Was soll ich sagen
Gut gelaunt, ob dessen was gerade passiert bin ich nicht
Erstens laufen die Zahlen nicht nur der Infizierten, sondern auch derer, die in Krankenhäusern behandelt werden müssen, in eine gefährliche Richtung und zwar in einem Ausmaß, welches ich offen gestanden so nicht erwartet hätte. Dass diese Zahlen seitens der Politik zu Reaktionen führen mussten, ist aus meiner Sicht unvermeidlich.
Zweitens frage ich mich immer noch, ob das nicht vermeidbar gewesen wäre, wenn sich ein noch größerer Teil unserer Bevölkerung an die (aus meiner Sicht weitgehend "harmlosen") Maßnahmen wie Abstand halten, Kontakte nicht ausufern lassen, Maske tragen wo geboten etc., gehalten hätte. Offensichtlich waren es doch zu viele. Für mein gewiss nicht kleines Umfeld mit u.a. auch Vereinssport kann ich sagen; es hatte bisher funktioniert und es funktioniert immer noch; eine Infektion im weiteren Familienumfeld und eine Infektion im ganz weiten Bekanntenumfeld, die dann auch nicht mehr weitergetragen wurden. Ein paar Verdachtsfälle in Schule und Jugendfußball, aber durch die Hygienekonzepte auch immer weitgehend folgenlos. Essen gehen mit der Familie bei unseren Stammlokalen mit Abstand, Hygienekonzept etc. Alles kein Problem.
Habe ich da die vergangenen Monate in einer Blase gelebt

Irgendwie schon; zugetragen bekommt man die Infektionen, die existieren, ja schon bzw. die Fälle in der Schule, die es gab, wirkten sich teilweise beim Fußball aus.
Zeigt mir aber; es hätte funktionieren können
Was die jetzt beschlossenen Maßnahmen angeht:
Ich bin an der einen oder anderen Stelle in der Tat zwiegespalten
Das Reduzierung von Kontakten das Maß der Dinge ist sehe ich auch so und kann mit den Grenzen leben (in unserem und vielen Kreisen galten die Beschränkungen sowieso schon seit letzter Woche).
Den Amateursport und dort vor allem den Kinder- und Jugendsport wieder komplett lahmzulegen

Ich denke mit den bestehenden Hygieneplänen könnte man zumindest den Trainingsbetrieb halbwegs geordnet aufrechterhalten, was für Kinder und Jugendliche eine wichtige Alternative zu ggf. unkontrollierten Treffen wäre. Mit Einstellung nur des Spielbetriebs hätte man schon eine deutliche Verringerung der überlokalen Kontakte erreicht. 20 Kinder auf dem Sportplatz im Freien gehen nicht, aber 30 im Klassenraum (oft ja die selben Kinder am Ort)
Das leuchtet mir nur begrenzt ein.
Ähnlich mit der Gastro; in einer Lokalität, die das Hygienekonzept lebt mit meiner Familie Essen zu gehen, sehe ich nicht als problematisch an. Auch hier wird ggf. ein Ventil komplett verschlossen, welches zur Abwanderung in den privaten Raum führt.
Ich gebe zu, das beides natürlich auch Punkte sind, die mir persönlich weh tun, aber meine Einschätzung basiert nicht alleine auf dieser Tatsache
Kino, Theater (evtl. auch Zoo etc.) sehe ich ähnlich; ja, es sind Angebote, die dazu führen könnten, dass man mehr Kontakte hat, als momentan geboten, aber meiner laienhaften Einschätzung nach bei Einhaltung der Konzepte nicht in einem Ausmaß, welches die Lage negativ befeuert.
Wie werde ich selber agieren
Von heute bis Sonntag werden wir unsere Stammlokale jeweils noch mit der Familie in der in den letzten Monaten gewohnten verantwortungsvollen Weise beehren und ich werde mich um ausreichend Umsatz dort bemühen.
Danach werde ich (an manchen Stellen zähneknirschend) umsetzen, was gefordert ist und die Lieferdienste nutzen, um die Einnahmeausfälle der Gastro in Grenzen zu halten und darauf hoffen, dass schon vor Ablauf von 10-14 Tagen erste Auswirkungen auf die Zahlen zu sehen sind, da vielleicht auch wieder (wie im Frühjahr) den Maßnahmen selbst ein Effekt auf die Bevölkerung vorangeht.
Ansonsten drücke ich auch allen Ländern, in denen es noch schlechter aussieht, die Daumen.
p.s. Nie den zeitlichen Versatz vergessen; im BGL kamen die Maßnahmen nahezu aus dem Nichts, daher ist mit positiven Auswirkungen auf die Inzidenz frühestens ab dem Wochenende zu rechen
