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Bundestagswahl 2005

Wen würdest du wählen?!

  • SPD

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  • CDU/CSU

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  • B90/Grünen

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  • Sonstige

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  • werde wahrscheinlich gar nicht wählen

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  • bin mir immer noch nicht ganz im KLaren wen ich wählen soll

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    0
  • Umfrage geschlossen .
PB_300_Polar schrieb:
Natürlich meinte ich die Landtagswahlen - das kommt davon, wenn man die neueste Prgnose hört und einen Beitrag verfassen will.

Dies ist mir nur als "Noch-nicht wählender" aufgefallen.
Aber sonst gebe ich euch allen recht.

Die wahrlich tiefere Wahrheit Deines Beitrags liegt darin, dass die SPD gerade in den Bundesländern über 40 % erreicht hat, in denen sie zuvor abgewählt wurde (NRW, Schleswig-Holstein, Niedersachsen). Da waren wirklich einige Leutchen wankelmütig... :-)

Kirchhof war IMHO auch eine schlechte Idee, weil sich die Wähler momentan weniger für ein neues Steuersystem mit Flat-Tax und niedrigeren Sätzen interessieren, als für das Problem Wirtschaft und Arbeitslosigkeit.

Dadurch hat die CDU von den wunden Punkten der SPD eigenhändig abgelenkt. Selbst schuld... :-)

Björn
 
^^ @Neuwahlen: Bereits das Ansetzen der gestrigen vorgezogenen Wahl ist in meinen Augen verfassungsrechtlich fragwürdig.

Aber es kann doch nicht sein dass jetzt nochmal gewählt wird, nur weil das Ergebnis wieder nicht passt!!! :twisted:

Will man vielleicht noch 5mal wählen bis es passt? So verstehe ich die Demokratie nicht. Die Wähler haben gewählt und das ist's jetzt erst mal für ein paar Jahre. Heiliger Strohsack, jetzt sind verdammt nochmal die Politiker aufgerufen zuzusehen, wie sie mit der Situation klar kommen. Bei 5 Parteien müssen wir uns von dem simplen Gedanken einer 2er-Koalition mit gross+klein verabschieden. Und jetzt sollen die Politiker mal zeigen, dass sie auch nach vorne agieren können, wenn sie nicht ihre Wunsch-Koalition haben. In anderen Staaten gehts auch! Die sollen endlich mal Sachpolitik machen und keine Lager-Politik. Wenn das nicht klappt, wird mein Politik-Frust noch grösser.

Jedes Unternehmen würde den Bach runtergehen, wenn Entscheidungen so schwer durchsetzbar wären wie in der Politik. :twisted:
 
Die sollen endlich mal Sachpolitik machen und keine Lager-Politik.
*genausoseh*
Wesentliche Reformen auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesundheitspolitik haben die beiden großen Volksparteien in jüngster Zeit ohnehin schon gemeinsam auf den Weg gebracht
...blos wollen das einige Politiker nicht wahr haben. Da haben doch alle nur Angst es gibt nicht genug Posten. Blöd wenn man sich vorher schon in die Ministerien hineinredet.
"Das Fell des Bären wird erst verteilt wenn er erlegt ist"
 
trincerone schrieb:
Also ich teile die Auffassung, dass bei der aktuellen politischen Lage in Deutschland, das Wahlergebnis sehr ungeeignet ist, um effizient die enormen Probleme zu lösen. Vor diesem Hintergrund wären erneute Neuwahlen - beispielsweise weil sich keine regierungsfähige Mehrheit findet - in meinen Augen nicht das schlechteste. Und zwar nicht, weil das Ergebnis irgendeiner Parteil ann besser oder nicht gefällt, sondern weil es einfach für die Bürger des Landes auch nichts bringt, wenn jetzt mit Biegen und Brechen irgendeine Regierung zusammengeschustert wird, die in der ersten kleine Krise sofort zerbricht, und vor lauter Abweichlern nicht in der Lage ist, mal mutig und zeilgerichtet auch nur eine Reform anzugehen. Ich denke, uns erwarten dann eine Menge weitere halbgare Gesundheitsreformen.

Der Wähler hat aber nunmal gerade seinen Willen geäußert, ich sehe nicht wieso das Wahlergebnis bei einer Neuwahl in nächster Zeit dramatisch anders ausfallen sollte. Im Gegenteil ist m.E. eher damit zurechnen, dass durch eine erneute Wahl die vielzitierte Politikverdrossenheit weiter zunehmen würde und die Wahlbeteilung dramatisch abfallen würde. Man muss das Wahlergebnis auch wenn es nicht optimal jetzt hinnehmen und das beste daraus machen.

trincerone schrieb:
Eines sei schlussendlich noch angemerkt: dieser Weg zu den Neuwahlen ist wie ich schon erwähnte, meines Erachtens verfassungrechtlich nicht unrpoblematisch gewesen (wobei ich micht da jetzt natürlich etwas aus dem Fenster lehne, weil das BVerfG vermuttlich von der Materie etwas mehr Ahnung hat als ich ;) ). Jedenfalls hatten die Väter des Grundgesetzes noch ganz gur vor Augen, was passiert, wenn man in Krisensituationen vorgezogene Neuwahlen vernstaltet. Das konnte man sich zur Weimarer Zeit nämlich sehr gut anschauen. Überraschender Weise hat sich an dieser Logik irgendwie in den letzten 80 Jahren nicht viel verändert :idea: !

Und dann schlägst du oben vor doch am besten jetzt direkt noch einmal wählen zu lassen, das ist ja dann Weimar pur.
 
trincerone schrieb:
Also ich teile die Auffassung, dass bei der aktuellen politischen Lage in Deutschland, das Wahlergebnis sehr ungeeignet ist, um effizient die enormen Probleme zu lösen. Vor diesem Hintergrund wären erneute Neuwahlen - beispielsweise weil sich keine regierungsfähige Mehrheit findet - in meinen Augen nicht das schlechteste.

Nein, so kann man nach meiner Ansicht nicht argumentieren. Wir haben nun mal das Parteiensystem und können jetzt das Volk nicht so lange wählen lassen, bis am Ende das Ergebnis passt.
Alternativ müsste man eine Verfassungs- oder Wahlrechtsreform ansteuern. Damit könnte ich mich grundsätzlich sehr anfreunden, v.a. wenn man das gleich mit einer Neuordnung unseres föderalen Systems verbindet. Aber bei unserer momentanen Verfassungslage haben die Parteien die Pflicht, dass sie aus dem Wahlergebnis das Bestmögliche machen. Erst wenn all die Notanker unserer Verfassung (Kanzlerwahl ohne Fraktionszwang bzw. fraktionsübergreifend, Ausrufung durch den Präs. etc.) nicht mehr greifen, kann's wieder eine Neuwahl geben.

trincerone schrieb:
Alle anderen (theorethisch) denkbaren Koalitionen, sei es die Ampel, Jamaica oder rot²grün - haben realitisch betrachtet politisch erst recht so wenig gemein, das man kaum erwarten kann, dass politisch sinnvolle Lösungen innerhalb akzeptabler Zeiten erreicht werden können.

Deine Argumente sind mit Blick auf die Vergangenheit sicher richtig. Aber wie ich schon oben versucht habe zu erläutern, ist vielleicht gerade so eine "Zwangssituation" nützlich, um die alten Grabenkämpfe einzustellen und nach neuen programmatischen Gemeinsamkeiten zu suchen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie groß der Aufruhr war, als in Hessen die Grünen erstmals in Regierungsverantwortung kamen, und wie sehr auf der SPD, die ja damals noch sehr die Zechen verteidigt hat und alles andere als ökologisch war, rumgehackt wurde. Nach wenigen Jahren war Rot-Grün salonfähig... warum sollte es mit anderen Koalitionen nicht auch so gehen?

Stefan
 
tipe schrieb:
Im Übrigen muss man auch zugeben das die SPD zwar (wahrscheinlich) nicht mehr stärkste Fraktion im Bundestag stellen wird, denoch ist sie die stärkste im Bundestag vertrenene Partei, da sich die Unionsfraktion ja schließlich, wie sonst immer wieder betont wird, aus zwei Parteien zusammensetzt.
Sorry, aber daraus Ansprüche ableiten zu wollen ist Humbug. Ich hätte gestern auch lieber CDU gewählt, dummerweise war auf meinem Stimmzettel nur die CSU vetreten. Also hört doch bitte mit dem CDU-CSU-sind-ja-eigentlich-2-Parteien-Gefasel auf. Das sind sie erst, wenn ich auch hier im Stoiberland CDU wählen kann.

Sach' ich mal so ganz frei von der Niere weg.
 
Roberto schrieb:
tipe schrieb:
Im Übrigen muss man auch zugeben das die SPD zwar (wahrscheinlich) nicht mehr stärkste Fraktion im Bundestag stellen wird, denoch ist sie die stärkste im Bundestag vertrenene Partei, da sich die Unionsfraktion ja schließlich, wie sonst immer wieder betont wird, aus zwei Parteien zusammensetzt.
Sorry, aber daraus Ansprüche ableiten zu wollen ist Humbug. Ich hätte gestern auch lieber CDU gewählt, dummerweise war auf meinem Stimmzettel nur die CSU vetreten. Also hört doch bitte mit dem CDU-CSU-sind-ja-eigentlich-2-Parteien-Gefasel auf. Das sind sie erst, wenn ich auch hier im Stoiberland CDU wählen kann.

seh ich auch so. Wenn die CDU in BY antreten würde, ok. Da aber CDU und CSU disjunkt antreten, ist dieses Argument hinfällig...
 
Naja, aber CDU und CSU legen ja selber größten Wert darauf das sie 2 verschiedene Parteien sind auch wenn sie im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft bilden. Es gibt ja auch durchaus den einen oder anderen programmatischen Unterschied zwischen den beiden Parteien.
 
tipe schrieb:
Naja, aber CDU und CSU legen ja selber größten Wert darauf das sie 2 verschiedene Parteien sind auch wenn sie im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft bilden. Es gibt ja auch durchaus den einen oder anderen programmatischen Unterschied zwischen den beiden Parteien.

sicher, da gebe ich Dir recht. Nur gilt m.E. eben nicht der Umkehrschluss. Es geht doch darum, welche Optionen "wir Wähler" hatten. Und hier konnten eben nur CDU und CSU gemeinsam gewählt werden, weshalb es auch naheliegt, dass sie eine Fraktion bilden.
 
Also: erst brüllen alle nach Neuwahlen mit dem Argument, dass die aktuelle Regierung nicht regierungsfähig ist. Jetzt haben wir die gleiche Situation wie vorher, nur wesentlich verschärft: jetzt müssten doch alle erst recht nach Neuwahlen brüllen? Natürlich ist das Weimar pur, das wars aber vorher auch schon, deshalb halte ich diesen Weg auch für politisch sehr bedenklich. Ich versuche lediglich die enorme Inkonsequenz der Stimmung in der Bevölkerung darzustellen.

Desweiteren entsteht hier der Eindruck, als könnte man den Zeitpunkt von Wahlen beeinflussen (statements: man kann doch nicht einfach solange wählen bis das Ergebnis passt). Nein, natürlich kann man das nicht, aber genau das sage ich ja, immer Neuwahlen zu veranstalten, wenns politisch gerade nicht so gut läuft ist totaler Blödsinn und das wars auch schon gestern. Wahlen finden dann statt, wenn es das Grundgesetz vroschreibt und das ist i.A. alle 4 Jahre und nicht alle 3! Aber: wenn mal was bei ner Wahl schief geht, und keine Regierungsfähige Mehrheit dabei herauskommt, dann sieht das Grundgesetz Wege vor, dieses Problem in Angriff zu nehmen. Und davon rede ich. Was ist denn bitte, wenn die Union Schröder nicht wählt und die SPD Merkel nicht? Dann kann es nur eine Minderheitskanzlerin Merkel geben (und dann gute Nacht) oder es gibt erneut Neuwahlen. Aber nicht weil meine Wenigkeit das sagt, sondern weil das die im Grundgesetz vorgeschriebene Regelung ist. Ich sage es nochmal ganz deutlich: ich halte nichts von häufigen Wahlen, schon gar nicht von künstlich herbeigeführten, aber seid doch realitisch: was ist schlimmer (und nicht was ist besser!), was ist schlimmer: eine Minderheitsregierung oder eine erneute Wahl? Natürlich fördert das nicht die gerade die Politikbegeisterung, aber wie ich schon sagte: der Fehler war diese Wahl zuzulassen und damit ist das Kind jetzt in den Brunnen gefallen. Und es ist meines Erachtens weit weniger schlimm, eine Wahl zu wiederholen, als mitten in einer laufenden Legislaturperiode Neuwahlen anzuberaumen.

Außerdem gehts eben auch nicht um die Frage, ob irgendwem das Ergebnis gefällt oder eben nicht! Es geht darum festzustellen, ob man mit diesem Ergebnis regieren kann oder nicht! Und wenn es nicht geht, was machen wir dann: Neuwahlen oder 4 Jahre warten auf besseres wetter ohne zu regieren? Das hat nichts mit Wünschen und dergleichen zu tun, sondern schlichtweg mit Pragmatismus.

Zu der Frage, warum Neuwahlen andere Ergebnisse bringen sollten als diese Wahlen: Wenn wir alle so stur immer das gleiche wählen, warum hat dann NRW mit derart großer Mehrheit 3 Monate nach der Landtagswahl - die ja nun bekanntermaßen nicht gerade Rüttgers deshalb gewonnen hatte, weil es die bessere Landespoitik macht - warum hat NRW dann mit solcher Überzeugung SPD gewählt??? 8O

Es ist im übrigen kein Geheimnis, dass der Anteil der Unentschlossen selten bei einer Bundestagswahl so hoch war wie bei dieser. Desweiteren würden wir wohl kaum dieselben Kanzerkandidaten sehen.

Schlussendlich finde ich den Wunsch nach einem stärkeren Aufeinanderzugehen der Parteien nicht nachvollziebar in diesem Fall. Richtig ist, dass das Parteienhickhack kontraproduktiv und ineffizient ist. Demgegenüber ändert das nichts, dass es seinen Grund hat, warum verschiedene Parteien eben verschiedene ideologische Grundmauern besitzen, und dass die Annäherung der beiden großen Volksparteien aneinander den Weg freigemacht hat für die Linken (und auf Landtagsebene auch durchaus für die rechten).

Das ganze kann man sich übrigens auch sehr schön bei der Regierung Kiesinger anschauen, wenn man das möchte. Jedenfalls sehe ich nicht, wie Grüne, FDP und CDU eine Regierung zusammen bilden sollten, ohne dass sich die beiden kleinen Parteien völlig verkaufen. Das kann ja wohl irgendwo auch nicht der Sinn sein.
edit: tipes und cvs letztes Post gabs eben bei mir nocht nicht. Stimem da CVs Argumentation zu.
Weiter ist die CSU eine völlig eigentständige Partei, die beispielsweise auch aus eigener Kraft die 5% Hürde schaffen muss, genau wie jede andere Partei auch. Und zwar auf Bundesbene gerechnet (bei dieser Wahl lagen sie beispielsweise bei 8% und sind damit die schwächste im Bundestag vertretene Partei). Richtig ist aber auch, dass man daraus dennoch keine Argumentation in dem Sinne machen sollte, wer nun die Regierungsbildung durchführen darf - eben weil wie hier richtig geschrieben wurde, bei der CDU - CDU Fraktion eben immer nur eine der beiden Parteien antritt. (An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich liebend gern mit dir tauschen würde Roberto, v.a. allem bei der Erststimme.).

Schlussendlich sei angemerkt, dass diese sog. Gesundheitsreform, die da beide großen Parteien so schön auf den Weg gebracht haben, weder den Namen Reform verdient, noch irgendetwas ist, auf das man stoltz sein kann. Dieses bürokratische Mosntrum ist meines Erachtens mit das Schlimmste, was uns die letzte Legislaturperiode eingebracht hat. Wenn es also das ist, wo es hingeht, dann besten Dank!
 
Trinc, in drei von vier wesentlichen Punkten stimme ich Dir zu:

1) Dass die Wahl überhaupt ausgerufen wurde, fand ich nicht gerechtfertigt
2) Äquivalent: Eine Wiederholung dieser Wahl sollte nur unternommen werden, wenn im Bundestag sämtliche durch die Verfassung geregelten Verfahren negativ enden.
3) Die Inkonsequenz in der Stimmungslage in der Bevölkerung ist frappierend. Die Konsequezen daraus male ich jetzt mal lieber nicht an die Wand... sie sprechen aber dafür, lieber nicht zu oft von der 4jährigen Regierungsamtszeit abzuweichen.

Anderer Meinung bin ich bei der Frage nach programmatischer Übereinstimmung der "Jamaika-Bande". Sicher, einige Kröten wären zu schlucken, aber wäre das bei einer großen Koalition nicht genauso? Schwierig ist's in der Türkei-Frage und beim Atomausstieg, aber hier ließen sich m.E. gemeinsame Wege finden, ohne dass sich einer "verkaufen" muss.
Der Hauptknackpunkt ist doch der von der Union (v.a. CDU) angestrebte Systemwechsel in den Sozialsystemen. Und sowohl SPD als auch Grüne wollten den bisher nicht, wobei mir die Grünen - v.a. nach den Äußerungen am Wahlabend - wesentlich beweglicher und weniger verbort vorkamen als die SPD.
Ich möchte nochmal betonen, dass ich gegenüber der SPD keinen Generalverdacht hege, aber die gestrigen Äußerungen der beiden Spitzenköpfe machen auf mich den Eindruck, dass ihnen vor lauter Machtspielen die missliches Situation nach dieser Wahl noch nicht vor Augen getreten ist.
 
Ich gebe im übrigen zu, dass eine schwarz-grüne Koalition mir ideologisch gar nicht so fern liegt. Ich sehe übrigens die Schwierigkeiten eher zwischen der FDP und den Grünen. Ansonsten gut, lassen wir uns überraschen. Wenn Du recht behalten solltest, wäre es angesciht der aktuellen Lage sicher auch nicht das verkehrteste. Ich fürchte nur, dass wird schon personell schwierig. Aber wer weiß, was noch passiert.
 
manchmal kann man's nicht glauben... wollte soeben auch schreiben: Ich oute mich hiermit als Schwarz-Grüner...
 
trincerone schrieb:
Außerdem gehts eben auch nicht um die Frage, ob irgendwem das Ergebnis gefällt oder eben nicht! Es geht darum festzustellen, ob man mit diesem Ergebnis regieren kann oder nicht! Und wenn es nicht geht, was machen wir dann: Neuwahlen oder 4 Jahre warten auf besseres wetter ohne zu regieren? Das hat nichts mit Wünschen und dergleichen zu tun, sondern schlichtweg mit Pragmatismus.

Meine Rede, wenn man doch ehrlich ist, ist die Situation jetzt noch angespannter und unbeweglicher als vor der Wahl. Das ist ein Ausnahmezustand in der BRD. Sowas hat es hier noch nie gegeben. Um Probleme zu lösen bringt es jetzt nichts auf den Prinzipien rumzureiten à la "Die Parteien müssen sich jetzt irgendwie zusammenraufen ums regieren willen, auch wenn das 4 Jahre Stillstand bedeuten würde". Pragmatisch gesehen müssen in dieser schwierigen Lage für Deutschland klare Verhältnisse geschaffen werden. Die Politik muss berechenbar bleiben, sonst läuft doch hier alles aus dem Ruder. An alle Verfassungstreuen möchte ich nur los werden, dass immer das Wohle Deutschlands im Vordergrund stehen sollte und nicht auf Teufel komm raus das pochen auf Formalitäten oder Normen.

Eine schwarze Ampel würde ich, wie gesagt aber auch nicht unbedingt verteufeln. Bei Grundlagen der Steuer- oder Subventionspolitik gibt es sicherlich teils größere Schnittmengen als bei Rot-Grün (Man schaue sich die Positionen zu den Kohlesubventionen und generell der Subventionspolitik an). Das größer Problem dem beizustimmen, werden aber sicherlich die Grünen haben. Sie müssten sich dann wohl v.a. auch von der Basis den opportunismus vorwerfen lassen, den man der FDP lange nachgesagt hat. >> Was die FDP aber bei dieser Wahl klar wiederlegt hat. Ich glaube nicht, dass sie ihre Meinung zur herkömmlichen Ampel noch ändern werden. Falls doch, wäre das das letzte mal das ich FDP gewählt habe, aber das wird nicht eintreten. Nicht unter Westerwelle.
 
An alle Verfassungstreuen möchte ich nur los werden, dass immer das Wohle Deutschlands im Vordergrund stehen sollte und nicht auf Teufel komm raus das pochen auf Formalitäten oder Normen.

Das ist erstens ein Widerspruch und zweitens gewissermaßen unklug, das Grundgesetz als Formalität zu bezeichnen. :!: Die Leute, die das GG geschrieben haben, hatten so einiges mehr auf dem Kasten als viele der Leute, die heut in unserem Parlament arbeiten.
 
Das Grundgesetz wurde zum Wohle Deutschlands geschrieben und das GG zweifle ich ja auch überhaupt nicht an. Was ich sagen will ist, falls das GG verursachen sollte eine Koalition für 4 Jahre zu erzwingen die einfach nicht funktioniert, dann würde sich eben jenes genau zum Gegenteil entwickeln wofür es geschrieben ist. Also für Deutschland. Man müsste das Grundgesetz ja noch nichtmal aushebeln... Das war ja kein Angriff auf die Verfassung. Bestimmte Situationen erfordern bestimmte Aktionen. Und das kann kein Grundgesetz, auch wenn es von den klügsten Männern der Welt geschrieben ist, im vorhinein fest deffinieren.
 
McMaf schrieb:
Pragmatisch gesehen müssen in dieser schwierigen Lage für Deutschland klare Verhältnisse geschaffen werden.

tja, und das ist genau das Problem... der Wahlausgang spiegelt schon irgendwo den Willen des Volkes wider. Und der ist ein entschiedenes "Ich weiß nicht" (das betrifft natürlich nicht den einzelnen Bürger sondern das über alle Wähler gemittelte Meinungsbild). Die gewünschten "klaren Verhältnisse" lassen sich m.E. nicht so einfach "schaffen".
 
Bestimmte Situationen erfordern bestimmte Aktionen. Und das kann kein Grundgesetz, auch wenn es von den klügsten Männern der Welt geschrieben ist, im vorhinein fest deffinieren.

Tja, ich denke, damit muss man sich ein bisschen auseinandersetzen, um das zu verstehen. Fakt ist jedenfalls, dass eine Gesetzgebung genau dann funktioniert, wenn man sie einhält und nicht wenn man sie umgeht, wenn sie gerade mal weniger bequem ist. Desweiteren machst Du einen Gedankenfehler: wer sagt dir denn, dass gerade du die Situation richtig einschätzt, dass gerade jetzt eine Situation gegeben ist, wo man das Grundgesetz umgehen müsste? Wer sagt Dir denn, dass genau das nicht dazuführen würde, dass eine andere, noch unerträglichere Situation eintreten würde?? Das wäre dann nämlich wieder nicht zum Wohle Deutschlands und damit hätte sich die Katze eben in den Schwanz gebissen. Manchmal ist es eben sinnvoll, in einem System, dass nicht vorraussehen lässt, welche Eingangsvariablen welches Ergebnis am Ende erzielen, sich einfach generell an gewisse Regeln zu halten, die sich einfach bewährt haben.

Ansonsten stellt sich die Frage hier jagar nicht, weil - wie ich oben schon bemerkte - diese extrem klugen Männer, die das Grundgesetz geschrieben haben, natürlich auch diesen Fall bedacht haben. Erstens gibt es im Falle, dass keine regierungsfähie Mehrheit im Parlament zustandekommt, eben sehr wohl die Möglichkeit zu Neuwahlen und zweitens kann jede Regierung, die sich nicht in der Lage sieht zu regieren, zurücktreten, was dasselbe Ergebnis hat. Nur ist der Weg etwas steiniger, damit er nicht zu sehr als machpolitisches Kalkül infrage kommt. Eine sehr gelungene, weitsichtige und elegante Lösung wie ich finde.
 
trincerone schrieb:
Wer sagt Dir denn, dass genau das nicht dazuführen würde, dass eine andere, noch unerträglichere Situation eintreten würde?? Das wäre dann nämlich wieder nicht zum Wohle Deutschlands und damit hätte sich die Katze eben in den Schwanz gebissen.
Warum argumentierst du denn jetzt dagegen? Bei dem Zitat oben sagts du doch selber auch nichts anderes. Daher sagts u.a. auch du mir dass es so nicht weitergehen kann. Du musst doch jetzt nicht so tun als würde ich das Grundgesetz abschaffen wollen... ( :? )

denn du sagts genau wie ich es ja auch beschrieben habe...
trincerone schrieb:
Ansonsten stellt sich die Frage hier jagar nicht, weil - wie ich oben schon bemerkte - diese extrem klugen Männer, die das Grundgesetz geschrieben haben, natürlich auch diesen Fall bedacht haben. Erstens gibt es im Falle, dass keine regierungsfähie Mehrheit im Parlament zustandekommt, eben sehr wohl die Möglichkeit zu Neuwahlen und zweitens kann jede Regierung, die sich nicht in der Lage sieht zu regieren, zurücktreten, was dasselbe Ergebnis hat. Nur ist der Weg etwas steiniger, damit er nicht zu sehr als machpolitisches Kalkül infrage kommt. Eine sehr gelungene, weitsichtige und elegante Lösung wie ich finde.
... dass man das Grundgesetz für Neuwahlen garnicht umgehen muss, da sowas ja festgelegt ist. Die eigentliche Intention meiner Aussage kommt de facto eigentlich nur auf deine These welche ich oben zitiert habe heraus. Da kann ich dir doch nur Recht geben. Also wo ist hier der Dissenz?
 
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