Da ja so gerne argumentiert wird mit „ so viele sterben nicht an Corona“:
Darum geht es gar nicht. Man rechnet nicht damit, dass in Deutschland plötzlich die Letalität ansteigt. Niemand behauptet, dass wir auch hier mit einer Rate 10% rechnen müssen. (Einer der Schwurbler - ich habe gerade vergessen welcher) behauptet, dass das behauptet wird. Kann das aber nicht belegen.)
Es geht bei den Maßnahmen nicht in erster Linie darum zu verhindern, dass Menschen an Corona sterben. Das wird man nicht verhindern können.
Darum ist auch nicht entscheidend, wie hoch die Sterberate ist.
Es geht darum, einen Kollaps des Gesundheitssystems zu vermeiden. Wie hoch der Anteil an Patieten ist, die beatmet werden müssen, kann man durchaus aus den bisherigen Daten abschätzen. Wieviele Kapazitäten man dafür hat ist auch bekannt.
Und dass man mit 2000 freien Beatmungsbetten nicht 4000 Menschen beatmen kann sollten sogar die Widdis dieser verstehen.
(Die Beobachtung des Imtensivregisters kann in den nächsten Tagen auch Ausfschluss über den Verlauf geben.)
Also, man weiß, dass ein bestimmter Anteil der Infizierten schwer an Covid erkrankt. Was man jetzt NICHT weiß ist aber, wie viele Infizierte es wirklich gibt. Aber die Zahlen, die man da jetzt hat sind ja nur nach oben offen. Es können- und werden auch - mehr sein. Es sind aber auf keinen Fall weniger. Wenn die Zahl höher ist, ist halt der relative Anteil an Schwerkraken geringer. Da geht es aber um die absouten Zahlen. Wenn 2000 Intensivbetten gebraucht werden, werden nunmal 2000 gebraucht. Egal wieviel Prozent von was das ist.
Wäre der Anstieg so weiter verlaufen wie vom 10. bis 20. März, dann hätten wir jetzt etwa 700000 Fälle und über bekannte 300000 Neuerkrankungen pro Tag. (Theoretisch, bei den Zahlen käme man ja schon mit dem Testen nicht hinterher.) Wenn auch nur 1% davon ein Intensivbett bräuchten, würde es nicht reichen. Es gibt keine 3000 freien Intensivbetten pro Tag. Und dann sterben nicht nur Menschen „mit Corona“. Sondern auch ohne Corona. Menschen, die bei medizinischer Versorgung nicht sterben würden. An einem Herzinfarkt. Oder an einer Blinddarmentzündung.
Die Kapazitäten sind in Deutschland besser als z.B. in Italien. Aber nunmal auch nicht unbegrenzt.
Man geht davon aus, dass es ab 20000 Neuerkrankungen pro Tag knapp wird. (Und das wird nunmal nicht dadurch besser, dass es dann statt der 20000 in Wirklichkeit 100000 sind.)
Um da nicht anzukommen, gibt es die Maßnahmen. Außerdem erreicht man so auch eine zeitliche Verzögerung die man nutzen kann, um die Kapazitäten zu erhöhen.
Darum ging es von Anfang an. Mir ist nicht klar, warum so viele das nicht verstehen können- oder wollen.