Guten Morgen allseits
Kaldini hat hier die Handbremse im Richtigen Moment gezogen, uns die Möglichkeit zum Innehalten gegeben. Es hat sich im Laufe der Tage in diesem Corona Thread eine Spirale in Gang gesetzt, die einige beunruhigende Verhaltenselemente offenbarte. Diese Wochen werden wohl auch für Verhaltensforscher sehr spannend werden.
Es scheint sich zu zeigen, dass es uns schwer fällt in diesen einmaligen Zeiten der "un-sichtbaren" und damit "un-einschätzbaren" Gefahren sinnvoll mit unseren Gedanken umzugehen. Unsere Sinnes-Eindrücke können nicht wie gewohnt Informationen liefern, die dann rational verarbeitet zu sinnvollem Handeln führen.
Es geht ja jetzt nicht um Verriegelungsmechanismus vom Sicherheitsbügel am Sesselliften, sondern um ganz grundlegende Bereiche des menschlichen Lebens. Und genau in hier haben wir keine Möglichkeit, dass eigenmächtig begreifen zu können. Der Sicherheitsbügel im Falle von Corona ist nicht Be-greifbar, nicht erfassbar für das Individuum. Sicherheitsabstand? Desinfektion? Quarantäne? Versammlungsverbote?
Insbesondere jene Zeitgenossen, die diese kognitive Komplexität in sich selber hinein-fressen, vielleicht weil sie viel Zeit mit sich alleine verbringen, oder in der nicht abreißenden Informationsflut unbemerkt geistig untergehen, die mögen besonders auf sich aufpassen, das ist mein Appell.
Also sich bewusst werden lassen, was da im eigenen Kopf abläuft. Im Forum hat sich in den letzten Runden einiges davon gespiegelt...
Die wahrliche Gefahr hier ist ja nicht der Opponent, der im Forum eine andere Ansicht ausrollt und vehement Runde für Runde wiederholt, sondern die wahrliche Gefahr ist der eigene Kopf, der sich in den Sturzflug in die unbemerkte Finsternis begibt. Es scheint als ob "die anderen" einen zur Verzweiflung bringen würden. Nein, im eigenen Kopf spielt die Musik.
Vor 80 Jahren wurden junge Leute in den neuen Krieg geschickt, und sie haben gejubelt. Heute lädt man sie ein doch bitte möglichst Zuhause zu bleiben - und das stellt offenbar ein psychisches Problem dar?
Das soll doch nicht sein, wir haben derart viele Möglichkeiten - sei es das Internet sinnvoll zu nutzen, endlich Dinge anzupacken die wir ewig weg-prorkastiniert (da bin ich Weltmeister) haben, einen Spaziergang zu machen.... und vor allem das Schöne und Gute zu entdecken. Sich bewusst(!!) zu werden wie gut es und geht, und trotz allem Bias den Tag mit positiven Lebenslinien zu gestalten.
Einen bewusst(!) schönen Tag allen!
Kris