Pancho schrieb:
Es scheint teilweise wirklich so schlimm zu sein.
Nein, es ist oft noch schlimmer
Kleines Beispiel aus dem Oktober gefällig bzgl. Infektionsnachverfolgung, Quarantäneaufforderung und -Überwachung:
Eine Lehrerin aus meiner Verwandtschaft hat Anfang November eine Schreiben zur Aufforderung zur Quarantäne bekommen, nachdem sich (vermutlich) an der Arbeitsstätte (Schule) ein positiver Corona Test bei einem Kollegen oder Schüler ergeben hatte.
Der Beginn der Quarantänemaßnahme war auf Mitte Oktober datiert. Das Enddatum des zweiwöchigen Quarantänedatums (irgendwann Ende Oktober) lag bereits 1 Woche vor! dem Datum, an dem der Brief verfasst wurde. Vom Verfassen des Briefes (nach Ablauf der Quarantänezeit) bis zum Ankunft im Briefkasten per Post vergingen noch mal 9 Tage, so dass der Brief 2,5 Wochen nach Ablauf der Quarantänefrist eintraf.
In den Brief stand das übliche "Das Gesundheitsamt kontaktiert sie täglich... bitte führen sie ein Quarantänetagebuch" etc...).
Da aber das Gesundheitsamt nie angerufen hat, ist auch nicht aufgefallen, dass der Quarantänebrief nie angekommen ist... Aber auch die Anrufen wären gar nicht möglich/nötig gewesen, da bei der Aufforderung zur Quarantäne (Erstellung des Briefs) der Quarantänezeitraum ja bereits längst abgelaufen war, somit also gar keine Notwendigkeit mehr für das Gesundheitsamt bestand, täglich anzurufen.
Bei Gelegenheit werde ich den Brief mal fotografieren und hier reinstellen...
Dieses Beispiel, das aus Mitte Oktober stammt, als im betroffenen Landkreis noch eine Inzidenz von deutlich unter 50/100k Realität war, lässt mich stark zweifeln, dass die Gesundheitsämter mit den aktuellen EDV- und Personal Ausstattung auch zukünftig bei einer Inzidenz von unter 50/100k nicht in der Lage sein werden Infektionsketten wirksam nachzuvollziehen und zu unterbinden.