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Devisenkurse und Tourismus

Na, eigentlich sollte man ja erwarten, dass die billigeren Importe auch zum Konsumenten durchdringen. Zumindest im Lebensmitteleinzelhandel wird das ja durch das Schweizer Duopol wahrscheinlich relativ erfolgreich unterbunden.
 
Als Wahlkonstanzer wird mir jeden Tag auch die andere Seite der momentanen Frankenstärke bzw. Euroschwäche vor Augen geführt. Die Schweizer überrennen unsere kleine Grenzstadt diesen Sommer noch mehr als sonst eh schon üblich. Folge sind vor allem riesig lange Staus im Ort, an den Grenzübergängen und an den Supermarktkassen. Dort dürfen dann die Kassiererinnen im Akkord diese hübschen grünen Zettel für die Steuerrückerstattung ausfüllen. Das verlangt einem schon sehr viel Geduld ab. Jedoch würde es in Konstanz ohne die Schweizer sicherlich ganz anders aussehen. An vielen Wochenenden sollen ca. 40% des Umsatzes nur auf die Schweizer zurückzuführen sein. Wie bei allem gibt es eben immer Gewinner und Verlierer.
Von meinen persönlichen Planungen für die kommende Wintersaison werde ich mich wohl oder übel auch verabschieden müssen. So gern ich die schweizer Skigebiete gewonnen habe, mehr als ein Tagesausflug wird es wohl nicht werden wenn sich die Devisenkurse nicht verbessern. Ich schaue mich jetzt schon nach Ersatz im Allgäu und Vorarlberg um.
 
Wer hat sich eigentlich diesen Schwachsinn - in meinen Augen- mit der Mehrwertsteuer-Rückerstattung ausgedacht ?
Ich bin dafür, diese zu streichen. Schon können wir mehr für Italien bürgen :wink:
 
Dann aber im Gegenzug auch die Verzollung streichen!
 
Rüganer schrieb:
Wer hat sich eigentlich diesen Schwachsinn - in meinen Augen- mit der Mehrwertsteuer-Rückerstattung ausgedacht ?
Ich bin dafür, diese zu streichen. Schon können wir mehr für Italien bürgen :wink:

Oder zumindest wie in den meisten anderen Nachbarländern eine Untergrenze für die Rückerstattung einführen. Für was für Kleinigkeiten sich einige die Rückerstattung holen wollen ist wirklich unglaublich.
 
Wer hat sich eigentlich diesen Schwachsinn - in meinen Augen- mit der Mehrwertsteuer-Rückerstattung ausgedacht ?
Schwachsinn ?
Es wäre noch der grössere Blödsinn, wenn die Güter zweimal versteuert werden müssten.

Für was für Kleinigkeiten sich einige die Rückerstattung holen wollen ist wirklich unglaublich.
In der Schweiz beträgt der Höchstsatz der Mwst 8%.
Somit ist die Rechnung ziemlich einfach: Rechnungsbetrag - Mwst. Ausland + Mwst. Schweiz.
Denke schon ab recht kleinen Beträgen ist diese Rechnung sehr interessant.

Jedoch würde es in Konstanz ohne die Schweizer sicherlich ganz anders aussehen.
Ich denke da können die Grenzorte ein Lied singen, als Berlin die glanzvolle Idee hatte, man müsse die Grenze strenger kontrollieren, da die Schweiz dazumal noch nicht zum Schengenraum gehörte.
Soviel ich weiss wurden diese Kontrollen schon ein paar Tage nach der Einführung wieder ausgesetzt, da die Umsätze in den Grenzorte zusammengebrochen sind.

Dann aber im Gegenzug auch die Verzollung streichen!
Zölle sind im Prinzip eine innenpolitisches Angelegenheit.
Ich bin sofort einverstanden, dass die Zölle abgeschafft werden. Aber in diesem Fall werden die ausländischen Landwirtschaftsprodukte noch billiger. Nun muss man nur noch 1 und 1 zusammenzählen und es ist klar, dass eine Abschaffung der Zölle im Parlament keine Chance hat. Weder die SVP noch die Linken werden die heilige Kuh der Landwirschaft schlachten.
 
Ach so, muss man als Schweizer die Waren noch verzollen ? Wasn das für ein mittelalterliches Gehabe ? :wink:
Na, so schafft man wenigstens Arbeitsplätze beim Zoll...
 
Rüganer schrieb:
Wer hat sich eigentlich diesen Schwachsinn - in meinen Augen- mit der Mehrwertsteuer-Rückerstattung ausgedacht ?
Zugegeben, es ist lange her und ich kann mich selbst kaum noch daran erinnern, aber meines Wissens war das in Vor-EU-Zeiten die ganz normale Praxis.
 
Zugegeben, es ist lange her und ich kann mich selbst kaum noch daran erinnern, aber meines Wissens war das in Vor-EU-Zeiten die ganz normale Praxis.
Richtig. Mit der Mwst wird theoretisch nur der inländische Endkonsum besteuert. Somit kann man beim Export die Steuer abziehen bzw. rückerstatten lassen und muss sie dafür im Importland entrichten.
Nur innerhalb der EU wird die Mwst im Land entrichtet, wo die Ware über den Ladentisch ging. Mag ja auf den ersten Blick für den Konsument praktisch sein. Hat aber Folgen für die Staatssouveränität. Damit es nicht zu einem Mwst.-Dumping kommt, weil im Nachbarland die Preise dank den tieferen Steuersätze deutlich billiger sind, gibt es in der EU einen Mindestsatz. Würde die Schweiz der EU beitreten müsste unserer aktuelle Steuersatz praktisch verdoppelt werden ! (Wird von den EU-Befürwortern gerne verschwiegen...) Und nein, dann will ich die Preise im Supermarkt nicht mehr sehen... Denn ich kann mir nicht vorstellen dass die Schweiz bei einem EU-Beitritt das Image als Hochpreisinsel ablegen kann. Sondern da würde weiterhin kräftig abkassiert.
 
Dass man die MWST beim Export wieder bekommt finde ich ja an und fürsich richtig und passend - aber es sollte eine Mindestgrenze geben, ab welchem Betrag das gemacht wird. Bagatellen wie alles unter 50 Euro z.b. finde ich sollten davon ausgenommen werden, da einfach der behördliche Aufwand hier viel zu groß ist (man muss ja zum Zoll, dort die Kaufbelege stempeln lassen und dann wieder ins Geschäft um die MWST zurück zu bekommen, dann zum schweizer Zoll, dort wieder stempeln und zahlen).
Freuen wir uns doch, dass die Wirtschaft im grenznahen Raum einen zusätzlichen Anschub bekommt! Beim Tanken jammern alle immer wegen Tanktourismus, nun gehts mal anders rum und im Spiegel las ich bereits einen Artikel, in dem der Grundtenor eher "nun kaufen die Schweizer in Deutschland ein, ist Deutschland nun ein Billigland" war. Auch bei quer kam schon ein Bericht, den fand ich aber recht objektiv.
 
baeckerbursch schrieb:
Und nein, dann will ich die Preise im Supermarkt nicht mehr sehen...

Nur das die Produkte im Supermarkt größtenteils den reduzierten Steuersatz haben....... 8)
Ich wollte auch gerade einhaken. Das ist quasi kein Unterschied zwischen CH und D, was die Lebensmittel betrifft. Eine Anpassung bliebe also quasi ohne Folgen.

Wieso lassen sich die Schweizer die Steuer denn zurückerstatten?
Muss in der CH auch, wenn in D bereits entrichtet wurde nochmals die Mehrwertsteuer bezahlt werden, also doppelt?
In dem Fall wäre es verständlich.
Aber wieso fährt man nicht einfach so über die Grenze? Es gibt doch nur bestimmte Lebensmittel wie zB Fleich, die nicht oder nicht so ohne Weiteres eingeführt werden dürfen, oder ist jegliche Einfuhr reglementiert?

Nochmal zum thema Gastropreise: Klar ist die Schweiz teuer auch für die Gastronomen selbst, aber da ist natürlich trotzdem teils noch Luft drin. Stellenweise wird ja auch die Nusstorte bereits für 5,50 angeboten anstatt wie sonst üblich 7 SFr oder so.
 
kaldini schrieb:
Freuen wir uns doch, dass die Wirtschaft im grenznahen Raum einen zusätzlichen Anschub bekommt! Beim Tanken jammern alle immer wegen Tanktourismus, nun gehts mal anders rum und im Spiegel las ich bereits einen Artikel, in dem der Grundtenor eher "nun kaufen die Schweizer in Deutschland ein, ist Deutschland nun ein Billigland" war. Auch bei quer kam schon ein Bericht, den fand ich aber recht objektiv.
An der dänischen Grenze schon lange der Fall. Outlet-Center an der letzten Ausfahrt der A7 an der Ostseeküste und 40km weiter westlich an der Nordseeküste sind in den letzten Jahren mehrere Supermärkte und Discounter hintereinander aus dem Boden gestampft worden, alle zweisprachig und mit Sonderangebotsplakaten in Kronen ausgeschrieben :D
 
Die Mindestgrenze für tax-free shopping gibt es (jedenfalls faktisch, ob auch tatsächlich müsste ich nachforschen). Die meisten Läden stellen erst ab einem bestimmten Einkaufswert (>100€) die erforderlichen Unterlagen aus. Dann beginnt der Eiertanz, man zeigt die Originalverpackte Ware am deutschen (bzw. innereuropäischen) Zoll am Flughafen vor, zeigt seine Bordkarte und weist nach, dass man außerhalb der EU ansässig ist. Dann bekommt man einen Ausfuhrstempel, Erstattung der MwSt (abzüglich Bearbeitungsgebühren) und fliegt z.B. in die Schweiz. Liegt der Warenwert der dort eingeführten Güter oberhalb von 300 Franken, muss man dort wieder zum Zoll und die (niedrigere) Schweizer MwSt. nachzahlen. Beschiss an dieser Stelle ist übrigens heikel: Höre immer wieder Geschichten von Leuten, die am Flughafen kräftige Bußgelder bei stichprobenartigen Kontrollen zahlen mussten. Der deutsche Zoll informiert die Schweizer Kollegen übrigens auch über ausgeführte und in der Schweiz steuerfplichtige Ware, d.h. gerade wer tax-free shopping gemacht hat und sich um das nachzahlen in der Schweiz drücken will, lebt gefährlich.
Habe übrigens gerade gestern für in Frankreich eingekaufte Klamotten (215€ und damit mittlerweile weit unter 300 SFr) ca. 35 € zurückbekommen (muss noch mal nachschauen, wieviel es genau war).
 
Tripelmayr schrieb:
Habe übrigens gerade gestern für in Frankreich eingekaufte Klamotten (215€ und damit mittlerweile weit unter 300 SFr) ca. 35 € zurückbekommen (muss noch mal nachschauen, wieviel es genau war).
Umgekehrt gibt es leider auch :(
Hab vor ein paar Wochen ein PS3-Spiel in UK bestellt (neue Spiele sind dort z.T. billiger als gebrauchte hier bei Amazon) und durfte beim Postmann 5,07 € Einfuhrzoll nachzahlen. War jetzt das erste mal.
 
Kam's evtl. aus einem Land, das nicht in der EU ist? Das UK ist ja auf der ganzen Welt verstreut .... jedenfalls komisch, denn selbst wenn man auf amazon.de bestellt, kanns einem passieren, dass es aus UK geliefert wird (was in meinem Fall 1-2 Wochen länger gedauert hat). Oder umgekehrt, hab auch schon was auf amazon.uk bestellt (weil günstiger) und dann aus DE oder AT geliefert bekommen.
 
Da UK ja EU ist, kann ich mir nicht vorstellen, woher der Einfuhrzoll kommen soll. Das ergibt für mich keinen Sinn. Oder gehört der "Rest" dann zum UK, aber nicht zur EU?
Auch die VAT wird im UK ja nicht zurückerstattet, wenn in die EU ausgeführt wird - und in D wurde mir auch nie etwas in Rechnung gestellt (weder Zoll noch Steuern), wenn ich dort etwas erworben und nach D liefern lassen hatte. Das kam in den letzten 18 Monaten zwei Mal vor. bestellt, bezahlt, geliefert - wie im Inland, nur einige Tage langwieriger.
 
Nur das die Produkte im Supermarkt größtenteils den reduzierten Steuersatz haben....... 8)
Unbestritten, der Einkaufstourismus bewegt sich vorallem im reduzierten Steuersatz.
Jedoch werden ja nicht nur Lebensmittel in die Schweiz importiert. ;)
Bin aber trotzdem überzeugt, dass bei einem EU-Beitritt der Schweiz die Import-Artikel bei einem CH-Händler noch einmal deutlich teurer werden !
Kann ja nicht täglich 100 Kilometer bis zur Grenze fahren, um im billigeren Ausland einzukaufen. Somit müssen die Händler im Landesinnern keine grosse Konkurrenz befürchten.

Aber wieso fährt man nicht einfach so über die Grenze? Es gibt doch nur bestimmte Lebensmittel wie zB Fleich, die nicht oder nicht so ohne Weiteres eingeführt werden dürfen, oder ist jegliche Einfuhr reglementiert?
1.Im privaten Warenverkehr sind im Prinzip nur landwirtschaftliche Produkte, Alkohol und Tabak speziell reglementiert bzw. müssen an der Grenze verzollt werden:
http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/essen_trinken/00356/index.html?lang=de

Da müssen schon recht grosse Mengen eingekauft werden, damit man sie verzollen muss.

2. Wesentlich relevanter ist die Wertfreigrenze von 300 Franken.
http://www.ezv.admin.ch/zollinfo_privat/zu_beachten/00350/index.html?lang=de

Und ich denke Einkaufstouristen erreichen diese Grenze ziemlich schnell. Da wäre es halt schon blöd, wenn man kein(e) Formular(e) für Mwst-Rückerstattung beantragt hat und nun bei der Einreise in die Schweiz die ganze Ware noch einmal versteuern muss.

3. Wie schon gesagt in der Schweiz gibt es einen deutlich tieferen Normalsatz bei der Mwst. Somit ist es schon für recht kleine Einkäufe interessant, die Mwst zurückzufordern.

Hab vor ein paar Wochen ein PS3-Spiel in UK bestellt (neue Spiele sind dort z.T. billiger als gebrauchte hier bei Amazon) und durfte beim Postmann 5,07 € Einfuhrzoll nachzahlen. War jetzt das erste mal.
Interessant. Habe eigentlich gedacht für Importe/ Exporte innerhalb der EU darf es keine Zölle mehr geben ?
Doch halt. England ist ja gar nicht vollständig in der EU integriert. ;)

aber es sollte eine Mindestgrenze geben, ab welchem Betrag das gemacht wird. Bagatellen wie alles unter 50 Euro z.b. finde ich sollten davon ausgenommen werden, da einfach der behördliche Aufwand hier viel zu groß ist
Bei der Einfuhr gilt der gesamte Warenwert und muss auch vollständig versteuert werden, falls die Freigrenze überschritten wird.
Somit bezahlt man die Mwst plötzlich doppelt, weil ich in 7 verschiedenen Geschäfte für jeweils 45€ eingekauft habe... Somit muss man eben auch für kleine Beträge ein Formular anfordern.
 
Es lag ein Zettel vom Zoll bei, aber ich wollte wegen 5,07 € jetzt keine Anstalten machen. Ich kann den Kram ja bei Gelegenheit heute mal fotographieren und posten. Zumal auch sowas wie ein englischer Zollbefreiungsaufkleber oder sowas drauf ist.
 
Großbritannien ist vollständig in die Zollunion integriert. Dass sie z. B. nicht im Schengenraum sind hat mit Warenim-/export überhaupt nix zu tun. Die dürften keine Zölle kassieren, wenn du bei einem in der EU ansässigen Händler gekauft hast. Kann natürlich sein, dass Du bei eBay.co.uk gekauft hast, der Händler aber in Hong Kong oder so sitzt. Dann ist (soweit ich es verstehe) der Sitz des Mittlers (eBay, Amazon) egal, denn er ist ja keine Vertragspartei. Selbst Man und die Kanalinseln sind Teil der Zollunion, das darf also auch da nicht passieren. Aber da die kein Teil des Verenigten Königreiches sind, dürfte der britische Zoll da eigentlich auch nix zu melden haben.
Schau' mal, was passiert ist, das würde mich echt interessieren. :?:
Ich habe bei Bestellungen in GB bisher noch nie bewusst Zollaufkleber oder sowas gesehen.

P.S.: Wahrscheinlich hats noch kaum einer gemerkt und keiner will es wahrhaben, aber Deutschland ist für die Konsumenten ein relativ billiges Land (man Vergleiche das Preisniveau z. B. mal mit Italien oder so).
 
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