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Der Bär ist TOT

Marius schrieb:
Auch wenn sich das jetzt hart anhört: Menschenschutz vor Naturschutz. Die bayerischen Alpen sind für so ein wildes Tier einfach zu dicht besiedelt und zu intensiv bewirtschaftet. Das Trara will ich hören, wenn das Biest (Experten: außer Rand und Band) irgendjemandem etwas zu Leide tut. Es ist nun mal ein Raubtier. Für die Jäger der Region wird ihr Job nun mal wieder etwas spannender...
Sehe ich auch so!
Habt ihr bei spiegel.online vor ein paar Monaten die Story gelesen, wie in Alaska ein Bär zwei Menschen (Bärenbeobachter) vor laufender Videokamera gefressen hat? Kein sonderlich appetitlicher Anblick wahrscheinlich...
Also alleine schon bei dem Gedanken, dass ein Bär einen Menschen frisst, bekomme ich eine Gänsehaut... :surprised:
 
Fressen wird er nen menschen bestimmt nicht mal sondern nur zerreißen so wie den meisten anderen Tieren die er gerissen hat! NUr das wäre auch schon schlimm genug!
Nur wundert es mich wirklich dass man nicht für ein betäubungsschuss ist und den Bären dann genauer untersucht und überwacht!
Schlisßlich gehen somit evt ein Paar wichtige Kenntnisse darüber verloren warum der Bär sich in so direkte Menschennähe begibt...
Wenn man ihn mit Sneder usw evrsehen würde könnte man aus dem Hinterhalt immer noch Eingreifen wenn er jemand in gefahr bringen sollte! Wobei man imme rnoch nicht zwingendermaßen davon ausgehen muss dass er auch Menschen angreift, weil er jetzt in dessen Nähe Tiere in einem Stall gerissen hat! Viel. hat der Bär auch auf irgend ner Alm die komplette Orientierung verloren weil der Obstler anstatt Wasser getrunken hat oder so :wink:
 
Hmm, sehr interessantes Thema. Ich verfolge die Story schon seit Tagen, jetzt gebe ich auch meinen Senf dazu. Eigentlich bin ich wegen der Entscheidung auch etwas überrascht: gerade in einem Land wo wichtige Projekte wegen 3 Bäumen oder 2 Fröschen verhindert werden und wo ich fast schon eine Bedienungsanleitung braucht, wenn ich Abfall wegwerfen will (in welchen Korb soll ich dies und das werfen ??? :twisted: ) wird der erste Bär der nach 170 Jahren den deutschen Boden betritt zum Abschuss freigegeben :( .

Ich mache jetzt mal einen Vergleich mit unserem Land: in Slowenien leben zwischen 400 (das behaupten die Umweltschützer) und 700 (Behauptung von Viehzüchtern) Bären. Die meisten finden sich zum Glück in den bewaldeten und sehr dünn besiedelten Regionen an der Grenze zu Kroatien und ausser das sie manchmal ein paar Schaafe reissen (für welche der Staat den Züchtern eine saftige Entschädigung zahlt), gibt es meistens keine grösseren Probleme. Ich glaube nach dem 2. WK gab es bei uns gerade 3 Todesfälle durch Bären. Das Problem sind die halbwüchsigen Männchen, die von dominanten Artsgenossen aus den Revieren vertrieben werden und sich eine neue Heimat suchen. Und das tun sie meistens ausserhalb des geeigneten 'Bären - Territoriums', weil dort ja jeder geeignete Wald soweiso schon seinen 'Herrscher' hat. Dann wandern sie durch das ganze Land, auch über dicht besiedelte und intensiv bewirtschftete Gebiete, überqueren Autobahnen, kommen bis nach Südkärnten oder ich östliche Friaul. Dabei kommen die unerfahrenen Tiere oft in Konflikt mit den Menschen, vor einigen Jahren wanderte so ein 'halbstarker' durch südliche Vororte von Ljubljana und als es einem Kindergarten zu nahe kam, wurde es von der Polizei erschossen. Auch damals hagelte es Proteste von Tierschützer(innen :wink: ), die das ganze Geschehen im Fernsehen mitverfolgen konnten, aber die Polizei hat es genau so argumentiert wie Marius:
Menschenschutz vor Naturschutz. (...) Das Trara will ich hören, wenn das Biest irgendjemandem etwas zu Leide tut.

Um die Zahl konstant zu halten, wird bei uns jedes Jahr eine festgelegte Zahl der Bären erschossen (ich glaube zwischen 50 und 70), meistens von reichen Italienern, die unseren Jagdverbänden - und dem Staat - für den Spass ein kleines Vermögen zahlen müssen. Aus diesem Geld werden u. a. auch die betroffenen Viehzüchter entschädigt. Jetzt wird es aber interessant: als vor 2 oder 3 Jahren die erlaubte Zahl der Abschüsse einmal etwas höher gesetzt wurde, hagelte es an Protesten: zuerst von den heimischen Umwelt/Tierschützern, dann bekamen sie Hilfe von WWF & co. und zuletzt kam sogar aus Brussel eine Verwarnung, etwa mit den Worten 'jetzt wo ihr knapp vor dem EU Beitritt seit, müsst ihr euch auf europäische Spielregen gewöhnen'. Ach, und für Deutschland gelten wohl andere Spielregeln :? ?!

Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende: die Abschussquote wurde wieder etwas gesenkt, und ein Plan ausgearbeitet, wonach einige der Tiere lebend gefangen und in andere Regionen Europas übersiedelt und dort (im Rahmen eines gesamteuropäischen Projektes) freigelassen werden sollten. Nun stellte sich bald heraus, das kaum ein 'entwickeltes und zivilisiertes und soo umweltbewusstes' europäisches Land unsere Bären haben will. Ich glaube zwei oder drei wurden im italienischen Trentino freigelassen und weitere fünf in den Pyrenäen, wo sie im Laufe von einem Jahr alle von französichen Wilderern bzw. Landwirten erschossen wurden :( . Punkt. Im den letzten Monaten startete erneut ein Projekt, nach dem 15 slowenische Bären in den französichen Pyrenäen freigesetzt werden sollten. Als der erste Petz dort eintraf, blockierten etwa 500 Bauern die Strassen, um gegen die geplante Freilassung zu protestieren. Die anderen Tiere werden nun in 'Nacht - und - Nebel' Aktionen in die Berge transportiert und freigelassen. Kürzlich wurden dort Behälter gefunden, wo Mais, Honig und gebrochens Glas vermischt waren, eine sehr grausame Methode um die Tiere loszuwerden, aber aus der Sicht der Betroffenen irgendwie auch verständlich.

Fazit 1: gutes Beispiel, was passieren kann, wenn die Politik über die Köpfe der betroffenen Menschen hinweg entscheidet. Die Ministerin wollte offenbar in Brussel stolz erzählen wie erfolgreich das Bären - Übersiedelungsprojekt war, die paar Hundert Bauern dort interessieren eh keinen (das sind ja nur 0,0001% der Wählerstimmen :evil: ).

Fazit 2: solange man nicht direkt betroffen ist, ist es sehr leicht Tierschützer zu sein. Westeuropa ist ganz empört wenn Bauer in Kenia Elefanten (die gerade ihre bescheidene Ernte niedertrampeln) erschiessen oder Farmer in Namibien die soo süssen Geparde (die gerade ihre Schafe reissen) abknallen. Und auch Slowenien sollte nicht zu viele der niedlichen braunen Tierchen erschiessen ... am besten gar keinen. Aber ein Bär in Bayern (oder eben in den Pyrenäen): neein, auf keinen Fall, sofort abknallen :!:

Nachtrag: fairerweise muss ich zugeben, das ich für den 'Abschussbefehl' in Bayern mehr Verständniss habe als für die französiche Hysterie: die bayerischen Alpen sind wirklich sehr dicht besiedelt und intensiv bewirtschaftet, was man von den Pyrenäen nicht gerade behaupten kann :wink: .
 
@ Miki: vergleiche mal bitte.
Zum Zeitpunkt, als der Bär noch ein paar Schafe gerissen hat sagte noch keiner: "Der Bär muss weg"

Es geht nun darum, dass das Tier entgegen seiner eigentlichen Natur. umherstreift und keine Scheu mehr hat und angriffslustig ist, was die Schafe erklärt die nur gerissen aber nicht zur Nahrung dienten.

In Italien werden mit viel Aufwand die Bären "belehrt" also meist mit Gummigeschossen vertrieben wenn sie sich zu nahe an die Zivilisation heranwagen. Problemtiere werden auch dort abgeschossen, weil ein Menschenleben einfach mehr als das eines Bären zählt.
 
Hmm. Schade für den Bären. Aber mittlerweile denke auch ich, dass er leider etwas entartet ist, und somit eine Gefahr darstellt.

Da wird demnächst wohl ein wahrer Jagdtourismus an die Grenze stattfinden. Mal schauen wieviele "vermeindliche Bären" getroffen werden.

Das Verhältnis wird auf jeden Fall interessant:

Bären : Jäger : Kleingetier : Wanderer :Kühe
 
"Unkalkulierbares Risiko"


Dem Braunbären, der in den vergangenen Tagen Österreich und Deutschland in Atem gehalten hat, soll es nun an den Kragen gehen: Nach Bayern soll er nun auch in Tirol zum Abschuss freigegeben werden. In nur wenigen Tagen hatte er rund ein Dutzend Schafe gerissen. Er sei zum "unkalkulierbaren Risiko" geworden, so die verantwortlichen Stellen. Doch auch der Protest gegen den Abschuss wird größer: Tierschützer finden den Beschluss empörend.
von orf.at
 
Tirol machts den Bayern gleich:

Freigabe zum Abschuss in Tirol

Sollte der Braunbär, der sich derzeit in Bayern aufhält, nach Tirol zurückkehren, wird er auch hier zum Abschuss freigegeben. Das sagte der zuständige Landesrat Anton Steixner (ÖVP) am Dienstag gegenüber ORF Radio Tirol.


Sitzung am Nachmittag
Der Bär sei offenbar gefährlich, so Steixner. Eine entsprechende Sitzung findet am Nachmittag mit dem Bezirkshauptmann von Reutte und dem Bärenanwalt in Reutte statt.

Geschossen werden dürfe der Bär nur von autorisierten Jägern, betonte Steixner.


"Problembär"
Das seit Wochen herumwandernde Tier wurde inzwischen zu einem "Problembären", so hatte der Bär mehrere Schafe in Bayern und Tirol gerissen. Der Versuch, den Bären einzufangen und mit Peilsender zu versehen, ist bisher gescheitert.

Quelle: ORF
 
Bär zum Abschuss freigegeben
"Schnappaufs Entscheidung ist richtig"

Weil er den aus Österreich eingewanderten Braunbären zum Abschuss freigegeben hat, ist Bayerns Umweltminister von einigen Naturschützern und Politikern heftig kritisiert worden. Ulrike Bauer vom WWF Deutschland erklärt, warum die Umweltorganisation die Entscheidung - schweren Herzens - unterstützt.
Ein Interview von Markus C. Schulte v. Drach


Um die Braunbären-Population in Österreich kümmern sich auch Fachleute des WWF - so genannte Bären-Anwälte. Im Gespräch mit sueddeutsche.de erklärt Ulrike Bauer, Sprecherin von WWF Deutschland, warum die Organisation Schnappaufs Entscheidung für richtig hält.


sueddeutsche.de: Bayerns Umweltminister Schnappauf wird für die Entscheidung, den Braunbären in Bayern zum Abschuss freizugeben, teilweise heftig kritisiert. Wie steht der WWF dazu?

Ulrike Bauer: Dieser Entscheidung ging eine Expertenrunde voraus, an der auch ein WWF-Bärenanwalt aus Österreich teilgenommen hat. Unser Kollege hat bestätigt, dass dieses Tier so verhaltensauffällig ist, dass wir die Entscheidung unterstützen müssen. Dem WWF ist es sehr, sehr schwer gefallen, der Entscheidung zuzustimmen.

sueddeutsche.de: Eine Chance, das Tier zu betäuben, zu fangen und in einer anderen Gegend wieder freizulassen, sehen Sie nicht?

Bauer: Unsere Kollegen versuchen weiterhin, das Tier mit einer Bärenfalle zu fangen. Wenn das gelingt, gibt es die Möglichkeit, den Bär in ein Gehege zu bringen.

sueddeutsche.de: Wie groß sind die Chancen, dass das Tier in die Falle geht, bevor es einem Jäger vor die Flinte kommt?

Bauer: Die Chancen sind schlecht. Das Tier ist sehr wanderfreudig. Aber die Bemühungen, das Tier lebend zu fangen, und die Hoffnung geben wir natürlich nicht auf.

sueddeutsche.de: Wenn es gelingen sollte, das Tier zu fangen, könnte man es dann wieder auswildern? Oder gibt es jemanden, der den Bären in einem geeigneten Gehege halten würde?

Bauer: Es gibt ein Angebot von der Organisation „Vier Pfoten“, das Tier in einem Gehege zu halten. Ob sich das Wildtier in Gefangenschaft wohl fühlen würde, müsste man dann sehen.

Den Bären in eine andere Gegend zu bringen ist schwierig, weil es in den Alpen nicht so viel unberührte Gebiete gibt wie zum Beispiel in Kanada, wo das getan wird.

sueddeutsche.de: Und es müsste ein unberührtes Gebiet sein, weil dieses Tier wahrscheinlich sonst wieder in der Nähe von Menschen nach Nahrung suchen würde?

Bauer: Ja. Daran hat sich der Bär schon zu sehr gewöhnt.

sueddeutsche.de: Wenn es bereits ein konkretes Angebot gibt, das Tier in einem Gehege zu halten, sollte dann Herr Schnappauf nicht dazu auffordern, den Bären zu betäuben, anstatt ihn gleich erlegen zu lassen?

Bauer: Die Chance, das Tier zu betäuben und zu fangen, ist so klein, und die Gefahr für Menschen inzwischen so groß, dass wir Herr Schnappaufs Entscheidung für gerechtfertigt halten. Man muss dieser Situation einfach ins Auge sehen.

sueddeutsche.de: Bei unseren Nachbarn gibt es seit Jahren Erfahrungen mit Braunbären. Gab es dort vergleichbare Fälle?

Bauer: In Österreich gibt es zur Zeit 30 Bären und das Nebeneinander von Tier und Mensch funktioniert dort gut. Aber es gab in der Vergangenheit zwei Fälle von „Problembären“, in der Steiermark und in Oberösterreich, die erlegt werden mussten.

Der WWF in Österreich hat einen Bären-Managementplan erstellt, der vorsieht, dass verhaltensauffällige Tiere gefangen und mit einem Sender versehen werden sollen. Wenn man den Aufenthaltsort des Bären kennt, kann man versuchen, dem Tier mit so genannten „Vergrämungsaktionen“ wieder eine Scheu vor Menschen anzuerziehen.

Diese Methoden wurden in Österreich versucht. Aber es gibt leider keine Gewähr, dass sie zum Erfolg führen.
http://www.sueddeutsche.de/,tt3m2/wissen/artikel/502/76426/


Die Leute beim WWF müssen es ja wissen... obwohl ich's schon besser fänd, er könnte lebend gefangen werden.
 
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Das Problem ist, dass wir Menschen verlernt haben mit wilden Tieren zusammenzuleben. Die Viehhaltung in den Bergen ist ein Musterbeispiel dafür. Schafe werden wochenlang ohne Aufsicht und Schutzmöglichkeit (Ställe) auf den Alpen gehalten. Da darf man den Bären (und auch den Wölfen) keinen Vorwurf machen, wenn sie sich an diesem "Selbstbedienungsbuffet" gütlich tun!
 
Das Problem ist, dass wir Menschen verlernt haben mit wilden Tieren zusammenzuleben. Die Viehhaltung in den Bergen ist ein Musterbeispiel dafür. Schafe werden wochenlang ohne Aufsicht und Schutzmöglichkeit (Ställe) auf den Alpen gehalten. Da darf man den Bären (und auch den Wölfen) keinen Vorwurf machen, wenn sie sich an diesem "Selbstbedienungsbuffet" gütlich tun!
so siehts nämlich aus! eigentlich müßten die bären uns menschen "erschießen", schließlich sind wir in ihre heimat (den alpen) eingedrungen und haben sie vertieben. ganz soo extrem sehe ich die ganze sache natürlich nicht, trotzdem verstehe ich nicht warum man ihn gleich töten muß?
 
Seh ich auch so. Gestern hat es jemand in einem Interview sehr treffend gesagt: "Wenn irgendwo in Asien ein Tiger erschossen wird, gibts bei uns einen riesen Aufschrei. Aber wenn bei uns der erste Bär seit über hundert Jahren auftaucht, dann muss man den gleich abknallen."
 
Für mich ist das ein Bankrotterklärung der "Verantwortlichen". Es sollte eine Ehre sein das Tier, welches in der Tat sehr gefählrich zu sein scheint, einzufangen bzw. es zu betäuben und dann ein "artgerechtes" Gehege zu schaffen. Der "Kuschelbär" würde sicher einen Besucherrekord aufstellen!
Denn Jägern das Feld so schnell zu überlassen ist aber der einfachste Weg und sagt aber über Deutschland alles aus. Eigentlich habe ich von der Politik auch gar nichts anderes erwartet.
Ist ja wohl klar das sich der Bär dem Menschen nähert wenn es dort lecker Schaf und Huhn gibt! Vielleicht sollte man den Koder einfach mal in die vermuteten Waldstücke einbringen und beobachten!

Eine Schande das es schon einen Metzger gibt der mit Bärenfleisch wirbt.

Der Grainauer Metzger Karsten Bielitz hat eine Tafel in sein Schaufenster gestellt, auf der er um Vorbestellungen für "frisches Bärenfleisch" bittet. Henning Wiesner, der Chef des Münchner Tierparks Hellabrunn, machte gestern in seinem Zoogehege vor, wie man einem Braunbären mit Blasrohr und Betäubungsmittel zu Leibe rücken könnte. Sogar der sonst so spröde Münchner Erzbischof Kardinal Friedrich Wetter ließ süffisant mitteilen, der Braunbär habe - wohl in Vorfreude auf den baldigen Besuch von Papst Benedikt - "mit hoher Autorität sein Heimatrecht in Bayern neu bekräftigt" . Kein geringerer als der aus Bayern stammende Papst Benedikt XVI. führt nämlich den Bären in seinem Wappen. Es handelt sich dabei um den Freisinger Korbiniansbären, der auf eine Episode in der Vita des gleichnamigen Bischofs zu Anfang des achten Jahrhunderts zurückgeht.
War es der hysterische Trubel, den der Braunbär mit seiner Ankunft in Oberbayern ausgelöst hat? Oder war es die nackte Angst ums Überleben? Nur einen Tag nach seinem Auftauchen und dem darauf folgenden Abschußbefehl durch Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) hat sich der erste wildlebende Bär in Deutschland seit 170 Jahren vermutlich wieder abgesetzt. "Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Bär nach Österreich zurückgekehrt. Wir haben die Suche eingestellt", sagte Wolfgang Olexiuk vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen gestern Nachmittag. Seit dem Morgen hatten Forstbeamte und ein Dutzend Jäger vergeblich das Gelände rund um den Eibsee am Fuß der Zugspitze nach neuen Spuren abgesucht. In dieser Region hatte der Braunbär am Vortag Schafe und Hühner gerissen.

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Ein paar treffende Zeilen von Franz Josef Wagner (Axel Springer Verlag/ Bild)

Lieber Braunbär:
du hast dich ins Gummibärchen-Land verirrt, wo es keine richtigen Wälder mehr gibt, sondern Ziersträucher und Pudel, die in der Bären-Hauptstadt Berlin zum Friseur Udo Walz gehen.
Unsere Hündchen, früher Wölfe, tragen Hüte und Sonnenbrillen, wenn die Sonne scheint. Und wenn sie dreimal auf den Teppich kacken, dann müssen sie zum Psychiater. Wenn unsere kleinen Wölfe müde sind, dann tragen wir sie in Designertaschen herum.
Wir haben Tierkrankenhäuser mit Ultraschall. Wir haben Hotels für Hunde, Vögel, wenn Herrchen, Frauchen verreist sind. Da plötzlich taucht in unserem Gummibärchen-Land ein richtiger Bär auf. Ein Bär, der Schafe, Hühner tötet. Dieser Bär ist kein Steiff-Bärchen, dieser Bär stammt auch nicht aus der Firma Bärenmarke. Er ist auch nicht von Haribo.
Es ist ein richtiger Bär. Lieber Bär, lauf schnell weg aus dem Gummibärchen-Land, wo nur die Schmusetiere überleben.
Herzlichst Dein
Ihr F. J. Wagner
 
mic schrieb:
Denn Jägern das Feld so schnell zu überlassen ist aber der einfachste Weg und sagt aber über Deutschland alles aus. Eigentlich habe ich von der Politik auch gar nichts anderes erwartet.
Für mich ist folgende Tatsache höchst suspekt:
Da läuft das Tier zwei Wochen lang durch Vorarlberg und Tirol. Die Österreicher unternehmen nichts. Kaum setzt der Bär die ersten Tatzen auf deutsches Territorium und wird somit zum Abschuß freigegeben, ziehen die Österreicher nach und drohen ebenfalls mit Abschuß, sobald das Tier sich zur Rückkehr entschließen sollte. Komisch, oder?
 
Wäre ich ein Bär in Freiheit, dann wäre ich lieber tot als zum Kuscheltier in irgend einem Zoo degradiert.

(Nur mal so am Rande... ;-))
 
cm schrieb:
... "Wenn irgendwo in Asien ein Tiger erschossen wird, gibts bei uns einen riesen Aufschrei. Aber wenn bei uns der erste Bär seit über hundert Jahren auftaucht, dann muss man den gleich abknallen."

Das ist wirklich wahr, aber scheint typisch für unser Land zu sein :evil: am besten der bär geht Richtung Osten in Deutschland oder Österreich ist zu gefährlich für den
 
Ja so ist das.

Kommt man von Österreich nach Deutschland wird man gleich zum Abschuss freigegeben.

Und will man wieder zurück nach Österreich wollen sie einen auch gleich abschießen.

Also passt auf.

:wink: :wink:


Soviel zum Motto:
Zu Gast bei Freunden

8O
 
oli schrieb:
Da läuft das Tier zwei Wochen lang durch Vorarlberg und Tirol. Die Österreicher unternehmen nichts. Kaum setzt der Bär die ersten Tatzen auf deutsches Territorium und wird somit zum Abschuß freigegeben, ziehen die Österreicher nach und drohen ebenfalls mit Abschuß, sobald das Tier sich zur Rückkehr entschließen sollte. Komisch, oder?

Nanana, so kann man das wirklich nicht behaupten. Ich habe die letzten Tage täglich die Berichte in der Zeitung gelesen, heute war sogar eine ganze Seite über diese Geschichte.

Fakt ist, daß in den ersten Tagen der Bär eigentlich sehr positive Reaktionen ausgelöst hat, auch bei der bayrischen Regierung und dem Herrn Umweltminister Schnappauf. Ein Abschuß war damals nie geplant, wohl allerdings ein Einfangen zwecks Markieren des Bären mit einem GPS-Peilsender.

In den letzten Tagen allerdings wurde der Bär immer mehr zu einem unkalkulierbaren Risiko. Ein richtiger wildlebender Bär ist übrigens sehr scheu, er hält sich normalerweise von Menschen fern und würde niemanden angreifen. Dieser Bär aber hatte sich den Siedlungen immer mehr angenähert, hat in den letzten Tagen u.a. etliche Schafe gerissen sowie einen Hühnerstall komplett ausgeräumt.

Soweit heute in der Zeitung lesen zu war (Interview mit einem Jäger), ist zwar jetzt der Abschuß als letztes Mittel freigegeben, allerdings wird versucht (allein schon aus wissenschaftlichem Interesse), den Bären weiterhin mittels Fallen oder Betäubungsgewehren zu stoppen. Tot muß er also nicht unbedingt sein...

Wer übrigens meint er könnte den Bären mal eben selber erschießen oder gar Fleisch o.ä. verkaufen, der dürfte ziemliche Probleme bekommen...
 
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