Fab schrieb:
Eine schlechte Nachricht kommt aus Israel. Isr. ist ja auch sehr gut durch die Krise gekommen.
Von der Einwohnerzahl her Österreich vergleichbar, hat Isr. noch weniger Tote zu verzeichnen. Es wurden jetzt wieder viele wiedrgeöffnete Schulen geschlossen, da sich leider diese als Infektionshotspots erwiesen haben. Drosten lässt grüßen (hallo BILD - Entschuldigung fällig)
Aus Schweden und anderen Ländern welche früh wiedereröffnet haben, merkt man dagegen: Schulen sind keine Infektionshotspots. Das hatte vor ein paar Tagen ARD/ZDF berichtet.
Ich gehe ja sowieso davon aus, dass Personen, welche keine Symptome zeigen (wie eben die allermeisten Kinder) das Virus gar nicht weiterverbreiten können, außer in seltenen Ausnahmefällen. Damit meine ich nicht, dass diese Leute gar keine Viren verbreiten würden, aber einfach zu wenige, um damit jemanden anstecken zu können.
Marmotte schrieb:
Eine Studie des Imperial College London zeigt auf, dass allein durch die Interventions- und Lockdown-Massnahmen in 11 europäischen Ländern bis Anfang Mai etwa 3,1 Mio. Todesfälle verhindert werden konnten.
https://www.nature.com/articles/s41586-020-2405-7
Das ist doch reine Spekulation. Denn "was wäre wenn"-Annahmen sind nie wissenschaftlich, sondern Mutmaßungen. Und wenn man dann Vergleiche mit Ländern, wo die Maßnahmen viel weniger streng waren, wie Schweden, anstellt, sind dort auch keine derart hohen Zahlen dass man auf Basis dessen "3,1 Mio. verhinderte Todesfälle" annehmen könnte.
Hauptproblem ist immer, dass man solche Behauptungen auch als Rechtfertigung für alle Maßnahmen in ihrer jeweiligen Form nimmt. Aber woher wollen die wissen, dass man eine nennenswerte Zahl an Infektionen bspw. dadurch verhindert hat, dass es in Bayern ne Ausgangsbeschränkung gab (ein massiver Grundrechtseingriff)? In NRW, BaWü etc. gabs ja keine Ausgangsbeschränkung und trotzdem nicht höhere Zahlen oder schlechtere Entwicklung als in Bayern.
Das kann man übrigens für fast alle Maßnahmen analog sehen, außer denen, die erwiesenermaßen (d.h. es kam vor) Infektionshotspots sind: Alkoholveranstaltungen wie Discos, Bierzelte, Faschingssitzungen, sowie Gottesdienste mit Singen, ein paar andere Dinge.
Genau das sollte man jetzt unbedingt empirisch (und nicht spekulativ) erforschen: D.h. man befragt alle Menschen, die jemals mit Corona infiziert waren, nach ihren Aktivitäten im Zeitraum der Ansteckung. So kann man dann feststellen, welche Aktivitäten wirklich das Virus verbreitet haben und welche nicht.
Denn dass die Maßnahmen stark übers Ziel hinausgeschossen haben und viele gar nicht nötig waren, um die Infektionszahlen zu senken, ist völlig klar. Wie eben die Ausgangsbeschränkung und sicher auch viele Einzelhandelsschließungen (denn so weit bekannt hat sich niemand im Supermarkt angesteckt, obwohl die immer offen waren).