http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/10/01/new/nip_detail.html?gnpID=2011-402
Wenn man sich dort die Zahlen für die Wintersasion 2010/2011 ansieht, ist zusammengefasst Folgendes festzustellen:
Gästeverteilung in der letzten Wintersaison: 44% Schweizer Gäste, 56 % Nicht-Schweizer.
Bei den Schweizern eine Zunahme von 1,2% bei den Gesamtnächten, bei den Nichtschweizern ein Minus von 2,2%, insgesamt ein Minus von 0,7%.
Am stärksten der Rückgang bei den Besuchern aus Deutschland (minus 7,1 %), Gesamteuropa (mit dabei Russland (+11%!) und Türkei) liegt bei minus 5,1%.
Dass der Gesamtrückgang bei den Ausländern dann nur bei -2,2%, liegt an dem steigenden Zustrom aus Asien (allein +28% aus China). Die strömen natürlich
nicht in die Wintersportorte, allenfalls auf die kleine Scheidegg und weiter aufs Jungsfraujoch.
In der Folge verteilt sich das ganze ungleich: Nur vier Regionen haben tatsächlich einen Besucherrückgang zu verkraften, und das sind Graubünden (-6,1 %), das Wallis (-4,6%) das Berner Oberland (-4,2 %) und noch das Tessin. Die schweizer Statistik führt diese Entwicklung auf den warmen Winter zurück. Aber wenn man sich die Wechselkurse ansieht: während in der Wintersaison 2009/2010 der Wechselkurs zwischen am Anfang stabil 1,52 und gegen Ende der Saison dann 1,40 Franken für 1 Euro lag, waren es in der ausgewerteten Saison 2010/2011 eher um die 1,30 Franken mit einem Einbruch von 1,25 gerade zu Weihnachten. Seit Frühjahrsende dann Fall des Euros auf derzeut 1,15 Franken.
Die Zahlen sind m.E. recht deutlich. Ich tippe darauf, dass sich bei gleichbleibendem Wechselkurs genau diese Entwicklungen der letzten Saison in der nächsten Wintersaison verstärken werden:
- deutlicher Rückgang der Wintersportler aus den Euroländern, insbesondere aus den Ländern, in denen (oder in deren Nachbarländern) sich ohnehin Alternativen bieten.
- insbesondere also weiter starker Rückgang der Besucher aus Deutschland und den Niederlanden
- was ausgeglichen wird durch Besucher aus Nicht-Euro-Ländern, insbesondere Asiaten, aber auch Amis und Russen
- wobei die Asiaten und Amis nicht in die Wintersportgebiete ziehen
- und es auch für die Russen zukünftig deutlich attraktiver werden dürfte, z.B. nach Lech oder in andere mondäne €uropäische Orte auszuweichen
daher die Folge:
- Gesamtgästezahl im Winter weiter leicht rückläufig
- regional verteilt steigende Übernachtungszahlen in den Touristenzentren im Flachland, überproportional starker Rückgang in den Bergen
Aus Sicht der Tourismusindustrie müsste die Schweiz derzeit dem Euro-Raum beitreten:
gleichbleibende Attraktivität für Touristen aus Euroländern, bei fallendem Eurokurs noch attraktiver für die Asiaten, Amerikaner und Russen.