Also ich teile die Auffassung, dass bei der aktuellen politischen Lage in Deutschland, das Wahlergebnis sehr ungeeignet ist, um effizient die enormen Probleme zu lösen. Vor diesem Hintergrund wären erneute Neuwahlen - beispielsweise weil sich keine regierungsfähige Mehrheit findet - in meinen Augen nicht das schlechteste. Und zwar nicht, weil das Ergebnis irgendeiner Parteil ann besser oder nicht gefällt, sondern weil es einfach für die Bürger des Landes auch nichts bringt, wenn jetzt mit Biegen und Brechen irgendeine Regierung zusammengeschustert wird, die in der ersten kleine Krise sofort zerbricht, und vor lauter Abweichlern nicht in der Lage ist, mal mutig und zeilgerichtet auch nur eine Reform anzugehen. Ich denke, uns erwarten dann eine Menge weitere halbgare Gesundheitsreformen.
Ich glaube auch nicht, dass Frau Merkel mit ihrer angeschlagenen Postition überhaupt in der Lage ist, eine große Koalition zu führen. Sie würd weder die Krtiker in den eigenen Reihen vernünftig hinter isch bekommen (die natürlich jetzt sehr gestärkt sind), noch wird sie es jemals schaffen, den linken Rand der SPD in einer Koalition einzubinden.
Irgendwie traue ich das demjenigen, der schon mehrfach bewiesen hat, dass er in der Lage ist, die nötige Mischung aus gekonnt machtvollem Auftreten und konstruktivem Vermittlungsinn, an den Tag zu legen, um tasächlich trotz Widerstand in den eigenen Reihen zu regieren.
Man muss sich mal von dem Wunschgedanken trennen, dass sich jetzt nach der Wahl alle Fraktionsmitglieder lieb haben und zusammen und tolles strahlendes und blühendes Deutschland aufbauen. Das Gegenteil ist der Fall. Das politische Machtvakuum, das den Stillstand bewirkt hat, hat sich vergrößert und verschärft! Realistisch betrachtet sind wir nicht in einer Situation, wo instablie halb-gare Regierungskoalitionen etwas bewegen könnten.
Insofern wäre eine erneute Neuwahl, die zu stabilen Mehrheiten führt - so das denn möglich ist - nicht das schlechteste, wenn auch politisch unschön (das Kind ist aber schon in den Brunnen gefallen, das kann man jetzt nicht mehr ändern). Andernfalls bliebe nur eine große Koalition, die aber unter einer Kanzlerin Merkel mit Sicherheit nicht sehr viel erreichen wird. Alle anderen (theorethisch) denkbaren Koalitionen, sei es die Ampel, Jamaica oder rot²grün - haben realitisch betrachtet politisch erst recht so wenig gemein, das man kaum erwarten kann, dass politisch sinnvolle Lösungen innerhalb akzeptabler Zeiten erreicht werden können.
Eines sei schlussendlich noch angemerkt: dieser Weg zu den Neuwahlen ist wie ich schon erwähnte, meines Erachtens verfassungrechtlich nicht unrpoblematisch gewesen (wobei ich micht da jetzt natürlich etwas aus dem Fenster lehne, weil das BVerfG vermuttlich von der Materie etwas mehr Ahnung hat als ich

). Jedenfalls hatten die Väter des Grundgesetzes noch ganz gur vor Augen, was passiert, wenn man in Krisensituationen vorgezogene Neuwahlen vernstaltet. Das konnte man sich zur Weimarer Zeit nämlich sehr gut anschauen. Überraschender Weise hat sich an dieser Logik irgendwie in den letzten 80 Jahren nicht viel verändert

!