Oliver, ich meine zu beobachten, dass sich Politiker (und viele andere) nicht wirklich damit befasst haben. Der von Priesemann gefundene Metastabile Zustand wird nicht verstanden, vermutlich ist das nicht mal bekannt.
Viele meinen instinktiv und posaunen es aus dem Bauch heraus, dass tiefe Inzidenzen immer drakonisch harte Maßnahmen bedeuten. Das Gegenteil ist der Fall, wenn wir damit das HALTEN der Inzidenzen meinen.
Es ist wesentlich einfacher, eine Inzidenz vom 10 auf 10 zu halten, als eine von 100 auf 100. Viele denken die 100 ist lockerer - nein, denn es gibt ja viel mehr potentielle Brandherde, vom der unmöglichen Nachverfolgung reden wir nicht!
Man muss für das erreichen der 10 natürlich einmal was tun.
Gestern bei Illner erwiderte die ehemalige Familienministerin (CDU) auf die vorher vortragende Wissenschaftlerin:
https://youtu.be/taBP8hYp45E?t=11m15s
(An der Stelle beginnt die Antwort, wenn ihr das davor hören wollt, vorspulen. Es wird im Prinzip ein zu Brinkmann ähnliches Konzept angemahnt)
Sie hat sich Null damit befasst, die Vorzüge nicht verstanden und kanzelt es ab, wie es auch hier passiert.
Es überfordert, vielleicht sind die Menschen auch zu müde, sich noch auf irgendwas neues einzulassen. Es wird gedacht, dass die Impfung jetzt da ist, und der Spuk vorbei, mann muss irgendwie noch hinwursteln. Wenn man Land sieht, kann man halt immer noch ertrinken, das wird vergessen.
Es frustet mich etwas, denn es ist das erste echte Konzept.
Die Einteilung in grüne und rote Zonen und wie man sich die Organisation vorstellt, erscheint mir entweder nicht ganz durchdacht, oder es ist bei mir nicht angekommen. Das kann ich mir real schwer vorstellen, wie schon geschrieben.
Notfalls könnte man aber einfach erstmal flächendeckend starten ohne Zonen.
Hohe Fallzahlen kosten jeden Tag Tote.
Sehr spannend, sehr vielversprechend - politisch leider chancenlos.