WackelPudding
Fichtelberg (1214,6m)
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Jan Tenner schrieb:Ich verstehe nicht, wie vehement du "belastbare" Datengrundlagen forderst, du dann aber deinen Standpunkt mit völlig beliebigen und unbelastbaren Behauptungen untermauern möchtest. Woher kommt deine Einschätzung bzw. Behauptung, dass sich keine andere Gefährdungslage für Bevölkerung durch den Ausbruch im Pflegeheim gibt? Dazu müsste man doch zumindest nachverfolgen, wie die Infektionen in das Pflegeheim getragen wurden? Wie ist sichergestellt, dass die Infektionen nicht auch wieder nach draußen getragen werden? Welche Aussagen über Quarantäne und Tests von Mitarbeitern und Besuchern gibt es dazu? Oder kurz gefragt: nach welchen Kriterien oder Metriken bestimmst du in deinem Beispiel die Gefährdungslage der Bevölkerung?WackelPudding schrieb:Beispiel:
Mein Heimatlandkreis in BW hat gut 100.000 Einwohner. Vor ein paar Tagen fiel die Inzidenz dort unter 50. Nun sind in einem Pflegeheim wieder rund 50 Infektionen aufgetreten. Die Inzidenz ist nun wieder sehr schnell auf ca. 80 gestiegen, ohne dass es für die Bevölkerung dort eine andere Gefährdungslage als zuvor gegeben hätte.
Da hätte ich dann gerne auch eine belastbare Datenlage.
Nun, wir gehen ja davon aus, dass das Virus ohnehin grundsätzlich auf einem Basisniveau zirkulkiert.
In diesem Pflegeheimfall wissen wir nun vielleicht nicht, wer genau das Virus eingeschleppt hat, aber wir wissen, dass es eingeschleppt wurde. Wir sind daher aber relativ gut in der Lage, das Pflegeheim zu isolieren und davon ausgehend weitergehende Infektionen zu unterbinden. Wenn wir das nicht täten, würden ja Angestellte und Besucher das Virus weiter verteilen. Da wir dann aber in der Lage sind, eine sinnvolle Isolation vorzunehmen gehe ich davon aus, dass von diesen Fällen eine relativ geringe Gefahr für weitere Personen ausgeht. Es sollte also möglich sein, die Infektionsketten hier zu unterbrechen.
Anders sieht es aus, wenn sich Infektionen häufen, ohne dass eine gemeinsame Zuordnung auf eine Einrichtung oder Aktivität möglich wäre. Für die Ämter ist es dann ungemein schwieriger, die Ketten zu unterbrechen, vor allem wenn man bedenkt, dass sehr viele Infektionen sehr mild verlaufen und Betroffene gar nicht auf die Idee kommen, zum Test zu gehen. In einem solchen Fall besteht die begründete Gefahr, dass sich das Virus unbemerkt weiterverbreitet.
Wenn sich Infektionen also in einem Cluster häufen, kann man zumindest von dort ausgehend viel leichter potentiell betroffene Personen testen und ggf. isolieren, als wenn man einen solchen Cluster nicht hat, da man ja gar nicht weiß, wer alles potentiell betroffen ist.
In diesem speziellen Pflegeheimfall kommt nun auch noch hinzu, dass die Pflegeheimbewohner grundsätzlich weniger unterwegs sind und die Besuchsmöglichkeiten nach wie vor eingeschränkt sind. Dies ist aber natürlich kein Kriterium, das auf alle Cluster zutrifft, denn es gibt ja auch Einrichtungen, bei denen die potentiell Betroffenen überdurchschnittlich viele Kontakte haben.
Für mich ist es also einleuchtend, dass es für die Gesamtheit der Bevölkerung desto besser ist, je mehr potentielle Kontakte ich eingrenzen kann. Dies ist bei Clustern in meinen Augen der Fall, weswegen ich Cluster im Normalfall als "ungefährlicher" ansehe, als eine wilde Verteilung.
Funktionieren kann diese Clustereinteilung aber natürlich nur, wenn man viele Tests durchführt, sodass man frühzeitig solche Cluster erkennt, egal ob es sich dabei um ein Pflegeheim, eine Firma, eine Schule, einen Verein oder was auch immer handelt.