000 Zuschauer brauchen wir dann eine 600-Standseilbahn.

Wir gehen davon aus, dass bei 18000 Zuschauern 10 % mit der Standseilbahn fahren, also 1800 Zuschauer. Diese 1800 Zuschauer werden erfahrungsgemäß innerhalb eines Zeitraums von ca. 60 Minuten nach dem Schlusspfiff abfahren, was bei einem 7,5-Minuten-Takt bedeutet, dass pro Fahrt etwa 225 Fußballfans mitfahren werden. In Hellabrunn werden etwa 100 Tierparkbesucher zusteigen, sodass danach die 400-Standseilbahn mit 325 Personen besetzt ist. Wir brauchen auch noch Platzreserven für Rollstühle, Kinderwagen sowie Rucksäcke.

Hat das Stadion eine Kapazität von 30000 Zuschauern, dann fahren innerhalb von 60 Minuten nach dem Schlusspfiff 3000 Fußballfans mit der Standseilbahn, bei einem 7,5-Minuten-Takt also 375 Personen. Am Tierpark steigen dann 100 Personen zu (unverändert, da die Zahl der Tierparkbesucher unabhängig von der Stadiongröße ist), sodass dann ab Hellabrunn 475 Personen im Zug sitzen. Da die Reserve nicht additiv sondern multiplikativ sein sollte und bei höheren Fahrgastzahlen die Fahrgäste sich tendenziell etwas schlechter verteilen, bräuchten wir dann tatsächlich eine 600-Standseilbahn.

Aber eine 600-Standseilbahn mit 16 m/s und 0,4 m/s^2 ist noch einmal eine ganz andere Hausnummer.

Natürlich wollen wir, dass die Leute vom Auto auf die Bahn umsteigen. Viele Fußballfans wollen auch deshalb mit der Bahn und nicht mit dem Auto fahren, damit sie nach dem Schlusspfiff noch eine Maß trinken können.

Aber in der Verkehrsplanung muss man dann das schon vorher so planen, damit nicht hinterher das totale Chaos auftritt.

Mit 16 m/s Geschwindigkeit und 0,4 m/s^2 Beschleunigung gehen wir bei der 400-Standseilbahn schon bis an die Grenze des Machbaren. Wir glauben aber, dass mit getrennten Ein- und Ausstiegsbahnsteigen, mit Bahnsteigtüren und hoffentlich vernünftigen Fahrgästen die Probleme gelöst werden können, weil dann haben nämlich alle etwas davon: Die Fußballfans, die Tierparkbesucher und natürlich auch die Anwohner, denn die Standseilbahn würde täglich von 5.00 Uhr - 1.30 Uhr fahren und nicht nur dann, wenn Fußball gespielt wird oder der Tierpark geöffnet hat.

Die Analyse hat ergeben, das von den Berufstätigen im Gewerbegebiet Obersendling/Siemenswerke 60 % mit dem Auto kommen, was im Modal Split ein katastrophal schlechter Wert ist. Ziel des Münchner Stadtrates ist es, dass nur 20 % aller Wege mit dem Auto zurückgelegt werden sollten. Von dem Ziel sind wir Lichtjahre entfernt.

Aber wir werden sehen, wie die weitere politische Diskussion im Münchner Stadtrat verlaufen wird. Ich hoffe sehr, dass im Stadtrat die notwendige politische Mehrheit für die Standseilbahn zustande kommen wird.

München hatte noch nie eine Standseilbahn. Eine Standseilbahn wäre in der Tat für München eine Premiere. Schaut man von München aus 1200 km nach Süden, also Neapel, dann stellt man fest, dass es in Neapel mehr Standseilbahnlinien im ÖV gibt als U-Bahnen. Alle 4 Standseilbahnen in Neapel sind optimal im Stadtverkehr als ÖV-Anlagen vernetzt.
 
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Also so wie 1860 spielt sollte man die SSB gleich für 30.000 auslegen.

Erst Steig ma auf, dann kaff ma an Brasilianer :lol: oder bauen in diesem Fall eine SSB
 
Lord-of-Ski schrieb:
Also so wie 1860 spielt sollte man die SSB gleich für 30.000 auslegen.

Erst Steig ma auf, dann kaff ma an Brasilianer :lol: oder bauen in diesem Fall eine SSB


30000 Fußballfans bedeuten dann aber, dass, da 10 % der Fußballfans mit der Standseilbahn fahren würden, nach dem Schlusspfiff 3000 fahren wollen.

Eines ist klar: Mehr als 16 m/s kann nicht gefahren werden. Der Mindestradius für 16 m/s beträgt 392 m; aktuell sind 400 m Mindestradius veranschlagt.

Eine Überhöhung des Gleises kann man aber nicht bei der Abtschen Weiche einbauen, sondern nur auf der freien Strecke und dann auch deutlich weniger als 150 mm. 16 m/s ist das Ende der Fahnenstange - dann ist Finito la Musica.

Bei der 3512 m langen Anlage mit dem Zwischenhalt Hellabrunn ist also keine größere Taktfrequenz als ein 7,5-Minuten-Takt möglich. Wenn um 15.30 Uhr angepfiffen wird, dann ist das Spiel mit Nachspielzeit meistens so 17.25 Uhr zu Ende, sodass die ersten um 17.30 Uhr an der Standseilbahn sind. Der Tierpark schließt im Winter um 17.00 Uhr und im Sommer um 18.00 Uhr, sodass dann an der Zwischenstation Hellabrunn die Tierparkbesucher, die nach Hause wollen und zur S-Bahn nach Siemenswerke wollen, auf die Fußballfans stoßen, die bereits in der Standseilbahn sind.

Man kann es drehen und wenden wie man will, bei einem 30000er Stadion reicht dann eben eine 400-Standseilbahn nicht mehr. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine 600-Standseilbahn gebaut wird. Entweder 1860 München spielt im Olympiastadion oder aber man muss mit einem Rahmenprogramm dafür sorgen, dass nicht nach dem Schlusspfiff alle 3000 gleichzeitig kommen.

165 Millionen € sind für eine 400-Standseilbahn noch in Ordnung. Aber ich glaube nicht, dass eine 600-SSB gebaut wird, denn man kann im Gegensatz zur U-Bahn nicht rangieren, d.h. man muss dann rund um die Uhr mit überdimensionierten 600er-Zügen fahren. Eine unterirdische Standseilbahn kostet nur ein Drittel einer U-Bahn. Eine Standseilbahn kann nicht für ein Drittel des Preises das leisten, was die U-Bahn kann. Die U-Bahn fährt 80 km/h, kann alle 2 Minuten mit Zügen fahren, die 1000 Personen fassen. Nicht umsonst kostet die U-Bahn vom Laimer Platz über Pasing nach Freiham 1,3 Milliarden €. Ja, bei den Verkehrsströmen muss die dort gebaut werden. Eine 3S-Bahn vom Laimer Platz über Pasing nach Freiham würde völlig zusammenbrechen.

Die Strecke ist 8,3 km lang und hat 7 Stationen. Die U-Bahn muss dort pro Stunde und Richtung bei einer Betriebsstörung der S-Bahn 20000 Personen befördern können. Die U-Bahn fährt die Strecke Laimer Platz - Pasing - Freiham inklusive aller Zwischenhalte in 11 Minuten. Da ist die 3S-Bahn gegen die U-Bahn völlig hilflos, denn die 3S-Bahn würde nicht 11 Minuten brauchen, sondern 30 Minuten. Nicht umsonst gibt die LH München für diese U-Bahn 1,3 Milliarden € aus. Baubeginn ist im Herbst 2021, Die erste Teilstrecke bis Pasing soll im Dezember 2028 eröffnet werden.

Was allenfalls denkbar wäre ist, wenn die U-Bahn in Freiham endet, dass man von Freiham nach Germering mit einer Seilbahn fährt, allerdings bin ich der Meinung, dass eine Seilbahn zwischen Germering und Freiham suboptimal wäre. Sinnvoller ist es am Endpunkt der U-Bahn in Freiham einen großen Busbahnhof hinzusetzen und im 5-Minuten-Takt mit Doppelgelenkbussen von Freiham nach Germering zu fahren und irgendwann dann einmal auch die U-Bahn nach Germering zu bauen.
 
1860 geht bestimmt nicht mehr in die Schüssel zum spielen.

Programm nach dem Spiel - wie stellst du dir das vor? Freibier für alle?

Dann hilft die SSB halt nichts, dann muss da was ordentlichea hin. 3S, Ubahn etc...
 
Ich verstehe an der ganzen Diskussion nicht, was eine Standseilbahn Siemenswerke - Hellabrunn - Grünwalder Stadion eigentlich überhaupt für einen Nutzen für Fußballfans haben soll (und für andere Leute auch nicht):

Der nächste U-Bahn-Zugang ist gerade mal 200 m vom Stadion entfernt. Die U 1 bindet Innenstadt und Hauptbahnhof in wenigen Minuten an.

In den Zoo (Hellabrunn) werden die Fans wohl kaum strömen wollen. Die U 3 dort bringt auch keinen Zusatznutzen gegenüber der U 1 (mit Ausnahme der paar Fahrgäste, die Richtung Fürstenried weiter wollen).

Bei Siemenswerke habe ich zwar einen S-Bahn-Anschluß, aber nur eine Linie mit Vollbetrieb (und eine weitere nur werktags) und außerdem den BOB. Für alle anderen Linien muß ich auch wieder in Richtung Stadt, um mit einem zweiten Umsteigen weiterzukommen. Da fahr ich doch lieber mit der U 1 zum Hauptbahnhof und muß nur einmal umsteigen. Allenfalls zum ZOB komme ich mit der S 7 direkter.
 
Merkur: https://www.merkur.de/lokales/muenc...g-stadt-prueft-neue-variante-zr-90120859.html
In München ist eine Seilbahn geplant. Nun wird geprüft, ob sie doppelt so lang sein wird wie bisher vorgesehen. Der verkehrliche Nutzen soll so am größten sein.

Die Studie wird sich um mindestens ein halbes Jahr verzögern.
Das Fahrgastaufkommen der [jetzt untersuchten] Seilbahn von der Fasanerie bis nach Unterföhring soll mehr als doppelt so hoch sein wie das auf dem ursprünglich vorgeschlagenen Kernstück zwischen Oberwiesenfeld und Studentenstadt.
Ausstehend sind noch die Ergebnisse des Systemvergleichs der Seilbahn mit den klassischen Verkehrssystemen Tram und Bus. Ebenfalls fehlt noch die bauliche Prüfung der Machbarkeit.
 
Ja mei, Experten am Werk. Sessellift auf den Müllberg Nordhang und ordentlich Maschinenschnee dazu wäre vermutlich sinnvoller und würde sich vielleicht sogar rechnen. Wurde aber glaube ich schonmal untersucht, und ist wohl auch politisch nicht tragfähig. Dabei gäbe es dort den Windstrom für Lift und Schneeerzeuger ja direkt dazu. :D
 
Kein wirklich überraschendes Endergebnis 🤷‍♂️
 
War eigentlich jedem der ein klein wenig Ahnung von München hat (und auch den meisten die die potentielle Trasse nichtmal kennen) von Anfang an klar ... schade um das Geld das man da rausgeschmissen hat
 
gfm49 schrieb:
Schon ein paar Tage alt: Das Projekt Frankfurter Ring ist wegen völliger Unwirtschaftlichkeit abgeblasen, dafür haben die Gutachter abgesahnt. Den noch debattierten Alternativen wird es nicht anders ergehen, da wollen nur die Gutachter einen neuen Auftrag.

Beerdigung dritter Klasse, die Leiche trägt die Kerze selbst.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-seilbahn-frankfurter-ring-verkehr-studie-stadtrat-1.5530459
Ich lach mich kaputt - das war von Anfang an jedem interessierten Laien klar. Nur unsere Schwachmaten aus Politik und Medien, glauben auch den dümmsten Werbeslogan.
 
Mt. Cervino schrieb:
Realisierbar wäre die Seilbahn demnach zwar schon. Doch die Kosten, so zeigt die Studie, wären mit 433 Millionen Euro überaus hoch, bei vergleichsweise geringem Nutzen.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-seilbahn-frankfurter-ring-verkehr-studie-stadtrat-1.5530459
Fast eine halbe Milliarde für eine Seilbahn??? Kein Wunder das sich das nicht rechnet.
Aber was haben die denn da kalkuliert? Eine Seilbahn die in einem U-Bahntunnel gebaut wird?

So wie ich das sehe und etwas missverständlich ausgedrückt ist geht es dabei um die "Gesamtvariante" Moosach - Unterföhring mit 11km Länge. Das wären dann rund 40 Millionen pro Kilometer und eigentlich für eine 3S halbwegs im Rahmen vor allem wenn man bedenkt, dass man (was viele Befürworter wohl lange übersehen haben) zumindest auf dem Frankfurter Ring mehrere Stützen mit Kurvenschuhen und kurvengängige Laufwerke bräuchte (anders sind bis zu 11° Ablenkung wohl kaum realisierbar)
 
Latesn schrieb:
So wie ich das sehe und etwas missverständlich ausgedrückt ist geht es dabei um die "Gesamtvariante" Moosach - Unterföhring mit 11km Länge.
Das steht eigentlich ziemlich eindeutig da:
"Die knapp elf Kilometer lange Strecke entlang des Frankfurter Rings zwischen den S-Bahnhöfen Fasanerie und Unterföhring wurde als Vorzugsvariante mit einem Potenzial von 23 000 Fahrgästen pro Tag vertieft analysiert."
 
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