@Jan Tenner:
Auch wenn ich an sich gerne diskutiere, habe ich befürchtet, dass du so saublöde Fragen stellen musst
Zum Thema "Alles":
Ich habe schon das Gefühl, dass man aktuell alle Probleme auf Corona schiebt, egal ob das zutreffend ist.
Wir (damit meine ich jetzt Deutschland) hatten ja auch schon vor Corona gravierende Probleme mit der Wirtschaft, der Bildung, dem Kluft zwischen Arm und Reich, etc.
Von den globalen Problemen wie Klimakrise, etc. mal ganz abgesehen.
Jedes Problem einzeln hat hier langfristig schon viel umfangreichere Folgen, als Corona.
Das aber "nur" zu den großen Problemen.
Wenn du in einem Verein oder anderweitig ehrenamtlich aktiv bist, kannst du sicher bestätigen, dass irgendwelche - teilweise auch hanebüchenen - Corona-Konzepte erarbeitet und umgesetzt werden müssen. Der eigentliche Zweck der Aktivität steht da dann oftmals im Hintergrund.
Wir verlieren aktuell das Wesentliche aus dem Sinn, denn jedes - und damit meine ich quasi wirklich jedes Thema - dreht sich auch immer zum Teil um Corona.
Zum Thema "Panik":
Die Reisewarnungen und (teilweise) Quarantäneregelungen sind doch bereits eine direkte Ausdrucksweise dieser Panik. Maksenpflicht im Freien genau so.
Maßnahmen, die keinen Nutzen haben, aber gemacht werden, nur damit was gemacht ist, kann man durchaus als Panik-Maßnahme ansehen.
- Reisewarnungen nur auf das 50er-Kriterium aufzubauen ist hanebüchen
- Quarantäneregelungen für Menschen, die nicht ansteckend sind, sind Freiheitsberabung
- Maskenpflicht im Freien ist ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte (wenn auch zugegebenermaßen nur ein sehr geringer).
Weitere "Panikmaßnahmen" wie das Vermeiden von Schmierinfektionen, obwohl diese ja offensichtlich keinen relevanten Übertragungsweg darstellen, etc. sprechen auch Bände.
Das generelle Verbot mancher Veranstaltungen ist auch genauso unbegründet, wie manch andere Maßnahmen. Hier bangt eine ganze Branche um ihre Existenz, aber Hauptsache Fußballfans dürfen ins Stadion.
Und natürlich ist die 50er-Regel ein Ausdruck der Panik. Es braucht sicherlich irgendwelche Grenzen und es wird immer Diskussionen geben, wenn man knapp drüber ist. Als einzig entscheidendes Kriterium ist diese Regel aber völlig fehl am Platz, oder wie erklärst du, dass selbst in den Hotspots Spaniens und Frankreich bislang (glücklicherweise) keine Horrorbilder völlig überfüllter Kliniken um die Welt gehen?
Ein Kriterium hat halt einfach nicht genügend Aussagekraft.
Bestes Beispiel für Panikmaßnahmen ist eigentlich der Söder. Kaum steigen die Zahlen, kommt er daher und muss mit Law&Order drüber bügeln, egal ob die einzelne Maßnahme jetzt sinnvoll ist oder nicht.
Zumindest ist der Söder in solchen Fällen immer für einen Spruch gut, der es auf die Titelseiten schafft.
In den seriösen Medien wurden die Panikmeldungen in der Tat erfreulicherweise weniger. Liest man mal aber die großen kostenlosen Online-Medien, wie den Merkur, dann müsste man meinen, es würden täglich Millionen alleine in Deutschland sterben.
Außerdem werden in den Medien tragische Einzelfälle hochgepusht, die aber statistisch absolut unwahrscheinlich sind. Das vermittelt ein Gefährdungsbild, das so gar nicht existiert.
Natürlich sind das keine seriösen Medien, ein Großteil der Bundesbürger konsumiert diese aber.
Es ist schön, dass du - übrigens genau so wie ich - dein Leben immer noch lebenswert findest. Ich kenne aber mittlerweile viele Menschen, die wirklich Angst vor Corona haben und deshalb sich unverhältnismäßig arg einschränken, kaum mehr rausgehen, kaum ein Risiko eingehen, etc.
Das meine ich damit, dass einige ohne Grund ihr Leben "indirekt" aufgeben.
Zu Krankenhäusern:
Ich würde den Angestellten dort, wie z.B. meiner Mutter, dort lieber mehr bezahlen, als ihnen zuzuklatschen. Aber das geht ja nicht, es ist ja Corona... (siehe aktuelle Verdi-Verhandlungen)
Es ist aber auch keine Lösung, wie z.B. im März und April die Krankenhäuser verwaisen zu lassen, sodass die realistischerweise in Kurzarbeit hätten müssen (auch so bei meiner Mutter geschehen).
Wo ist jetzt das Problem, wenn wir die Krankenhäuser auslasten? Auslasten, nicht überlasten!
Zu Drosten und Lauterbach:
Wo bezweifle ich, dass Drosten und Lauterbach nicht gut in ihrem Fach wären?
Die Arbeit der Beiden ist sicherlich sehr fundiert. Bei der Corona-Krise müssen wir aber über das Fachgebiet der Beiden hinaus auch gesellschaftliche Belange beachten. Und da sind die Beiden in meinen Augen halt völlige Nieten. Sorry, dass ich das so hart sage, ist aber aus meiner Sicht so.
Abschließend noch etwas allgemeines:
Es tut mir Leid, dass ich sicher nicht immer auf deine Punkte eingegangen bin. Ich habe deiner Denkweise schlicht und ergreifend nicht folgen können. Es wäre dazu sicherlich hilfreich, wenn du neben deinen Fragen auch etwas mehr Input zu deiner Position liefern würdest. So sind deine Beiträge für mich halt hauptsächlich unfundiertes Bla-Bla. Sorry!
Insbesondere deine Ausführungen zur 50er-Grenze und warum diese Vorgehensweise pragmatisch ist waren für mich alles, aber nicht logisch oder nachvollziehbar.
Wir werden wohl keinen gemeinsamen Nenner finden, und das ist ja in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit auch völlig ok. Verstehen muss ich es aber dennoch nicht. Ein normales Weiterleben unter Beibehaltung der sinnvollen Grundmaßnahmen erscheint mir jetzt als keine sehr radikale Meinung...
Mal ganz blöd gefragt:
- Wie stellst du die die nähere und weitere Zukunft vor?
- Wie viele "Wellen" sollen wir noch mitmachen?
- Wann siehst du realistischerweise eine Verbesserung der Situation?
- Wie sieht deine gesellschaftliche Perspektive mit Corona aus?
- Wann bestimmt Corona nicht mehr das Handeln unser Oberen?
- Wie erklärst du einem Veranstaltungstechniker, Künstler, Club-Inhaber, etc., dass er quasi Berufsverbot hat, obwohl er vielleicht gute Konzepte vorlegt? (Berufsfreiheit)
- Wie erklärst du den zahlreichen kleinen Vereinen, dass sie durch den Wegfall ihrer Feste nur einen Bruchteil ihrer Einnahmen haben?
- Wie erklärst du Menschen, warum man nicht dort hin fahren darf, wo man will? (Reisefreiheit, Schengen, etc.)
- Wie erklärst du eigentlich die Richtigkeit der 50er-Grenze?