Jan Tenner schrieb:Aerosole sind im Übrigen unter allen ernstzunehmenden Virologe überhaupt nicht umstritten als relevanter Übertragungsweg. Lediglich noch nicht geklärt ist, wie stark ausgeprägt dieser Übertragungsweg gegenüber Tröpfcheninfektion und Schmierinfektion ist.j-d-s schrieb:Eine "Infektiöse Wolke" die sich über viele Stunden irgendwo halten könnte ist Spekulation, siehe der Link dass Aerosole als relevanter Übertragungsweg bestenfalls umstritten sind.
Selbst Streek hat vor ein paar Tagen angegeben, dass es für ihn die größte Überraschung im Pandemie-Geschehen ist, welch große Bedeutung die Aerosol-Übertragung hat. Nachzulesen in seinem letzten großen Interview, dass so ziemlich in allen Leitmedium erschienen ist, zB auf Spiegel Online.
Das meine ich ja. Aber ich würde schon sagen, dass es einen erheblichen Unterschied macht, ob Aerosole für 10% oder 40% der Infektionen verantwortlich sind. Bei 10% würde ich das als "nicht relevant" bezeichnen, weil es eben nicht die Hauptquelle ist.
Pilatus schrieb:Bezüglich Masken kann mich nur immer wiederholen: Das Masken in irgend einer Form schädlich sein sollen ist nach heutigem Wissensstand an den Haaren herbeigezogen und ich als Intensivanwender kann das aus persönlicher Erfahrung ebenfalls nicht bestätigen.
Hingegen kann man berechtigterweise annehmen, das Masken gegen die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 was bringen. Und selbst wenn sie fast nix bringen würden, dann würde es sich es noch lohnen. Weil kein Schaden und ein bisschen Nutzen ist immer noch besser als gar nichts.
Das ist mir zu undifferenziert. "Masken bringen was" ist eine undifferenzierte Aussage und zusammen mit "Masken schaden nicht" könnte man dann auch kurzerhand sagen, Maske immer und überall tragen, auch zuhause, das ist ne prima Idee.
Vernünftig ist es, sich die Orte anzusehen wo überhaupt nennenswerte Infektionszahlen sind und zu akzeptieren, dass nur weil man "Masken als nicht im geringsten einschränkend" ansieht, das andere anders sehen könnten und sich eben doch eingeschränkt fühlen.
Pilatus schrieb:Also ich glaub die 15 Minuten wurden im Zusammenhang mit der Covid-Warnapp lanciert, oder? Hierbei geht es schlussendlich um Wahrscheinlichkeiten. Nach 15 Minuten Kontaktzeit schätzt man halt das Risiko als so gross ein, dass man die sich daraus ergebenden Konsequenzen (Quarantäne, Abstriche, etc.) als berechtigt ansieht. Man kann sich selbstverständlich auch schon bei kürzerem Kontakt anstecken, aber die Wahrscheinlichkeit ist halt kleiner. Wenn man die Zeit kurzer machen würde müssten deutlich mehr Leute in Quarantäne und gleichzeitig wäre der Anteil jener die erkrankt deutlich kleiner. Aber denken ist ja auch bei anderen Themen nicht j-d-s Stärke...
Nein, die 15 Minuten galten schon vorher, auch schon im März.
Aber klar, natürlich ist eine Infektion auch bei kürzerem Kontakt möglich. Aber das kann ja nicht das Kriterium sein, sondern es geht darum, wie oft sowas vorkommt, für wie viele Fälle das verantwortlich ist. Nachdem das die Grundlage sämtlichen Kontakt-Tracings ist, gehe ich da schon davon aus, dass die Zahl von Infektionen bei weniger als 15 Minuten Kontakt äußerst niedrig ist.
Absolute Sicherheit gibt es nicht und jetzt herzugehen und zu sagen, wenn an dir ein infizierter für 10 Sekunden vorbei läuft ist die Infektionswahrscheinlichkeit 1:100.000 dann glaube ich kaum dass es Verhältnismäßig ist, da irgendeine Einschränkung zu machen um diese Wahrscheinlichkeit zu reduzieren.

