Jan Tenner schrieb:
Theo schrieb:
Jan Tenner schrieb:
Warum sollte der Plan nicht so aussehen können?
Weil es sein könnte dass nach 3 Jahren selbst du eingestehen müsstest dass der Plan ziemlich schlecht war, jedoch kein umkehren mehr möglich ist.
Was dann?
Wohin sollte man denn auch umkehren wollen? In drei Jahren wird sich die Situation auf jeden Fall weiterentwickelt haben. Irgendwo in Bereichen Impfstoff, Medikamente/Therapien bei Covid-19, Schnelltest, Nasensprayimpfung, spezifischeres Wissen um die Infektionsdynamik etc. wird es schon voran gehen. Natürlich ist es rein theoretisch auch möglich, dass in drei Jahren die Situation in allen diesen Bereichen dieselbe ist wie heute, aber davon auszugehen würde ich dann als Panikmache und Angsthaserei einstufen.
In jedem von diesen Bereichen kann es innerhalb von drei Jahren Game Changer geben, die die Situation deutlich entspannen und vereinfachen. Selbst solange das nicht passiert, gibt es punktuell stetigen Fortschritt, sofern man die jetzige Strategie beibehält, möglichst alles grundsätzlich ermöglichen und die Wirtschaft am Laufen zu halten, dabei aber gewisse Kerneinschränkungen wie das Maskentragen beizubehalten.
Prinzipiell geht die Taktik doch erst mal auf: Die Wirtschaft wächst wieder leicht, die Arbeitslosenzahlen gehen leicht zurück, die Zustimmung zu den Maßnahmen ist noch hoch. Wenn man jetzt die Infektionszahlen wieder etwas bremsen kann, ist die Gesamtsituation doch gar nicht so schlecht, dass man jetzt schon einen kompletten Strategiewechsel bräuchte?
Nur weil es bei uns nicht schlecht ist, ist es ja noch lange nicht gut.
Die Strategie von Containment ist meiner Erachtens zwar in der Theorie eine gute Vorgehensweise, es zeigt sich aber in der Praxis, dass diese Strategie nicht funktioniert, denn sie setzt voraus, dass die Entscheider auch dazu lernen und hier zeigen ja die aktuellen Diskussionen sehr schön, dass dies offensichtlich nicht der Fall ist. Kaum ist im Oktober völlig überraschend der Herbst über uns herein gebrochen steigen logischerweise überall in Europa die Ansteckungszahlen - übrigens völlig losgelöst von den Maßnahmen, die in der entsprechenden Region ergriffen worden sind. Dass jetzt die Politiker offensichtlich sinnfreie (Generelle Maskenpflicht im Freien) sowie unverhältnismäßge (innerdeutsche Beherberungsverbote, Ausweisung von Risikogebieten generell) Einschränkungen diskutieren zeigt doch super, dass die Politik nach wie vor wider aller Logik handelt. Hinzu kommt auch, dass trotz einer Vielzahl vorhandener Daten die maßgebenden, teilweise grundrechtseinschränkenden Maßnahmen, weiterhin nur auf Basis der Entwicklung eines einzigen Wertes getroffen werden, der als solches allein nicht aussagefähig ist.
Bei der jetzigen Strategie ist es natürlich normal, dass es immer wieder Wellen gibt. Das dürfte keine Überraschung sein und sollte auch keinem Sorgenfalten auf die Stirn treiben.
Da ich nicht damit rechne, dass bei der Politik und in Teilen auch bei den Meiden eine Weiterentwicklungskurve stattfindet, ist diese Strategie in meinen Augen gescheitert.
Wenn wir so weiter machen, leben wir dauerhaft unter Zuckerbrot und Peitsche. Vielleicht geht es uns nicht "schlecht", aber nur deshalb ist es ja noch lange nicht "gut".
Nachdem wir es versäumt haben, im Frühjahr durch einen am Besten weltweiten Lockdown das Virus auszurotten, bleibt in meinen Augen nur noch, bestmöglich "normal" weiter zu leben.
Das bedeutet, dass ALLES wieder ohne unsinnige Einschränkungen erlaubt sein muss, die Einschränkungen auf das nötige Mindestmaß zurückgefahren werden und auch nicht mit Einschränkungen gedroht wird, sollten die Zahlen mal wieder steigen.
Die Maßnahmen müssen allesamt auf den Prüfstand. Unsinnige Maßnahmen müssen dann konsequenterweise abgeschafft werden. Gleichzeitig spricht nichts dagegen, sinnvolle Maßnahmen aufrechtzuerhalten.
Gefühlmäßig würde ich sagen, dass Abstand und in Einzelfällen (also dort wo man länger Kontakt hat, ergo z.B. nicht im Supermarkt, etc.) Masken in Innenräumen und bessere Hygieneangebote übrig bleiben, während alle anderen Einschränkungen, vor allem im Freien, dauerhaft keine Daseinsberechtigung haben werden.
Edit: mit "dauerhaft" bei Zuckerbrot und Peitsche meine ich den Zeitraum bis zum Auftauchen eines Game Changers, der kommen kann, oder auch nicht
Edit2: Innerdeutsche Reiseverbote in innerdeutsche Beherbergungsverbote geändert