Finnische Spürnasen schnuppern nach JJ1
Fünf finnische Jäger streifen ab dem Wochenende durchs bayerisch-tirolische Grenzgebiet. Mit dabei: karelische Bärenhunde.
Das Maskottchen eines Milchherstellers sponsert die Jagd nach JJ1.
Bild: WWF/Schrader
Bob weiß, wie man Bären fängt. Bob Facklam aus Montana schweißt Trommeln aus Flugzeug-Aluminium, in denen die Bärenjäger Köder aushängen. Ein normaler Bär sieht den Happen, verbeißt sich daran - und "zing", die Falltür rauscht runter.
Der WWF bestellte vor zwei Wochen bei Bob eine neue Trommel; am Mittwoch kam sie in München an. Ein deutscher Milcherzeuger mit einem Bär als Logo sponserte gleich ein Auto, das den rollenden Bärenfänger durch die Wälder ziehen wird.
Die Finnen kommen
JJ1 alias der Problembär ist nicht normal. JJ1 geht selbst jagen. Am Dienstag fraß er sich zuletzt durch einen Hasenstall in Leutasch und hinterließ ein Massaker. "Wirklich arg ... ein Wahnsinn, wie's dort ausgesehen hat", sagt Beate Striebel, Leiterin des WWF-Bärenprogramms.
Mit Bobs Trommel, sagt Striebel, sei JJ1 nicht zu fangen. "JJ1 ist außergewöhnlich. Er kehrt nie an die Orte zurück, wo er zugeschlagen hat." JJ1 bedarf "der aktiven Nachsuche", sagt Claudia Mohl, Striebels Kollegin von der WWF-Presseabteilung.
An der "aktiven Nachsuche" beteiligen sich fünf finnische Jäger mit Bärenhunden aus der russischen Republik Karelien. Die Tiere sind rund 20 Kilo schwer, einen halben Meter lang und haben ein schwarz-weißes Fell. Landesrat Toni Steixner bezeichnet sie "als unsere letzte Chance, den Bären zu fangen. Da ist jeder froh, wenn wir ihn haben."
25.000-Euro-Aktion
Zwei Wochen werden die Finnen mit ihren russischen Schnuppernasen durch die Wälder streifen. Sichten sie den Bären, wollen sie ihn mit einem Betäubungsgewehr niederstrecken. Ein Schuss, der gefährlich sein kann, sagt Steixner: "Der Bär fällt ja nit glei' um." Zur Sicherheit gibt ein zweiter Jäger dem Betäuber Feuerschutz.
Ihren Mut lassen sich die finnischen Bärenjäger mit Geld aufwiegen: 25.000 Euro kostet ihr zweiwöchiger Einsatz. Die Kosten teilen sich der Freistaat Bayern und das Land Tirol.